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Sunday, June 13, 2010

Also los, Jungs!

Worauf wartet Ihr noch?
    Der Priester ist nicht einfach ein Amtsträger wie ihn jede Gesellschaft braucht, damit gewisse Funktionen in ihr erfüllt werden können. Er tut vielmehr etwas, das kein Mensch aus sich heraus kann: Er spricht in Christi Namen das Wort der Vergebung für unsere Sünden und ändert so von Gott her den Zustand unseres Lebens. Er spricht über die Gaben von Brot und Wein die Dankesworte Christi, die Wandlungsworte sind – ihn selbst, den Auferstandenen, sein Fleisch und sein Blut gegenwärtig werden lassen und so die Elemente der Welt verändern: die Welt auf Gott hin aufreißen und mit ihm zusammenfügen. So ist Priestertum nicht einfach „Amt“, sondern Sakrament: Gott bedient sich eines armseligen Menschen, um durch ihn für die Menschen da zu sein und zu handeln. Diese Kühnheit Gottes, der sich Menschen anvertraut, Menschen zutraut, für ihn zu handeln und da zu sein, obwohl er unsere Schwächen kennt – die ist das wirklich Große, das sich im Wort Priestertum verbirgt. Daß Gott uns dies zutraut, daß er Menschen so in seinen Dienst ruft und so sich ihnen von innen her verbindet, das wollten wir in diesem Jahr neu bedenken und verstehen. Wir wollten die Freude neu aufleben lassen, daß Gott uns so nahe ist und die Dankbarkeit dafür, daß er sich unserer Schwachheit anvertraut. Daß er uns führt und hält, Tag um Tag. So wollten wir auch jungen Menschen wieder zeigen, daß es diese Berufung, diese Dienstgemeinschaft für Gott und mit Gott gibt – ja, daß Gott auf unser Ja wartet. Mit der Kirche wollten wir wieder darauf hinweisen, daß wir Gott um diese Berufung bitten müssen. Wir bitten um Arbeiter in der Ernte Gottes, und dieser Ruf an Gott ist zugleich ein Anklopfen Gottes ans Herz junger Menschen, die sich zutrauen, was Gott ihnen zutraut.
Gott traut es Euch zu. Der Heilige Vater traut es Euch zu. Jetzt traut es Euch gefälligst auch zu!

Habt keine Angst davor, etwas zu tun, "das kein Mensch aus sich heraus kann". Findet Euch damit ab, daß Ihr nichts besonderes seid, sondern daß Gott in Euch etwas besonderes bewirken will. Dann könnt Ihr auch gelassen auf die Leute reagieren, die der Meinung sind, ein Priester sollte am besten gar nichts sein.

Monday, May 31, 2010

Ein Teil der Hektik...

... seitens Organisationen wie "Wir sind Kirche" kommt - glaube ich - auch daher, daß man sich langsam von einem liebgewordenen Universal-Knüppel verabschieden muß:

Das Wort "vorkonziliar" läßt sich immer weniger als Schmuddelkind-Attribut einsetzen. Seit Papst Benedikt XVI die "Hermeneutik der Diskontinuität" der "Hermeneutik der Reform" gegenüberstellte, ist klar, daß Reform eben nicht darauf abzielen darf, sich
    das Wohlwollen der Massenmedien und auch eines Teiles der modernen Theologie
zunutze zu machen. Vielmehr geht es um die
    Erneuerung des einen Subjekts Kirche, die der Herr uns geschenkt hat, unter Wahrung der Kontinuität; die Kirche ist ein Subjekt, das mit der Zeit wächst und sich weiterentwickelt, dabei aber immer sie selbst bleibt, das Gottesvolk als das eine Subjekt auf seinem Weg.
Denn (wir zählen fleißig die "Bingo"-s):
    Die Hermeneutik der Diskontinuität birgt das Risiko eines Bruches zwischen vorkonziliarer und nachkonziliarer Kirche in sich [Bingo!]. Ihre Vertreter behaupten, daß die Konzilstexte als solche noch nicht wirklich den Konzilsgeist ausdrückten [Bingo!]. Sie seien das Ergebnis von Kompromissen, die geschlossen wurden, um Einmütigkeit herzustellen, wobei viele alte und inzwischen nutzlos gewordene Dinge mitgeschleppt und wieder bestätigt werden mußten. Nicht in diesen Kompromissen komme jedoch der wahre Geist des Konzils zum Vorschein, sondern im Elan auf das Neue hin, das den Texten zugrunde liege: nur in diesem Elan liege der wahre Konzilsgeist, und hier müsse man ansetzen und dementsprechend fortfahren [Bingo!]. Eben weil die Texte den wahren Konzilsgeist und seine Neuartigkeit nur unvollkommen zum Ausdruck brächten, sei es notwendig, mutig über die Texte hinauszugehen und dem Neuen Raum zu verschaffen, das die tiefere, wenn auch noch nicht scharf umrissene Absicht des Konzils zum Ausdruck bringe [Bingo!]. Mit einem Wort, man solle nicht den Konzilstexten, sondern ihrem Geist folgen [Bingo!]. Unter diesen Umständen entsteht natürlich ein großer Spielraum für die Frage, wie dieser Geist denn zu umschreiben sei, und folglich schafft man Raum für Spekulationen [Bingo!]. Damit mißversteht man jedoch bereits im Ansatz die Natur eines Konzils als solchem [Bingo!]. Es wird so als eine Art verfassunggebende Versammlung betrachtet, die eine alte Verfassung außer Kraft setzt und eine neue schafft [Bingo!].
Wo der Bruch so dermaßen eins auf die Zwölf kriegt, da werden nur ungezogene Kinder weiterhin mit dem Fuß aufstampfen und sagen: "Ich will aber nicht auf Papa hören!" Papa geht unterdessen hin und erklärt, daß der eine Ritus einen zweifachen Usus hat. Papa läßt ein wenig mehr Weihrauch wehen, welcher die Fäden sichtbar macht, die die Katholiken des 21 Jahrhunderts mit ihren Vorfahren über viele Jahrhunderte hinweg verbinden. Papa demonstriert, daß es keinen Bruch gibt, sondern nur Reform unter Wahrung der Kontinuität. Papa zeigt, daß Begriffe wie "vorkonziliar" und "nachkonziliar" besser als zeitliche Angaben zu verstehen sind und nicht als die Grenze, an der sich das Fortschrittliche vom Konservativen trennt.

Das schmerzt, denn das beraubt viele Leute eines 1A-Mundtotmachers. Und das macht sie nervös und hektisch. Denke ich zumindest...

Monday, May 17, 2010

Ein "Benedikt" ist auch dabei...

Selten kommt es vor, daß ein Blogger sich beim Oberbayerischen Volksblatt bedient. Diese Geschichte hier ist es aber wert:
    Papst segnet Drillinge

    Frischvermählt hatten Evelyn und Martin Schmid aus Ruhpolding 2006 an einer Romreise teilgenommen, bei der sie mit Papst Benedikt XVI sprechen konnten. Der Heilige Vater wünschte ihnen damals viel Glück für ihre Ehe. Der päpstliche Segen wurde vor zwei Jahren mit Kinderglück erhört - und das gleich dreifach. Evelyn brachte drei kerngesunde Buben zur Welt: Georg, Benedikt und Rupert. Als jetzt Evelyn und Martin Schmid wieder in Rom waren, diesmal mit ihren Drillingen, erkannte der Papst auf seinem Audienzrundgang die Ruhpoldinger wieder. Das Kirchenoberhaupt war von den Drillingen begeistert. Die ganze Familie war in Tracht erschienen, die Buben in kurzen Lederhosen. Papst Benedikt nahm sich Zeit für ein persönliches Gespräch, segnete die Drillinge und schenkt ihnen je einen Rosenkranz.

Sunday, May 16, 2010

Für den kleinen Appetit zwischendurch...

... gibt's hier erst einmal ein paar schöne Photos von unserem Heiligen Vater, Papst Benedikt XVI:



















Dieses letzte Photo ist eines meiner Lieblingsbilder vom Papst. Das liebe Lächeln kombiniert mit der wilden Frisur ist einfach unschlagbar.

