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Sunday, June 20, 2010

Beeeh!

In Rom regnet es grade, und zwar nicht zu knapp. Ist also erstmal nichts mit Spaziergängen. Wie es ausschaut, wird es aber nicht lange dauern. Und das gibt mir auch die Zeit, eine nette kleine Geschichte zu posten, die ich grade auf kath.net las:
    Vor fünf Jahren überlebte der italienische Torhüter Federico Marchetti wie durch ein Wunder einen schweren Autounfall. Als Dank für das Überleben ließ er sich damals das Ave Maria eintätowieren. Heute darf er gegen Neuseeland antreten.
Ich bin einerseits immer ein Freund der Underdogs. Aber andererseits kann ich einfach nicht gegen Italien sein, seit ich sah, wie hier in Rom die Leute sich freuen, wenn die Azzurri einen Sieg einfahren. Mein Tip also: Knapper Sieg für Italien!

Sunday, June 13, 2010

Also los, Jungs!

Worauf wartet Ihr noch?
    Der Priester ist nicht einfach ein Amtsträger wie ihn jede Gesellschaft braucht, damit gewisse Funktionen in ihr erfüllt werden können. Er tut vielmehr etwas, das kein Mensch aus sich heraus kann: Er spricht in Christi Namen das Wort der Vergebung für unsere Sünden und ändert so von Gott her den Zustand unseres Lebens. Er spricht über die Gaben von Brot und Wein die Dankesworte Christi, die Wandlungsworte sind – ihn selbst, den Auferstandenen, sein Fleisch und sein Blut gegenwärtig werden lassen und so die Elemente der Welt verändern: die Welt auf Gott hin aufreißen und mit ihm zusammenfügen. So ist Priestertum nicht einfach „Amt“, sondern Sakrament: Gott bedient sich eines armseligen Menschen, um durch ihn für die Menschen da zu sein und zu handeln. Diese Kühnheit Gottes, der sich Menschen anvertraut, Menschen zutraut, für ihn zu handeln und da zu sein, obwohl er unsere Schwächen kennt – die ist das wirklich Große, das sich im Wort Priestertum verbirgt. Daß Gott uns dies zutraut, daß er Menschen so in seinen Dienst ruft und so sich ihnen von innen her verbindet, das wollten wir in diesem Jahr neu bedenken und verstehen. Wir wollten die Freude neu aufleben lassen, daß Gott uns so nahe ist und die Dankbarkeit dafür, daß er sich unserer Schwachheit anvertraut. Daß er uns führt und hält, Tag um Tag. So wollten wir auch jungen Menschen wieder zeigen, daß es diese Berufung, diese Dienstgemeinschaft für Gott und mit Gott gibt – ja, daß Gott auf unser Ja wartet. Mit der Kirche wollten wir wieder darauf hinweisen, daß wir Gott um diese Berufung bitten müssen. Wir bitten um Arbeiter in der Ernte Gottes, und dieser Ruf an Gott ist zugleich ein Anklopfen Gottes ans Herz junger Menschen, die sich zutrauen, was Gott ihnen zutraut.
Gott traut es Euch zu. Der Heilige Vater traut es Euch zu. Jetzt traut es Euch gefälligst auch zu!

Habt keine Angst davor, etwas zu tun, "das kein Mensch aus sich heraus kann". Findet Euch damit ab, daß Ihr nichts besonderes seid, sondern daß Gott in Euch etwas besonderes bewirken will. Dann könnt Ihr auch gelassen auf die Leute reagieren, die der Meinung sind, ein Priester sollte am besten gar nichts sein.

Saturday, June 12, 2010

Brennende Vorbilder

Die liebe Elsa hat mir dieses "spirituelle Ping" geschickt:
    Benedikt XVI. ermutigte die anwesenden Priester, ihr Priestertum überzeugend zu leben. "Keiner von uns wäre Priester geworden, wenn er nicht einem Priester begegnet wäre, in dem das Feuer der Liebe Christi brannte." Der Papst riet den Priestern, jungen Menschen zum Beistand zu werden und sie hin zur Erkenntnis der Wertschätzung ihrer Berufung zu begleiten. Junge Menschen müßten erleben dürfen, das ein priesterliche Leben "zum Vorbild für die Gesellschaft" werden kann und es so würdigen lernen dürfen.
Keiner von uns wäre Priester geworden, wenn er nicht einem Priester begegnet wäre, in dem das Feuer der Liebe Christi brannte...

