Thursday, March 25, 2010

Eine wunderbare und fürchterliche Geschichte...

... gibt es im SPIEGEL zu lesen:
    Susanne B. erfuhr im sechsten Monat ihrer Schwangerschaft, dass ihr Kind mit Down-Syndrom geboren werden würde. Sie entschied sich für eine Spätabtreibung - doch der Junge überlebte. Simone G. und ihre Familie nahmen Tim auf.
Ja, Abtreibung ist falsch und schrecklich. Aber, bitte, hütet Euch davor, Susanne B. zu verurteilen, bevor Ihr die Geschichte gelesen habt. Denn während ihr behinderter Sohn sich von Operation zu Operation ins Leben kämpfte und jetzt - mit 12 Jahren - wohl gesund zu sein scheint, verlor sie selbst unter Schuldgefühlen und Erinnerungen nach und nach die Kraft zu leben. Sie starb mit nur 41 Jahren und läßt ihren Ehemann und ein Kind zurück.

[HT an Abi Mues, der mich auf die Geschichte aufmerksam machte]

9 comments:

Conservare said...

http://www.tim-lebt.de/

ich weiß nicht, was du mit diesem Beitrag aussagen möchtest.

Alipius said...

Ich will damit aussagen, daß das Leben des kleinen Tim wunderbar ist, daß Abtreibung (oder Spätabtreibung) selbst bei drohender Behinderung des Kindes fürchterlich ist, daß Frauen nach einer Abtreibung in ein bodenloses Loch fallen können und daß es immer noch Gottes Entscheidung ist, wer lebt und wer stirbt.

Conservare said...

Ja, da hast du recht... leider gibt es ja eben diese neue Methode um sehr früh "feststellen" zu können, ob ein Kind das Down-Syndrom hat oder nicht und demnach wird dann ausgemerzt, nicht selten auch dadurch, dass die Frau gar von engsten Verwandten unter Druck gesetzt wird oder sich selber unter Druck setzt. Oft ist es schon passiert, dass man glaubte bei einem Ungeborenen das Down-Syndrom festgestellt zu haben, und dann ist es doch völlig gesund zur Welt gekommen.

Es gibt aber viele solcher Fälle mit Überlebenden einer Spätabtreibung.

http://gloria.tv/?media=28814

http://gloria.tv/?media=28812

Gregor said...

Ich bin auch ein bißchen verwirrt. Egal, was der Frau hinterher passiert ist, das ändert doch nichts an der Bewertung des Abtreibungsversuchs. Die Frau verurteilen dürfen wir sowieso nicht - das steht uns gar nicht zu -, aber die Tat sehr wohl, und da dürfen wir, wie es Msgr. Schooyans gerade im Zusammenhang mit dem skandalösen Artikel von Erzbischof Fisichella formuliert (http://www.lifesitenews.com/ldn/2010_docs/Compassion.pdf), nicht in die Mitleidsfalle tappen.

Alipius said...

Es besteht nicht der geringste Anlaß zur Verwirrung:

1.) "Abtreibung ist falsch und schrecklich" Verurteilung der Tat. Allgemeine Zustimmung nehme ich einfach mal an.

2.) "... hütet Euch davor, Susanne B. zu verurteilen, bevor Ihr die Geschichte gelesen habt." Du sagst selbst, daß wir die Frau nicht verurteilen dürfen.

3.) "... verlor sie selbst unter Schuldgefühlen und Erinnerungen nach und nach die Kraft zu leben." Die Frau ist tot. Da käme die "Mitleidsfalle" auch ein wenig spät.

4.) "Sie starb mit nur 41 Jahren und läßt ihren Ehemann und ein Kind zurück." Abtreibung töten und schädigen nicht selten mehr als nur das Leben im Mutterleib. Eine Tatsche, vor der ich nicht als erster warne.

Gregor said...

Du, war ja auch nicht bös gemeint *nudge, nudge*. Die Kombination "... hütet Euch davor, Susanne B. zu verurteilen, bevor Ihr die Geschichte gelesen habt." las sich halt nur ein bißchen so, als ob wir sie deshalb nicht verurteilen sollten, weils ihr hinterher dreckig ging. Und weil mich dieser Recife-Fall und die unsägliche Rolle von Fisichella so aufgeregt haben, bin ich da möglicherweise etwas überempfindlich.

Alipius said...

Nee, paßt schon! Ich verstehe die Empfindlichkeit auch. Diese Fisichella-Geschichte war ja mal extrem ungeschickt.

Anonymous said...

Wenn man so etwas bemerkt, sollte man abtreiben. Keine Behinderten Kinder auf die Welt setzen.

Und NEIN, nicht weil das Leben unwert ist, sondern wegen einer Sache die ein Herr äusserte der ein Pflegeheim für Behinderte Kinder hat:

"Sie wissen gar nicht wie viele verzweifelte 60 Jährige Eltern ich kenne, die in Tränen aufgelöst und in grösster Sorge um ihr Körperlich erwachsenes Kind nach einer Lösung suchen, wie denn die inzwischen 30 Jährigen behinderten (also eher weniger DownSyndrom erkrankte, die sterben ja schneller) die nächsten Jahrzehnte weiterleben sollen, wenn die Eltern selbst schon verstorben sind.

Wenn wir schon die Möglichkeit haben, diese Not zu verhindern, sollte man das auch tun.

Hans

Alipius said...

@ Hans: Wenn man sagt, daß verzweifelte 60-Jährige ein Grund dafür seien, solche Kinder abzutreiben, könnte man mit derselben Berechtigung sagen, daß die erwachsenen Behinderten, die auch nachdem sie 30 Jahre oder älter sind, ein gutes Leben führen, ein Grund gegen diese Abtreibungen sind. Einzefälle - auch wenn sie in der Kategorie "Sie wissen ja gar nicht, wie viele..." auftreten - sind malerisch, aber ineffektiv, da sie das Prinzip verdunkeln. Und das Prinzip muß der Schutz und das Gestatten des Lebens sein.