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Tuesday, June 22, 2010

Und auch:

Der 22. Juni:

Der Heilige John Fisher

Der Heilige Thomas Morus

Der Heilige Paulinus von Nola


Ein Tag, drei Heiligengedenken. Ein Gott, drei Männer, die für Ihn viel bis alles gaben.

Wednesday, May 26, 2010

Vanitas vanitatum

Das ist ja witzig: Als mir heute morgen einfiel, daß wir den Heiligen Philipp Neri feiern, mußte ich sofort an den Film Himmel und Hölle - Bleibt gut, wenn Ihr könnt denken. Ich habe den Film vor 20 oder mehr Jahren gesehen und behielt ihn in guter Erinnerung. Branduardis Soundtrack ist anständig, die Kinder sind witzig, es steckt eine gute Portion Humor im Drama und ich fand die Geschichte einfach klasse, vor allem, weil der Teufel als Widersacher Neris ständig in diversen vermenschlichten Rollen auftaucht.

Jetzt mache ich grade meinen täglichen Spaziergang durch die Blogoezese und stelle fest, daß man sich auch auf Gespräche am Jakobsbrunnen mit einer Szene aus dem Film vor dem Heiligen Philipp Neri verbeugt.

Da will ich mal gleichziehen. Ich konnte leider nur Original-Fetzen des Films finden, aber ich denke, die folgende Szene versteht man auch ganz gut, wenn man kein Italienisch spricht: Es stimmt, daß der Heilige das Kardinalat ausgeschlagen hat. Aber daß es sich so köstlich-dramatisch abspielte, wie hier gezeigt, wage ich zu bezweifeln: Da überfällt ein Trio etwas huschiger Schneider den alten, frommen Kerl, der einfach nur gut sein will und Seelen retten möchte, mit roten Seidenstrümpfen, blankgewienerten Schuhen, einem gigantischen Karidnalshut und 5 Tonnen Moirée und Pelz. Die Schneider verpacken den Heiligen und stehen schon kurz davor, alles ganz köstlich zu finden, als Neri beschließt, daß seine Lütten auch mal einen Blick darauf werfen sollten. Der Rest... Naja, seht selbst!



Wie an anderer Stelle bereits einmal bemerkt: Ich mag den Heiligen Philipp Neri. Und wenn es einen Verzicht aufs Kardinalat gibt, der von vorne bis hinten Sinn ergibt, dann sicherlich diesen.

Saturday, May 22, 2010

Die Heilige Rita von Cascia

Das Heiligenlexikon schreibt:
    Rita - mit vollem Namen wohl Margherita Lotti - wurde gegen ihren Willen zur Ehe mit Ferdinand Mancini gezwungen. Nach 18 Ehejahren wurde ihr gewalttätiger Mann 1401 ermordet. Die beiden Söhne schworen Blutrache, Rita betete, dass sie lieber sterben sollten als zu Mördern werden, was 1402 tatsächlich geschah. Rita wollte nun als Augustiner-Eremitin in Cascia ins Kloster eintreten, wurde aber abgewiesen. Die Überlieferung berichtet, dass daraufhin Johannes der Täufer, Augustinus und Nikolaus von Tolentino in einer nächtlichen Vision der Rita erschienen und sie zur Klosterpforte führten, worauf sie eingelassen wurde. Nach mehrmaliger Abweisung wurde sie 1407 tatsächlich aufgenommen.

    Rita führte nun ein Leben in strengster Entsagung und Buße. Ihre mystischen Erfahrungen reichten bis zur Stigmatisierung durch die Wundmale der Dornenkrone Jesu Christi im Jahr 1432: ein Dorn aus Jesu Krone bohrte sich in ihre Stirn, sie trug von da ab die schmerzende und offene Wunde 15 Jahre lang bis zu ihrem Tod. Vor ihrem Ableben habe sie gebeten, ihr eine Rose aus dem Garten zu bringen; obwohl es bitterkalter Winter gewesen sei, habe ein Rosenstrauß geblüht.
Heute ist der Gedenktag der Heiligen Rita. Und da kann man sich in Rom in der Kirche Sant'Agostino Rosen segnen lassen. Die werden der Statue der Heiligen Rita kurz ans Herz gelegt und fertig!

Ich habe heute einen kleinen Spaziergang gemacht und wußte noch gar nichts von dem Brauch. Ich hatte aber meine Kamera dabei und habe ein Photo gemacht:

Saturday, May 01, 2010

Die Maienkönigin

Mit dem Fest "Josef der Arbeiter" und dem "Tag der Arbeit" (oder, wie es in NRW offiziell heißt: "Tag des Bekenntnisses zu Freiheit und Frieden, sozialer Gerechtigkeit, Völkerversöhnung und Menschenwürde"...) beginnt auch der Wonne- und Marienmonat.

Da trifft es sich sehr gut, daß ich just gestern in einem ganz alten und kleinen Gebetbüchlein dieses fand:
    Wie die Heilige Getrudis die Heilige Jungfrau grüßt

    Sei gegrüßt, Du weiße Lilie der hellleuchtenden und allzeit glorreichen Dreifaltigkeit und glänzende Rose der himmlischen Wonne, von welcher geboren und ernährt werden wollte der König aller Himmel.

    Ich bitte Dich, Du wolltest unsere Seelen mit himmlischen Einflößungen erquicken. Amen

Saturday, April 24, 2010

Die Bekehrung des Heiligen Augustinus

Die Augustiner feiern am 24. April die Bekehrung ihres Ordensvaters. Hier ein alter Text aus meinem Zweitblog, den ich vor dreieinhalb Jahren dazu schrieb. Es sind größtenteils Auszüge aud den Bekenntnissen mit wenigen, kurzen Anmerkungen.

