Monday, November 16, 2009

National ... Reporter

Der National 'Catholic' Reporter (N'C'R) ist ein Online-Magazin aus den USA, welches in erster Linie dafür bekannt ist, daß es den Titel 'Catholic' nur begrenzt verdient. Der N'C'R bietet vor allem den 'Katholiken' ein Forum, denen es gar nicht schnell genug gehen kann, bis endlich der erste offen homosexuelle Katholische Bischof die erste dreimal geschiedene Frau zu den Klängen von "We are the World" zur 'katholischen' Priesterin weiht.

Das Strickmuster der Berichte im N'C'R ist simpel: Viel Emotionen, bergeweise ad-hominem-Attacken, suggestive Sprache und auch mal plumper Haß, der leider nicht so elegant polemisch verkleidet wird, wie z.B. bei mir.

Fr. Z hat kürzlich einen typischen N'C'R-Versuch in Richtung seriösen Journalismus zerpflückt. Wer der englischen Sprache mächtig ist, der sollte sich das mal reinziehen. Nicht nur, weil Fr. Z das ganz anständig macht, sondern (und vor allem) auch, weil es den N'C'R im Normalmodus zeigt.

Seit bekannt wurde, daß Kardinal Rode die Visitation der reichlich durchgeknallten Leadership Conference of Women Religious in den USA leiten soll, ist er Zielscheibe Nummer eins. Es wird aber jetzt nicht versucht, aufzuzeigen, wo und warum die Schwestern vielleicht doch auf einem guten Weg sind. Das verlangt ja Nachdenken, Logik, vielleicht gar Tatsachen. Also wählt man den einfachen Weg: Man veröffentlicht ein Photo, welches Kardinal Rode in der cappa magna zeigt, ruft kurz "Renaissance-Fürst!" und überläßt die Schlußfolgerungen den kommentierenden Lesern. Daß diese Schlußfolgerungen aufgrund der erbärmlichen Prämmissen sich dann ebenfalls größtenteils in ad-hominem Attacken oder emotionalem Gesülze erschöpfen, verwundert kaum. Natürlich verweist jeder zweite Satz darauf, wie wenig doch Karidnal Rode (und auch der Papst) das Zweite Vatikanische Konzil verstanden haben und ernst nehmen.

Das angesprochene Bild von Kardinal Rode kursiert seit März mit Heavy Rotation auf zig Seiten im Internet und war den Machern vom N'C'R mit Sicherheit bekannt. Daß es erst jetzt, wo man Rode als Buhmann hinstellen muß, im N'C'R veröffentlicht wird, sagt eigentlich schon alles. Und nun tauchen natürlich brav folgsam auch auf N'C'R-affinen Weblogs Artikel auf, die in das gleiche Horn blasen. Ich habe dann mal versuchshalber auf zweien dieser Blogs kurz auf den Inhalt einiger Konzilsdokumente verwiesen, um klarzustellen, wer sich denn hier nicht an eben diese hält. Es folgte Schweigen, oder der schon bekannte und immer wieder gerne eingesetzte Kategorienwechsel von den Konzilsdokumenten zum Geist des Konzils™.

Beim N'C'R fließt auf sehr, sehr ungesunde Weise der Cafeteria-Katholizismus mit der '68er-Doppelzüngigkeit, der "Heiliger als du!"-Attitüde vermeintlicher Schrift- und Magisteriums-Kenner, dem Dackelblick der sich medienwirksam verfolgt Fühlenden und den modernen Kommunikationsmöglichkeiten zusammen. Ergebnis ist eine Suppe, die nach Häresie und Spaltung schmeckt.

Sowohl der N'C'R als auch seine Leser geben vor, die Kirche der Zukunft zu repräsentieren und hacken alles in Stücke, was für sie nach "Klerikalismus", vorkonziliarer Liturgie und wenigstens einer Andeutung von Gehorsam gegenüber dem Papst und den Bischöfen riecht. Was dabei völlig vernachlässigt wird ist die Christliche Nächstenliebe. Da könnte ich noch mit den Schultern zucken und denken 'Naja... bist ja manchmal auch ganz schön heftig...' Allerdings wird genau diese Christliche Nächstenliebe beim N'C'R immer und immer wieder in den Zeugenstand gerufen, wenn es gegen Rom geht. Ich bin wenigstens ehrlich genug, von Anderen nicht apodiktisch zu verlangen, was ich selbst noch problematisch behandle.

Ich hoffe und bete, daß der N'C'R alles andere repräsentiert, als die Kirche der Zukunft. Sollte er es doch tun, dann werde ich in Zukunft noch viel mehr Arbeit haben.

2 comments:

Elsa said...

Selbstwertgestörte Masochisten mit Autoritätsproblemen. Sie ertragen es nicht, dass die Kirche(n) schön sind, deshalb mussten sie alles rausreißen, was schön war. Sie ertragen es nicht, dass die Kirche sich mit wertvollen Dingen umgibt und die Braut Christi sich schmückt und salbt in Erwartung ihres Geliebten.

Sie sind wie eifersüchtige Ehemänner, die die Schönheit ihrer Frau nicht ertragen und sie deshalb zwingen wollen, in Säcken herumzulaufen, Batikklamotten und orthopädischen Schuhen. Sie ertragen die Weisheit ihrer Frau nicht, weshalb sie ständig versuchen zu betonen, für wie dumm sie sie eigentlich halten.
Sie ertragen ihre Güte nicht, weshalb sie jede einzelne Geste stets als Angriff auf sich selbst sehen.
Arme Kreaturen.

Hat man schonmal nachgezählt, wie oft das Wort "Gott" sich dort findet im Vergleich zur Häufigkeit von "2. Vatikanisches Konzil"?
:-)

bee said...

Oh, wo Du grade Fr. Z sagst, ich hab letztens bei EWTN im Archiv rumgeklickt und Fr. Z's "Journy home" gefunden. Sehr interessant.