Wednesday, December 16, 2009

Katholisches Eye-Candy...



... von anno dazumal. Wie die es geschafft haben, den Heiligen Vater Pius XII mitsamt Sedia Gestatoria, Flabella, Cappella Musicale Pontificia, Kardinälen in Cappa Magna, Hofstaat und Fernsehteam in die Kirche Santa Maria sopra Minerva zu kriegen (und dabei noch Platz für die Gläubigen zu lassen), ist mir schleierhaft. Aber die Frage ist nun auch echt zweitrangig.

Zurücklehnen und knapp zehn Minuten finstersten Mittelalters genießen!

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Stundenlang Stöbern!

Das Blog BibliOdyssey ist der Hammer! Es ist zwar eine englische Seite, aber hier geht es eigentlich eh mehr um die Bilder. Man findet dort Tausende von Illustrationen, größtenteils aus Büchern. Es ist alles dabei: Karikaturen, Flora, Fauna, Landkarten, Historisches, Titelseiten von Kinderbüchern, Architektur, Kunst und, und, und...

Ich gehe grade das Archiv rückwärts durch, bin erst im August 2009 und habe schon Kopfweh vor lauter wilden Eindrücken. Besonders gut gefallen hat mir eine Serie von Karikaturen, die die Haarmode des 18. Jahrhunderts aufs Korn nimmt. Hier ein paar Beispiele:





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Hab' heute Schulfrei!

Also bin ich am Morgen erst mal zum Vatikan gelaufen. Wir hatten am Montag und auch gestern nicht so dolles Wetter, aber heute ist schon wieder alles sonnig und blau.


Auf der Piazza Farnese lag dieser Brunnen noch im Schatten, während die Fassaden bereits das Sonnenlicht genossen.


Das Wasser im Brunnen ist eigentlich nicht so schön blau. Hier hilft der Himmel ein wenig mit.


Die gute, alte Via Giulia


Was das Licht so alles bewirkt: Petersdom von West nach Ost: Finster!


Petersdom von Ost nach West: Hell!


Strengste Geheimhaltung! Die Krippe wird noch gestaltet und aufgebaut, aber immerhin wachen goldene Putti schon mal über die Szene.


Pluster! Kurz bevor ich dieses Bild machte, saßen auf dem Brunnenrand noch zwanzigtausend Tauben. Die flatterten dann aber plötzlich alle hundert Meter weiter, weil dort ein kleiner Bub Brötchenkrümel durch die Gegend warf (und folglich kurz darauf in einer grau gefiederten Wolke verschwand). Zurück blieb nur dieser Federball. Eine Taube, die lieber badet als frißt? Welch Vorbild!


Der Brunnen lag aber auch im schönsten Sonnenlicht...


... während sein Gegenüber noch im Schatten fröstelte, aber immerhin für eine nette Gegenlicht-Aufnahme gut war.

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Das sechzehnte Türchen...



Wer nahe genug wohnt und Zeit für einen Abstecher ins Elsaß hat, der sollte vielleicht den Weihnachtsmarkt in Straßburg besuchen. Der öffnete im Jahre 1570 zum ersten Mal als "Christkindelsmärik" seine Pforten, initiiert von Protestanten, die mit dem "St. Nikolaus-Markt" (wegen der fies Katholischen Hervorhebung eines Heiligen) so gar nichts anfangen konnten. Naja, mittlerweile könnte man den Markt (wie die meisten anderen Weihnachtsmärkte) wahrscheinlich auch "Jahresendzeit-Shop-o-Rama" nennen, aber ich will nicht meckern, mache ich doch schließlich Werbung dafür.



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Tuesday, December 15, 2009

Bücher, die glücklich machen

Auf die Idee gebracht hat mich scipio mittels eines Kehlmann-Zitates, welches P. G. Wodehouse gebührend würdigt.

Die Heilige Schrift, allen voran die Evangelien und die Psalmen, bleiben hier mal außen vor. Für die kann man ja nicht mal eine Sonderkategorie einrichten. Nicht umsonst nennt man die Bibel das Buch der Bücher (und, nee, ich will jetzt nix hören von wegen "Die Bibel heißt ja nur so, weil sie ein Buch mit vielen Büchern ist!").

Mein Glücklichmach-Buch ist ohne jeden Zweifel Yoricks empfindsame Reise durch Frankreich und Italien (in anderen Übersetzungen auch Eine empfindsame Reise durch Frankreich und Italien) von Laurence Sterne (1713-1768). Der hatte bereits mit seinem "Tristram Shandy" einen ziemlichen Hit gelandet (Goethe war Abonnent des ursprünglich in neun Teilen veröffentlichten Werkes). Die empfindsame Reise blieb leider unvollendet, da Sterne kurz nach Beendigung des Frankreich-Teils starb. Aber was ist das für ein Fragment!

Das Buch ist so geistreich, so charmant beobachtend, so leichtfüßig, so versöhnlich, so komisch und - ja - auch so empfindsam, wie kein Anderes, welches ich bisher las. Ich habe immer das Gefühl, auf Wölkchen zu gehen, wenn ich ein paar Seiten lese. Und wenn ich das Buch dann aus der Hand lege, dann geht's mir gut, beziehungsweise besser, denn gut geht's mir im Normalfall eh schon meistens. Will sagen: Dies ist kein Antidepressivum, sondern ein Buch, welches die Fenster noch ein wenig weiter aufmacht, die Vögel noch ein wenig lauter zwitschern, die Blumen noch ein wenig verlockender duften, die Sonne ein wenig heller strahlen, das Essen ein wenig köstlicher schmecken, den Mensch noch ein wenig besser erscheinen und die Kleidung mindestens drei Tage länger sauber ausschauen läßt.

Sterne (ein anglikanischer Landpfarrer) schlüpft in dem Roman in die Haut seines alter ego Yorick und ist schon hin und wieder auch mal schürzenjagend unterwegs. Aber alles spielt sich diesseits der Schamesgrenze ab.

Um Euch ein wenig zu teasen, gibt's hier mal den Anfang des Romans, der schon mit einer ganz wunderbaren Pointe endet. Die Übersetzung ist von Karl Eitner aus dem Jahre 1868, und den Rest findet Ihr, wenn Ihr denn wollt, beim Projekt Gutenberg.
    – »In Frankreich stellen sie das besser an.«

    – »Sie waren in Frankreich?« fragte der Herr, indem er sich mit der höflichsten, aber siegfrohesten Miene von der Welt gegen mich wandte.