Beim Angelus war es übrigens pickepackevoll. Und es wären sicherlich noch mehr Leute dagewesen, wenn das Wetter ein wenig besser gewesen wäre. Der Heilige Vater war hörbar gerührt über den Andrang und hat sein letztes "Grazie" nicht gesagt, sondern freudig herausgeschrien.

Man sieht aber doch, daß ihm die letzten Wochen und Monate zu schaffen machten. Von der Piazza aus gesehen wirkte alles ganz normal. Er redete deutlich, mit fester Stimme und flüssig und winkte oft in die Menge hinab. Aber als ich auf einen der Monitore sah, da erkannte ich, daß sein Lächeln ein wenig von diesem spitzbübischen Charme eingebüßt hat.

Es ist würdig und recht, für den Mann zu beten, der Nachfolger ist des Felsens, auf welchem unser Herr seinen mystischen Leib errichtete. Das sollte jeder Mensch verstehen, der sich mit Recht als "Katholik" bezeichnet.

Friday, May 14, 2010

Grußadresse....

...des Heiligen Vaters anläßlich des Besuchs im Rathaus von Porto am heutigen Tag:
    Liebe Brüder und Schwestern,
    liebe Freunde!

    Ich bin froh, hier bei euch zu sein, und danke euch für den festlichen und herzlichen Empfang, den ihr mir in der Stadt Porto, der „Stadt der Jungfrau“, bereitet habt. Ihrem mütterlichen Schutz empfehle ich euer Leben und eure Familien an, eure Gemeinschafen und Einrichtungen im Dienst am Gemeinwohl, insbesondere die Universitäten dieser Stadt, deren Studenten sich hier verabredet haben und mir ihre Dankbarkeit und ihr Festhalten am Lehramt des Nachfolgers Petri zum Ausdruck gebracht haben. Danke für eure Anwesenheit und für das Zeugnis eures Glaubens. Ich möchte nochmals allen danken, die auf verschiedene Weise bei der Vorbereitung und der Verwirklichung meines Besuchs mitgewirkt haben, auf den ihr euch ja vor allem im Gebet vorbereitet habt. Gerne hätte ich eure Einladung angenommen, meinen Aufenthalt in eurer Stadt zu verlängern, aber dies ist mir leider nicht möglich. So muß ich abreisen, während ich euch alle freundschaftlich in Christus in die Arme schließe und segne: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
"Verdummung und Bevormundung..."

"...klerikaler Muff..."

"...weihrauchvernebelte Doppelmoral"


Nun, jeder hat hier die Möglichkeit, zu lesen und zu verstehen und für sich die Entscheidung zu treffen, welche Art von öffentlichem Krawall ihm oder ihr lieber ist: Die Katholische oder die des "Bundes für Geistes-frei-heit"...

Thursday, May 13, 2010

Süß!


[HT an Leser Simon für's Zuschicken!]

Heute, am vormittag in Fatima...

    "In Anbetracht einer Menschheitsfamilie, die bereit ist, ihre heiligsten Pflichten auf dem Altar kleinlicher Egoismen im Namen der Nation, Rasse, Ideologie, Gruppe oder des Individuums zu opfern, ist unsere gebenedeite Mutter vom Himmel herabgekommen, um all jenen, die sich ihr anvertrauen, voller Hingabe die göttliche Liebe ins Herz zu legen, die auch in ihrem Herzen brennt.

    Zu jener Zeit waren es nur drei Personen, deren Lebensbeispiel sich – insbesondere durch die Weitergabe der Wandermuttergottes – in zahllosen Gruppen auf der ganzen Erde verbreitet und vermehrt hat, die sich dem Anliegen brüderlicher Solidarität widmen.

    Möge in den sieben Jahren, die uns noch vom hundertsten Jahrestag der Erscheinungen trennen, der angekündigte Triumph des Unbefleckten Herzens Mariens zu Ehren der Allerheiligsten Dreifaltigkeit näherkommen."
Danke und "So sei es!", Heiliger Vater.

Sunday, May 02, 2010

Papst Benedikt XVI in Turin



Man sieht schon, daß die letzten Wochen nicht spurlos an ihm vorübergegangen sind. Aber man sieht auch, daß dies sein schüchtern-spitzbübisch-liebes Lächeln gar nicht beeinträchtigt.

Die Predigt des Heiligen Vaters bei der Heiligen Messe auf der Piazza San Carlo gibt es hier in einer Arbeitsübersetzung des Vatikans. Ein kleiner Auszug:
    Wir befinden uns in der Osterzeit, der Zeit der Verherrlichung Jesu. Das Evangelium, das wir soeben gehört haben, erinnert uns daran, dass diese Verherrlichung durch das Leid gegangen ist. Im Ostergeheimnis sind Leid und Verherrlichung vollständig verbunden, sie bilden eine untrennbare Einheit. Jesus bestätigt: „Heute wird der Menschensohn verherrlicht, und Gott wird in ihm verherrlicht“ und er sagt es, als Judas den Abendmahlssaal verlässt, um seinen Plan des Verrates umzusetzen, der zum Tod seines Meisters führen wird: Genau in diesem Moment beginnt das Leiden Jesu. Der Evangelist Johannes lässt es uns klar verstehen: Er sagt nicht etwa, dass Jesus erst nach seinem Leiden verherrlicht wurde, durch die Auferstehung, sondern er zeigt uns, dass seine Verherrlichung mit dem Leiden selbst begann.
... und sein Leiden begann, als jemand aus seinem Kreis engster Vertrauter ihm den Rücken kehrte.

Das sollte nicht nur mutlosen Laien zu denken geben, sondern auch - und vor allem - zögerlichen Täterschutz-Oberhirten und kinderschändenden Priestern!

NIE WIEDER!

Sunday, April 25, 2010

Als Betthupferl...


... noch ein schönes Photo von Papst Benedikt XVI. Dieser Hut ist einfach flott!

Friday, April 23, 2010

Monica Applewhite über Mißbrauch

Monica Applewhite ist eine führende Expertin im Bereich Prüfung, Überwachung und Strategie-Entwicklung zur Verhinderung sexuellen Mißbrauchs und im Bereich Risiko-Management für Leute mit einer Geschichte sexueller Übergriffe. Sie hat mit über 300 Organisationen zusammengearbeitet, die Kindern und Jugendlichen dienen, darunter 28 US-Diözesen, die Katholischen Bischofskonferenz in den USA, die Jesuitenkonferenz in den USA und die Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens in Rom.

Sie gab in der vergangenen Woche ein Interview im National Catholic Register. Hier die interessantesten Aussagen in eigener Übersetzung:
    Die Kirche in den USA ist die erste große Organisation, die zwei wichtige Schritte in Richtung Heilung und Prävention gemacht hat. Wir haben erstens eine Häufigkeits-Untersuchung durchgeführt, um herauszufinden, wie viele Vorfälle, Opfer und Täter es zwischen 1950 und 2002 gab.

    ...

    Zweitens ist die Kirche die erste Institution ihrer Größe, die ein komplettes Programm der Haftung umgesetzt hat, um die Umsetzung der Reformbemühungen zu sichern.

    ...

    Aus meiner Sicht begann ein tiefgreifender Wechsel in der Kultur des Vatikans mit Kardinal Ratzinger und wurde gefestigt seit er Papst wurde.

    Als ich mit Priestern zu arbeiten begann, die sich sexuellen Mißbrauchs schuldig gemacht hatten, versuchten sie manchmal, mich einzuschüchtern mit der Drohung, daß sie "ihren Fall nach Rom schicken werden", um sich zu beschweren, und daß sie "gewinnen" würden. Damit antworteten sie auf das System, das ich entwickelt hatte, um dafür sie verantwortlich zu machen, wie sie ihr Leben verbringen, wen sie besuchen und ob die Leute in ihrem Leben sich darüber die Mißbräuche im Klaren sind, die sie begangen haben.

