Friday, February 26, 2010

Ihr ahntet es schon...

... aber an einem Barocktag darf ich natürlich weder mein heiß geliebtes Bamberg noch meine bauwütigen Grafen von Schönborn vernachlässigen.

Was Bamberg betrifft, so kann ich momentan natürlich leider nicht mit neuen Bildern prunken; ich kann Euch aber immerhin zwei der bizarrsten Kontexte präsentieren, in welchen ich die Begriffe "Bamberg" und "Barock" bisher vorfand:Beim Bier ist man sich immerhin einig. Ergibt ja auch einen Sinn, schließlich ist Bamberg ja für sein Rauchbier bekannt. Mir fiele als drittes "B" wahrscheinlich eher "Bischöfe" ein, womit wir dann auch schon bei den Grafen von Schönborn wären:



Ich weiß nicht, ob ich Euch dieses Altarbild der Pfarrkirche Zur Heiligsten Dreifaltigkeit in Gaibach schon einmal zeigte. Die Kirche ist ein Spätwerk von Balthasar Neumann und entstand in den Jahren 1743–45; sie ist eine Stiftung des Würzburger Fürstbischofs Friedrich Karl von Schönborn.

Blickfang und Besonderheit in der Kirche ist eben dieses Altarbild von Franz Lippold, auf wlechem man drei Generationen von Schönborn-Herren in Anbetung der Heiligen Dreifaltigkeit sieht.

Knüller: Ich wollte jetzt groß rumsuchen und schauen, wer von den weltlichen Herren eigentlich wer ist (da ich mich im Hause Schönborn nur bei den Kirchenfürsten auskenne - ** schäm **), aber da fand ich zum Glück auf Wikipedia schon alles erklärt. Danke!

Also: Ganz klar, der Kardinal Damian Hugo gehört zwar erst der dritten Generation an, muß aber natürlich in die Mitte. In der ersten Reihe seht ihr knieend von links nach rechts: Friedrich Karl (Fürstbischof von Bamberg und Würzburg, wie gesagt Stifter der Kirche, dritte Generation), Johann Phillip (Kurfürst von Mainz, Fürstbischof von Würzburg und Worms, erste Generation) und Philipp Erwein (Mainzer Oberamtmann, erste Generation). Hinter Philipp Erwein steht sein Sohn Melchior Friedrich (Mainzer Obermarschall und Vizedom von Aschaffenburg) und somit ein Vertreter der zweiten Generation. In der Reihe hinten stehen von links nach rechts: Johann Philipp Franz (Fürstbischof von Würzburg, dritte Generation), daneben schaut der wildeste der Wilden (was die Bauvorhaben betrifft) und somit mein Lieblings-Schönborn, Lothar Franz, etwas skeptisch aus dem Hermelin. Er war Bischof von Bamberg und Erzbischof von Mainz und gehört als Sohn des Philipp Erwein ebenfalls der zweiten Generation an. Die letzten Herren stammen alle aus der dritten Generation: Rechts von Lothar Franz steht Franz Georg (Kurfürst von Trier, Fürstbischof von Worms). In der Bildmitte wie gesagt Kardinal Damian Hugo (Fürstbischof von Speyer und Konstanz), dann Marquard Wilhelm (Dompropst von Bamberg und Eichstätt), Rudolf Franz Erwein (Mainzer Vizedom, mit dem Orden vom Goldenen Vlies dargestellt) und Anselm Franz (ganz rechts hinten, kaiserlicher General).

Uffza! Ich hoffe, daß ich hier jetzt nichts durcheinandergebracht habe.

Okay, somit neigt sich der Barock-Tag auf am römsten auch schon wieder seinem Ende zu. Wir sehen bzw. lesen uns dann morgen wieder!

1 comment:

Conservare said...

Bier und Bamberg weil: Oberfranken und speziell Bamberg Stadt/Land weist die größte Brauereidichte der Welt auf. Immer noch - obwohl leider einige Brauereien auch schließen müssen.

Schön deine Barock-Serie und auch beruhigend, fast schon lieblich einlullend *sigh*