    »Seltsam!« sagte ich, als ich die Sache bei mir überlegte, »daß einundzwanzig Meilen zu Schiffe – denn weiter ist es nicht einen Schritt von Dover bis Calais – einem Menschen solche Zuversicht geben soll! – Ich will mich doch selbst überzeugen.« – Damit gab ich die Behauptung auf, ging stracks in meine Wohnung, packte ein halb Dutzend Hemden und ein Paar schwarzseidne Beinkleider ein –»der Rock, den ich anhabe«, sagte ich, indem ich den Aermel betrachtete, »ist noch ganz erträglich« – nahm einen Platz in der Postkutsche nach Dover, und da das Packetboot um neun Uhr des Morgens abging: so saß ich um drei Uhr an der Mittagstafel bei einem fricassirten Huhn so unzweifelhaft in Frankreich, daß, wäre ich in der Nacht an einer Indigestion gestorben, die ganze Welt nicht die Vollziehung des droit d'aubaine* hätte verhindern können – Meine Hemden und schwarzseidenen Beinkleider – mein Mantelsack und Alles darin wäre dem Könige von Frankreich anheimgefallen – sogar das kleine Bild, das ich so lange mit mir herumgetragen habe, und das ich, wie ich Dir, Elisa, so oft gesagt, mit mir ins Grab nehmen wollte, würde mir vom Halse genommen worden sein. – Wie ungroßmüthig! – sich der Trümmer eines arglosen Reisenden zu bemächtigen, den Ihre Unterthanen an ihre Küsten hingelockt haben. – Beim Himmel, Sire, das ist nicht wohlgethan! Und es thut mir sehr leid, daß es der Beherrscher eines so gebildeten und höflichen und wegen seiner feinen Beurtheilung und Empfindung so berühmten Volkes ist, mit dem ich rechten muß –

    Doch ich habe ja kaum den Fuß in Ihr Gebiet gesetzt. –


    Calais

    Als ich meine Mahlzeit beendet und auf die Gesundheit des Königs von Frankreich getrunken hatte, um meiner Empfindung zu genügen, daß ich keinen Groll gegen ihn hegte, sondern im Gegentheil ihn wegen seines menschenliebenden Sinnes hoch schätzte – fühlte ich mich infolge dieser Mäßigung beim Aufstehen um einen Zoll höher.

    »Nein«, sagte ich, »die Bourbons sind durchaus kein grausames Geschlecht. Sie können, gleich andern Menschen, mißleitet werden; aber es liegt eine gewisse Sanftheit in ihrem Blute.« – Indem ich dies anerkannte, fühlte ich ein Erröthen auf meiner Wange, das von edlerer Art – wärmer und menschenfreundlicher war, als daß der Burgunder (wenigstens der nicht, die Flasche zu zwei Livres, den ich soeben getrunken) die Ursache davon hätte sein können.

    »Gerechter Gott!« rief ich aus, indem ich meinen Mantelsack mit der Fußspitze beiseite stieß, – »was liegt denn an den Gütern dieser Welt, daß sie unser Gemüth verbittern und so manchen Gutherzigen von uns Menschenbrüdern zu so grausamen Beschwerden reizen sollten, wie wohl zu Zeiten geschieht?«

    Wenn der Mensch mit den Menschen in Frieden lebt, wie viel leichter als eine Feder ist dann das schwerste der Metalle in seiner Hand! Er zieht seine Börse, hält sie leicht und unbekümmert empor und blickt umher, als wenn er sich nach jemandem umsähe, mit dem er sie theilen könnte. – Indem ich dies that, fühlte ich, wie jede Ader meines Leibes sich schwellte – die Arterien pulsirten alle freudig und harmonisch, und jede Kraft, die das Leben fördert, vollzog dies mit so geringer Reibung, daß es die physikalisch gelehrteste Zierpuppe in Frankreich in Verwirrung gebracht hätte: bei all ihrem Materialismus hätte sie mich schwerlich eine Maschine nennen können. –

    »Ich bin fest überzeugt«, sagte ich bei mir selbst, »ich würde ihre Zuversicht erschüttert haben.«

    Das Verfolgen dieses Gedankens führte im Augenblick meine Natur auf eine solche Höhe, als sie irgend erreichen konnte. Mit der Welt war ich schon vorher in Frieden – und dies brachte die Unterhandlung mit mir selbst zum Schluß. –

    »Wäre ich jetzt König von Frankreich«, rief ich aus – »welch ein Augenblick für eine Waise, die mich um ihres Vaters Mantelsack anspräche!«
Ist doch toll, oder?


[* in Kraft dieses »Heimfallrechtes« wird auf alle Effecten der Reisenden (die von Schweizern und Schotten ausgenommen), welche in Frankreich sterben, Beschlag gelegt, und wenn der Erbe selbst zur Stelle wäre; und Herausgabe findet um so weniger statt, da diese zufälligen Einkünfte verpachtet sind]

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Mein Schreibtischhintergrund...


... für den Winter.

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Das fünfzehnte Türchen...

Wir wollen ja auch den norden Deutschlands nicht vergessen. Daher stelle ich heute den Weihnachtsmarkt in Lübeck vor. Der sieht zumindest auf dem Bild hochanständig aus.


Wer mehr wissen will, den verweise ich auf diese Seite, die Euch über Adressen, Öffnungszeiten und Angebote aller Lübecker Weihnachtsmärkte informiert.

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Monday, December 14, 2009

Amüsier...


Eines der coolsten "Orly? - Yarly."-Bilder, das ich kenne!

["Orly? - Yarly." = "Oh, really?" - "Yes, really."]

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So plump!

Die Vorgeschichte: Manfred Deix hat in zwei Novemberausgaben der österreichischen Wochenzeitschrift news zwei Karikaturen veröffentlicht. Ich sage dazu mal nix und zeige Euch die Werke einfach:




Drei Diakone der Erzdiözese Wien haben nach Veröffentlichung der Karikaturen der Staatsanwaltschaft Wien eine Sachverhaltsdarstellung übermittelt, weil sie prüfen lassen wollen, ob die untere Karikatur gegen das NS-Verbotsgesetz verstößt. Außerdem sollen die Zeichnungen religiöse Lehren herabwürdigen.

