Sunday, October 18, 2009

Antisemit und Versager



Wie er laut Zeitzeugen war:

    "Nur die katholische Kirche protestierte gegen den Angriff Hitlers auf die Freiheit. Bis dahin war ich nicht an der Kirche interessiert, doch heute empfinde ich große Bewunderung für die Kirche, die als einzige den Mut hatte, für geistige Wahrheit und sittliche Freiheit zu kämpfen."
Albert Einstein, Time Magazine, 1940


    "Der Heilige Stuhl bietet seine mächtige Hilfe überall an, wo es ihm möglich ist, das Los meiner verfolgten Religionsgenossen zu lindern."
Chaim Weizmann über Pius XII., 1943


    "Die wiederholten Interventionen des Heiligen Vaters zugunsten der Jüdischen Gemeinschaft in Europa haben bei Juden überall auf der Welt die tiefsten Gefühle der Wertschätzung und Dankbarkeit hervorgerufen." [Übersetzung meine]
Rabbi Maurice Perlzweig in einem Schreiben an Mgr. Amleto Cicognani, Apostolischer Delegat in Washington, 1944


    "In den schwierigsten Zeiten, welche die Juden Rumäniens zu überstehen hatten, wer der großzügige Beistand des Heiligen Stuhls entscheidend und heilsam. Es ist nicht einfach für uns, die richtigen Worte zu finden, um die Wärme und Tröstung auszudrücken, die wir erfuhren aufgrund der Besorgnis des Pontifex Maximus, der große Summen an Geld bot, um das Leid der deportierten Juden zu erleichtern... Die rumänischen Juden werden diese Tatsachen von historischer Tragweite nie vergessen." [Übersetzung meine]
Dr. Alexandru Șafran, rumänischer Oberrabbiner von 1939 bis 1948, in einem Schreiben an Mgr. Andrea Cassulo, Apostolischer Delegat in Rumänien, 1944


    "Der Nazismus hat keinen schärferen Tadel erfahren als durch Papst Pius XI und seinen Nachfolger, Papst Pius XII." [Übersetzung meine]
Rabbi Louis Filkenstein, 1944


    "Das Volk von Israel wird nie vergessen, was Seine Heiligkeit für unsere unglücklichen Brüder und Schwestern in dieser höchst tragischen Stunde unserer Geschichte tut. Das ist ein lebendiges Zeugnis der göttlichen Vorsehung in dieser Welt."
Oberrabbiner Isaak Herzog, 1944


    "... danke (dem Papst) für die Rettung von Juden vor faschistischer und nationalsozialistischer Verfolgung... (und) das, was sich die Kirche zu tun bemüht und tatsächlich für unser verfolgtes Volk getan hat"
Dr. Leon Kubowitzky, Generalsekretär des Jüdischen Weltkongresses, 1945


    "Ich sagte ihm (dem Papst), daß es im Namen der jüdischen Öffentlichkeit meine erste Pflicht sei, ihm und durch ihn der katholischen Kirche für alles zu danken, was sie in den verschiedenen Ländern getan hat, um die Juden zu retten."
Mosche Scharett, der spätere zweite Ministerpräsident Israels, über eine Audienz bei Papst Pius XII nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs


    "Sechs Millionen meiner Religionsgenossen wurden von den Nazis ermordet, doch es hätte noch viel mehr Opfer gegeben ohne die wirksamen Interventionen Pius XII."
Dr. Raffael Cantoni, Präsident der Union Jüdischer Gemeinden in Italien" (Der 17. April 1955 wurde von Italiens Juden zum „Tag der Dankbarkeit“ für die Hilfe des Papstes erklärt)


    "Als unser Volk im Jahrzehnt des Naziterrors ein fürchterliches Martyrium erlitt, hat sich die Stimme des Papstes erhoben, um die Henker zu verurteilen und um Mitgefühl für die Opfer zum Ausdruck zu bringen. Unsere Epoche ist durch diese Stimme bereichert worden, die sich im Namen der großen sittlichen Werte über dem Tumult und den täglichen Konflikten erhob."
Golda Meir, Außenministerin und spätere Premierministerin Israels, 1958


    "Im Namen der jüdischen Gemeinde Englands danke ich Eurer Heiligkeit für die Rettung zehntausender von Juden."
Israel Maurice Edelman


    "Ich bitte um eine Minute des Schweigens zum Tode eines wahrhaft großen Mannes: Papst Pius XII."
Leonard Bernstein, zu Beginn eines Konzerts mit den New Yorker Philharmonikern, 1958


    "Die katholische Kirche ermöglichte unter dem Pontifikat Pius' XII. die Rettung von 700.000, wahrscheinlich sogar 860.000 Juden vor dem gewissen Tod durch die Hände der Nationalsozialisten."
Pinchas Lapide, Theologe und Diplomat. Israelischer Konsul in Mailand.