Das achte Buch der Bekenntisse des Heiligen Augustinus ist für mich nach wie vor das wuchtigste. Augustinus, im Verstande eigentlich bereits von der Wahrheit des Christentums und der Notwendigkeit der Katholischen Kirche überzeugt, braucht noch den letzten Tropfen ins Herz, der dann das Faß endlich überlaufen läßt. Und im achten Buch geschieht es schließlich. Sein Landsmann Pontician besucht ihn und Alypius in Mailand und erzählt vom Mönchsvater Antonius und von der Bekehrung zweier kaiserlicher Offiziere. Diese Erzählungen kamen exakt zur richtigen Stunde. Denn nun schwingt Augustinus sich auf:
    "Du aber, o Herr, wandtest mich während seiner Rede zu mir selbst zurück, zogest mich hinter meinem Rücken hervor, hinter dem ich mich versteckt hatte, um nicht auf mich achten zu müssen, und stelltest mich dann vor mein eigenes Angesicht, damit ich sähe, wie häßlich, entstellt und besudelt ich sei, wie voll von Flecken und Geschwüren. Ich sah es und erschauderte; doch wohin sollte ich vor mir fliehen? Und versuchte ich, den Blick von mir hinwegzuwenden, so war jener immer wieder mit seiner Erzählung da, und wiederum stelltest du mich mir gegenüber und maltest mir mein Bild vor meinen Augen, "auf daß ich meine Sünde fände und haßte". Ich kannte sie zwar, aber ich übersah sie, verbarg sie und wollte sie vergessen."
Augustinus, bisher parallel zu seiner geistlichen Entwicklung immer nach geistigen Ehren strebend und das Weltliche alles andere als verneinend, erkennt, wo die eigentlichen Früchte liegen.
    "In diesem gewaltigen Aufruhr meines Innern, den ich aus aller Kraft mit meiner Seele in der Kammer meines Herzens hervorgerufen hatte, gehe ich verstörten Gesichtes und Sinnes zu Alypius und rufe: "Wohin lassen wir es kommen? Was hast du vernommen? Ungelehrte stehen auf und reißen das Himmelreich an sich, und siehe da, wir mit unserer Gelehrsamkeit, wir wälzen uns in Fleisch und Blut herum! Oder schämen wir uns, ihnen nachzufolgen, weil sie vorangegangen sind? Sollen wir uns nicht lieber schämen, wenn wir ihnen nicht wenigstens nachfolgen?" Solcherlei sprach ich, ich weiß nicht was alles: in meiner Aufregung riß ich mich von ihm los, während er wie angedonnert mich anstarrte und schwieg."
Augustinus läuft - gefolgt von Alypius - in den Garten hinaus und erlebt dort, nach einem Durchleuchten der gleichzeitigen Schwäche und Kraft des Geistes, einem Exkurs gegen die Manichäer und einem inneren Ringen zwischen Geist und Fleisch folgendes:
    "Als ich so in tiefschürfender Betrachtung mein ganzes Elend aus seinem geheimen Grunde hervorzog und vor die Augen meines Geistes stellte, da erhob sich ein gewaltiger Sturm, der einen ungeheuren Tränenregen mit sich führte. Und um ihn auch in Worten sich völlig austoben zu lassen, stand ich auf und ging von Alypius weg; denn die Einsamkeit schien mir zum Weinen geeigneter. So weit ging ich fort, daß mir seine Anwesenheit nicht mehr lästig sein konnte. Denn so war damals meine Stimmung, und jener fühlte es. Ich hatte wohl einige Worte gesprochen, deren Ton tränenschwer klang, und so war ich aufgestanden. Er blieb also, wo wir gesessen hatten, vor Staunen ganz außer sich. Ich aber warf mich, ohne zu wissen wie, unter einem Feigenbaume auf den Boden und ließ meinen Tranen freien Lauf; und wie Ströme brach es aus meinen Augen hervor, dir ein wohlgefällig Opfer; zwar nicht mit denselben Worten, aber doch in demselben Sinne sprach ich zu dir: "Und du, o Herr, wie lange noch?" "Wie lange noch wirst du zürnen bis zum Ende? Sei unserer vorigen Missetaten nicht eingedenk!" Denn ich fühlte, wie sie mich festhielten, und stieß die Klagelaute aus: "Wie lange noch? Wie lange noch: Morgen und immer wieder morgen? Warum nicht sogleich? Warum soll diese Stunde nicht das Ende meiner Schande bedeuten?" So sprach ich und weinte in der größten Bitterkeit meines Herzens. Und siehe, ich höre da aus dem benachbarten Hause die Stimme eines Knaben oder eines Mädchens in singendem Tone sagen und öfters wiederholen: "Nimm und lies, nimm und lies." Sogleich veränderte sich mein Gesichtsausdruck, und aufs angestrengteste begann ich nachzudenken, ob etwa die Kinder bei irgendeinem Spiele etwas Derartiges zu singen pflegten, aber ich entsann mich nicht, jemals solches gehört zu haben. Da hemmte ich den Strom meiner Tränen und stand auf; konnte ich mir doch keine andere Erklärung geben, als daß eine göttliche Stimme mir befehle, die Schrift zu öffnen und das erste Kapitel, auf das ich gestossen, zu lesen. Denn ich hatte von Antonius gehört, daß für ihn bestimmend gewesen sei eine Stelle im Evangelium, auf die er zufällig gestoßen war, gleich als ob ihm die Worte gälten: "Gehe hin, verkaufe alles, was du hast, gib es den Armen, und du wirst einen Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach" - und daß er sich auf diesen Ausspruch hin sogleich zu dir bekehrt habe. Daher kehrte ich eiligst auf den Platz zurück, wo Alypius saß; denn dort hatte ich die Briefe des Apostels liegen lassen, als ich aufgestanden war. Ich griff nach ihnen, öffnete sie und las für mich das Kapitel auf das zuerst meine Augen fielen: "Nicht in Schmausereien und Trinkgelagen, nicht in Schlafkammern und Unzucht, nicht in Zank und Neid; sondern ziehet den Herrn Jesum Christum an und pfleget nicht des Fleisches in seinen Lüsten." Ich wollte nicht weiter lesen, es war auch nicht nötig; denn bei dem Schlusse dieses Satzes strömte das Licht der Sicherheit in mein Herz ein, und alle Zweifel der Finsternis verschwanden. Dann legte ich den Finger oder ein anderes Zeichen auf die Stelle, schloss das Buch und machte mit bereits ruhiger Miene dem Alypius Mitteilung von dem Vorfalle. Er aber tat mir kund, was in ihm vorging und was ich natürlich nicht wußte, auf folgende Weise. Er bat, die Stelle einsehen zu dürfen; ich zeigte sie ihm, und er las noch über meine Stelle hinaus. Was folgte, wußte ich nicht. Es folgte aber: "Des Schwachen aber im Glauben nehmet euch an". Dies bezog jener, wie er mir eröffnete, auf sich. Durch diese Ermahnung wurde er nur noch bestärkt; ohne Zaudern und Unruhe trat er meinem Entschlusse und meinen guten Vorsätzen bei; entsprachen sie doch so ganz seinen Sitten, in denen er sich schon längst zu seinem größten Vorteile von mir unterschied. Dann gingen wir zur Mutter und erzählten ihr; groß war ihre Freude. Wir erzählten ihr, wie es sich zugetragen: sie jubelte und triumphierte und pries dich, der du die Macht hast, mehr zu tun, als was wir bitten oder verstehen; sah sie doch, daß du mir weit mehr gegeben, als sie in ihrem Jammer und ihrem tränenreichen Seufzen für mich zu erbitten pflegte. Denn du hast mich zu dir bekehrt, so dass ich nun auch kein Weib mehr begehrte noch sonst etwas, worauf die Hoffnung dieser Welt gerichtet ist. Ich stand nunmehr mit ihr auf dem Richtscheite des Glaubens, auf dem du mich ihr vor so vielen Jahren gezeigt hattest, "Und du hast ihre Trauer in Freude umgekehrt" und zwar in weit reicherem Maße, als sie selbst es gewollt hatte, und ihre Freude war viel köstlicher und keuscher, als wenn sie sie in leiblichen Enkeln gesucht hätte.
Ich wünschte, ich könnte zu diesem Text ein paar schlaue Zeilen verfassen. Doch scheint mir in diesem Moment, wo ich hier sitze und tippe, schon dieser Wunsch alleine lasterhaft. Ich verbeuge mich innerlich immer und immer wieder vor der ungebremsten Kraft des frühen Christentums und ich muß gestehen, daß ich nicht selten mit ein wenig Wehmut auf diese Zeit blicke. Gäbe es doch heute in den Menschen auch noch diese Klarheit, diesen Mut, diese Einsicht, dieses vereindende Wissen, welches da sagt: "Jesus Christus ist der Herr; in Ihm und in keinem anderen ist das Heil (vgl. Apg 4,12). Er ist derselbe gestern, heute und immer (vgl. Hebr 13,8)."