    Oft hörte ich "Sie verletzen meine Rechte!" Es war klar, daß sie fühlten, sie hätten die Oberhand.

    Seitdem - und besonders seit 2000 - hat sich die Macht verlagert. Ich habe auch seitdem mit Priestern gearbeitet, die sich sexuell an Minderjährigen vergriffen haben, und wenn man sie heute fragt, werden sie eher nicht annehmen, daß "Rom" auf ihrer Seite ist.

    ...

    Seit 2001 ist das System viel einhetlicher geworden. Es gibt ein "Formular", wie man den Fall aufzuschreiben hat, so daß alle Anschuldigungen und die Ergebnisse der Untersuchungen klar dokumentiert sind. Viele Gerichtsverhandlungen werden lokal abgehalten und der Prozeß ist viel schneller. Wichtiger noch: Die Kongregation für die Glaubenslehre verleiht den Bischöfen und Superioren Unterstützung und Glaubwürdigkeit, die an disziplinären Maßnahmen von der Entfernung aus dem Amt bis zur Laisierung, beteiligt sind.

    ...

    ... die ganze Aufmerksamkeit der Medien und das weltweite Interesse werden Papst Benedikt die Möglichkeit und die Druckmittel geben, die kirchliche Kultur des Schweigens und Täterschutzes weltweit viel schneller zu ändern. Er wird den Wechsel nicht "verkaufen" müssen, so wie er es hätte tun müssen, wenn all dies nicht passiert wäre. Viele der Barrieren, auf die er während mehr als einem Jahrzehnt traf, werden niedergerissen sein. Ich glaube, er wird sein Vermächtnis festigen können als der Repräsentant der Veränderung und der Sanierung der Kirche, als welcher er gerne in Erinnerung bleiben würde.

Tuesday, April 20, 2010

Unser Papst:

Sowohl Mensch...


(denn auch einem 83-Jährigen sollte es gestattet sein, in solch schweren Tagen und Wochen ungeplant wegzuschlummern)


...als auch Heiliger (Danke, Elsa! Für's Finden und Übersetzen).

Monday, April 19, 2010

5 Jahre Benedikt XVI!

Meine persönliche Bilanz:


Herzliche Glück- und Segenswünsche, vielen Dank und auf die nächsten 5!

Friday, April 16, 2010

Papst Benedikt XVI zum Geburtstag

Heiliger Vater!


Im Judentum gibt es Männer, die feiern an ihrem 83. Geburtstag die zweite Bar Mitzwa. Der dahinterstehende Gedanke ist eine durchschnittliche Lebensdauer von 70 Jahren (Ps. 90;10: "Unser Leben währt siebzig Jahre, und wenn es hoch kommt, sind es achtzig"). Wer also das Alter von 83 Jahren erreicht, wird in einer zweiten, neu berechneten Lebenszeit zum zweiten Male 13 Jahre alt und feiert daher auch zum zweiten Male Bar Mitzwa.

Die durchschnittliche Lebenserwartung für Männer in Europa beträgt mit dem Stand von 2007 78 Jahre. Mit 78 Jahren sprachen sie, Heiliger Vater - fünf Jahre ist es bereits her - als demütiger und fleißiger Arbeiter im Weinberg unseres Herrn das "Ja" zum Amt des Oberhauptes der Einen, Heiligen, Katholischen und Apostolischen Kirche. Mit dem statistischen Lebensende begann somit in Wahrheit ein neues Leben.

Nun, da Sie das hohe/zarte Alter von 83/5 Jahren erreicht haben, erlaube ich mir neben meinen wärmsten, herzlichsten und ehrlichen Glück- und vor allem Segenswünschen auch eine Bitte auszusprechen: Mögen Sie, Heiliger Vater, auch in Zukunft weiterhin die theologische Tiefe eines 83-jährigen hochstudierten Mannes verbinden mit der kindlichen Freude, Neugierde und Liebe eines 5-jährigen Buben, der zum ersten Mal die Heilige Messe besuchte und - wenn auch nicht in seinem Verstand, so doch in seinem Herzen - ergriffen wurde.

Gestern waren wir Papst, heute drängt man auf Ihre Verhaftung, morgen werde ich immer noch bereit sein. Es ist wahrscheinlich müßig, es zu erwähnen, aber es gibt hier draußen Menschen, die für den Papst durch's Feuer gehen werden.

Ihr Vorgänger, der Diener Gottes Johannes Paul II, war der Papst, mit dem ich aufwuchs. Sie, Heiliger Vater, Papst Benedikt XVI, der Papst der Christlichen Einheit, sind der Papst mit dem ich gerne alt würde.

Herzlichen Dank für alles.


Immer im Gebet verbunden,

Alipius C. Müller can. reg.

Tuesday, March 23, 2010

Lieber Heiliger Vater...

Ich gestehe...

Ich bin ein unverbesserlicher Papist und Römling!


Weil ich leibliche Eltern habe, die mich in meinen Jahren der Schwäche, der Abhängigkeit, der Ungelehrtheit und der Neugierde mit allem versorgten, was ein wachsender Racker benötigt...


... weiß ich, was es bedeutet, einem geistlichen Vater den Vertrauensvorschuß der Liebe und des Gehorsams entgegenzubringen.


Daher bin ich ganz und gar nicht der Meinung, daß Sie, Heiliger Vater, eine "Gefahr für die Kirche" darstellen,...


... daß Sie, Heiliger Vater, unter Realitätsverlust leiden oder...


... daß Sie, Heiliger Vater, schlicht ein Versager sind.


Wer in hohem Alter die Last dieses Amtes trägt und gleichzeitig Mensch bleibt,...


... der hat auch und deswegen als Person meinen Respekt.


Daher distanziere ich mich deutlich und scharf von allen Individuen, die - aufgrund welchen Skandales auch immer - ihre Pflichten als Söhne und Töchter der Kirche vergessen und in unreifer Ablehnung unserem geistlichen Oberhaupt - Ihnen, Heiliger Vater - mindestens die öffentliche Unterstützung, wenn nicht gar das Gebet verweigern.


Ich werd' wieder zum Bub und sage: "Danke, Papi!"


Oder, geziemender ausgedrückt: "Ich hätte es für jeden Ihrer Vorgänger getan, Heiliger Vater, und ich werde es sicherlich auch für Sie tun!"

Saturday, March 20, 2010

Der Hirtenbrief des Heiligen Vaters an die Katholiken in Irland

Eine "Arbeitsübersetzung" von Radio Vatikan mit einigen winzigen Anmerkungen:


1.) Liebe Schwestern und Brüder, mit großer Sorge schreibe ich euch als Hirt der weltweiten Kirche. Wie Euch haben auch mich die Informationen über den Missbrauch an Kindern und Schutzbefohlenen durch Mitglieder der Kirche Irlands, besonders durch Priester und Ordensleute, sehr beunruhigt. Ich kann die Bestürzung und das Gefühl des Vertrauensbruchs nur teilen, das so viele von euch beim Erfahren dieser sündhaften und kriminellen Taten und der Art der Autoritäten der Kirche, damit umzugehen, erfahren haben.

Wie ihr wisst, habe ich erst kürzlich die irischen Bischöfe zu einem Treffen hier in Rom eingeladen, dass sie über ihren Umgang mit diesen Angelegenheiten in der Vergangenheit berichten und um die Schritte aufzuzeigen, die sie unternommen haben, um auf diese schwerwiegende Situation zu reagieren. Gemeinsam mit höheren Verantwortlichen der römischen Kurie habe ich gehört, was sie, sowohl einzeln als auch als Gruppe, zu der Analyse der begangenen Fehler und der gelernten Lektionen, als auch in der Darstellung der Programme und jetzt geltenden Richtlinien zu sagen hatten. Unsere Diskussionen waren offen und konstruktiv. Ich bin zuversichtlich, dass resultierend aus diesen Gesprächen die Bischöfe nun besser in der Lage sind [Das klingt schon so, als hätte da jemand mit der Faust auf den Tisch gehauen], die Aufgabe zu übernehmen, die vergangenen Ungerechtigkeiten wieder gut zu machen und das weitergehende Thema des Missbrauchs an Minderjährigen in einer Weise anzugehen, die den Anforderungen der Justiz und der Lehre des Evangeliums entspricht [Für die Bischöfe].