    "Wir hatten die Gelegenheit, die große, mitfühlende Güte und Großherzigkeit Papst Pius' XII zu erleben, während der unglücklichen Jahre der Verfolgung und des Terrors, als es schien, daß es für uns kein Entkommen mehr gab."
Elio Toaff, Oberrabbiner in Rom zwischen 1951 und 2001.


    "Jeder Propagandaversuch der katholischen Kirche gegen Hitlers Reich wäre nicht nur provozierter Selbstmord gewesen, sondern hätte die Ermordung einer großen Zahl von Juden und Priestern ausgelöst."
Robert Kempner, Vertreter der USA beim Nürnberger Kriegsverbrecherprozess


    "Ganz persönlich kann ich nicht anders als mir einzugestehen, dass der Heilige Vater den besseren Weg gewählt hat, als er sich entschied, nicht offen zu sprechen und dadurch viele Leben zu retten."
Harold Tittmann, US-Diplomat, der eigentlich im Auftrag von Präsident Roosevelt den Papst zu einer Stellungnahme gegen die Nazis bewegen sollte, in seinem Tagebuch


Wie manch anderer ihn lieber gehabt hätte (bzw. ihn 20 Jahre später zurechtdichten wollte; bzw. seit 40 Jahren der Welt glauben machen will, daß er war; bzw. heute immer noch finanziell, urteilshoheitlich und moralapostolisch davon profitiert, daß es ihn anders zu zeichnen gelang):

15 comments:

Stegi said...

Wenn der letzte Alt 68er ins Grab gefallen ist, wird es auch mit der Ideologie Hochhuths aus sein.
Schon bedauerlich, dass sich Ideologie in historischen Bewertungen niederschlägt.

Wo waren denn die Aufschreie moslemischer, jüdischer (!), hinduistischer oder sonstiger Religionsführer?

Ok- Gandhi hat für den Frieden demonstriert, aber vornehmlihc für den im eigenen Land.

Stanislaus said...

Einfach mal reinhören: http://www.domradio.de/kopfhoerer/artikel_57399.html

Yon said...

Was Gandhi angeht, hoffe ich mal, dass folgendes auch nur böse Verleumdung ist:
Zu einer Zeit, da die Leute die Hoffnung fast aufgegeben hatten, sandte Gandhi eine provozierende Botschaft an Leo Baeck: "Mein Rat an die deutschen Juden lautet, am selben Tag zur selben Stunde gemeinsam Selbstmord zu begehen. Dann wird das Gewissen Europas erwachen."
(Quelle)
Ohne das Zitat überprüft zu haben (sollte aber leicht möglich sein), finde ich jetzt auch noch
"Palästina gehört den Arabern, und es ist falsch und unmenschlich, die Juden den Arabern aufzuzwingen."
Der gilt als Friedensheiliger, und Pius XII. war ein schauriger Antisemit? Na dann Prost.
Nein, ehrlich - ich bitte sehr darum, mir das als fiese Verleumdung zu belegen, sonst nag ich mich noch irgendwann durch die Tischplatte vor Ärger.

Yon said...

Eigentlich wollte ich über was anderes schimpfen.
Was soll das, Alipius, Dich bei der Revolution erstmal im Hintergrund halten zu wollen!? Was Du hier (und auch sonst regelmäßig) lieferst, ist genau der andere Blickwinkel, die historische Korrektur, die Analyse, die gegen so viel antritt, was zur Zeit an falschen Vorstellungen gegen die Christenheit herumgeistert. Vielleicht verirren sich nicht viele von denen hierher, die das mal hören sollten, aber andere, ich zum Beispiel, lesen und nutzen es. Ob Du Dir nun so ein Revoluzzerbildchen an die Seitenleiste klebst oder nicht, für mich bist Du längst eine wichtige Stimme in dem Ganzen.
Das kann auch gern unter uns bleiben, wenn Du möchtest, aber Du solltest es zumindest mal gelesen haben.

Alipius said...