Ich habe hier die Übersetzung von Alfred Hofmann verwendet. Schöner, kraftvoller und dem Original ein wenig näher findet Ihr den Text in der Übersetzung von Josef Bernhart.

Friday, March 19, 2010

Heiliger Josef, ...


... Patron der ganzen katholischen Kirche, der Ehepaare und Familien, der Kinder und Jugendlichen und Waisen, der Jungfräulichkeit, der Arbeiter, Handwerker, Zimmerleute, Holzhauer, Schreiner, Wagner, Totengräber, Ingenieure, Erzieher, Pioniere, Reisenden und Verbannten, der Kämpfer gegen den Kommunismus, der Sterbenden, angerufen bei Augenleiden, in Versuchungen und Verzweiflung, bei Wohnungsnot, für einen guten Tod:

Bitte für uns!

Friday, March 12, 2010

Ogilvie an Ogilvie

Thomas schickte aus dem Abendland eine Bitte nach den Noten der Ogilvie-Hymne, deren Refrain ich hier wiedergab.

Ich fand im Internet einen Scan, den ich hier einstelle, weil's vielleicht auch noch andere Interessenten gibt.




Und hier ist der Text der Hymne:
    On the battlefields of Scotland in the hour of victory,
    There was heard the cry of heroes, “Ogilvie, an Ogilvie.”
    Gallant son of gallant fathers, it was thine as theirs to fight,
    But with gates of hell contending, thou didst die for truth and right.

    Blessed martyr, thy example will our strength in weakness be,
    Hear our cry in times of peril: ‘Ogilvie an Ogilvie.’

    By the scaffold all undaunted, strong in grace we see thee still,
    Looking up, serene and smiling, with a firm, unconquered will.
    It is thy bright hour of triumph, like Our Lord on Calvary’s cross,
    Victory is thine in dying, endless gain in seeming loss.

    Blessed martyr, thy example will our strength in weakness be,
    Hear our cry in times of peril: ‘Ogilvie an Ogilvie.’

    Blessed Martyr, hear thy children, be our guide and show the way.
    Make us strong and keep us steadfast in the warfare of today.
    Looking down from heights of glory, see in us thy kith and kin.
    Teach us thy strong trust in Jesus, that we too may victory win.

