Thursday, February 25, 2010

Kirche im Dorf und so...

Laut stanislaus ist die Santo Subito-Bewegung für Margot Käßmann in der Bevölkerung angelaufen und benutzt die Sympathiekundgebungen als Vehikel für Forderungen an die Katholische Kirche. "Forderungen" ist hier natürlich ein Euphemismus.

Grundsätzlich muß ich dazu sagen, daß mich anti-katohlischer Müll jedweden Schwachsinnsgrades in Leserbriefen oder gar Internet-Kommentaren natürlich überhaupt nicht verwundert. Der Mob brauchte noch nie ein informiertes Gewissen, eine vernunftgesteuerte Herangehensweise oder einen echten "Grund", er brauchte und braucht immer nur einen oder mehrere Führer.

Was man aber schon bedenken sollte: Frau Käßmann trat nicht zurück, weil sie mit überhöhtem Alkoholanteil im Blut Auto gefahren ist. Sie trat zurück, weil sie mit überhöhtem Alkoholanteil im Blut Auto gefahren ist und dabei erwischt wurde.

Und - man möge es mir verzeihen - mir drängt sich hier im Zusammenhang mit dem Begriffspaar Handlung/Konsequenz schon die Frage auf, wie man heutzutage eigentlich eine Scheidung bewertet...

3 comments:

Stegi said...

Ähm- sant"a" suibito, oder?

der Flaneur said...

Hm, ich frage mich, ob Deine moralischen Ansprüche an Frau Käßmann vielleicht nicht doch ein wenig zu hoch sind. Denn folgendes Szenario, wie sie es denn richtig hätte machen können, erscheint mir doch etwas zu unrealistisch: Bischöfin Käßmann brettert schwer angeschickert durchs nächtliche Hannover. Ohne von der Polizei belästigt zu werden gelangt sie zu ihrem Domizil, wo es ihr gelingt, den Dienstwagen ohne größere Schäden und die Nachbarn zu wecken, in die Tiefgarage zu fahren. Immer noch schwer verkatert beruft sie am nächsten Morgen eine Pressekonferenz, auf der sie erklärt: "Liebe Leute, ich bin gestern Nacht besoffen durch Hannover gefahren, was sich für eine Bischöfin nun mal nicht gehört und deshalb trete ich jetzt von all meinen Ämtern zurück." Zugegeben, schön wäre es schon, wenn ein jeder von uns von sich aus die Konsequenzen aus einem Fehlverhalten ziehen würde, aber bis wir soweit sind, dürfte noch reichlich Wasser den Tiber hinunterfließen,

herzliche Grüße von der Elbe
der Flaneur

Alipius said...

Nee, das hatte ich auch nicht so gemeint. Ich wollte damit ausdrücken, daß Frau Käßmann mit hoher Wahrscheinichkeit eben nichts getan hätte, wenn sie nicht erwischt worden wäre. Die Alkoholfahrt würde ich ihr immer vorwerfen, aber das Auslassen einer Selbstanzeige nach Nochmal-Davongekommen-Sein in diesem Falle nicht.