Da hat der Heilige Vater wieder mal recht.

Ich habe ja bereits an mindestens... Momentchen mal... eins, zwei, drei Stellen bereits von jenem Redemptoristen-Pater erzählt, in dem nun wirklich tagaus tagein das Feuer der Liebe Christi wild lodert.

Und - klar - er ist mein Vorbild. Er ist alles, was ich als Priester gerne wäre aber nur mit einer riesigen Extra-Portion Gnade auch werden kann. Das schöne ist, daß daraus kein Neid entsteht, sondern ein Ansporn und der unbedingte Wille, wenn es endlich soweit ist, nicht mehr nur rotzig zu bloggen, sondern in der richtigen Welt für die Menschen da zu sein. Nicht, um sie zu vereinnahmen, sondern um sie weiterzureichen an Christus, so, wie mich einst jener Redemptoristen-Pater weiterreichte.

Ja, ich möchte - grade auch für die jungen Leute - ein Beistand sein; ich möchte ihnen beistehen, wenn sie Christus suchen und ich möchte dabeistehen, wenn sie Christus begegnen, erkennen, lieben lernen.

Friday, June 11, 2010

Hochfestes des Heiligsten Herzens Jesu


Aus seiner geöffneten Seite strömen Blut und Wasser, aus seinem durchbohrten Herzen entspringen die Sakramente der Kirche. Das Herz des Erlösers steht offen für alle, damit sie freudig schöpfen aus den Quellen des Heiles.

Sunday, June 06, 2010

Immer wieder schön...

    Ich habe noch Blumen aus der Wildnis im Arme, ich habe noch Tau in meinen Haaren aus Tälern der Menschenfrühe,

    Ich habe noch Gebete, denen die Flur lauscht, ich weiß noch, wie man die Gewitter fromm macht und das Wasser segnet.

    Ich trage noch im Schoße die Geheimnisse der Wüste, ich trage noch auf meinem Haupt das edle Gespinst grauer Denker,

    Denn ich bin Mutter aller Kinder dieser Erde: was schmähest du mich, Welt, daß ich groß sein darf wie mein himmlischer Vater?

    Siehe, in mir knien Völker, die lange dahin sind, und aus meiner Seele leuchten nach dem Ew'gen viele Heiden!

    Ich war heimlich in den Tempeln ihrer Götter, ich war dunkel in den Sprüchen aller ihrer Weisen.

    Ich war auf den Türmen ihrer Sternsucher, ich war bei den einsamen Frauen, auf die der Geist fiel.

    Ich war die Sehnsucht aller Zeiten, ich war das Licht aller Zeiten, ich bin die Fülle der Zeiten.

    Ich bin ihr großes Zusammen, ich bin ihr ewiges Einig. Ich bin die Straße aller ihrer Straßen: auf mir ziehen die Jahrtausende zu Gott.
Gertrud von Le Fort, Hymnen an die Kirche

Thursday, June 03, 2010

Mitten unter uns...

... das heiligmäßige Leben.

Ich habe ihn auch schon gesehen.

Hochfest des Leibes und des Blutes Christi!

Ich habe grade nicht so viel Zeit (=> morgen Examen), daher keine langen Texte, sondern nur ein paar hübsche Bilder von Fronleichnams-Prozessionen anno dazumal.











Jaja, die gute, alte Zeit, als die Gefahren des Jesussen noch nicht so bekannt waren und man noch in der Öffentlichkeit jesussen durfte. Jetzt werden überall die Warnhinweise drangebappt und jeder fürchtet sich vor dem Mitjesussen. Besonders für Schwangere soll das Jesussen ja problematisch sein, da die enthaltenen Wirkstoffe (in der Regel nicht unter 10 mg göttliches Gebot und 0,8 mg kirchliche Lehre) im Extremfall zu einer Gefährdung der Abtreibung führen können. Aber auch empfindliche Seelen aus Kulturkreisen, in denen das Jesussen nicht Usus ist oder durch Verfolgung oder Schikanen nur von einem kleinen Kreis von Eingeweihten praktiziert wird, sollen nicht so ohne weiteres durch plakativ jesussende Europäer auf Konfrontationskurs mit ihrer eigenen Identität geschickt werden.