    Blessed martyr, thy example will our strength in weakness be,
    Hear our cry in times of peril: ‘Ogilvie an Ogilvie.’
Ballsy!

Wednesday, March 10, 2010

Er blieb standhaft...

Ich gebe zu: Ich kenne den schottischen Märtyrer und Heiligen John Ogilvie wahrscheinlich nur, weil ich zwei Jahre lang im Schottischen Kolleg in Rom gewohnt habe. Dort wird er am 10. März, seinem Gedenktag, immer schwer gefeiert, hat auch eine eigene Hymne (die ziemlich schmissig ist).

John Ogilvie, Sohn eines calvinistischen Hofbeamten unter Maria Stuart, konvertierte im Alter von 17 Jahren zum Katholizismus. Er war Schüler am Päpstlichen Seminar in Olmütz und trat 1599 in den Jesuitenorden ein. Im Jahre 1610 wurde er in Paris zum Priester geweiht. Ein Jahr später kehrte er heimlich in sein Heimatland Schottland zurück, wo er als Privatlehrer arbeitete und die inhaftierten Katholiken in den Gefängnissen besuchte. 1614 wurde John Ogilvie verraten und verhaftet. Er weigerte sich, dem katholischen Glauben abzuschwören und erlitt schwere Folter. Es gelang seinen Peinigern nicht, ihn zum Verrat katholischer Glaubensgenossen zu bewegen. Während seiner Haft verfasste John Ogilvie einen erhalten gebliebenen Bericht über seine Verhaftung und sein Schicksal im Gefängnis. In einem Prozess wurde er wegen Hochverrats zum Tode durch Erhängen verurteilt. Das Urteil wurde am 10. März 1615 in Glasgow öffentlich vollstreckt. Papst Paul VI. sprach John Ogilvie am 17. Oktober 1976 heilig.

Katholisch nicht von der Wiege bis zur Bahre, sondern vom selbstgefaßten Entschluß bis zum Schafott.
    Blessed martyr, thy example
    will our strength in weakness be.
    Hear our cry in times of peril:
    ”Ogilvie, an Ogilvie”

Tuesday, March 09, 2010

Hab' ich ganz vergessen...

Dieses Gemälde sollte eigentlich schon am Valentinstag gepostet werden. Aber dann fiel der 14. Februar ja in diesem Jahr auf einen Sonntag, und ich hab's irgendwie verschwitzt und das Bild jetzt erst wiederentdeckt.


Jacopo Bassano: Der hl. Valentin tauft die hl. Lucilla. Gemalt um 1575. Klar, warum mir das Bild besonders gefällt: Die wüst-anmutigen Putti sind schwer zu schlagen!

Wednesday, March 03, 2010

Heilige des Tages


Heute ist der Tag der Heiligen Kunigunde, Patronin der schwangeren Frauen, der kranken Kinder und auch des Erzbistums Bamberg. Demnach freut sich meine Lieblingsstadt und ich freue mich mit.

Biographisch-legendäre Informationen gibt's im Heiligenlexikon" oder auch bei Wiki.

Ich habe mir mal nur die Rosinen rausgepickt; wer mehr wissen möchte, folge den Links.



Die Heilige Kunigunde an der Seite ihres Heiligen Heinrich II. Gemeinsam stemmen sie den Bamberger Dom, was recht ist, da unter den Beiden das Bistum ja auch gegründet wurde.



Nachdem Heinrich II. 1146, mehr als hundert Jahre nach seinem Tod, heilig gesprochen worden war, soll er es, so die Legende, nicht ertragen haben, dass nicht auch seine Frau verehrt wurde. Der Legende nach war Kunigunde, um in einem Gottesurteil ihre Unschuld bezüglich einer Anschuldigung wegen Ehebruchs zu beweisen, über glühende Pflugscharen gelaufen und unverletzt geblieben. Dies wurde als Zeichen ihrer Keuschheit und Heiligkeit angesehen. Oben seht Ihr die Darstellung des Pflugscharen-Laufs aus dem Bamberger Dom.



Das Grabdenkmal aus Marmor für Heinrich II. und Kunigunde im Bamberger Dom vollendete Tilman Riemenschneider in Jahre 1513. Die Reliquien des Heiligen Kaiserpaares wurden am 2. September desselben Jahres überführt.



Und wer immer schon mal wissen wollte, wie Kaiser Heinrich den Namen seiner Gattin schrieb, der wurde nun auch von seiner Neugierde erlöst.



Zum Schluß nochmals die Statue vom ersten Bild, diesmal vor würdig himmelblau-barockem Hintergrund.

Tuesday, February 23, 2010

Der Heilige Polykarp von Smyrna


Heute gedenkt die Kirche des Heiligen Polycarp, Bischof von Smyrna, Märtyrer, Apostolischer Vater, Patron gegen Ohrenleiden.

Biographische Informationen gibt's hier, im Heiligenlexikon.

Und auch das Martyrium des Heiligen könnt Ihr Euch durchlesen. Ich fand es in der Bibliothek der Kirchenväter. Diese Martyrium ist wirklich lesenswert, weil es mit Parallelen zur Leidensgeschichte unseres Herrn gespickt ist und dazu so wunderbare Stellen aufweist, wie diese aus dem 10. Kapitel:
    Als er [der Prokonsul] aber aufs neue in ihn [Polycarp] drang und sagte: "Schwöre beim Glücke des Kaisers", antwortete er: "Wenn du dir mit dem Gedanken schmeichelst, ich würde, wie du es nennst, beim Glücke des Kaisers schwören, und dich stellst, als wüßtest du nicht, wer ich bin, so höre mein freimütiges Bekenntnis: Ich bin ein Christ. Willst du aber die Lehre des Christentums kennen lernen, so bestimme mir einen Termin zur Aussprache".
Owned!