2.) Die Schwere der Vergehen und die oftmals unangemessenen Reaktion der kirchlichen Autoritäten in eurem Land erwägend habe ich entschieden, diesen Hirtenbrief zu schreiben, um meine Nähe zu euch auszudrücken und einen Weg der Heilung, der Erneuerung und der Wiedergutmachung vorzuschlagen.

Wie viele in Eurem Land betont haben: es ist wahr, dass das Problem des Missbrauchs von Kindern weder ein rein irisches noch ein rein kirchliches ist. Trotzdem [Gut! Hier wird nicht vor des Nachbarn Türe gekehrt, sondern der Ball in der eigenen Hälfte gehalten] ist Eure Aufgabe nun, das Problem des Missbrauchs aufzuarbeiten, das in der irischen katholischen Gemeinschaft entstanden ist, und dies mit Mut und Bestimmtheit zu tun. Niemand erwartet, dass diese schmerzhafte Situation sich schnell lösen lässt. Wirklicher Fortschritt ist gemacht worden, aber es bleibt noch viel zu tun. Durchhaltevermögen und Gebet sind nötig, mit großem Vertrauen in die heilende Kraft der Gnade Gottes [Für alle Katholiken].

Gleichzeitig muss ich aber auch meine Überzeugung mitteilen, dass die Kirche in Irland, um von dieser tiefen Wunde zu genesen, die schwere Sünde gegen schutzlose Kinder vor Gott und vor anderen offen zugeben muss. Solch eine Anerkennung, begleitet durch ernste Reue für die Verletzung dieser Opfer und ihrer Familien, muss zu einer gemeinsamen Anstrengung führen, um den Schutz von Kindern vor ähnlichen Verbrechen in der Zukunft sicher zu stellen.

Da Ihr nun die Herausforderungen des Augenblicks auf euch nehmt bitte ich euch, "blickt auf den Felsen, aus dem ihr herausgehauen seid" (Jesaja 51:1). Bedenkt den großherzigen und oft heroischen Beitrag, den vergangene Generationen irischer Männer und Frauen für die Kirche und die ganze Menschheit geleistet haben. Lasst Euch das Ansporn sein für eine ehrliche Selbstbetrachtung und ein engagiertes Programm kirchlicher und persönlicher Erneuerung. Ich bete dafür, dass die Kirche in Irland, durch den Beistand der vielen Heiligen und gereinigt durch Reue, die augenblickliche Krise überwindet und erneut ein Zeuge für die Wahrheit und die Güte des allmächtigen Gottes wird, die sich zeigt in seinem Sohn Jesus Christus.


3.) In der Geschichte waren die Katholiken Irlands immer eine starke Kraft für das Gute, in der Heimat und außerhalb. Keltische Mönche wie der heilige Kolumban haben das Evangelium in Westeuropa verbreitet und das Fundament für die mittelalterliche Klosterkultur gelegt. Die Ideale von Heiligkeit, Nächstenliebe und transzendenter Weisheit, geboren aus dem christlichen Glauben, fanden ihren Ausdruck in den Kirchen und Klöstern, in den Schulen, Bibliotheken und Hospitälern, die alle daran mitwirkten, die geistige Identität Europas zu festigen [Schon fast klassisch: Benedikt XVI versäumt es nicht, darauf hinzuweisen, daß der Katholische Glaube und die Katholische Kultur mehr sind, als nur eine Fußnote in der Geschichte Europas]. Diese irischen Missionare haben ihre Stärke aus dem festen Glauben, der starken Leitung [Nochmal Einer für die Bischöfe...] und dem aufrechten Verhalten der Kirche [Nochmal Einer für uns alle] in ihrem Mutterland gewonnen.

Beginnend mit dem 16. Jahrhundert haben die Katholiken in Irland eine lange Zeit der Verfolgung erdulden müssen, während derer sie sich mühten, die Flamme des Glaubens unter gefährlichen und schwierigen Umständen lebendig zu halten. Der Heilige Oliver Plunkett, der Märtyrerbischof von Armagh, ist das berühmteste Beispiel einer ganzen Schar von mutigen Söhnen und Töchtern Irlands, die bereit waren, ihr Leben aus Treue zum Evangelium [!] hinzugeben. Nach der katholischen Emanzipation war die Kirche frei, neu zu wachsen. Familien und zahllose Einzelne, die den Glauben in Zeiten der Prüfung erhalten haben, wurden zum Auslöser für das große Wiederaufleben des irischen Katholizismus im 19. Jahrhundert. Die Kirche bot Bildung, besonders für die Armen, und leistete dadurch ihren Beitrag zur Gesellschaft Irlands. Zu den Früchten des Wachsens der neuen katholischen Schulen gehörte eine Zunahme in Berufungen: Generationen von Missionaren, Schwestern und Brüdern, haben ihr Heimatland verlassen um auf allen Kontinenten zu dienen, besonders in der englischsprachigen Welt. Bemerkenswert waren nicht nur ihre große Zahl, sondern auch die Stärke ihres Glaubens und die Standhaftigkeit ihres pastoralen Engagements. Viele Bistümer, besonders in Afrika, Amerika und Australien, haben von der Präsenz irischer Geistlicher und Ordensleute profitiert, die das Evangelium verkündeten und Pfarreien, Schulen, Universitäten und Krankenhäuser gründeten, die sowohl den Katholiken als auch der gesamten Gesellschaft dienten, mit besonderem Augenmerk auf die Bedürfnisse der Armen.

In fast jeder Familie in Irland gibt es jemanden – einen Sohn oder eine Tochter, einen Onkel oder eine Tante – der sein Leben der Kirche gegeben hat. Irische Familien würdigen und schätzen zu Recht die Ihren, die ihr Leben Christus geweiht haben, die das Geschenk des Glaubens mit anderen Teilen und aus diesem Glauben Taten folgen lassen, in liebendem Dienst an Gott und dem Nächsten [Ausgezeichnet! Die Kirche ist mehr, als die Summe ihrer Mißbrauchsfälle, und ihre Geschichte ist Familiengeschichte. Man kann heute jeden Protestanten fragen, wann zum letzten Male einer seiner Vorfahren katholisch war. Er wird die Antwort vermutlich nicht wissen, aber er wird erkennen, daß es eine Antwort gibt. Umsomehr sollten die Katholiken sich der Geschichte bewußt sein].


4.) In den vergangenen Dekaden hatte die Kirche in Eurem Land jedoch neue und schwere Herausforderungen für den Glauben durch die rasche Transformation und Säkularisierung der irischen Gesellschaft zu bestehen. Der schnelllebige soziale Wandel hat oft genug das traditionelle Festhalten der Menschen an den katholischen Lehren und Werten beeinträchtigt. Viel zu oft wurden die sakramentalen und andächtigen Gebräuche vernachlässigt, die den Glauben erhalten und ihm erlauben, zu wachsen, wie etwa die regelmäßige Beichte, das tägliche Gebet und jährliche Einkehrtage [Man muß für seinen Glauben etwas tun]. Bedeutsam war während dieser Zeit ebenfalls die Tendenz vieler Priester und Ordensleute, Weisen des Denkens und der Einschätzung säkularer Realitäten ohne ausreichenden Bezug zum Evangelium zu übernehmen. Das Programm der Erneuerung, dass das Zweite Vatikanische Konzil vorgelegt hat, wurde häufig falsch gelesen [Noch mal kurz die Hermeneutik der Kontinuität reingebracht...]; im Licht des tiefen sozialen Wandels war es schwer, die richtigen Weisen der Umsetzung zu finden. Es gab im Besonderen die wohlmeinende aber fehlgeleitete Tendenz [... und auf die Konsequenzen ihrer Mißachtung hingewiesen: Nett, aber wirkungslos], Strafen für kanonisch irreguläre Umstände zu vermeiden. In diesem Gesamtkontext müssen wir das verstörende Problem des sexuellen Missbrauchs von Kindern zu verstehen versuchen, das nicht wenig zur Schwächung des Glaubens und dem Verlust des Respekts vor der Kirche und ihre Lehren beigetragen hat.

