Monday, April 19, 2010

Ehrenprimat des Papstes?

Diese Nachricht ging bei mir gestern völlig unter:
    Evangelischer Bischof Fischer für Ehrenprimat des Papstes

    Wittenberg (kath.net/KNA/red) Ungewöhnlicher Vorstoß eines evangelischen Kirchenmannes: Der Bischof der Evangelischen Landeskirche in Baden, Ulrich Fischer, hat sich für die Anerkennung eines Ehrenprimats des Papstes auch unter den evangelischen Bischöfen ausgesprochen. In einem Festgottesdienst zum 450. Todestag des Reformators Philipp Melanchthon erinnerte er am Sonntag in Wittenberg daran, dass auch Melanchthon erklärt habe, dass er «den päpstlichen Primat über die Bischöfe nach menschlichem Recht anzuerkennen bereit wäre.» Das habe dem Reformator seinerzeit viel Ärger eingebracht.

    «Die Anerkennung eines Ehrenprimats des Papstes ist übrigens bis heute ein höchst anstößiger, aber für die weitere ökumenische Debatte fruchtbarer Gedanke», sagte das Ratsmitglied des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) wörtlich. Vor etwa 15 Jahren habe Papst Johannes Paul II. den Vorschlag eines Ehrenprimats des Papstes erneut in die ökumenische Debatte eingebracht. «Zu Unrecht», so Fischer, habe dieser Vorschlag auf evangelischer Seite kaum positive Reaktionen hervorgerufen.

    ...

    Im Jahr 2001 hatte der Bayerische Landesbischof Johannes Friedrich für heftige Diskussionen gesorgt, als er die Protestanten ermutigt hatte, über eine eingeschränkte Anerkennung des Papstamtes als «ökumenisch akzeptierten Sprecher der Weltchristenheit im Dienste der Einheit» nachzudenken.
Dogmatisch betrachtet ist das natürlich irrelevant. Aber als Geste nach Außen und Innen wäre es (abhängig davon, wie nun dieses Ehrenprimat offiziell konkret verstanden werden soll) vorstellbar.

Zumindest halte ich es für ein mutiges Statement des Landesbischofs, grade in einer Zeit, in der der Kirche so dermaßen der Wind entgegenbläst. Dafür auf jeden Fall ein "Dankeschön".

2 comments:

Elsa said...

Allora, so schön und mutig ich diesen Vorschlag finde, aber gibt es denn nicht genügend "Christen", die am Papst herummäkeln, weil er nicht "in ihrem Sinne" - was natürlich im Sinne "echten, mündigen Christseins" bedeuten soll, nichts, gar nichts, überhaupt nichts, zu wenig, das Falsche und überhaupt sagt?
Ich meine, wenn sich dieser an sich schöne Gedanke durchsetzt, dann hätten wir jetzt mit noch mehr pressure groups zu rechnen, die Stellungnahmen vom Papst bspw. zu betrunkenen Bischöfinnen einfordern, so meine Befürchtung. Und das muss nun echt nicht sein, dass noch mehr Leute an ihm herumreißen.
Den Gedanken an sich finde ich jedoch ehrenvoll und edel, da möchte ich nicht missverstanden werden, bitte. Ich fürchte nur wieder die Umsetzung.

Alipius said...

Logo, die Umsetzung einer guten Idee birgt immer und überall Potential für mittlere Katastrophen. Ich war beim Verfassen des kleinen Artikels einfach in Vertrauens-Vorschuß-Modus.