Monday, February 22, 2010

22. Februar - Kathedra Petri


Aus dem ökumenischen Heiligenlexikon:
    Die Legende berichtet, dass der Statthalter von Antiochia namens Theophilus Petrus ins Gefängnis werfen ließ. Paulus bot Theophilus daraufhin seine Dienste als Künstler in allerlei Handwerk an und erreichte, dass Petrus zur Probe freigelassen wurde und dann den längst verstorbenen Sohn des Theophilus wieder zum Leben erweckte. Theophilus bekehrte sich und setzte Petrus auf einen hohen Stuhl, damit alle ihn sehen und sein Wort hören sollten. Petrus blieb danach sieben Jahre lang als Bischof in Antiochia.

    Das Fest dient in der katholischen Kirche heute aber dem Gedenken an die an die Übertragung des besonderen Hirtenamtes, des Papstamtes, an Petrus und an die Errichtung des Bischofsstuhles in Rom durch Petrus, es ist in Rom schon Mitte des 4. Jahrhunderts bezeugt. Papst Gregor I. ließ in der Basilika St. Peter einen steinernen Papstthron errichten, der bis zum 13. Jahrhundert als Kathedra Petri bezeichnet wurde. Dann wurde allmählich einen anderer, hölzerner Thron mit diesem Attribut ausgezeichnet; dieser war wohl im 9. Jahrhundert für Kaiser Karl den Kahlen hergestellt und von diesem dann Papst Johannes VIII. geschenkt worden; später wurden Tafeln aus Elfenbein, die die Taten des Herkules darstellen, hinzugefügt. Seit dem 13. Jahrhundert galt er als wichtige Petrusreliquie. Im 17. Jahrhundert wurde er in einer von Bernini geschaffenen Hülle in der Apsis des neuen Petersdomes aufgestellt.
Bereits 2006 erklärte Papst Benedikt XVI während einer Generalaudienz die Bedeutung der Kathedra Petri. Den text findet Ihr hier, auf Zenit. Ich gebe hier einen kurzen Ausschnitt wieder, der sehr persönlich ist und den ich persönlich sehr gelungen und ergrifend finde:
    "Liebe Brüder und Schwestern, in der Apsis der Basilika des heiligen Petrus befindet sich, wie ihr wisst, das Denkmal der Kathedra des Apostels, ein Werk Berninis aus dessen Blütezeit, verwirklicht in Form eines großen Thrones aus Bronze, der von den Statuen von vier Kirchenlehrern getragen wird. Zwei sind aus dem Westen – der heilige Augustinus und der heilige Ambrosius –, und zwei aus dem Osten – der heilige Johannes Chrysostomus und der heilige Athanasius. Ich lade euch ein, vor diesem anregenden Kunstwerk innezuhalten, das heute sogar mit Kerzen verziert bewundert werden kann, und ganz besonders für das Amt, das Gott mir anvertraut hat, zu beten. Ruft, wenn ihr den Blick vor dem Fenster aus Alabaster erhebt, das sich genau vor dem Bischofssitz befindet, den Heiligen Geist an, damit er den Dienst, den ich Tag für Tag an der ganzen Kirche leiste, stets mit seinem Licht und seiner Kraft tragen möge. Dafür und für eure nachsichtige Aufmerksamkeit danke ich euch von Herzen."

Thursday, February 11, 2010

Und weil wir's eben von Bernadette Soubirous hatten...

Heute ist Gedenktag Unserer Lieben Frau in Lourdes.


"Ich bin die unbefleckt Empfangene."


Ich bin mal faul und verweise auf Braut des Lammes und Nikodemus, die schon schöne Beiträge verfaßt haben.

Friday, February 05, 2010

Die Heilige Agatha von Catania


Fleißigen Meßgängern und aufmerksamen Zuhörern ist sie aus dem römischen Kanon bekannt, ist sie doch eine der sieben Heiligen Märtyrinnen, die dort genannt werden: Felicitas, Perpetua, Agatha, Lucia, Agnes, Cäcilia, Anastasia.

Ich weiß nicht mehr, wann und wo ich die erste bildliche Darstellung der Heiligen Agatha sah. Ich weiß aber, daß ich noch recht jung war und über die Legende der Heiligen nichts wußte. Und - unschuldig und ahnnugslos, wie ich war - dachte ich, daß diese Heilige irgendetwas mit dem Bäcker-Gewerbe zu tun hat, da ich die beiden Brüste, die sie auf einem Tablett trug, für Törtchen hielt...

Heute weiß ich natürlich ein wenig mehr über die im Jahre 250/251 während der Verfolgung durch Decius umgekommene und schon bald nach ihrem Tod auch außerhalb ihrer sizilianischen Heimat verehrten Märtyrin. So richtig witzig fand ich das nicht, als ich irgendwann erfuhr, daß man der tapferen Dame die Brüste abgeschnitten hat.

Im Heiligenlexikon findet Ihr die Legenda Aurea der Heiligen, mit dramatischer Sprache, einer Petrus-Erscheinung, klassischer Abstrafung des heidnischen Bösewichts und einer wunderbaren Präfation des Heiligen Ambrosius:
    "Selige, hochberühmte Jungfrau, die da zum Lob des Herrn ihr Blut durfte ausgießen, du bist mit doppelter Zier geschmückt, in deinen Leiden geschahen alle Wunder, und der Apostel des Herrn kam und heilte dich. Also wardst du Christo vermählt gen Himmel genommen; deinen irdischen Überresten ward hohe Ehre zuteil, der Engel Chor verkündete die Heiligkeit deiner Seele und deines Landes Befreiung".
Meine kindliche Phantasie wurde übrigens dann später gerechtfertigt, als ich erfuhr, daß aus Catania eine Leckerei stammt, welche sich "minni di virgini" (Jungfrauenbrüste) nennt und ausschaut, wie eine übergroße belgische Praline mit einem Knübbelchen obendrauf. Diese "minni" gehen natürlich auf die Heilige Agatha zurück.