Ich bin ja selbst juristisch total unvorbelastet (Johannes! Hilfe!), daher weiß ich nicht, ob bei Verstößen gegen das NS-Verbotsgesetz der Kontext eine Rolle spielt oder nicht. Ich meine, eine Anti-Skinhead-Karikatur, auf der eine Glatze eine Hakenkreuzbinde trägt, müßte sich den gleichen Vorwurf sicherlich nicht gefallen lassen, oder? Daher zieht für mich dieses Argument nur halb, das Andere aber dafür umso mehr. Klar auch, daß die Reaktionen auf den Vorwurf der Herabwürdigung religiöser Lehren dann auch die hysterischeren waren. Aus einem Kommentar von news-Chefradakteur A. Athanasiadis:
    Was ist los in unserem Land?
    Was ist vor allem los in der katholischen Kirche?


    Seit Wochen erregen zwei Zeichnungen, die Manfred Deix in NEWS veröffentlicht hat, Teile der katholischen Kirche. Auf der einen hat Manfred Deix gezeichnet, wie er Gott sieht. Auf der anderen, wie ­seiner Meinung nach Lehrer kreativ ein drohendes EU-Kruzifix-Verbot zu umgehen wissen. Es sind Zeichnungen, wie man sie von Manfred Deix seit Jahrzehnten kennt ["... und liebt" hat er vergessen].

    Zeichnungen in jenem Stil, der Manfred Deix auf der ganzen Welt zu einem der bekanntesten österreichischen Künstler gemacht hat [Hier wird lediglich plump die Artenschutz-Karte mit ein wenig Nationalstolz gewürzt. Hat mit dem Thema überhaupt nichts zu tun]. Mehr nicht. Aber es hat offenbar gereicht, dass Manfred Deix (und auch ich) seit Wochen von fundamentalistischen Christen und auch Moslems (!) bei der Staatsanwaltschaft Wien angezeigt werden. Bislang waren es nur Anzeigen nach dem Blasphemieparagrafen. Denn so wie Deix Gott gezeichnet hat, ­so kann und so darf Gott nicht aussehen. Dies meinen zumindest die aufgebrachten Diakone.

    Meine simple Gegenfrage: Hat Gott schon wer gesehen? Wissen Sie, wie er aussieht? So [Das ist ja nun totale Kinderei, beweist aber immerhin, wie wenig sich grade diejenigen, die für sich fundierte Religions- oder Kirchenkritik in Anspruch nehmen, sich mit den Realitäten der Religion(en) und der Kirche auskennen (STI,q3,a1)]. Und nun kam die Aussendung, dass Manfred Deix mit einer seiner Zeichnungen gegen das Verbotsgesetz verstoßen haben soll. Ich könnte jetzt viel aus dem privaten Umfeld von Manfred Deix erzählen. Dass Menschen, die ihm sehr nahe stehen, ihre Familie in der Gaskammer der Nazis verloren haben [Nochmals: Mir scheint das Argument des Verstoßes gegen das NS-Verbotsgesetz nicht zündend. Dennoch hat dieses Gaskammer-Argument mit dem eigentlichen Sachverhalt natürlich nichts zu tun]. Ich könnte erzählen, dass Manfred Deix sein ganzes Künstlerleben lang gegen Nazis und Rechtspopulisten angezeichnet hat [Das schon eher].

    [Jetzt kommt's!] Es ist Zeitverschwendung. Denn diese Anzeige ist ein Zeichen von Dummheit. Mehr nicht. Ein Beweis von Intoleranz und dafür, dass Teile der Kirche in eine Richtung gehen, vor der man Angst haben sollte. Es wäre also an der Zeit, dass hochrangige katholische Würdenträger endlich diesem Bildersturm ein Ende setzen. Dass sie aufstehen gegen diese Hetze, gegen die Freiheit der Kunst. [Und schon ist der Spieß umgedreht und es ist mal wieder die Kirche an allem Schuld. So einfach ist das: Ein kleiner, dicker, pickliger, verzogener Bengel (oder wie sieht Deix vorzugsweise seine Karikatur-Opfer?) tritt einem breitschultrigen Kerl ans Bein, und wenn der dann pampig wird, flitzt der Rotzlöffel jammernd davon und rettet sich in den Schoß der ihn bedingungslos verteidigenden Mama namens "künstlerische Freiheit". Und wehe demjenigen, dem man unsterstellen kann, er ginge gegen diese Mama vor! Billigst, weinerlich und feige...

    P.S.: Mir gefällt die Satzkonstruktion gut, die sich ergibt, wenn man in der Aufzählung im letzten Satz das "...gegen diese Hetze,..." streicht: "Daß sie aufstehen gegen die Freiheit der Kunst." Ach? Das ist gar keine Aufzählung? Das Komma ist da aus Versehen reingehüpft? Schade!]
    .

    Wir von NEWS leben für Toleranz [Toleranz, buchstabiert s-c-h-n-e-l-l-e-r-E-u-r-o]. Dafür, dass jeder seinen Glauben und sein Leben so leben darf, wie er es möchte. Wir schreiben seit Bestehen gegen Menschen an, die dies verhindern wollen. Und: Wir machen niemals Religionen lächerlich [Hier versagen mir einfach nur die Worte]. Allen, die jetzt gegen Deix klagen, sei eines ins Stammbuch geschrieben: Manfred Deix wird weiterzeichnen. Und NEWS wird diese Zeichnungen weiterhin veröffentlichen [Das ist ja ganz toll und heldenhaft. Aber es stand doch ein Berufs- oder Veröffentlichungsverbot für Deix nie zur Debatte. Die eigentliche Dummheit (oder schlimmer: das Kalkül) scheint mir bei denen zu liegen, die hier nicht differenzieren können (oder wollen)].