Allen Lesern wünsche ich ein schönes Fronleichnamsfest!

Tuesday, June 01, 2010

Wissen könnte rocken...

... wenn es denn tatsächlich auch vermittelt wird.


Über einen Eintrag bei Ulrich stieß ich auf die Seite Wissen rockt - Magazin für junge Humanistinnen und Humanisten.

Was es auf dieser Seite an Wissen zu gewinnen gibt, ist schnell herausgefunden: Unter allen Tabs, sei es nun Politik, Kultur, Wissenschaft, Gesellschaft, Kolumne, Medien oder Hintergründe, geht es vor allem darum, den jungen HumanistInnen einzubläuen, daß Gott, Religion, Christentum und Kirche gefährlich und unnütz sind. Denn merke: Gehirnwäsche ist nur, wenn Mami mit den Kindern betet.

Ein Glanzstück fand ich gleich unten auf der ersten Seite des Tabs "Politik". Hier ein Screenshot:


Da freut man sich im ersten Artikel, daß der "Hetz"-Bischof abgemahnt wurde, beklagt aber auch, daß die Pädophilie-Hetze durch prominente Katholiken weitergeht. Und gleich darunter erfreut man den geneigten Leser mit der Information, daß Bischof Mixa als "Haßprediger" bezeichnet wird, selbstverständlich eine im Sinne des seriösen Journalismus unverzichtbare Perle, ohne welche der Artikel einfach nicht richtig verstanden werden kann.

Hetze...?!

Leute, Finger weg! Wenn Ihr wirklich ein Hirn habt, müßt Ihr es Euch sicherlich nicht von solch bigottischem Pack füllen lassen. Daß Wissen rockt, wußen vor den Humanisten schon Leute wie z.B. der Heilige Thomas von Aquin und wissen heute auch Leute wie z.B. der Heilige Vater, Papst Benedikt XVI. Und die Beiden schaffen es, Wissen zu vermitteln, ohne zu solchen Taschenspieler-Tricks greifen zu müssen.

Der Weg zur neuen Aufklärung ist lang...

Monday, May 31, 2010

Ein Teil der Hektik...

... seitens Organisationen wie "Wir sind Kirche" kommt - glaube ich - auch daher, daß man sich langsam von einem liebgewordenen Universal-Knüppel verabschieden muß:

