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Monday, January 28, 2008

Der Chef!

Heute, am 28.Januar, gedenkt die Katholische Kirche des Heiligen Thomas von Aquin, des Doctor Angelicus, Doctor Universalis und Doctor Communis. Ich habe nicht viel Zeit, habe den ganzen Tag gebüffelt und bin jetzt zu faul, um noch ein prunkendes Posting zusammenzuhacken. Also sucht mal selbst im Internet oder - noch viel besser - schnappt Euch einführende Literatur oder - am allerbesten - verliert Euch in der Wunderwelt der "Summa Theologica".

Von mir gibt's nur ein großartiges und großformatiges Bild.



Na gut, doch noch eine kurze Anekdote: Eines Tages, kurz nach Vollendung seiner Abhandlung über die Eucharistie, betete Thomas an einem Altar in einer Kirche in Neapel. Plötzlich ertönten von dem Kruzifix auf dem Altar die Worte "Du hast gut von mir geschrieben, Thomas! Welchen Lohn möchtest Du dafür empfangen?" Darauf der Heilige: "Keinen, Herr, als Dich selbst!" Daher das "Bene scripsisti de me, Thomma" auf dem Gemälde.

Tuesday, December 11, 2007

Die fünf Wege (V)

Willkommen zum letzten Teil meines kurzen Ausflugs in die Welt des Doctor Angelicus. Der fünfte Weg handelt von der zweckvollen Leitung der Dinge:
    Quinta Via

    Der fünfte Weg wird von der [zweckvollen] Leitung der Dinge genommen.

    Wir sehen nämlich, daß einige [Dinge], die des Denkens entbehren, nämlich die natürlichen Körper[dinge], wegen eines Zieles [Zweckes] tätig sind: was daraus deutlich wird, daß sie immer oder meistens auf dieselbe Weise tätig sind, um das zu erreichen, was [jeweils] das Beste ist. Daraus ist offenbar, daß sie nicht aus Zufall, sondern aus [zweckvoller] Absicht zu ihrem Ziel gelangen.

    Diejenigen [Dinge] aber, die kein Denken haben, streben nicht zu ihrem Ziel, außer weil sie geleitet sind von einem Denkenden und vernünftig Erkennenden, wie der Pfeil vom Bogenschützen geleitet wird.

    Also gibt es etwas vernünftig Erkennendes, von dem alle Naturdinge auf ein Ziel hin geordnet werden. Und dies nennen wir Gott.
Der fünfte Weg ist im Grunde genommen Punkrock: Schnell, hart und gut.

Monday, December 10, 2007

Die fünf Wege (IV)

Der vierte Weg handelt von den Graden in den Dingen. Voraussetzung für das korrekte Verständnis hier ist, daß man sich der Transzendentalien des Seins bewußt ist, welche da sind: Einheit, Wahrheit, Güte und Schönheit.
    Quarta via

    Der vierte Weg wird von den Graden her genommen, die sich bei den Dingen finden.

    Es findet sich nämlich bei den Dingen etwas mehr und weniger Gutes, Wahres und Edles, und so von anderem der Art. Mehr und weniger wird aber von verschiedenen [Dingen] ausgesagt,sofern sie sich in verschiedener Weise einem [Prinzip] annähern, das am meisten (d.h. in höchstem Grad) ist, wie z.B. das mehr warm ist, was dem am meisten Warmen näher kommt. Also gibt es etwas, was am wahrsten, besten und edelsten ist und infolgedessen am meisten seiend; denn was am meisten (d.h. in höchstem Grad) wahr ist, ist am meisten seiend, wie es in Metaphysik II heißt.

    Was aber so beschaffen genannt wird, daß ihm am meisten eine Eigenschaft in einer Gattung zukommt, ist die Ursache von allen [Dingen mit dieser Eigenschaft], die zu dieser Gattung gehören, wie z.B. das Feuer, das am meisten warm ist, die Ursache von allen warmen [Dingen] ist, wie in demselben [Metaphysik-]Buch gesagt wird.

    Also gibt es etwas, was von allem Seienden die Ursache des Seins, der Gutheit und jeder anderen Vollkommenheit ist. Und dies nennen wir Gott.
Wer kann dazu schon "nein" sagen?!

Sunday, December 09, 2007

Die fünf Wege (III)

Der dritte Weg des Doctor Angelicus spricht vom Möglichen und Notwendigen
    Tertia Via

    Der dritte weg ist von dem Möglichen und Notwendigen her genommen und verläuft so:

    Wir finden nämlich unter den Dingen solche, welche die Möglichkeit haben zu sein und nicht zu sein, da sich einiges findet, das entsteht und vergeht und infolgedessen die Möglichkeit hat zu sein und nicht zu sein. Es ist aber unmöglich, daß alles von dieser Art [ewig] sei, weil das, was möglicherweise nicht sein kann, auch einmal nicht ist. Wenn also alles die Möglichkeit hat nicht zu sein, dann war hinsichtlich der Dinge auch einmal nichts. Wenn dies aber wahr ist, dann wäre auch jetzt nichts, weil das, was nicht ist, nur anfängt zu sein durch etwas, was ist. Wenn also [einmal] nichts Seiendes war, dann war es auch unmöglich, daß etwas zu sein anfing, und so wäre nun nichts: was offenbar falsch ist. Also ist nicht alles Seiende nur Mögliches, sondern es muß auch etwas Notwendiges unter den Dingen geben.

