Wednesday, November 25, 2009

England

Aus dem guardian [ÜS meine]:

    Heterosexuelles Paar beginnt Rechtsstreit, nachdem ihm eine Zivilpartnerschaft verweigert wurde [Ja, Ihr habt richtig gelesen: 'heterosexuelles Paar']

    Tom Freeman und Katherine Doyle wurde vom Londoner Stadtrat die Partnerschaft verweigert, da das UK-Gesetz Zivilpartnerschaften von Personen mit unterschiedlichem Geschlecht verbietet

    Ein Paar, welches sagt, sie wollen die ersten Heterosexuellen in Großbritannien sein, die eine Zivilpartnerschaft haben, kündigte an, einen Rechtsstreit zu starten, nachdem ihr Gesuch heute abgelehnt wurde.

    Tom Freeman und Katherine Doyle, beide 25, wollen die gleichen Rechte wie jedes Ehepaar, sagen aber, sie wollen nicht gesehen werden als Leute, "die im Stillen mit der Segregation einverstanden sind, die im Eherecht zwischen gleichgeschlechtlichen Zivilpartnerschaften und der normalen Ehe herrscht" [Und ich hatte bzgl. politischer Korrektheit bisher eigentlich immer nur das Schlimmste befürchtet, nicht das Allerschlimmste... Aber, klar: Wo ein Mikro, eine Kamera, ein Reporterblock, sprich: wo Öffentlichkeit ist, da ist auch ein Anliegen larmoyanter 'Opfer' nicht fern].

    Das Paar beantragte eine Zivilpartnerchaft im Meldeamt von Islington, im Norden von London, aber diese wurde ihnen verweigert, da das UK-Gesetz Zivilpartnerschaften gegensätzlichen Geschlechts verbietet.

    Freeman und Doyle, die vom Menschenrechtsaktivisten Peter Tatchell unterstütz werden, planen nun, sich Rechtsbeistand zu suchen.
[Kurzer Exkurs: Tatchell ist eine Ganzköper-Tränendrüse, ursprünglich aus der Gay-Aktivisten-Ecke kommend, nun aber für jede Schlagzeile zu haben, die nach dem riecht, was er unter Minderheitenschutz und Kampf gegen Diskriminierung versteht. Er versuchte unter anderem im September letzten Jahres, die Seligsprechung von Kardinal Newman zu torpedieren, da der Vatikan den Kardinal exhumieren ließ, obwohl dieser in seinem Testament gewünscht hatte, neben seinem lebenslangen und besten Freund Ambrose St John begraben zu werden, was dann auch geschah. Des Kardinals Wunsch war für Tatchell ein eindeutiger Beweis seiner Homosexualität. Newman-Spezialist Ker glättete zwar die Wogen, doch dies brachte Tatchell nur noch mehr auf die Palme und er antwortete mit einem Artikel auf seiner Homepage, der gut als Lexikon-Eintrag unter irrational funktioneren würde. Meine Lieblingsstelle ist die, wo Tatchell (für den es ebensowenig Zweifel an Newmans Homosexualität gibt, wie er Beweise dafür hat) fragt, wie denn der Vatikan wissen könne, daß Newman nicht schwul war: "Wurde Newman während jeder Nacht seines Lebens von vatikanischen Spionen in seinem Schlafzimmer beobachtet?" Ich denke, daß dies nicht möglich ist, weil das Schlafzimmer ganz offenbar schon bis zur Decke mit OutRage- oder FROCS-Aktivisten vollgestopft war. Genug abgeschweift...]
    "Wenn es sein muß, werden wir unsere Berufung bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte schleppen", sagte Freeman, ein Beamter.

    In einer gemeinsamen Erklärung sagte das Paar, sie seien "traurig und enttäuscht" [Uuuund, bingo! Da haben wir schon die larmoyanten Opfer!], daß sie aufgrund ihrer Sexualität zurückgewiesen wurden. "In einer Demokratie sollten alle Institutionen allen Leuten offenstehen", fügten sie hinzu ["Hallo, liebe Erstklässler! Unser heutiges Thema: Demokratie"].

    Tatchell sagte, das Paar habe eine rauhe Rechtsschlacht vor sich und benötigte jede Menge Unterstützung. "Dies ist das erste Mal, daß das Verbot für heterosexuelle Paare, eine Zivilpartnerschaft einzugehen, herausgefordert wird", sagte er [Oh nein...! Er wird doch nicht...]. "Tom und Katherine werden diese Zurückweiseung zuerst vor den Britischen Gerichten anfechten müssen und, wenn das fehlschlägt, sich an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strasbourg wenden müssen [Um Himmels Willen! Nein, bitte nicht...]. Auch wenn ich viel Zeit meines Lebens damit verbracht habe, gegen Homophobie anzukämpfen, stehe ich heterophober Diskrimination [Aaaaah! Er tut es! Er tut es wirklich! "Heterophobe Diskrimination"] ebenso ablehnend gegenüber" [Okay, und die Beamten im Meldeamt von Islington leiden jetzt genau unter was? Unter der Furcht, man könnte sie für heterosexuell halten? Unter der Furcht, heterosexuell zu sein? Unter der Furcht, von einem/einer Heterosexuellen angemacht zu werden? Gott steh uns bei!].
Wilkommen im 21. Jahrhundert: Wer kein Leben hat, der läßt es verfilmen...

8 comments:

Ulrich said...

AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAH!

Sancte Michael Archangele,
defende nos in proelio
contra nequitiam et insidias diaboli
esto praesidium.
‘Imperet illi Deus‘, supplices deprecamur:
tuque, Princeps militiae coelestis,
Satanam aliosque spiritus malignos,
qui ad perditionem animarum
pervagantur in mundo,
divina virtute, in infernum detrude.
Amen.

Alipius said...

Ganz genau!

Elsa said...

Ihr müsst das sportlicher sehen. Alipius, hast du nicht Bock als demnächst oder schon längst Zölibatärer (ich weiß ja nicht, welche Gelübde du schon absolviert hast) den Alois Glück vor dem Menschenrechtsgerichtshof in Strassburg zu verklagen wegen Diskriminierung der zölibatär Lebenden? :D

Conservare said...

hä? ich versteh echt nur Bahnhof...

Alipius said...

@ Elsa: Bring' mich nur nicht auf Ideen...

@ Conservare: Traurig, aber so steht's geschrieben...

Conservare said...

Liegt es vielleicht am englischen Fernsehen?

Als Deutsche könnte ich das nachvollziehen... ich sage dieses Medium ist nur da, um die Menschen zu verblöden...

*mund zu kleb*

Anonymous said...

Ad Demokratie:

Wie nennt man es, wenn eine Mehrheit eine Minderheit unterdrückt?

Ganz klar: Demokratie. Die Herrschaft des Volkes, diese ausgedrückt durch die Mehrheit.

Diese Episode kam in meiner Schulzeit tatsächlich vor, aber mit der Antwort war der/die LehrkörperIn nicht ganz einverstanden.

Zwetschgerich

Ulrich said...

*bitte* verklage ihn. Das MUSS sein. Dann wissen wir endlich, woran wir sind, mit dem Gerichtshof. Ich helf auch Spenden für Gerichtskosten sammeln!