    Und jetzt noch was: Ich selber bin Katholik [** geig **]. Einer, der sogar in die Kirche geht [** fiedel **]. Aber meine Kirche ist eine der gelebten Toleranz [** bratsch **]. Eine, die nicht verfolgt, sondern hilft [Bäh, mir fließt hier echt der Schmalz aus dem Bildschirm. Ist dieses Pauschal-Gesülze wirklich alles, womit der Chefredakteur sich helfen kann? Drei Diakone, die mit gutem Grund eine Verhöhnung ihres Glaubens beanstanden wollen, haben den Mut, in einem Land, in dem das durch die liberalen, oft antiklerikalen Medien gezeichnete Bild der Kirche (bei aller berechtigten Kritik) ziemlich einseitig ist, sich dagegen zu wehren und sind somit gleich Teil einer Kirche, die verfolgt? Oh, bitte...].
Auch Manfred Deix reagierte bereits. Laut der österreichischen Tageszeitung "Die Presse" meinte er:
    "Offenbar gehen einzelne Mitglieder der offiziellen katholischen Kirche jetzt den Weg, den vor ihnen bereits radikale Moslems gegangen sind und verfolgen jetzt Karikaturisten..."
Moslem-Knüppel raus (der natürlich - wenn's nicht gegen die Kirche geht - im Sack bleiben muß), draufgehaun und fertig. Was der Protest der drei Diakone auch nur ansatzweise mit zehntausend dem Abendland mit Tod und Feuer drohenden Demonstranten in London oder brandschatzenden Horden im islamischen Ländern zu tun haben soll, muß Deix mir erst gar nicht erklären. Daß er da einen direkten Zusammenhang sieht, glaube ich nämlich gerne.

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Deckung!

Via kath.net:
    'Frauen können nicht in der Nachfolge der Apostel stehen'

    Leiter des Kirchlichen Außenamtes des Moskauer Patriarchats, Erzbischof Hilarion Alfejew, stellt klar: "Der Patriarch kann sich mit keiner Bischöfin treffen" - Lobende Worte für Papst Benedikt

    Russland (kath.net)
    Die Spannungen zwischen der russisch-orthodoxen Kirche und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) dauern weiter an. Der Leiter des Kirchlichen Außenamtes des Moskauer Patriarchats, Erzbischof Hilarion Alfejew (siehe Foto), hat jetzt in einem Interview mit dem Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" bekräftigt, dass seine Kirche die Ende Oktober zur EKD-Ratsvorsitzenden gewählte Margot Käßmann als Ansprechpartnerin ablehne. Wörtlich sagte Hilarion: "Der Patriarch kann sich mit keiner Bischöfin treffen. Frauen können nicht in der Nachfolge der Apostel stehen."

    Der Erzbischof betonte auch, dass die protestantischen Kirchen keine wirklichen Kirchen sonder lediglich Gemeinschaften von Christen seien und übt scharfe Kritik am Kurs der EKD: "Sie rechtfertigen vom theologischen Standpunkt die Homosexualität, ja segnen gar Ehen zwischen Homosexuellen. Manche halten Abtreibung für keine Sünde."

    In einem Brief, aus dem die Nachrichtenagentur epd zitiert, schreibt Hilarion auch, dass die Wahl von Käßmann davon zeuge, dass die EKD trotz eines Dialogs über 50 Jahre einen Weg gehe, "der die Unterschiede zwischen unseren Traditionen dramatisch vergrößert". Für die russische Kirche seien Treffen und Gespräche mit einer Kirche absolut unzulässig, die eine Frau als Vorsitzende habe.

    Lobende Worte gibt es vom Erzbischof für Papst Benedikt. Dieser trete für "traditionelle christliche Werte" ein. "Wir sind Bündnispartner und stehen vor der gleichen Herausforderung, einem aggressiven Säkularismus", betont Hilarion gegenüber dem 'Spiegel'.
Kreisch! Die ultrakonservativen Frauenhasser reichen sich die von Aufklärerblut verschmierten Hände und grenzen die Protestanten aus! Frauen und Kinder zuerst! (... oder wie genau werden die Reaktionen lauten?)

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Dove vai, Italia?


Der Arme! Man mag ja über Berlusconi denken, was man will, aber das war ja wohl - geistige Umnachtung hin oder her - echt nicht nötig. Ich dachte schon vor zwei Wochen, als der "No Berlusconi-Day" stattfand, daß einige der Botschaften, die ich im Internet las, eher Gewaltaufrufen und Haßspritzereien glichen. Jetzt will's natürlich wieder niemand gewesen sein, bzw ist Berlusconi selbst Schuld, bzw war es eine clever inszenierte Stunt-Show des Ministerpräsidenten, der auf diese Weise sein angeschlagenes Image mit Sympathiepunkten kitten will. Naja...

Auf Facebook feierten 20.000 Berlusconi-Gegner den Angriff auf den Ministerpräsidenten, bedankten sich beim Angreifer und verlangten, diesen sofort heilig zu sprechen. Ich bin mir sicher, daß das weitere Wirrköpfe von Attacken abhalten wird.

In Italien geht bereits die Furch vor neuen "bleiernen Jahren" um. Zwischen den späten 60ern und den frühen 80ern kamen in Italien damals mehr als 400 Menschen bei Gewaltexzessen linker und rechter Terroristen ums Leben.

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Das vierzehnte Türchen...


Der Weihnachtsmarkt rund um Schloß Hexenagger in Altmannstein/Bayern scheint ein ganz besonderer Leckerbissen zu sein. Hier gibt's eine eigene Seite, die über alles informiert und auch zu einer kleinen Bildergalerie verlinkt. Ich weiß zwar nicht, was ich auf einem Weihnachtsmarkt von Ausdrücken wie "Elfenmann" und "Zauberwald" zu halten habe, aber - klar - die harrypotterisierte Jungschar muß natürlich mit den richtigen Ködern eingeholt werden.



Sooooo viele Lichter! So richtig schön wäre es natürlich im Schnee. Vielleicht gibt's den ja noch rechtzeitig...


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Sunday, December 13, 2009

Originell

Präambel der Verfassung der USofA auf Nummernschildern:


Hat tip to woody

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Ist schon wieder Sommerloch?

Über sponsa agni stieß ich auf folgenden Artikel aus der Wiener Zeitung:
    Rom droht "freundliche Entmachtung"

    Katholische "Laieninitiative" macht Druck auf Bischöfe.

    Wien/Vatikan. In der katholischen Kirche brodelt es, das Verhältnis zwischen Amtskirche und Laien ist am Boden. Das ist zwar insgesamt keine neue Entwicklung, nun könnte der seit Jahren schwelende Konflikt allerdings um eine weitere Eskalationsstufe nach oben gedreht werden.

    Herbert Kohlmaier, Ex-Volksanwalt und Obmann der "Laieninitiative", droht im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" der Amtskirche mit einem "organisierten Ungehorsam" der Gläubigen, sollten sich die Bischöfe weiter dem konstruktiven Dialog verweigern: "Wenn sie nicht auf das Kirchenvolk hören wollen, dann hört das Kirchenvolk eben auch nicht länger auf die Bischöfe." Kohlmaier umschreibt das heraufdräuende Szenario als "freundliche Entmachtung" der Amtskirche.

