
Das Internet ist schon ein komisches Ding. Jetzt habe ich online fast fünf Jahre mit Euch „verbracht“. Sechs Leser (vier von Ihnen auch Blogger) habe ich persönlich getroffen. Aber es kommt mir so vor, als hätte ich viele von Euch irgendwie kennengelernt. Ich habe schon das Gefühl, daß das Internet die Leute – wenigstens in einem ersten Schritt – zusammenbringen kann. Es scheint auch so, als ließen sich tatsächlich online Bekanntschaften beginnen, die im Idealfall auch mal in Freundschaften enden können. Das ist schön.
Und so (** dramatische Musik setzt genau hier ein **) geht heute ein weiterer Abschnitt zu Ende. Vor einigen Tagen war es das Studium. Heute ist es “rom, römer, am römsten“, das Blog, welches ich ursprünglich so ein wenig halbherzig (auf “Mal gucken, was passiert“-Basis) begann, welches sich als lebenslustiger erwies, als ich anfangs dachte (mit Scipio, Elsa, Thomas und Catholicism WOW gehört “am römsten“ wohl mit zu den ältesten noch aktiven katholischen Blogs, auf denen es regelmäßig neue Postings gibt) und welches sich praktisch auf der Zielgraden zu einer doch sehr gut besuchten Seite entwickelte.
Diesen Schwung der letzten Monate möchte ich jetzt auch gerne mitnehmen, um dann – irgendwann und nicht allzu unbald – auf meiner bereits klargemachten Domäne (www.derherralipius.com) weiterzuwurschteln. Ich muß mir natürlich noch überlegen, wie das gestalterisch ausschauen soll. Ich suche noch ein schickes Template, kann mich noch nicht entscheiden, ob ich’s gerne ein wenig schlichter hätte, oder dann doch lieber barock weiterprunken will. Ich verspüre auch die Versuchung, unter dem Domänen-Namen einfach mit dem alten am römsten-Layout weiterzubloggen, weil ich Blogger jetzt ganz gut kann und mit Wordpress wieder alles neu ist. Grübel, grübel, grübel...
Naja, irgendwas wird schon kommen. Bis es soweit ist, gibt es – wie bereits erwähnt – wichtige Updates hier. Am römsten als regelmäßig munter upgedatetes Blog ist somit ab jetzt offiziell geschlossen. Als Anlaufstelle für wichtige Informationen, als Abladeplatz für das ein oder andere Zufalls-Posting und als Stöberecke für Leute, die ein wenig im Archiv rumwühlen wollen, bleibt das Blog aber online.
Ja, was soll ich zum Schluß groß sagen? Es hat sehr viel Spaß gemacht! Einen dicken Dank möchte ich loswerden an alle Zufalls-, Lauf- und vor allem Stamm-Leser, die mich in all den Jahren unterstützt haben, sei es mit Kommentaren, sei es mit Gebeten, sei es mit Beidem. Entschuldigen möchte ich mich bei allen, die sich irgendwann einmal durch irgendein Posting persönlich attackiert fühlten. Das war so nicht gedacht. Meine wilden Momente galten nie einem individuellen Leser, höchstens Individuen, die in der Öffentlichkeit stehen und geradezu um Widerworte der unsanften Art bettelten oder bestimmten Gruppen, die den Bogen einfach überspannten.
Wenn Ihr dies lest werde ich wahrscheinlich schon schlafen. Josef und ich werden morgen um 5:30 Uhr eine kleine Zwei-Mann-Messe zelebrieren, uns dann in den Wagen schmeißen und gemütlich richtung Norden schaukeln. Schreibt mir während dieser Stunden ein paar nette Abschieds-Kommentare, die kann ich dann lesen, wenn ich in Klosterneuburg bin. Das macht die Sache nicht ganz so abrupt. Und dann einfach ein paar Wöchelchen warten, und es geht weiter!
Ach ja, noch was: Es ist schön, zu sehen, daß die Blogoezese in den letzten Jahren so gewachsen ist! Macht weiter so, Leute! Das Internet ist ein Riesenweinberg, und viele Arbeiter werden benötigt!
Also: Vielen Dank, auf Wiedersehen, Gottes Segen und liebe Grüße an Euch alle!
Alipius