Wednesday, February 03, 2010

Der Heilige Blasius

Um den Heiligen Blasius rankt sich eine dieser farbenfrohen, ereignisreichen und auch schrecklich brutalen Legenden aus der Zeit der verfolgten Kirche. Das ökumenische Heiligenlexikon berichtet:

"Nach der Legende soll Blasius sich wegen der Christenverfolgung in einer Höhle versteckt haben, wo er von wilden Löwen, Tigern und Bären bewacht wurde. Vögel trugen ihm Nahrung zu, er segnete wilde Tiere und heilte ihre Verletzungen. Die Jäger fanden kein Wild mehr, da sich alle Tiere zu Blasius geflüchtet hatten. Aus dieser Einsiedelei heraus habe er sein Bistum geleitet. Eine arme Frau, die durch Blasius' Gebet ihr vom Wolf geraubtes Schwein zurück erhalten hatte, ernährte ihn, brachte Schweinskopf [eines der Attribute des Heiligen] , Brot und Kerze [ein weiteres Attribut], für ihn hatte sie das wieder erlangte Schwein geschlachtet. Sie erhielt den Auftrag, jährlich in seinem Namen eine Kerze zu seinem Gedächtnis zu opfern.

Christus offenbarte Blasius dann eines Tages, dass die Stunde seines Martyriums gekommen sei. Er wurde trotz seiner tierischen Leibwache verhaftet und vor den Statthalter Agricola gebracht, weigerte sich aber, die Götterbilder anzubeten, und wurde ins Gefängnis geworfen. Im Gefängnis soll er einen Jungen, der eine Fischgräte verschluckt hatte, durch sein Gebet vor dem Erstickungstod gerettet haben. Durch seine Standhaftigkeit erbittert, ließ der Statthalter ihm mit eisernen Wollkämmen
[ein drittes Attribut] die Haut zerfetzen. Sieben Frauen sammelten sein Blut, wurden auch festgenommen und mit Kämmen gemartert; als der feurige Ofen, in den sie geworfen werden sollten, vor ihnen erlosch, wurden sie enthauptet. Nun wurde Blasius mit zwei Gefährten in einen Teich geworfen, er machte das Kreuzeszeichen über dem Wasser, Christus erschien, und trockenen Fußes schritten sie an Land. Die Heiden aber, die es ihnen gleichtun wollten, ertranken. Vor der Hinrichtung betete Blasius darum, dass alle, die ein Übel an der Kehle oder sonst ein Siechtum haben, Erhörung fänden, wenn sie in seinem Namen um Gesundung bäten. Eine Stimme vom Himmel versicherte ihm die Gewährung dieser Bitte. Mit den beiden Gefährten wurde er enthauptet."

Wie gesagt: Bunt, aber auch grausam! Heute morgen bin ich nicht hier, bei den Mexikanern, zur Messe gegangen, sondern in Il Gesu. Da wir hier in Rom sind, gibt's natürlich von so ziemlich jedem Heiligen irgendwo eine Reliquie. In Il Gesu haben sie eine vom Heiligen Blasius. Jetzt bin ich also wieder Blasius-gestärkt und hoffe, daß ich während der nächsten 12 Monate seltener von Erkältungen heimgesucht werde, als in den vergangenen (insgesmt vier Mal). Im letzten Jahr hatte ich allerdings auch keinen Blasius-Segen bekommen...

In Düsseldorf, bei meinem damaligen Haus- und Hof-Geistlichen, wurde noch so richtig auf alte Schule gemacht. Da hatte ich während des Blasius-Segens die Flammen der Kerzen so nahe links und rechts am Ohr, daß mir immer ein wenig Angst und Bange wurde. Aber schön warm war's...

Wednesday, January 20, 2010

Kleine Bilderstrecke zur Heiligen Agnes

Morgen gedenkt die Kirche der Heiligen Agnes. Heute schon mal ein paar schöne Bilder:







Warum kein Text, fragt Ihr Euch? Weil auf Braut des Lammes schon ein ganz formidabler Eintrag steht.

Sunday, December 13, 2009

Die Heilige Lucia


Nachdem am vergangenen Wochenende ja schon der Heilige Nikolaus dem Sonntag den Vortritt lassen mußte, erwischt es heute die Heilige Lucia. Sie gehört mit der Heiligen Barbara und dem Heiligen Nikolaus zu den beliebtesten Advents-Heiligen und ihre Legende ist gar schauerlich-schön:
    Nach der Legende gelobte Lucia schon als Kind ewige Jungfräulichkeit, aber ihre Mutter Eutychia wollte sie verheiraten. Lucia zögerte die Verlobung hinaus. Als die Mutter erkrankte, unternahm Lucia mit ihr eine Wallfahrt nach Catania zum Grab der Agatha. Gebet und Erscheinung heilten die Mutter, die ebenfalls Christin wurde. In einem Traumgesicht erschien Agatha der Lucia, verwies sie auf die Kraft ihres Glaubens und sagte ihr ein ihr ähnliches Schicksal wie das eigene voraus. Zurückgekehrt kündigte Lucia die abgesprochene Eheschließung, mit ihrem Vermögen und mit Unterstützung ihrer Familie gründete sie eine Armen- und Krankenstation, denn die wundersam geheilte Mutter unterstützte nun ihre Tochter. Berichtet wird auch, dass Lucia ihren Glaubensgenossen Lebensmittel in die Verstecke brachte. Damit sie beide Hände frei hatte zum Tragen der Speisen, setzte sie sich einen Lichterkranz aufs Haupt, um in der Dunkelheit den Weg zu finden.