Nur durch sorgfältige Prüfung der vielen Faktoren, die zum Entstehen der augenblicklichen Krise geführt haben, kann eine klare Diagnose ihrer Gründe unternommen und können wirkungsvolle Abhilfemaßnahmen gefunden werden. Sicherlich können wir zu den entscheidenden Faktoren hinzuzählen [Jetzt Augen auf!]: unangemessene Verfahren zur Feststellung der Eignung von Kandidaten für das Priesteramt und das Ordensleben [Quantität über Qualität]; nicht ausreichende menschliche, moralische, intellektuelle und geistliche Ausbildung in Seminarien und Noviziaten [JEDER künftige Priester, sei er Seminarist oder Novize, braucht einen Spiritual]; eine Tendenz in der Gesellschaft, den Klerus und andere Autoritäten zu favorisieren [gegen Klerikalismus]; und eine fehlgeleitete Sorge für den Ruf der Kirche und die Vermeidung von Skandalen, die zum Versagen in der Anwendung bestehender kanonischer Strafen und im Schutz der Würde jeder Person geführt hat [gegen das Ignorieren einer der zentralen Botschaften unseres Glaubens: Habt keine Angst!]. Es muss dringend gehandelt werden, um diese Faktoren anzugehen, die so tragische Konsequenzen in den Leben von Opfern und ihrer Familien hatten und die das Licht des Evangeliums in einer solchen Weise verdunkelt haben, wie es noch nicht einmal Jahrhunderten der Verfolgung gelungen ist [Irre! Und wahr: Verfolgung schweißt zusammen und macht stark. Ausnutzen einer Position der Stärke und der Sicherheit führt zu den Katastrophen, denen wir uns nun stellen müssen].


5.) Bereits mehrfach seit meiner Wahl auf den Stuhl Petri habe ich Opfer sexuellen Missbrauchs getroffen und ich bin bereit, das auch in Zukunft zu tun. Ich habe mit ihnen zusammen gesessen, habe ihre Geschichten gehört, ihr Leiden wahrgenommen und ich habe mit ihnen und für sie gebetet [Der Papst schaut nicht weg und geht nicht aus dem Weg]. Schon früher in meinem Pontifikat habe ich in meiner Sorge diese Frage anzusprechen, die Bischöfe Irlands aufgefordert, "die Wahrheit dessen, was in der Vergangenheit geschehen ist, festzustellen, jede notwendige Maßnahme zu ergreifen, damit das nie wieder geschehen kann, sicherzustellen, dass die Vorgaben der Justiz voll eingehalten werden und, am wichtigsten, den Opfern und allen von diesen ungeheuerlichen Verbrechen Betroffenen Heilung zu bringen" (Ansprache an die Bischöfe von Irland während des Ad Limina Besuchs, 28. Oktober 2006).

Mit diesem Brief möchte ich euch alle, das Volk Gottes in Irland, ermahnen, die Wunden am Körper Christi zu betrachten. Betrachtet aber auch die manchmal schmerzhaften Heilmittel, die wir brauchen, um diese Wunden zu binden und zu heilen, und ebenfalls die Notwendigkeit der Einheit, der Nächstenliebe und der gegenseitigen Unterstützung in einem langwierigen Prozess der Wiederherstellung und kirchlicher Erneuerung. Ich wende mich nun an euch mit Worten, die von Herzen kommen und ich möchte zu euch einzeln und zu euch allen gemeinsam als Brüder und Schwestern im Herrn sprechen.

6.) An die Opfer des Missbrauchs und ihre Familien:

Ihr habt viel gelitten und ich bedaure das aufrecht. Ich weiß, dass nichts das Erlittene ungeschehen machen kann. Euer Vertrauen wurde verraten und eure Würde wurde verletzt. Viele von Euch mussten erfahren, dass, als Ihr den Mut gefunden habt, über das zu spreche, was euch zugestoßen ist, Euch niemand zugehört hat. Diejenigen von euch, denen das in Wohnheimen und Internaten geschehen ist, müssen gefühlt haben, dass es kein Entkommen gibt aus Eurem Leid. Es ist verständlich, dass es schwer für Euch ist, der Kirche zu vergeben oder sich mit ihr zu versöhnen. Im Namen der Kirche drücke ich offen die Schande und die Reue aus, die wir alle fühlen. Gleichzeitig bitte ich Euch, die Hoffnung nicht aufzugeben. In der Gemeinschaft der Kirche begegnen wir Christus, der selbst ein Opfer von Ungerechtigkeit und Sünde war. Wie ihr trägt er immer noch die Wunden seines eigenen ungerechten Leidens. Er versteht die Tiefe eures Leides und die fortdauernden Auswirkungen auf Euer Leben und Eure eigenen Beziehungen, eingeschlossen Eure Beziehung zur Kirche. Ich weiß, dass es einigen von euch schwer fällt durch die Türen der Kirche zu gehen nach allem, was passiert ist. Aber Christi eigene Wunden, verwandelt durch sein erlösendes Leiden, sind der Weg, durch den die Macht des Bösen gebrochen wird und wir zu Leben und Hoffnung wiedergeboren sind. Ich glaube zutiefst, dass diese heilende Kraft der aufopfernden Liebe Befreiung und die Verheißung eines Neuanfangs bringt – sogar in den dunkelsten und hoffnungslosesten Situationen [Nur, wenn wir auf das Kreuz blicken, können wir unser Leiden verstehen. Nur, wenn wir auf das Kreuz blicken, können wir einerseits um Vergebung bitten und andererseits verzeihen].

Ich spreche zu Euch als Hirte, der sich um das Wohl aller Kinder Gottes sorgt und bitte Euch, zu bedenken, was ich gesagt habe. Ich bete, dass durch die Annäherung an Christus und durch die Teilnahme am Leben seiner Kirche – einer Kirche gereinigt durch Buße und erneuert in Nächstenliebe – Ihr die unermessliche Liebe Christi für jeden von Euch wiederentdecken könnt. Ich bin zuversichtlich, dass Ihr auf diese Weise Versöhnung, tiefe innere Heilung und Frieden finden könnt.


7.) An die Priester und Ordensleute, die Kinder missbraucht haben:

Ihr habt das Vertrauen, das von unschuldigen jungen Menschen und ihren Familien in Euch gesetzt wurde, verraten und Ihr müsst Euch vor dem allmächtigen Gott und vor den zuständigen Gerichten dafür verantworten. Ihr habt die Achtung der Menschen Irlands verspielt und Schande und Unehre auf Eure Mitbrüder gebracht. Die Priester unter Euch haben die Heiligkeit des Weihesakraments verletzt, in dem Christus sich selbst in uns und unseren Handlungen gegenwärtig macht. Gemeinsam mit dem immensen Leid, das Ihr den Opfern angetan habt, wurde die Kirche und die öffentlichen Wahrnehmung des Priestertums und des Ordensleben beschädigt.