    Dabei wollen die Laien den Kirchenbeitrag nicht antasten, weil dies nur die Falschen treffen würde – etwa wenn es um Geld für Kirchenrenovierungen gehe. Vorstellbar sei jedoch, die Eucharistie ohne Priester zu feiern, wie dies etwa historisch auch in der Urkirche der Fall gewesen ist.

    Ursache für den Konflikt sind unterschiedliche Sichtweisen auf die Probleme der katholischen Kirche und deren Behebung. Gemeinsam ist beiden Seiten die Sorge um die Seelsorge in den Pfarren angesichts des immer akuter werdenden Priestermangels. Diverse Basisgruppen, zu der neben der Laieninitiative etwa "Wir sind Kirche", "Priester Ohne Amt" sowie die "Pfarrer-Initiative" gehören, sehen diesen Trend als zentrales strukturelles Problem der Kirche, das nur durch neue Mittel und Wege bei der Glaubensvermittlung gelöst werden könne.

    In diesem Punkt geht es um die bekannten Forderungen, den Zwangszölibat abzuschaffen, die Priesterweihen für bewährte verheiratete Männer ("viri probati") sowie die Möglichkeit, auch Frauen zu Diakonen zu weihen. Ausländische Priester könnten auf Dauer das Nachwuchsproblem nicht lösen, wird argumentiert.

    Wiens Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn hat zwar im Juni bei einem Besuch in Rom dem Vatikan ein entsprechendes Memorandum der Laieninitiative übergeben, seitdem herrsche jedoch Funkstille, klagen die Laien. Lediglich der steirische Diözesanbischof und stellvertretende Leiter der Bischofskonferenz, Egon Kapellari, hat in einem Brief auf die Vorschläge reagiert – zwar abschlägig, aber immerhin.

    Trotz dieser inhaltlichen Absage will die Laieninitiative nun mit Kapellari weiter im Gespräch bleiben. Zu diesem Zweck veröffentlichte man am Freitag ein Antwortschreiben an den Bischof in Form eines offenen Briefes, der detailliert Gemeinsames und Trennendes auflistet. "Wir sind auf der Suche nach Bündnispartnern unter den Bischöfen, aber so lange Benedikt XVI. in Rom regiert, wird daraus wohl nichts werden", setzt Kohlmaier aber keine allzu hohen Erwartungen in dieses Unterfangen.
Bodenlose Frechheit. Wie kann der von "Freundlicher Entmachtung" reden, wenn's doch ganz offensichtlich mal wieder nur um Publicity ("... in Form eines offenen Briefes"), Erpressung ("... dann hört das Kirchenvolk eben auch nicht länger auf die Bischöfe") und Schadensausweitung ("Herbert Kohlmaier ... droht ... der Amtskirche mit einem "organisierten Ungehorsam") geht.

Klar, daß dann auch wieder die arme, alte Urkirche her muß. Wenn mir ein Mitglied dieesr "Laieninitiative" mal beweist, daß es für unseren Herrn so zu leiden willens ist, wie die Urchristen (und da gäbe ich mich schon mit einer das Ego schleifenden Annäherung an den Papst und den lokalen Bischof zufrieden), dann dürfen die auch gerne mal "Urkirche" sagen.

Wenn die Basisgruppen den Priestermangel "als zentrales strukturelles Problem der Kirche, das nur durch neue Mittel und Wege bei der Glaubensvermittlung gelöst werden könne" sehen, hätte ich zudem einen netten Vorschlag: Wie wär's, wenn man da als Basisgruppe mal berufungsfördernd agiert und nicht durch selbstverliebtes Medien-Gemache, Drohungen und Panikgeheul den potentiellen Priesternachwuchs verunsichert? Oder ist man dann doch lieber nicht Kirche, wenn es lediglich im Stillen und im täglichen Zeugnis geschieht?

Ich höre aus dieser Richtung ständig, man agiere nur aus Sorge um die Kirche, aus Liebe zur Kirche und zum Besten der Kirche. Doch jede neue Nachricht, die ich lese, zeigt hinter diesem Deckmäntelchen immer wieder den gleichen Machthunger, den man der bösen Anmtskirche permanent vorwirft.

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Die Heilige Lucia


Nachdem am vergangenen Wochenende ja schon der Heilige Nikolaus dem Sonntag den Vortritt lassen mußte, erwischt es heute die Heilige Lucia. Sie gehört mit der Heiligen Barbara und dem Heiligen Nikolaus zu den beliebtesten Advents-Heiligen und ihre Legende ist gar schauerlich-schön:
    Nach der Legende gelobte Lucia schon als Kind ewige Jungfräulichkeit, aber ihre Mutter Eutychia wollte sie verheiraten. Lucia zögerte die Verlobung hinaus. Als die Mutter erkrankte, unternahm Lucia mit ihr eine Wallfahrt nach Catania zum Grab der Agatha. Gebet und Erscheinung heilten die Mutter, die ebenfalls Christin wurde. In einem Traumgesicht erschien Agatha der Lucia, verwies sie auf die Kraft ihres Glaubens und sagte ihr ein ihr ähnliches Schicksal wie das eigene voraus. Zurückgekehrt kündigte Lucia die abgesprochene Eheschließung, mit ihrem Vermögen und mit Unterstützung ihrer Familie gründete sie eine Armen- und Krankenstation, denn die wundersam geheilte Mutter unterstützte nun ihre Tochter. Berichtet wird auch, dass Lucia ihren Glaubensgenossen Lebensmittel in die Verstecke brachte. Damit sie beide Hände frei hatte zum Tragen der Speisen, setzte sie sich einen Lichterkranz aufs Haupt, um in der Dunkelheit den Weg zu finden.

    Ihren Verlobten wies Lucia nun ab, er erfuhr zudem vom Verschenken des Erbes und überantwortete Lucia dem Präfekten. Der wollte sie ins Dirnenhaus bringen lassen - ähnlich der Agatha - aber ein Ochsengespann und tausend Männer waren nicht imstande, die Gefesselte von der Stelle zu bewegen. Weder ein Zauberer noch rund um sie entzündetes Feuer und über sie gegossenes siedendes Öl konnten ihr etwas anhaben. Da stieß man ihr ein Schwert durch die Kehle; mit durchschnittenem Hals betete sie laut weiter und verkündete den nahen Frieden des Christenreiches, da Maximian gestorben und Diokletian vertrieben sei. Weitere Legenden berichten, dass sie ihre schönen Augen ausgerissen und sie auf einer Schüssel ihrem Verlobten geschickt habe, doch habe ihr Maria noch schönere Augen wiedergegeben. Lucia starb erst, nachdem ein Priester ihr die Hostie gereicht hatte.