    Jedes Notwendige aber hat die Ursache seiner Notwendigkeit entweder von anderswoher oder nicht. Es ist aber nicht möglich, daß es ins Unendliche bei den notwendigen [Dingen] gehe, die eine Ursache ihrer Notwendigkeit haben, wie dies auch bei den Wirkursachen nicht möglich ist, wie [oben] bewiesen.

    Also ist es notwendig etwas anzunehmen, das an sich notwendig ist und die Ursache seiner Notwendigkeit nicht von anderswoher hat, sondern das [vielmehr] Ursache der Notwendigkeit für die anderen [Dinge] ist.

    Dies nennen alle Gott.
Auch nicht von schlechten Eltern.

Saturday, December 08, 2007

Die fünf Wege (II)

Beim zweiten Weg geht's nicht mehr um Bewegung, sondern um die Wirkursache:
    Secunda via

    Der zweite Weg ist aus dem Begriff der bewirkenden Ursache genommen.

    Wir finden nämlich, daß in den sinnlich wahrnehmbaren Dingen hier eine Ordnung der wirkenden Ursachen besteht. Es findet sich jedoch nicht und ist auch nicht möglich, daß etwas Wirkursache seiner selbst sei, da es so früher wäre als es selbst, was unmöglich ist. Es ist aber nicht möglich, daß die Wirkursachen ins Unendliche gehen, weil bei allen geordneten Wirkursachen insgesamt das Erste Ursache des Mittleren, und das Mittlere Ursache des Letzten ist, sei es daß das Mittlere mehreres oder nur eines ist. Ist aber die Ursache entfernt worden, dann wird auch die Wirkung entfernt. Wenn es also kein Erstes in den Wirkursachen gibt, wird es kein Letztes und auch kein Mittleres geben. Wenn aber die Wirkursachen ins Unendliche gehen, wird es keine erste Wirkursache geben, und so wird es weder eine letzte Wirkung, noch mittlere Wirkursachen geben: was offenbar falsch ist. Also ist es notwendig, eine erste Wirkursache anzunehmen.

    Diese nennen alle Gott.
Soooo geschmeidig! Das ist - glaube ich - mein Lieblingsweg.

Friday, December 07, 2007

Die Fünf Wege (I)

Jetzt, wo die Atheisten es allerorten so doll treiben, hab ich irgendwie Lust, mal die fünf Wege des Heiligen Thomas, mit denen sich das Dasein Gottes beweisen läßt, zu präsentieren. Unkommentiert und nur mal so für den Genuß. Mir ist dabei auch schnuppe, welcher dieser Wege heutzutage und nach modernsten wissenschaftlichen Erkenntnissen noch haltbar ist und welcher nicht. Meiner Meinung nach sind es alle Fünfe. Heute gibt's also den ersten Weg. Es sei angemerkt, daß für Thomas "Bewegung" nicht nur örtliche Bewegung, sondern auch Generation und Korruption, Zunahme und Abnahme und qualitative Veränderung bedeutete. Check it:

    Prima Via

    Der erste und nächstliegende Weg geht von der Bewegung aus. Es ist nämlich gewiß und steht durch Sinneswahrnehmung fest, daß es in dieser Welt Bewegung gibt.

    Alles aber, was in Bewegung ist, wird durch etwas anderes bewegt. Denn in Bewegung ist etwas nur, sofern es sich in Möglichkeit (in potentia) hinsichtlich dessen befindet, woraufhin es in Bewegung ist. Etwas bewegt aber, sofern es in Wirklichkeit (actu) ist. Bewegen ist nämlich nichts anderes, als etwas aus der Möglichkeit in die Wirklichkeit überführen. Aus der Möglichkeit kann etwas aber nicht in die Wirklichkeit überführt werden außer durch etwas, das in Wirklichkeit ist.

    Zum Beispiel macht ein der Wirklichkeit nach Heißes - wie etwa das Feuer - das Holz, das der Möglichkeit nach heiß ist, zu einem wirklich Heißen und bewegt und ändert es dadurch. Es ist aber nicht möglich, daß etwas in ein und derselben Hinsicht zugleich in Wirklichkeit und in Möglichkeit ist, sondern nur in verschiedener Hinsicht. Was nämlich der Wirklichkeit nach heiß ist, kann nicht zugleich der Möglichkeit nach heiß sein; wohl ist es zugleich der Möglichkeit nach kalt. Also ist es unmöglich, daß etwas in derselben Hinsicht und auf dieselbe Weise bewegend und bewegt ist oder sich selbst bewegt. Es muß daher alles, was in Bewegung ist, durch etwas anderes bewegt werden.

    Wenn also das, wovon etwas bewegt wird, in Bewegung ist, so muß es auch selbst von einem anderen bewegt werden, und dieses wiederum von einem anderen. So kann man aber nicht ins Unendliche fortgehen, weil es dann kein erstes Bewegendes und infolgedessen überhaupt nichts gäbe, das etwas anderes bewegt. Denn die Sekundärbeweger bewegen ja nur kraft ihres Bewegtwerdens durch einen Erstbeweger. Zum Beispiel bewegt der Stock nur dadurch, daß er von der Hand bewegt wird.
    Also gelangt man mit Notwendigkeit zu einem Erstbeweger, der von niemandem bewegt wird.

    Und diesen erkennen alle als Gott.
Hübsch, gell?