Ich mahne Euch, Euer Gewissen zu erforschen, Verantwortung für die begangenen Sünden zu übernehmen und demütig Euer Bedauern auszudrücken. Ehrliche Reue öffnet die Tür zu Gottes Vergebung und die Gnade ehrlicher Besserung. Durch Gebet und Buße für die, denen Ihr Unrecht getan habt, sollt ihr persönlich für Euer Handeln Sühne leisten. Christi erlösendes Opfer hat die Kraft, sogar die größte Sünde zu vergeben und Gutes sogar aus dem schlimmsten Übel wachsen zu lassen. Gleichzeitig ruft uns Gottes Gerechtigkeit dazu auf, Rechenschaft über unsere Taten abzulegen und nichts zu verheimlichen. Erkennt Eure Schuld öffentlich an, unterwerft Euch der Rechtsprechung, aber verzweifelt nicht an der Gnade Gottes. [Erneut: Mit Blick auf Christi Opfer ist für die Priester und Ordensleute, die Kinder mißbraucht haben, Vergebung und Gnade möglich, sofern sie ehrlich Bereuen]


8.) An die Eltern:

Ihr seid zutiefst entsetzt über die furchtbaren Dinge, die an den Orten stattgefunden haben, die eigentlich die sichersten und sorgenfreiesten Orte hätte sein sollen. Es ist heute nicht einfach, ein Zuhause zu bilden und Kinder zu erziehen. Sie verdienen es, sicher aufzuwachsen, geliebt und geschätzt mit einem starken Gefühl ihrer Identität und ihres Wertes. Sie haben das Recht, mit authentischen moralischen Werten erzogen zu werden, zutiefst in der Menschenwürde verankert. Sie haben das Recht, inspiriert zu werden durch die Wahrheit unseres katholischen Glaubens und Weisen des Verhaltens und Handelns zu erlernen, die zu einem gesunden Selbstwert und zu dauerhaftem Glück führen. Diese noble aber auch anspruchsvolle Aufgabe ist zuallererst Euch anvertraut, den Eltern. Ich bitte Euch dringend, Eure Rolle bei der Gewährleistung der besten möglichen Fürsorge für die Kinder sowohl zu Hause als auch in der Gesellschaft zu spielen, während die Kirche ihre Rolle wahrnimmt und weiter die Maßnahmen der letzten Jahre umsetzt um junge Menschen in Pfarreien und Schulen zu schützen. Während Ihr Eure lebenswichtige Verantwortung wahrnehmt möchte ich Euch versichern, dass ich Euch nahe bin und die Unterstützung meiner Gebete anbiete.


9.) An die Kinder und die Jugend Irlands:

Euch möchte ich ganz besonders ermutigen. Eure Erfahrung der Kirche ist sehr unterschiedlich von der Eurer Eltern und Großeltern. Die Welt hat sich sehr geändert seit sie in Eurem Alter waren. Trotzdem sind alle Menschen aller Generationen dazu berufen, denselben Weg durchs Leben zu gehen, gleich unter welchen Umständen. Wir sind alle skandalisiert von den Sünden und dem Versagen von einigen Mitgliedern der Kirche, besonders jener, die eigens dazu ausgesucht waren, jungen Menschen zu dienen und sie anzuleiten. Aber es ist die Kirche, in der Ihr Christus findet, der derselbe ist, gestern, heute und morgen (Hebräerbrief 13:8). Er liebt Euch und er hat sich am Kreuz für Euch hingegeben. Sucht eine persönliche Beziehung zu ihm in der Gemeinschaft der Kirche, denn er wird nie Euer Vertrauen missbrauchen! Er allein kann Eure tiefsten Sehnsüchte erfüllen und Eurem Leben den vollen Sinn geben dadurch, dass er es zum Dienst am Nächsten lenkt. Haltet Eure Augen auf Jesus und seine Güte gerichtet und schützt die Flamme des Glaubens in Eurem Herzen [Worte, die natürlich an jedes Kind und an jeden Jugendlichen der Welt gerichtet sind]. Gemeinsam mit den übrigen Gläubigen in Irland sehe ich in Euch treue Jünger unseres Herrn; bringt den nötigen Enthusiasmus und Idealismus zum Neuaufbau und der Erneuerung Eurer geliebten Kirche [Hier schimmert durchaus ein Anerkennen eines gewissen ruinösen Zustandes durch].


10.) An die Priester und Ordensleute in Irland:

Wir alle leiden als Folge der Sünden unserer Mitbrüder, die das heilige Vertrauen missbraucht haben oder versagt haben, gerecht und verantwortungsvoll mit den Missbrauchsvorwürfen umzugehen. In der Wut und der Empörung, die das alles nicht nur unter den Gläubigen sondern auch unter Euch und in den Ordensgemeinschaften hervorgerufen hat, fühlen sich viele von Euch mutlos oder sogar verlassen. Mir ist ebenfalls bewusst, dass in den Augen vieler Ihr durch die Nähe zu den Tätern einen Makel tragt und als irgendwie verantwortlich für die Verbrechen anderer gesehen werdet. In dieser schmerzlichen Zeit möchte ich Eure Hingabe an das Priestertum und das Apostolat würdigen und Euch einladen, Euren Glauben in Christus zu festigen, Eure Liebe zu seiner Kirche und Euer Vertrauen in die Verheißung des Evangeliums auf Erlösung, Vergebung und innere Erneuerung. Auf diese Weise werdet ihr aufzeigen, dass da, wo die Sünde mächtig wurde, die Gnade übergroß wurde (Römerbrief 5:20).

Ich weiß, dass viele von Euch von der Art und Weise, wie diese Dinge von Euren Oberen behandelt wurden, enttäuscht, verwirrt und verärgert sind. Trotzdem ist es wesentlich, dass Ihr eng mit den Autoritäten kooperiert und helft, dass die Maßnahmen zur Bewältigung der Krise wirklich dem Evangelium gemäß, gerecht und effektiv sind. Vor allem aber bitte ich Euch, immer mehr Männer und Frauen des Gebets zu werden [Es stimmt: Wo die Sünde mächtig wurde, wurde die Gnade übergroß. Aber damit die Sünde übermächtig werden kann, muß erst das Gebet schwach werden], die mutig dem Weg der Bekehrung, Reinigung und Versöhnung gehen. Auf diese Weise wird die Kirche in Irland neues Leben und neue Dynamik aus Eurem Zeugnis für Gottes erlösende Kraft, die in Eurem Leben sichtbar wird, schöpfen.


11.) An meine Mitbrüder im Bischofsamt

Es kann nicht geleugnet werden, dass einige von Euch und von Euren Vorgängern bei der Anwendung der seit langem bestehenden Vorschriften des Kirchenrechts zu sexuellem Missbrauch von Kindern versagt haben. Schwere Fehler sind bei der Behandlung von Vorwürfen gemacht worden. Ich erkenne an, dass es schwer war, die Komplexität und das Ausmaß des Problems zu erkennen, gesicherte Informationen zu erlangen und die richtigen Entscheidungen bei widersprüchlichen Expertenmeinungen zu treffen. Trotzdem [Erneut: Auf Ausreden wird sich hier nicht gestützt] muss zugegeben werden, dass schwerwiegende Fehlurteile getroffen wurden und Fehler in der Leitung vorkamen. Dies alles hat Eure Glaubwürdigkeit und Effektivität untergraben. Ich erkenne Eure Bemühungen an, vergangene Fehler wieder gut zu machen und zu garantieren, dass sie nicht wieder passieren. Abgesehen von der vollständigen Umsetzung der Normen des Kirchenrechts im Umgang mit Fällen von Kindesmissbrauch: kooperiert weiter mit den staatlichen Behörden in ihrem Bereich. Für die Ordensoberen gilt dasselbe. Sie haben ebenfalls an Diskussionen hier in Rom teilgenommen, um einen eindeutigen und klaren Weg zum Umgang in dieser Angelegenheit zu entwickeln. Es ist zwingend erforderlich, dass die Normen der Kirche in Irland zum Schutz von Kindern kontinuierlich überprüft und aktualisiert werden und dass sie vollständig und unabhängig in Übereinstimmung mit dem Kirchenrecht angewandt werden.