@ Stegi: Ich habe aber auch so'n wenig die Befürchtung, daß, wenn der letzte 68er gestorben ist, sich deren Methoden und Inhalte schon so in den Köpfen festgefressen haben, daß wir vor einem gigantischen Berg von Arbeit stehen. Es gibt doch heute schon so viele Menschen, die an diese eklige "schwarze Legende" von Pius XII glauben.

@ Stanislaus: Danke, guter Beitrag. Hesemann ist eh ein Guter.

@ Yon: Diese Gandhi-Zitate kannte ich gar nicht. Heftig. Und danke für die netten Worte (** erröt **).

Stanislaus said...

Zu Gandhi:

http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/europe/germany/6140002/Mahatma-Gandhi-was-one-of-Nazis-greatest-friends-German-historian-claims.html

und

http://www.welt.de/kultur/article4455182/Goetz-Aly-platzt-im-Faschismus-Streit-der-Kragen.html

Conservare said...

Also erst einmal danke für diese Fülle an Zitaten!

Ich hoffe du bist mir nicht böse, aber ich habe spontan eine gute Auswahl dieser Zitate an "Unmoralische.de" per Email geschickt. Die Macher sind nämlich gut darin, auf ihrer Homepage Zitate von einigen Geistlichen und besonders von Pius XII. aus den Kontext zu reißen oder gar neu zu erfinden, um Christen als verkappte Nazis hinzustellen.

Jetzt haben besagte Macher mal was zum Lesen - wenn sie es denn lesen wollen.

Und ich denke auch, dass uns der Alt-68er Geist nicht mit dem Sterben der Initianten verlassen wird. Ich denke eher dieser Ungeist setzt sich gerade in junge Köpfe fest. Das sieht man ja in der Politik am Besten.

Alipius said...

@ Conservare: Das geht schon in Ordnung, daß Du die Zitate weitergeleitet hast. Ich habe mich auf "Unmoralisch" mal umgesehen und glaube eher nicht, daß der Autor (die Autoren) sich von der Realität irritieren lassen werden. Wenn auch einige Beiträge zugegebenermaßen nicht ganz unwitzing sind, so stellt die Abteilung "Religion und Moral" doch nichts weiter dar, als das übliche, möchtegern-aufgeklärte Wiedergekäue der schicken Neo-Atheisten und der Vertreter der alten "schwarzen Legende". Letztere aufrechtzuerhalten ist für solche Leute wichtiger, als sich mit entgegengesetzten Realitäten ernsthaft auseianderzusetzen (oder gar diese gelten zu lassen), kompensieren sie doch ihre eigene Gebrochenheit nicht, indem sie sich der angebotenen Gnade Christi sozusagen in die Arme schmeißen, sondern indem sie die Bilder der intoleranten Religionen und der Nazi-Kirche über ihren Spiegel hängen, um sich selbst von ihren Schwächen und Fehlern abzulenken. Der alte Trick: So lange ich mit dem Finger auf Andere zeige und laut genug "Buh!" rufe, gilt die Aufmerksamkeit (vor allem die eigene) wenigstens nicht mir, und mein Elfenbeinturm bleibt vorerst sicher.

Ulrich said...

Super Zusammenstellung! Kann ich die Originale irgendwo finden, um sie bestimmten Leuten unter die Nase zu reiben?

Ulrich said...

bzw. deine Quellen, um das dann auch belegen zu können, weil ich dir
vertraue, aber die linksgrüne Welt einem Klerikalfaschisten wie mir nicht glaubt.

Alipius said...

Ich habe die Quellen nicht notiert, aber wenn Du bei Google auszugsweise die Zitate eingibst, kriegst Du sicherlich ein paar Quellen (z.B. von Google books oder aus Zeitschriften).

Wenn man dir nicht glauben will, frag doch einfach, warum Du dann den Anderen glauben solltest. Somit stünde es bestenfalls unentschieden und dann stehen die linken Heulbojen mit ihrem unbewiesenen aber todnervigen Gehetze und Pseudo-Moral-Geheul immer noch schlechter da als jemand, der nur versucht unbegründete Attacken gegen einen Toten abzuwehren.

Ulrich said...

danke! gute idee.
spitzen blog!

Alipius said...

Danke! [** erröt **]

ultramontan said...

(Dem generellen Lob schließe ich mich natürlich an.)

Beim »Şafran« hast du ein türkisches Ş genommen; es wäre schön, könntest du daraus ein rumänisches Ș machen.

Alipius said...

Hehe... Den Unterschied habe ich gar nicht bemerkt. Habe jetzt einfach das von Dir in der Mail mitgeschickte Ș eingepastet.