In Skandinavien ist die Heilige Lucia schwer beliebt. Dort wird am 13. Dezember immer ein Mädel dazu auserkoren, die Heilige darzustellen. Ihr wird dann ein Kranz aus Kerzen auf den Kopf gesetzt. Diesen Brauch gibt es auch in Teilen der USA, vor allem in Staaten, die viele Einwanderer aus Skandinavien haben, wie z.B. Minnesota.

Hier noch ein besonders schönes Altarbild:

Madonna mit Kind und der Heiligen Lucia von Ludovico Mazzanti aus der Kathedrale San Lorenzo in Viterbo. Abseits der von den Hauptpersonen gebildeten Diagonalen ist ganz schön was los: Unten rechts kokelt das Fegefeuer. Ein Putto präsentiert die Märtyrer-Palme, während hinter ihm ein Zweiter die Augen der Heiligen auf einem goldenen Teller trägt. Ganz links unterhält sich eine Dame mit einem Totenschädel und ihr zu Füßen lugt ein Putto in ein Gefäß. Was da drin ist, wüßte ich schon gerne.

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Kerze #3


Ach, was geht das alles schnell!

Kommt mir vor, als hätt' ich gestern erst das zweite virtuelle Kerzlein angezündet.

Nur noch sechs Tage, dann geht's zurück ins Stift! Juchei!

Ich wünsche allem am römsten-Lesern einen schönen Gaudete-Sonntag!

Wenn Ihr einen "richtigen" Adventskranz habt, dann habt Ihr heute eine rosafarbene Kerze angezündet.

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Pius XII in Mediator Dei

"Das liturgische Jahr, von der Frömmigkeit der Kirche genährt und begleitet, ist nicht eine kalte, leblose Darstellung längst vergangener Dinge oder eine einfache, bloße Erinnerung an Ereignisse aus einer frühen Zeit. Vielmehr ist es Christus selbst, der in seiner Kirche fortlebt und der da den Weg seines unermesslichen Erbarmens weitergeht, den er selbst in diesem sterblichen Leben, als er Wohltaten spendend dahinging, begonnen hat in der liebevollen Absicht, dass so die Menschen mit seinen heiligen Geheimnissen in Berührung kämen und sozusagen in ihnen lebten."

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Das dreizehnte Türchen...

Und noch einen für die Leserschaft aus Österreich: Der Weihnachtsmarkt in Linz macht sich vor allem auf dem barocken Hauptplatz und im Volksgarten breit. Auch die von der Meisterklasse des Salzburger Mozarteums entworfene Weihnachtsbeleuchtung kommt ein wenig barock daher, findet man doch überall munteres Puttenvolk, das seit 1993 alljährlich im Advent Einkaufsstraßen und Nibelungenbrücke schmückt.




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Urlaub

Nachdem sie feststellen mußte, daß ihr Adventskalender scheinbar alles, nur nicht Schokolade enthält, hat Schwester Robusta gestern einen klitzekleinen Anfall bekommen und überraschend den ihr noch zustehenden Urlaub beantragt. Heute morgen hat sie sich in ihren klapprigen Citroen 2cv gesetzt und ist nach Brügge gefahren. Sie hat versprochen, ihr adventliches Fasten nicht zu brechen und bis Heiligabend pro Tag nur ein Stückchen Schokolade zu verzehren.

Ich werd' sie vermissen, aber ich kann sie auch ein bißchen verstehen. Freuen wir uns auf ein Wiedersehen im neuen Jahr!

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Saturday, December 12, 2009

Ein Künstler verschwindet...

Der Chinese Liu Bolin hat eine ganz besondere Masche: Er malt sich selbst an, und zwar so, daß er vor einem vorher ausgeguckten Hintergrund verschwindet, sobald er sich davorstellt:









Wenn Ihr das cool findet und mehr sehen wollt: Einfach bei der Google-Bildersuche "Liu Bolin" eingeben und - schwupp - ganz, ganz viele Ergebnisse!

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Spaemann-Interview in der Welt-online

    WELT ONLINE: Von Rousseau – dem Vater der heimatlosen Bürger und Intellektuellen, wie Sie sagen – stammt auch die Problematisierung der Natur zugunsten des Willens. Danach war dieser Denker für viele Verwerfungen der Neuzeit mitverantwortlich. Kommt er aber vielleicht erst heute ans Ziel, wo zum Beispiel der Wille auch über das Geschlecht entscheidet und nicht mehr die primären und sekundären Geschlechtsmerkmale?

    Spaemann: Ja, das ist eine extreme Konsequenz dieses Denkens. Sozialisierung als „Denaturierung“, wie Rousseau sagt. Menschenwürde soll nichts mehr zu tun haben mit menschlicher Natur, sondern nur mit menschlicher Selbstbestimmung, also nur mit dem menschlichen Willen. Dann kommen so absurden Blüten heraus wie in Spanien, wo Sie zum Standesamt gehen und sagen können, ich möchte eine Frau sein, bitte schreiben sie mich um. Und dann sind sie eine Frau und dürfen auf die Damentoilette gehen.

    WELT ONLINE: Was können wir sonst noch von Rousseau lernen, wo die Natur zu einem beherrschenden Thema unserer Zeit geworden ist?

    Spaemann: Es gibt etwas wie eine menschliche Natur, und die kann nicht einfach ersetzt werden durch Willen. Wenn wir die Menschenwürde nur als Achtung seiner Selbstbestimmung verstehen, ohne auf die Natur Rücksicht zu nehmen, sind wir bei dem Kannibalen von Rothenburg, der im Internet jemanden gefunden hat, der sich gerne von jemandem töten und aufessen lassen wollte. Das haben sie dann auch auf die grauenhafteste Weise praktiziert. Vor Gericht hat der Mann dann gesagt, ja, was wollt ihr denn? Wir waren doch vollkommen selbst bestimmt. Der andere hat sich freiwillig gemeldet. Er wollte umgebracht und von mir gegessen werden. Und ich wollte gern jemanden umbringen und essen. Das ist doch perfekt. Wir haben uns also gegenseitig in unserer Menschenwürde geachtet und ergänzt. Zum Glück ist das Gericht dieser Argumentation nicht gefolgt. Man hat den Mann verurteilt, aber seine Verteidigung war eigentlich konsequent.
Das ganze Interview gibt's hier.