    Ihren Verlobten wies Lucia nun ab, er erfuhr zudem vom Verschenken des Erbes und überantwortete Lucia dem Präfekten. Der wollte sie ins Dirnenhaus bringen lassen - ähnlich der Agatha - aber ein Ochsengespann und tausend Männer waren nicht imstande, die Gefesselte von der Stelle zu bewegen. Weder ein Zauberer noch rund um sie entzündetes Feuer und über sie gegossenes siedendes Öl konnten ihr etwas anhaben. Da stieß man ihr ein Schwert durch die Kehle; mit durchschnittenem Hals betete sie laut weiter und verkündete den nahen Frieden des Christenreiches, da Maximian gestorben und Diokletian vertrieben sei. Weitere Legenden berichten, dass sie ihre schönen Augen ausgerissen und sie auf einer Schüssel ihrem Verlobten geschickt habe, doch habe ihr Maria noch schönere Augen wiedergegeben. Lucia starb erst, nachdem ein Priester ihr die Hostie gereicht hatte.

In Skandinavien ist die Heilige Lucia schwer beliebt. Dort wird am 13. Dezember immer ein Mädel dazu auserkoren, die Heilige darzustellen. Ihr wird dann ein Kranz aus Kerzen auf den Kopf gesetzt. Diesen Brauch gibt es auch in Teilen der USA, vor allem in Staaten, die viele Einwanderer aus Skandinavien haben, wie z.B. Minnesota.

Hier noch ein besonders schönes Altarbild:

Madonna mit Kind und der Heiligen Lucia von Ludovico Mazzanti aus der Kathedrale San Lorenzo in Viterbo. Abseits der von den Hauptpersonen gebildeten Diagonalen ist ganz schön was los: Unten rechts kokelt das Fegefeuer. Ein Putto präsentiert die Märtyrer-Palme, während hinter ihm ein Zweiter die Augen der Heiligen auf einem goldenen Teller trägt. Ganz links unterhält sich eine Dame mit einem Totenschädel und ihr zu Füßen lugt ein Putto in ein Gefäß. Was da drin ist, wüßte ich schon gerne.

Tuesday, December 08, 2009

Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria

Hmm... Das dürfte der bisher längste Beitragstitel auf am römsten sein.

Ich bin heute faul, wünsche Euch allen (egal, ob Ihr heute Feiertag habt oder nicht) ein schönes Hochfest Mariä Empfängnis, spendiere noch einen schönen Tiepolo...



... und verweise der Einfachheit halber auf den Eintrag zum Tage vom letzten Jahr.

Friday, December 04, 2009

Die Heilige Barbara

Über die Heilige Barbara habe ich ja vor drei Jahren schon einmal kurz berichtet. Die illustre Dame aus dem Kreise der Vierzehn Nothelfer ist eine der Heiligen, die mir irgendwie besonders nahe stehen. Ach! Heute werden im Stift die Barbarazweige verteilt! Ein schöner Brauch, in dessen Genuß ich erst im nächsten Jahr wieder kommen werde.

Hier und heute gibt es die Legende der Heiligen, so, wie ich sie fand und (nach geziemender Prüfung) kopierte:
    Nikomedia, im Altertum die Hauptstadt von Bithynien im nördlichen Kleinasien, heute Izmit, wurde vom römischen Kaiser Diokletian zu einer Residenz ausgewählt. Regiert wurde die Stadt von Maximian, der als resoluter Christenverfolger in die Geschichte eingegangen ist. Hier lebte damals um 300 n. Chr. ein heidnischer Grieche aus herrschaftlichem Hause mit Namen Dioscorus. Bekannt war er durch den Überfluß hochbedeutender Güter. Er hatte nur eine einzige, bildhübsche Tochter, Barbara, die er über alles liebte und vor jeglicher Berührung mit der Welt zu bewahren versuchte, nicht zuletzt, um sie den Einflüssen der Christenlehre zu entziehen. Er bemerkte sehr wohl, dass ihr der heidnische Kult zuwider und sie dem Gott der Christenheit mehr zugetan war als den heidnischen Göttern. So befahl Dioscorus einen Turm zu bauen, den er seiner Tochter als Wohnung zuwies und den sie während seiner Abwesenheit nicht verlassen durfte, damit sie von keinem Menschen gesehen würde. Alles womit er sie erfreuen konnte, gab er ihr. Er ließ sie von den besten Lehrern unterrichten und sorgte auch sonst für jegliche Bequemlichkeit. Doch diese Abgeschiedenheit veranlasste Barbara zum Nachdenken über die Welt und ihren Schöpfer. Die Freiheit ihres Geistes entzündete in ihr die Sehnsucht nach der Erkenntnis des wahren Gottes.

    Auch lebte zu jener Zeit in der Stadt Alexandrien ein gelehrter Mann, namens Origines. Als Barbara trotz aller Weltabgeschiedenheit von Origines hörte, gelang es ihr, Kontakt mit ihm aufzunehmen und teilte ihm mit: "Von der Zeit an, da ich denken konnte, habe ich von ganzem Herzen begehrt, zu der Erkenntnis des wahren Gottes zu gelangen, und ich habe lange nachgedacht und gefunden, dass in Bildnissen aus Holz, Stein und Metall keine Gottheit gleichen kann, denn so schön sie auch sein können, sie bleiben leblos."

