Saturday, January 16, 2010

"Bu-hu-huh! Wir werden verfolgt!"

So höre ich die Katholiken allerorts jammern. Ja, klar werden wird das! Habt Ihr mal in die Heilige Schrift und in die Geschichte geguckt? Das war so, das ist so, das wird so sein.

Die paar Jahrhunderte der Windstille, während denen die Heilige Mutter Kirche als länderregierende, bannstrahlende, seidenrauschende, klunkerschwere Matrone zwischen dem Himmelbett im Bischofspalast und dem Thron in der Kathedrale in einer goldenen Kutsche hin- und hergeschaukelt wurde, waren doch ein reiner Glücksfall. Streng genommen war es so wohl ohenhin nicht vorgesehen, denn eine solche Situation wiegt in falscher Sicherheit, wie dann ja sehr schnell und sehr zerstörerisch und sehr blutig klargemacht wurde. Eine solche Situation ist auch zu verführerisch, wie das ewig lange Nicht-Loslassen-Können zeigte. Und eine solche Situation macht schlaff und hemmt die Raktionsgeschwindigkeit, wie man heute immer noch sieht. Jetzt rumzusitzen und der guten alten Zeit nachzutrauern, ist für - sagen wir mal - ein paar Jährchen legitm (Hab ich ja auch gemacht: Was hab ich geschmollt, als ich mir vor circa 15 Jahren zum ersten Mal den Niedergang der Kirche von der Völker beherrschenden Königin zur mühsam die Schäfchen zusammenhaltenden Hirtin auf der Zunge zergehen ließ).

Aber irgendwann muß der Hintern dann auch wieder hoch, die Brust raus, der Christus in die Rede, der Geist ins Herz, der Rosenkranz in die Hand und los! Schluß mit Jammern (aber weiterhin dort den Finger in die Wunden legen, wo sie und von der Gesellschaft plakativ hingehalten werden)! Wir müssen zusammenstehen und dürfen die Maschen nicht reißen lassen! Wir brauchen die internationale Vernetzung und Kooperation unter Führung des Heiligen Vaters. Mit ihm, nicht gegen ihn. Je weniger wir werden, desto besser müssen wir organisiert sein, desto stärker muß die Einheit werden. Denn der entscheidende Moment wird kommen:

Wer, wenn nicht die Eine, Heilige, Katholische und Apostolische Kirche sollte es sein, die den in den säkularen, westlichen Gesellschaften langsam aber sicher ihre Identität und Sicherheit einbüßenden Menschen beibringt, daß sie Gottes geliebte, mit Verstand und Willen ausgestattete Kinder und weder Roboter, noch Sklaven, noch Gebets- oder Gebärmaschinen sind?

Wer, wenn nicht die Eine, Heilige, Katholische und Apostolische Kirche sollte es sein, die den Menschen die mütterliche Hand entgegenstreckt, wenn um uns herum eine Gesellschaft nach der anderen, ein Staat nach dem anderen seine Talfahrt mit einem herben, alles zerschellenden Aufschlag auf den Boden beendet?

Wir warnen schon jetzt, sie lachen uns aus oder sprengen uns in die Luft. Wenn sie einst weinen, werden wir dasein, nicht mit "Ich hab's doch gleich gesagt", sondern mit genau der Liebe, von der sie uns jetzt vorwefen, daß sie uns doppelzüngigen Schlagen fehle. Wir werden Ihnen Christus zeigen und dann werden sie endlich verstehen...

6 comments:

Arminius said...

Vor uns liegt noch eine Menge Arbeit.

Johannes said...

Harummpfff! Du hast bei dem Brust raus, das Bauch rein vergessen. Oder war das Absicht?

Alipius said...

Absicht! Mit dem "Bauch rein" werde ich in absehbarer Zeit ziemliche Probleme bekommen ;-)

Maria Magdalena said...

"Die paar Jahrhunderte der Windstille, während denen die Heilige Mutter Kirche als länderregierende, bannstrahlende, seidenrauschende, klunkerschwere Matrone zwischen dem Himmelbett im Bischofspalast und dem Thron in der Kathedrale in einer goldenen Kutsche hin- und hergeschaukelt wurde, waren doch ein reiner Glücksfall."
Nö, kein Glücksfall, wenn man fett, faul und gefräßig wird. Das fördert die Larmoyanz und schwächt das Rückgrat.
"Je weniger wir werden, desto besser müssen wir organisiert sein, desto stärker muß die Einheit werden." Bitte? Die katholische Kirche und ihre orthodoxen Schwestern wachsen. Wir werden nicht weniger - mal abgesehen vom dekadenten (=10 Zähne - der Rest ist weggefault?) Westeuropa.
"Wer, wenn nicht die Eine, Heilige, Katholische und Apostolische Kirche sollte es sein, die den Menschen die mütterliche Hand entgegenstreckt, wenn um uns herum eine Gesellschaft nach der anderen, ein Staat nach dem anderen seine Talfahrt mit einem herben, alles zerschellenden Aufschlag auf den Boden beendet?"
Jawoll, ja! Und wir gehen keiner Dampflok - äh, nee, jetzt heißt das ja "Atheistenbus" - aus dem Wege.
Christus vincit, alleluja.

Alipius said...

Also mit Glücksfall meinte ich erst einmal das Glück im Sinne von Wahrscheinlichkeit. Und dann war damals ja auch nicht nur Übergewicht, Arbeitsscheue und kulinarischer Overkill angesagt. Aus diesen Jahhunderten stammen auch große Katholische Heilige, Künstler und Denker.

Klar, ich habe das mit dem "weniger werden" natürlich durch die europäisch gefärbte Brille gesehen.

Conservare said...

Wenn die Einheit da ist, geht es erst richtig los. Der Teufel ist vor allem da hemmungslos an der Arbeit, wo die Menschen durch ihren Lebenswandel im Begriff sind immer näher zu Gott zu kommen.