Ausschließlich entschiedene Handlungsweisen, umgesetzt in voller Aufrichtigkeit und Transparenz, wird den Respekt und den guten Willen des irischen Volks der Kirche gegenüber, der wir unser Leben geweiht habt, wiedergewinnen. Das muss zuallererst aus Eurer Selbsterforschung, aus innerer Reinigung und geistlicher Erneuerung kommen. Die Menschen Irlands erwarten zu Recht, dass Ihr Menschen Gottes seid, dass Ihr gottgefällig und einfach lebt und täglich die persönliche Bekehrung erstrebt. Für sie – in den Worten des heiligen Augustinus – seid Ihr Bischof; aber gemeinsam mit ihnen seid Ihr berufen, Christus nachzufolgen (Sermon 340, 1). Ich ermahne Euch deswegen, Euren Sinn für die Rechenschaftspflicht vor Gott zu erneuern, in der Solidarität mit Eurem Volk zu wachsen und die pastorale Sorge für alle Mitglieder Eurer Herde zu vertiefen. Besonders fordere ich Euch auf, achtsam zu sein für die geistlichen und moralischen Bedürfnisse jedes einzelnen Eurer Priester. Gebt ihnen durch Euer eigenes Leben ein Beispiel, seit ihnen nahe, hört auf ihre Anliegen, bietet Ermutigung in dieser schwierigen Zeit und nährt die Flamme ihrer Liebe zu Christus und ihr Engagement für den Dienst an ihren Brüdern und Schwestern.

Die Gläubigen sollen ebenfalls ermutigt werden, ihre eigene Rolle im Leben der Kirche zu spielen. Sorgt dafür, dass sie so ausgebildet sind, dass sie eine verständliche und überzeugende Darstellung des Evangeliums in mitten der modernen Gesellschaft geben können (1. Petrusbrief 3:15) und vollständiger mit dem Leben und dem Auftrag der Kirche kooperieren. Dies wird umgekehrt Euch helfen, wieder glaubwürdige Obere und Zeugen der erlösenden Wahrheit Christi zu werden.


12.) An alle Gläubigen Irlands:

Die Erfahrung der Kirche eines jungen Menschen sollte immer aus einer persönlichen und Leben spendenden Begegnung mit Jesus Christus in einer liebenden, nährenden Gemeinschaft Frucht bringen. In dieser Umgebung sollten junge Menschen ermutigt werden, ihre menschliche und geistliche Gestalt voll zu entwickeln, das hohe Ideal der Heiligkeit, der Nächstenliebe und der Wahrheit anzustreben, und von den Reichtümern der kulturellen und religiösen Tradition inspiriert zu sein. In unserer zunehmend säkularisierten Gesellschaft, in der selbst wir Christen es oft schwer finden, über die transzendente Dimension unserer Existenz zu sprechen, müssen wir neue Wege finden, jungen Menschen die Schönheit und den Reichtum der Freundschaft mit Christus in der Gemeinschaft der Kirche nahe zu bringen. Für die Bewältigung der gegenwärtigen Krise sind Maßnahmen, die gerecht mit individuellem Unrecht umgehen, unerlässlich, aber allein für sich sind sie nicht ausreichend: wir brauchen eine neue Vision, um zukünftige Generationen zu inspirieren, das Geschenk unseres gemeinsamen Glaubens zu schätzen [Super!]. Indem Ihr den Weg des Evangeliums geht, durch das Halten der Gebote und dadurch, dass Ihr Euer Leben immer mehr in Übereinstimmung mit dem Leben Jesu Christi bringen, werdet Ihr sicher die tiefe Erneuerung erfahren, die wir in dieser Zeit so dringend brauchen. Ich lade Euch ein, auf diesem Weg beständig zu sein [So einfach, und scheinbar doch so schwierig].


13.) Liebe Brüder und Schwestern in Christus, ich wollte Euch diese Worte der Ermutigung und Unterstützung aus meiner Fürsorge für Euch alle in dieser schmerzvollen Zeit, in der die Zerbrechlichkeit des menschlichen Wesens so deutlich offenbar geworden ist, schreiben. Ich hoffe, dass Ihr sie als Zeichen meiner geistlichen Nähe und meiner Zuversicht in Eure Fähigkeit empfangt, den Herausforderungen der Stunde dadurch zu begegnen, dass Ihr erneuerte Inspiration und Stärke aus Irlands nobler Tradition der Treue zum Evangelium empfangt, Ausdauer im Glauben und Beharrlichkeit im Erstreben von Heiligkeit. In Solidarität mit Euch allen bete ich, dass mit Gottes Gnade die Wunden, die so viele Einzelne und Familien verletzt haben, heilen und dass die Kirche in Irland eine Zeit der Wiedergeburt [Benedikt wagt es sogar, von den Ruinen zum Tod zu wechseln] und der geistlichen Erneuerung erfahre.


14. Ich möchte Euch nun auch einige konkrete Initiativen zum Umgang mit der Situation vorschlagen.

Am Ende meines Treffens mit den irischen Bischöfen habe ich darum gebeten, dass diese Fastenzeit reserviert wird für das Gebet um das Ausgießen der Barmherzigkeit Gottes und der Geistesgaben der Heiligkeit und Stärke über der Kirche in Eurem Land. Ich lade Euch alle ein, die Freitagsbuße für die Dauer eines Jahres bis Ostern 2011 dieser Intention zu widmen. Ich bitte Euch, Euer Fasten, Euer Gebet, Eure Schriftlesung und Eure Werke der Nächstenliebe dem zu widmen, damit Ihr so die Gnade der Heilung und der Erneuerung für die Kirche in Irland erlangt. Ich ermutige Euch, aufs Neue das Sakrament der Versöhnung für Euch zu entdecken und häufiger die verwandelnde Kraft seiner Gnade zu nutzen [Denn - nochmals: Wo kein Gebet ist, da wird die Sünde stark. Wo keie Beichte ist, da wird die Sünde nicht geschwächt].

Besondere Aufmerksamkeit sollte ebenfalls der eucharistischen Anbetung zuteil werden; in jedem Bistum soll es Kirchen oder Kapellen geben, die speziell diesem Zweck gewidmet sind. Ich fordere Pfarreien, Seminarien, Ordenshäuser und Klöster dazu auf, Zeiten eucharistischer Anbetung zu organisieren, so dass sich alle beteiligen können. Durch intensives Gebet vor dem anwesenden Herrn könnt Ihr Wiedergutmachung leisten für die Sünde des Missbrauchs, die so viel Schaden angerichtet hat. Gleichzeitig könnt Ihr so die Gnade neuer Stärke erflehen und einen tieferen Sinn des Auftrags aller Bischöfe, Priester, Ordensleute und Gläubigen.

Ich bin zuversichtlich, dass dieses Unterfangen zu einer Neugeburt der Kirche in Irland führen in der Fülle von Gottes Wahrheit führen wird, denn es ist die Wahrheit, die uns frei macht (Johannesevangelium 8:32).

Darüber hinaus, nachdem ich darüber beraten und gebetet habe, habe ich vor, eine Apostolische Visitation einiger Bistümer Irlands abzuhalten, ebenso von Seminarien und Ordensgemeinschaften. Absprachen für diese Visitation, die der Ortskirche auf ihrem Weg der Erneuerung helfen soll, werden in Absprache mit den zuständigen Büros der römischen Kurie und der irischen Bischofskonferenz getroffen. Die Einzelheiten werden zu gegebener Zeit bekannt gegeben.

Ich schlage ebenfalls eine gemeinsame Mission in ganz Irland für alle Bischöfe, Priester und Ordensleute vor. Es ist meine Hoffnung, dass durch das Nutzen der Expertise erfahrener Prediger und Exerzitienbegleiter von Irland und andernorts und durch das erneute Studium der Dokumente des Konzils [Wer will gleich wieder vor das Konzil zurück...?], der liturgischen Riten von Weihe und Profess und der neueren päpstlichen Lehren, Ihr zu einem tieferen Verständnis für Eure jeweilige Berufung kommt, um so die Wurzeln Eures Glaubens in Jesus Christus wieder zu entdecken und aus dem Quell des lebendigen Wassers zu trinken, den er Euch durch seine Kirche bietet.