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Das zwölfte Türchen...

Heut mal was ganz Fieses: Vor der imposanten Fassade der Benediktiner-Abtei Einsiedeln/Schweiz findet alljährlich ebenfalls ein Weihnachtsmarkt statt. Fies ist diese Information deshalb, weil Ihr leider bis zum nächsten Jahr warten müßt, bis der Markt wieder seine Pforten öffnet. Er dauert nämlich leider immer nur eine Woche. Immerhin konnte ich das Datum für den nächsten Wiehnachtsmarkt schon mal finden: 27.11.2010 - 5.12.2010



** SEUFZ ** Das liebe, gute, alte Abendland...

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Schwester Robusta

Friday, December 11, 2009

Und noch'n Geschenk!

Wenn Ihr junge Eltern von 2- bis 7-jährigen Kindern seid und keine Lust auf die ollen Kamellen oder noch keine Geschenkidee habt, dann überlegt mal, ob bilibo nicht eine Alternative wäre.


bilibo ist ein Spielzeug, daß auf den ersten Blick keinen wirklichen Zweck hat und grade daher die Phantasie der Lütten mächtig auf Trab bringt. Es gibt auf der Produktseite auch ein Video, welches das Spielzeug im Einsatz zeigt. Also, ich find die Idee irgendwie gut und daher mache ich hier auch mal Werbung für das Ding.

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Glitzer!


Aus der Abteilung "Weihnachtsgeschenke für den Mann/die Frau, der/die schon alles hat" gibt's heute die Swarovski-Bleistifte. Sie sind ganz schwarz, wie Ihr seht, und haben am Nicht-Schreib-Ende einen kleinen, funkelnden Swarovski-Kristall.



Ist natürlich irgendwie super-tacky, aber andererseits auch wieder nicht. Kann mich nicht entscheiden (sehe aber vor meinem inneren Auge plötzlich eine kaugummikauende, langnagelige Sprechstundenhilfe einer Nobel-Arztpraxis, die sich grade eines der Dinger mit gelangweilter Miene ziwschen die Zähne steckt und find's mit einam Mal gruselig. Schade).

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Köhler erntet Kritik

Wollte ja eigentlich nichts dazu sagen. Aber nachdem Stanislaus mutig eröffnet hat, fühle ich mich nicht mehr so allein und werde auch mal fix einen Kommentar zur Kritik des Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheisten (IKEA IBKA) an Bundespräsident Horst Köhler los.
    Bundespräsident Köhler zeichnet unkritisches Idealbild der Bibel

    Kritik an den Aussagen von Bundespräsident Horst Köhler zur Bibel übt der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA). "Die Bibel ist ein vielschichtiges und in Teilen sogar inhumanes Buch", sagt Rudolf Ladwig, Zweiter Vorsitzender des IBKA [Der Autor übersieht hier (entweder absichtlich oder weil er als Konfessionsloser bzw. Atheist von der Bibel zu sprechen gewohnt ist wie ein Blinder von der Farbe) den Fortschritt von Alten Bund zum Neuen Bund: non enim sub lege estis, sed sub gratia — "Denn ihr lebt nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade." (Römer 6,14)]. "Den Anspruch, auch in der heutigen Gesellschaft ethische Orientierung zu bieten, kann sie nicht einlösen." [Ein einziges klitzekleines Beispiel oder Argument zugunsten dieser Aussage hätte mir schon gereicht, um die Kritik ansatzweise Ernst zu nehmen]

    Köhler leiste letztlich fundamentalistischen Strömungen Vorschub, die ein wortgläubiges Bibelverständnis vertreten ["Letztlich" kann hier nur verstanden werden als "wenn wirklich jede andere Lesart der Aussage des Bundespräsidenten nach gründlicher Prüfung als völlig undenkbar abgelehnt wurde"]. "Kritik und Aufklärung haben stets mit der Philologie des Religiösen angefangen. Die historisch-kritische Methode konnte so eine von Vorgaben weniger beeinflusste Sicht auf die Bibeltexte möglich machen. Nun hat der Bundespräsident eine naive und idealisierende Sicht der Bibel als Sammlung vermeintlich kindgerechter Erzählungen propagiert. Und dies ausgerechnet in einer Einrichtung, welche sich der neutestamentlichen Textforschung verschrieben hat, wo die Bibel also als religionsgeschichtliches Quellenwerk behandelt wird", kritisiert Rudolf Ladwig [Klar, was hier gespielt wird: Eine entschärfte Variante von "Der Feind meines Feindes ist mein Freund". Als ob Ladwig im Normalfall auch nur im geringsten daran denkt, sich das Institut für Neutestamentliche Textforschung ins Boot zu holen].

    "In einer pluralistischen Gesellschaft kann ein persönlicher Rekurs auf eine religiöse Textsammlung keinerlei Verbindlichkeit beanspruchen." Maßstab für einen Bundespräsidenten habe zudem die Verfassung zu sein. [Fritte! Wo erhebt Köhler denn Anspruch auf Verbindlichkeit? Dieser ließe sich doch höchstens aus seiner Vorbildrolle als Bundespräsident ablesen. Verfassung und Bibel lassen sich zudem prima unter einen Hut bringen, wie ein Blick in die Präambel des Grundgesetzes vom 29. September 1990 beweist].

    Laut Medienberichten erklärte Bundespräsident Horst Köhler bei der 50-Jahr-Feier des Instituts für Neutestamentliche Textforschung der Universität Münster, die Bibel biete Orientierung und habe Antworten auf Fragen wie die nach den richtigen Maßstäben des Handelns. Ferner sagte er, Bibeltexte könnten ein wertvoller Beitrag für die frühkindliche Erziehung sein [Klingt für mich so, als fürchtete der IBKA, den Kleinen könnte die Religion schmackhaft gemacht werden, bevor man sie in die Finger kriegt].
Ich bin irgendwie überhaupt nicht von dieser Kritik überzeugt. Stanislaus beendet des Ganze mit einer schönen Pointe, die ich hier mal frech reinkopiere, weil sie einfach so gut ist:
    Daß dabei ausgerechnet die historisch-kritische Exegese als Steigbügelhalter für Atheisten fungiert, ist mal wieder ein Eigentor des Deutsch-Katholizismus.

