Thursday, February 04, 2010

Das tut natürlich auch dem SPIEGEL weh...

Das in diesem Artikel angesprochene Gleichstellungsgesetz, über welches in England nachgedacht wurde, ist erst einmal auf Eis gelegt. Gleichstellungsministerin Harriet Harmann hat einen Rückzieher gemacht.

Der SPIEGEL online glänzt folglich mit der Schlagzeile "Britische Regierung kuscht vor dem Papst".

Der Protest des Papstes war, ebenso wie die damit verbundenen Befürchtungen, berechtigt. Zündstoff - vor allem für diejenigen, die lieber auf Knopfdruck maulen, als mal kurz darüber nachzudenken, daß hier einfach ein Mann Stellung bezieht, wo er als Papst Stellung zu beziehen hat - gibt's natürlich trotzdem:
    Der Labour-Europaabgeordnete Stephen Hughes zeigte sich dagegen empört. "Als Katholik [???] bin ich von dem Verhalten des Papstes entsetzt", sagte er. "Religiöse Führungsfiguren sollten Ungleichheit ausmerzen und nicht bewahren [Mal davon abgesehen, daß religiöse Führungfiguren keineswegs den Auftrag haben, in der Gesellschaft Ungleichheit auszumerzen, gefällt mir Hughes' Wortwahl ziemlich gut: Kann sich irgendwer an eine Instanz in der jüngsten und jüngeren Vergangenheit (sagen wir mal so bis zurück zur Vendee) erinnern, in der das "Ausmerzen" der angeblichen "Ungleichheit" nicht mit mindestens einer gewaltigen Beschränkung der Freiheit, wenn nicht gar einem Massaker einherging?]." Statt das britische Recht zu kritisieren, sollte der Papst sicherstellen, dass die bestehende EU-Rechtsprechung im Vatikan angewandt wird [** prust **... Also ehrlich. Ja, komm', her mit der Abtreibgunsklinik im Vatikan].

    Der Menschenrechtsaktivist [Wann haben wir eigentlich die nächste Unwort-Wahl?] Peter Tatchell erklärte, die Bemerkung des Papstes sei ein "verschlüsselter Angriff" auf die Rechte von Frauen und Homosexuellen [Als Hans-Dampf in jeder politisch korrekten Gasse und Fähnchen-in-den-Wind-Hänger par excellence entgeht Tatchell natürlich das Detail, daß hier ein ganz und gar nicht verschlüsselter Appell vorliegt].
Es paßt übrigens wie die Faust auf's Auge, daß der englische Schauspieler Ricky Gervais ("Office"-Erfinder und modern-missionierender Atheist) jüngst meinte, daß es zu viele nutzlose, arme Menschen mit ungewollten Kindern gäbe und daß man doch bitte Frauen sterilisieren solle, wenn sie dumme, fette Gesichter haben, oder in Leggings rumlaufen, Chips essen und eine Kippe im Mundwinkel haben. Immer wieder erstaunlich, daß das Ablehnen Gottes auch soviel Ablehnung gegenüber den Menschen produzieren kann. Halt... Moment... Gar nicht erstaunlich! Die Kinder der "nutzlosen, armen Menschen" sind ja nur von Gervais' Warte aus ungewollt. Der hat erst einmal selbst keine Kinder ("Zu viel Streß") und will wahrscheinlich auch, daß nur Savile-Row-Kunden mit Fachhochschulabschluß und einer Vorliebe für 26 Jahre alten Single Malt Kinder bekommen. Jaja... Die schöne Gleichheit... Das wird 'ne tolle Welt, wenn die Kirchen erst einmal mundtot gemacht sind!

2 comments:

doc_mouse said...

"In England ist das Interesse an der Ungleichheit der Pferde weitaus größer als an der Gleichheit der Menschen".(G K Chesterton) - leider scheint nun auch dieser weise Mann von den Zeitläuften endgültig überholt worden zu sein....

Conservare said...

Ricky Gervais ist - wie könnte es auch anders sein - militanter Tierschützer und Tierrechtler. Genauso wie natürlich Peter Singer und Norbert Hoerster.