In diesem Jahr des Priesters empfehle ich Euch ganz besonders den heiligen Jean-Marie Vianney, der ein reiches Verständnis des Mysteriums des Priestertums hatte. Er schrieb: "der Priester hält den Schlüssel zu den Schätzen des Himmels: er ist es, der die Tür öffnet: er ist der Statthalter des guten Herrn; der Verwalter seiner Güter." Der Pfarrer von Ars verstand sehr gut, wie gesegnet eine Gemeinschaft ist, wenn ihr von einem guten und heiligen Priester gedient wird: "ein guter Hirte, ein Hüter nach Gottes Herzen, ist der größte Schatz, den Gott einer Gemeinde schenken kann und eines der wertvollsten Geschenke göttlicher Gnade." Durch die Fürsprache des heiligen Jean-Marie Vianney möge das Priestertum in Irland neu belebt werden und möge die ganze Kirche in Irland wachsen in Wertschätzung für das große Geschenk des priesterlichen Dienstes.

An dieser Stelle möchte ich denen im voraus danken, die an der Aufgabe der Organisation der Apostolischen Visitation und der Mission beteiligt sind, und genauso den vielen Männern und Frauen in ganz Irland, die schon heute für den Schutz von Kindern im kirchlichen Umfeld arbeiten. Seit der Zeit, als wir begonnen haben, die Schwere und das Ausmaß des Problems zu verstehen, hat die Kirche eine ungemein große Anstrengung in vielen Teilen der Welt geleistet, um sich dem zu stellen und um Abhilfe zu schaffen. Auch wenn keine Anstrengung aufgespart werden sollte, die Verfahren zu verbessern und zu aktualisieren, bin ich doch ermutigt durch die Tatsache, dass die augenblicklichen Verfahren zur Absicherung, die die Kirche eingeführt hat, in einigen Teilen der Welt als vorbildlich für andere Institutionen [!] angesehen werden.


Ich möchte diesen Brief mit einem besonderen Gebet für die Kirche in Irland beenden, das ich Euch mit der besonderen Sorge des Vaters für seine Kinder und der Zuneigung eines Mitchristen sende, der skandalisiert und verletzt ist durch das, was in unserer geliebten Kirche geschehen ist. Wenn Ihr es in Euren Familien, Pfarreien und Gemeinschaften betet, möge die selige Jungfrau Maria jeden von Euch schützen und leiten zu einer engeren Verbindung mit ihrem Sohn, dem Gekreuzigten und Auferstandenen. Mit großer Zuneigung und unentwegter Zuversicht in Gottes Zusage sende ich Euch herzlich meinen apostolischen Segen als eine Zusage von Stärke und Frieden im Herrn.

Aus dem Vatikan, 19. März 2010, am Hochfest des heiligen Josef


Benediktus PP. XVI.Gebet für die Kirche in Irland

Gott unserer Väter,
erneuere uns im Glauben, der unser Leben und unsere Rettung ist,
in der Hoffnung, die uns Vergebung und innere Erneuerung verheißt,
in der Nächstenliebe, die uns reinigt und unsere Herzen öffnet,
dass wir dich lieben und in dir jeden unserer Brüder und Schwestern.

Herr Jesus Christus,
möge die Kirche in Irland ihre uralte Hingabe
an die Bildung für junge Menschen zu Wahrheit und Güte,
Heiligkeit und freizügigem Dienst an der Gesellschaft erneuern.

Heiliger Geist, Tröster, Anwalt und Lenker,
erwecke einen neuen Frühling der Heiligkeit und apostolischen Eifers
für die Kirche in Irland

Mögen unser Leid und unsere Tränen,
unsere ernsten Anstrengungen, vergangene Untaten wieder gut zu machen,
und unsere feste Absicht der Besserung
eine reiche Ernte der Gnade tragen
für die Vertiefung des Glaubens
in unseren Familien, Pfarreien, Schulen und Gemeinschaften,
für den geistlichen Fortschritt der irischen Gesellschaft,
und das Wachsen in Nächstenliebe, Gerechtigkeit, Freude und Frieden,
in der gesamten Menschheitsfamilie.

Dir, dreieiniger Gott,
vertrauend auf den liebenden Schutz Mariens,
Königin Irlands, unserer Mutter,
und des heiligen Patrick, der heiligen Brigid und aller Heiligen,
vertrauen wir dir uns, unsere Kinder,
und die Nöte der Kirche in Irland an.

Amen.


[Ja, Amen!]

Monday, March 01, 2010

Monday, February 22, 2010

22. Februar - Kathedra Petri


Aus dem ökumenischen Heiligenlexikon:
    Die Legende berichtet, dass der Statthalter von Antiochia namens Theophilus Petrus ins Gefängnis werfen ließ. Paulus bot Theophilus daraufhin seine Dienste als Künstler in allerlei Handwerk an und erreichte, dass Petrus zur Probe freigelassen wurde und dann den längst verstorbenen Sohn des Theophilus wieder zum Leben erweckte. Theophilus bekehrte sich und setzte Petrus auf einen hohen Stuhl, damit alle ihn sehen und sein Wort hören sollten. Petrus blieb danach sieben Jahre lang als Bischof in Antiochia.

    Das Fest dient in der katholischen Kirche heute aber dem Gedenken an die an die Übertragung des besonderen Hirtenamtes, des Papstamtes, an Petrus und an die Errichtung des Bischofsstuhles in Rom durch Petrus, es ist in Rom schon Mitte des 4. Jahrhunderts bezeugt. Papst Gregor I. ließ in der Basilika St. Peter einen steinernen Papstthron errichten, der bis zum 13. Jahrhundert als Kathedra Petri bezeichnet wurde. Dann wurde allmählich einen anderer, hölzerner Thron mit diesem Attribut ausgezeichnet; dieser war wohl im 9. Jahrhundert für Kaiser Karl den Kahlen hergestellt und von diesem dann Papst Johannes VIII. geschenkt worden; später wurden Tafeln aus Elfenbein, die die Taten des Herkules darstellen, hinzugefügt. Seit dem 13. Jahrhundert galt er als wichtige Petrusreliquie. Im 17. Jahrhundert wurde er in einer von Bernini geschaffenen Hülle in der Apsis des neuen Petersdomes aufgestellt.
Bereits 2006 erklärte Papst Benedikt XVI während einer Generalaudienz die Bedeutung der Kathedra Petri. Den text findet Ihr hier, auf Zenit. Ich gebe hier einen kurzen Ausschnitt wieder, der sehr persönlich ist und den ich persönlich sehr gelungen und ergrifend finde:
    "Liebe Brüder und Schwestern, in der Apsis der Basilika des heiligen Petrus befindet sich, wie ihr wisst, das Denkmal der Kathedra des Apostels, ein Werk Berninis aus dessen Blütezeit, verwirklicht in Form eines großen Thrones aus Bronze, der von den Statuen von vier Kirchenlehrern getragen wird. Zwei sind aus dem Westen – der heilige Augustinus und der heilige Ambrosius –, und zwei aus dem Osten – der heilige Johannes Chrysostomus und der heilige Athanasius. Ich lade euch ein, vor diesem anregenden Kunstwerk innezuhalten, das heute sogar mit Kerzen verziert bewundert werden kann, und ganz besonders für das Amt, das Gott mir anvertraut hat, zu beten. Ruft, wenn ihr den Blick vor dem Fenster aus Alabaster erhebt, das sich genau vor dem Bischofssitz befindet, den Heiligen Geist an, damit er den Dienst, den ich Tag für Tag an der ganzen Kirche leiste, stets mit seinem Licht und seiner Kraft tragen möge. Dafür und für eure nachsichtige Aufmerksamkeit danke ich euch von Herzen."

Saturday, February 20, 2010

Weil's schon so lange...

... kein schönes Papst-Bild mehr auf am römsten gab:

Monday, February 08, 2010

Ohne jetzt...

... die alte Diskussion wieder ankurbeln zu wollen, möchte ich kurz noch einen Gedanken zu Hand-/Mundkommunion loswerden:



Wenn ich solche Szenen sehe, muß ich unweigerlich an ein Vogel-Junges denken, das der Mama den aufgerissenen Schnabel entgegenstreckt, um lebenswichtige Nahrung zu erhalten. In diesem Bild ist's zwar der Papa, aber die Nahrung ist umso lebenswichtiger. Ein symbolischer Grund, warum ich den Empfang der Kommunion im Knien und auf die Zunge mag.