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Das elfte Türchen...

Und wieder zurück nach NRW: Heute geht's nach Münster. Dort gibts es in der Innenstadt gleich fünf Weihnachtsmärkte und passend dazu auch eine kleine Informationsseite der Stadt.




Auf dem zweiten Photo sieht man zwar eher Weihnachts-Meute als Weihnachts-Markt, aber das adventliche Münster scheint schon einen Besuch wert zu sein.

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Das zehnte Türchen

Dieses zehnte Türchen sollte natürlich bereits gestern gepostet werden. Wurde es auch, allerdings im 'Schwester-Robusta'-Blog. Tsk, tsk, tsk... Unsauberes Blog-Management. Der Herr Alipius entschuldigt sich.



Der Weihnachtsmarkt in Forchheim sieht ja auch sehr heimelig aus. Was hat er zu bieten? Ich laß mal wieder die Seite Weihnachtsmarkt Deutschland sprechen:
    Nicht nur auf dem Rathausplatz, sondern bis hin zur Kaiserpfalz gruppiert sich ein Markt mit vielfältigen und typischen Angeboten. Direkt im Rathaus, dessen einmaliges Fachwerkensemble zu jeder Jahreszeit fasziniert, befinden sich die mittelalterlichen Rathaushallen, wo man den Produkten des fränkischen Traditionshandwerkes begegnet: Keramik, Drechselarbeiten, handgenähte Landhausmode, Intarsien, Weihnachtskugeln, Krippen, handgenähte Teddybären, Gewürzsträuße, Porzellan, Ikonen.

    Eisenbahn vom 28.11.2009 bis 06.01.2010
    Die Ausstellung der beliebten Eisenbahn wird in diesem Jahr wieder in den Räumen der Kaiserpfalz stattfinden. Eine Fleischmann HO-Modellbahn wird ebenso zu bestaunen sein wie eine Lehmann-Großbahn. In der Spielecke können Kinder bauen und basteln. Im Pfalzgewölbe wird eine Cafeteria für das leibliche Wohl aller Besucher sorgen.

    Kunstausstellung und Kunsthandwerk
    Zwei exklusive Kunstausstellungen erwarten Sie in Forchheim. Am zweiten Adventswochenende, von Samstag 5. bis Sonntag 6. Dezember präsentiert sich im großen Saal im historischen Rathaus (2. OG) die Ausstellung „Kunst in Forchheim“. Eröffnung ist am Samstag, 5. Dezember um 11.30 Uhr. Im Innenhof der Kaiserpfalz ist an diesem Wochenende ausgefallenes und erlesenes Kunsthandwerk zu sehen.

    Adventsmeditation
    Jeden Mittwoch von 18.00 Uhr bis 18.45 Uhr wird in der Kaiserpfalz im Keller die Gelegenheit geboten, bei Meditationsmusik und einer kurzen Lesung den Trubel der Adventszeit zu unterbrechen und zur Ruhe und Besinnlichkeit zu kommen.

    Der Kalender
    Das Rathaus verwandelt sich wieder zum schönsten Adventskalender der Welt, der am 1. Dezember von Oberbürgermeister Franz Stumpf feierlich eröffnet wird. Der Forchheimer Engel öffnet täglich um 18.30 Uhr und an Heiligabend um 12.00 Uhr ein Fenster, hinter dem sich wertvolle Preise verbergen. Jeder Besucher hat die gleiche Chance auf eine besondere Bescherung. Der Kalender ist eine Gemeinschaftsaktion der Stadt Forchheim, der Forchheimer Geschäftswelt, der Volksbank Forchheim, des Fränkischen Tags, der Nordbayerischen Nachrichten und von Radio Bamberg.

    Der Krippenweg
    Ein Rundgang durch die historische Altstadt führt zu den schönsten Krippen der Innenstadt: St. Martin, Fuchsenkrippe, Marienkapelle, Katharinenspital, Kloster St. Anton. Eine lebende Krippe und tägliche romantische Kutschfahrten runden das Angebot ab. Altstadt- / Krippenführungen können in der Tourist-Information gebucht werden. Die Broschüre „Forchheimer Krippenweg“ ist in der Tourist-Information im Rathaus erhältlich.
Wow! Scheint ja wirklich alles dabei zu sein...

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Schwester Robusta

Thursday, December 10, 2009

Nur die Lie-hie-bäh zählt...

Die von PRO7 geplante Doku-Soap 50 in einem Semester stößt auf Kritik. Das ist nicht weiter verwunderlich, geht es bei der Show doch darum, daß 5 Studenten in einem Sex-Wettkampf gegeneinander antreten, den derjenige gewinnt, der sich als erster 50 Sexparter auf die Hütte gezogen hat.

Die Kritik ist natürlich berechtigt. Aber wundern darf man sich über diese Entwicklung wohl nicht. Hier erstahlt in vollem Glanze die Verzweiflung der Quotenmacher, die schon vor Jahren rochen, daß nichts mehr heilig ist und die nun - bevor zum ersten Mal beispielsweise quotenträchtig 6 todkranke Menschen im Schnellsterben gegeneinander antreten - sich erstmal in das praktisch ausgeschöpfte Sex-Faß hinabbeugen und den Schmodder vom Boden kratzen. Widerlich.

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So bescheuert...

Ich habe bei google immer die Box "Zitat des Tages" auf, weil's da manchmal so schöne Schmankerl gibt. Manchmal gibt's aber auch kompletten Blödsinn, so wie heute. Die amerikanische Fernseh-Autorin Doris Egan sagt:
    "Rational arguments don't usually work on religious people. Otherwise, there wouldn't be religious people."

    "Vernünftige Argumente funktionieren bei religiösen Leuten normalerweise nicht. Sonst gäbe es keine religiösen Leute."
Diese "Argumentation" läßt nicht-religiöse oder (wie in Egans Fall wohl eher wahrscheinlich) anti-religiöse Leute natürlich extrem vernünftig aussehen. Mal gucken, ob ich das auch kann...
    "Vorurteile und Halbwahrheiten funktionieren bei anti-religiösen Leuten normalerweise immer. Sonst gäbe es keine anti-religiösen Leute."
Och... Das ist ja einfach!

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Schwester Robusta