Tuesday, November 10, 2009

Anti-Katholische Logik

Das Carpenter Center for the Visual Arts der Harvard Universität hat am 15. Oktober eine Ausstellung mit dem Titel ACT UP New York: Activism, Art, and the AIDS Crisis, 1987-1993 eröffnet. Gezeigt werden
    "über 70 politisch aufgeladene Poster, Aufkleber und anderes visuelles Material, welches während einer zentralen Phase des AIDS-Aktivismus in New York auftauchte. Die Ausstellung zeigt die Aktivitäten von New Yorks AIDS Coalition to Unleash Power (ACT UP) durch Präsentation von zwingenden Grafiken, die von verschiedenen zur Gruppe gehörenden Künstlerkollektiven geschaffen wurden.
So der Pressetexrt [Übersetzung meine].


Dies ist eine der "zwingenden Grafiken"

Kennt Eure Dreckssäcke! So lautet der Titel. Unter dem Kondom ist klein zu lesen: "Dieser hier verhütet AIDS"

Der abgebildete Kardinal ist John O'Connor (1920 - 2000), Erzbischof von New York. Er bekam mehrfach zu spüren, was es bedeutet, sich nicht dem Willen von ACT UP zu beugen, stürmte die Meute doch 1989 während einer Messe die St. Patrick's Cathedral, störte die Messe, wurde handgreiflich, trampelte auf Hostien rum und entfaltete nicht eben unobszöne Poster. Zudem war der Kardinal mehrfach auf Plakaten von ACT UP zu sehen.



Welches Bild man sich bei einer so einfältigen Weltsicht vom Christlichen Glauben macht, ist dann auch klar:

Kult bloßgestellt! Christus liebt sie nicht! Christlicher Lebenswandel - eine Sünde! Es folgt kleingedruckt eine Absage des 'Messias' an seine Kirche, wie sie dümmlicher und hahnebüchener nicht sein könnte.

Okay, Harvard hält das alles für Kunst. Fein. Will mich damit gar nicht lange aufhalten. Auch nicht mit der Frage, wie die Reaktionen wohl aussähen, handelte es sich bei dem Abgebildeten nicht um einen Katholiken und beim verhöhnten Glauben nicht um den Christlichen. Das "HATE CRIME!"-Gejammer wäre noch bis Europa zu hören. Aber was die Doppelzüngigkeit der PC-Meute und der in ihrem Windschatten dahinzischenden Aktivisten betrifft, darüber habe ich in den '68er-Postings auch schon alles gesagt. Und daß Anti-Katholizismus das letzte, breit akzeptierte Vorurteil und Frustventil darstellt für jene, die es sich einfach machen wollen, ist eh seit 20 Jahren bekannt.

Schön finde ich die hinter dem Poster stehende Irrationalität: Hätte man auf die katholische Morallehre gehört, so hätte man sich AIDS gar nicht erst eingefangen.

Ob Poster dieser Art nun den Zorn über diese Tatsache ausdrücken ("Mist! Papi hatte doch Recht!") oder ob es tatsächlich stimmt, daß man lieber eine todbringende Krankheit riskiert, als wenigstens um der eigenen Gesundheit willen den Reißverschluß einfach mal zuläßt: Hier stimmt einfach nichts.

Ein weiterer interessanter Punkt: Barack Obama hat Kevin Jennings zum Haupt seines "Safe School"-Programms gemacht. Dieses Programm soll an öffentlichen Schulen gegen Mobbing, Drogenmißbrauch und Diskriminierung angehen. Kevin Jennings ist ein ehemaliges Mitglied von ACT UP. Er spricht recht freizügig über seine Homosexualität und seine Drogenerfahrungen, macht keinen Hehl aus seiner Verachtung für das Christentum und hat in einem Interview einigermaßen stolz erzählt, daß er einem minderjährigen Schüler, der ihm gestand, Sex mit älteren Männern zu haben, lediglich riet ein Kondom zu benutzen. Jennings wartet unter anderem mit solchen Statements auf:
    "Jedesmal, wenn Kinder Romeo und Julia lesen oder dazu gedrängt werden zum Prom oder ähnlichen Veranstaltungen zu gehen, werden sie aggressiv rekrutiert heterosexuell zu sein."
Das alles wäre nur schlimm, gäbe es nicht diesen Zusammenhang, der es extra-schlimm macht: Ein ehemaliger Angehöriger einer Gruppe, die momentan in einem Harvard-Museum eindeutig klarstellt, was sie nicht nur von der Christlichen Religion, sondern auch von der Familie und von Amerika hält (nämlich null), ist nicht nur einer der Spender, die diese Ausstellung ermöglichten, sondern soll nun für den Abbau von Mobbing, Drogenmißbrauch und Diskriminierung in öffentlichen Schulen in Amerika verantwortlich sein.

1 comment:

curioustraveller said...

Tja, da fällt mir nur der von E. Stoiber zitierte Satz mit den allerdümmsten Kälbern ein...