Friday, November 13, 2009

Zwischen den Zeilen

Maria Magdalena verweist in ihrem Blog auf diesen Artikel beim Spiegel Online:
    Eine Frau als Oberhaupt der evangelischen Kirche, dazu noch eine geschiedene? Hochrangige russisch-orthodoxe Geistliche empfinden die Ernennung von Margot Käßmann als Affront. Die Kirche will deswegen jeglichen Dialog mit den deutschen Lutheranern einstellen.

    ...

    Nach der Wahl einer geschiedenen Frau zur Kirchenführerin sei der Dialog, so wie es ihn seit 50 Jahren gegeben hat, nicht mehr möglich, sagte der orthodoxe Geistliche Georgi Sawerschinski vom kirchlichen Außenamt am Donnerstag nach Angaben der Agentur Interfax in Moskau.

    ...

    Der Chefsekretär der evangelisch-lutherischen Kirche Russlands, Priester Alexander Priluzki, nannte die Wahl Käßmanns ein "Krisenzeichen in der westlichen Gesellschaft".
So weit, so gut. Der letzte Absatz allerdings hat es in sich:
    Russische Menschenrechtler nannten die Abkehr der Orthodoxen von der evangelischen Kirche ein Zeichen für deren zunehmende ideologische Radikalisierung. Die russisch-orthodoxe Kirche wolle sich von der modernen Welt des Westens isolieren, sagte der Menschenrechtler Lew Ponomarjow. Dagegen werden die Beziehungen zur katholischen Kirche nach Angaben des Moskauer Patriarchats zunehmend besser. Ilarion hielt ein historisches Treffen von Kirill und Papst Benedikt XVI. zuletzt für durchaus möglich.
Hallöchen! Da muß man aber schon schwerst geschädig sein, um den Zusammenhang nicht herauslesen zu können. Die Menschenrechtler heulen auf, die Orthodoxen werden in die Radikalen-Ecke geschubst und - klar - verstehen sich deshalb plötzlich ganz töfte mit dem Papst. Denn der will ja schließlich auch vor das Konzil... nee, halt: vor die Revolution... ach, Quatsch: vor die Reformation zurück.

Käßmanns Kommentar zu der ganzen Geschichte:
    "Ökumene heißt, auch unterschiedliche Kirchen- und Amtsverständnisse zu akzeptieren", sagte sie auf einem Medienempfang der bayerischen Landeskirche in Nürnberg. Sie akzeptiere, dass manche Kirchen keine Frau an ihrer Spitze zuließen. Umgekehrt erwarte sie aber auch, dass akzeptiert werde, dass dies bei anderen Kirchen möglich sei. "Der gegenseitige Respekt ist die wichtigste Grundlage für die Ökumene."

4 comments:

Alexander said...

"Der gegenseitige Respekt ist die wichtigste Grundlage für die Ökumene."

Ich dachte immer die Wahrheit sei dir Grundlage...!?!? *am Kopf kratz*

Alipius said...

Nein nein, das verstehst Du falsch! Die ewiggestrigen Katholiken (naja, in diesem Fall: Orthodoxen) haben einfach mal wieder den Finger nicht am Puls der Zeit und kapieren nicht, was "Respekt" wirklich bedeutet, obwohl Bittlinger und Gundlach es doch so einedeutig demonstriert haben ;-)

Alexander said...

AAAAAHHHH....Ich muss wirklich noch viel lernen. Ich hab mich schon eingeschrieben für evangelische Theologie damit ich zu einem besseren und verständigerem Katholiken werde!

Danke an Martin Luther, den gemeinsamen Lehrer im Glauben! Seit ihm kann jeder ein noch besserer Katholik (oder Orthodoxer) sein. ;)

Conservare said...

Das Problem kann Frau Käßmann ganz gut lösen, in dem sie das Wort Ökumene richtig übersetzt.