    Origines teilte ihr mit von der Dreieinigkeit und Dreifaltigkeit Gottes sowie vom ewigen Leben, das die erwerben, die um Christi willen unter Martern ihr Leben lassen. Zugleich sandte er einen Lehrer mit Büchern zu Barbara, den sie mit größter Verehrung aufnahm und ihrem Vater gegenüber als einen in der Heilkunst erfahrenen Alexandriner ausgab. Dioscorus gestattete seiner Tochter, mit diesem Gelehrten Gespräche zu führen. In Wirklichkeit war dieser Mann der Priester Valentinus, von dem sie Belehrung über die Dreifaltigkeit und über Christi Taufe erhielt. Aus Ehrfurcht gegenüber Gott Vater, Sohn und dem Heiligen Geist ließ sich Barbara während einer längeren Reiseabwesenheit ihres Vaters von Valentinus taufen und zu den zwei Fenstern des Turmes ließ Barbara ein drittes anbringen. Sie nahm stetig zu an den Erkenntnissen der göttlichen Weisheiten.

    Als Dioscorus zurückkehrte und die Umwandlung seiner Tochter bemerkte, verfinsterten sich plötzlich seine Züge. Danach befragt, warum sie ein drittes Fenster habe einbringen lassen, antwortete Barbara: "Die drei Fenster erleuchten den ganzen Menschen, denn drei sind es auch, die die Welt erleuchten und der Sterne Lauf regeln, nämlich der Vater, der Sohn und der Heilige Geist." Über diese Antwort zunächst erschrocken, ermahnte sie Dioscorus liebevoll, von der Torheit abzulassen und sich den alten Göttern wieder zuzuwenden. Zur damaligen Zeit wurden die Christen in den Ländern unter römischer Herrschaft überall grausam verfolgt. Sie galten als Feinde des Staates, auf die Zugehörigkeit zum Christentum standen tödliche Strafen. Doch alle Vorhaltungen blieben ohne Erfolg. Die Götterbilder waren im Turm schon durch Kreuze ersetzt. Barbara sagte ihrem Vater freimütig, dass sie nunmehr Christin sei und die heidnischen Götter und Gebilde von Menschenhand verachte. Sie sei entschlossen, Christus allzeit zu dienen.

    Dioscorus geriet in Zorn und wollte seine Tochter auf der Stelle mit dem Schwert durchbohren. Barbara ergriff die Flucht, ein Fels öffnete sich und gewährte ihr Zuflucht. Der Vater jedoch entdeckte sie. Barbara sollte vor dem Präfekten Marcianus dem neuen Glauben abschwören. Erbarmungslose Geiselung konnte sie nicht im Glauben erschüttern. In der Nacht erschien ihr im Verlies Christus, für den sie gelitten hatte und befreite sie von ihren Wunden. Den qualvollen Martern sollte schließlich die Hinrichtung durch das Schwert folgen. Es war ihr eigener Vater, der zum Henker wurde. Er schlug seiner Tochter den Kopf ab. Dioscorus mußte diese Freveltat jedoch gleich büßen. Unter Donner wurde er vom Blitzstrahl getötet.
Schauder! Aber so steht es geschrieben, so ist es zu glauben!

Monday, November 30, 2009

Der Heilige Andreas

Heute gedenkt die Kirche des Heiligen Andreas, Apostel und Bruder des Simon Petrus.

Informationen über den Märtyrer finden sich reichlich. Ich habe eine Übersetzung der leganda aurea des Jacobus de Voragine gefunden, aus der ich mal ein paar Zeilen über den Heiligen Anderas zitiere, weil sie unter anderem einen der genialsten Gründe liefern, warum man eine Heiligenlegende zu Glauben nicht verpflichtet ist:
    Da unser Herr gen Himmel war gefahren, teilten die Jünger sich durch die Welt, und kam Sanct Andreas in das Land Scythia und Sanct Matthaeus predigte in dem Lande Murgundia oder Mirmidona. Die Predigt Sanct Matthaei aber verschmähten die Leute und stachen ihm die Augen aus, warfen ihn gebunden in einen Kerker, und wollten ihn über etliche Tage töten. Unter der Zeit erschien der Engel des Herrn dem Andreas und gebot ihm, daß er nach Murgundia ginge zu Sanct Matthaeo. Sprach Sanct Andreas, er wüßte des Weges nicht. Da gebot ihm der Engel, daß er an das Gestade des Meeres gehe, und in das erste Schiff steige, das er daselbst fände. Andreas tat, wie ihm der Engel geheißen hatte, und kam unter des Engels Führung bald in die Stadt mit einem glückhaften Wind. Und kam zu dem Kerker, den fand er offen; und sah Sanct Matthaeum, und weinte und betete. Da empfing Matthaeus sein Gesicht wieder, das ihm die Bosheit der Ungläubigen geraubt hatte; und fuhr von dannen und kam gen Antiochia; Andreas aber blieb zu Murgundia. Da ward das Volk zornig, daß ihm Matthaeus entronnen war, und nahmen Andream und banden ihm seine Hände, und schleiften ihn durch die Stadt, daß sein Blut auf die Erde rann. Da bat er unsern Herrn für sie in seinem Leiden, und bekehrte sie mit diesem Gebet zu Christo. Darnach fuhr er auch gen Antiochiam.

    Ich meine aber, was hier von der Heilung der Blindheit des Matthaeus erzählt wird, ist man nicht schuldig zu glauben; auf daß nicht so klein gemacht werde der große Evangelist und Apostel Matthaeus; als sollte er sich von Gott nicht selbst haben erbitten können, was Andreas ihm also leichtlich erwarb.
Ist das nicht klasse? Nicht: "Och, muß man nicht glauben. Ist doch alles eh nur frommer Schnickschnack." Sondern: "Dat hätt de och selvs jekünnt!"