Das Wort "vorkonziliar" läßt sich immer weniger als Schmuddelkind-Attribut einsetzen. Seit Papst Benedikt XVI die "Hermeneutik der Diskontinuität" der "Hermeneutik der Reform" gegenüberstellte, ist klar, daß Reform eben nicht darauf abzielen darf, sich
    das Wohlwollen der Massenmedien und auch eines Teiles der modernen Theologie
zunutze zu machen. Vielmehr geht es um die
    Erneuerung des einen Subjekts Kirche, die der Herr uns geschenkt hat, unter Wahrung der Kontinuität; die Kirche ist ein Subjekt, das mit der Zeit wächst und sich weiterentwickelt, dabei aber immer sie selbst bleibt, das Gottesvolk als das eine Subjekt auf seinem Weg.
Denn (wir zählen fleißig die "Bingo"-s):
    Die Hermeneutik der Diskontinuität birgt das Risiko eines Bruches zwischen vorkonziliarer und nachkonziliarer Kirche in sich [Bingo!]. Ihre Vertreter behaupten, daß die Konzilstexte als solche noch nicht wirklich den Konzilsgeist ausdrückten [Bingo!]. Sie seien das Ergebnis von Kompromissen, die geschlossen wurden, um Einmütigkeit herzustellen, wobei viele alte und inzwischen nutzlos gewordene Dinge mitgeschleppt und wieder bestätigt werden mußten. Nicht in diesen Kompromissen komme jedoch der wahre Geist des Konzils zum Vorschein, sondern im Elan auf das Neue hin, das den Texten zugrunde liege: nur in diesem Elan liege der wahre Konzilsgeist, und hier müsse man ansetzen und dementsprechend fortfahren [Bingo!]. Eben weil die Texte den wahren Konzilsgeist und seine Neuartigkeit nur unvollkommen zum Ausdruck brächten, sei es notwendig, mutig über die Texte hinauszugehen und dem Neuen Raum zu verschaffen, das die tiefere, wenn auch noch nicht scharf umrissene Absicht des Konzils zum Ausdruck bringe [Bingo!]. Mit einem Wort, man solle nicht den Konzilstexten, sondern ihrem Geist folgen [Bingo!]. Unter diesen Umständen entsteht natürlich ein großer Spielraum für die Frage, wie dieser Geist denn zu umschreiben sei, und folglich schafft man Raum für Spekulationen [Bingo!]. Damit mißversteht man jedoch bereits im Ansatz die Natur eines Konzils als solchem [Bingo!]. Es wird so als eine Art verfassunggebende Versammlung betrachtet, die eine alte Verfassung außer Kraft setzt und eine neue schafft [Bingo!].
Wo der Bruch so dermaßen eins auf die Zwölf kriegt, da werden nur ungezogene Kinder weiterhin mit dem Fuß aufstampfen und sagen: "Ich will aber nicht auf Papa hören!" Papa geht unterdessen hin und erklärt, daß der eine Ritus einen zweifachen Usus hat. Papa läßt ein wenig mehr Weihrauch wehen, welcher die Fäden sichtbar macht, die die Katholiken des 21 Jahrhunderts mit ihren Vorfahren über viele Jahrhunderte hinweg verbinden. Papa demonstriert, daß es keinen Bruch gibt, sondern nur Reform unter Wahrung der Kontinuität. Papa zeigt, daß Begriffe wie "vorkonziliar" und "nachkonziliar" besser als zeitliche Angaben zu verstehen sind und nicht als die Grenze, an der sich das Fortschrittliche vom Konservativen trennt.

Das schmerzt, denn das beraubt viele Leute eines 1A-Mundtotmachers. Und das macht sie nervös und hektisch. Denke ich zumindest...

Sunday, May 30, 2010

Die Verzweiflung...

... treibt manchmal seltsame Blüten. Vor allem, wenn es um viel Geld geht:

In der Diözese Rockford, Illinois begannen im Jahre 2008 einige katholische Priester, außerhalb einer Abtriebungsklinik Gebete zu sprechen. Die Pro-Life-Ladies, die um die Klinik herum Bordstein-Beratung anbieten, bemerkten bald einen drastischen Rückgang bei Müttern, die wegen einer Abtreibung vorbeischauen und zugleich einen Anstieg bei den Müttern, die noch auf der Auffahrt zur Klinik zum Leben "Ja" sagen.

Dies war ungefähr der Zeitpunkt, an welchem in den Fenstern der Klinik zum ersten Mal Poster auftauchten, auf welchen die Priester beschimpft wurden.

In dieser Woche nun wurde ein ganz neues Niveau erreicht:



Ja, ganz genau: Die "F"-Bombe (l.), Kinder-Vergewaltigung (2. u. 3. v.l.) und Eierwürfe (r.) sind die Mittel, mit denen die arg angeschlagenen Abtreiber den Verkauf ihrer Seele wieder rentabel machen wollen.

Die ganze Geschichte gibt's bei Fr. Z. Der zieht auch einen interessanten Schluß (ÜS meine):
    Was die Leute in dieser Klinik offenbar nicht verstehen ist, daß wenn sie in der Öffentlichkeit Haß gegen Priester richten, dann ziehen sie auch die Aufmerksamkeit auf Priester in der Öffentlichkeit, Priester, bei denen außer den Stumpfsten oder Verhärtetsten jedermann sofort versteht, daß sie nicht die Art von Priestern sind, die Kindern Schaden zufügen werden.

Wednesday, May 26, 2010

"Ja, wir sind kritisch...!"

"... und wir sehen keinen Grund warum wir unsere Kritik nicht in holprige Verse stopfen sollten!"

Nun muß man fairerweise sagen, daß nicht alles, was auf "Hallo Rom!" getextet und gereimt wird, so schlecht oder dreist ist, wie manche es vielleicht befürchten oder auch erwarten. Es sind nette Wünsche dabei, feundliche Anregungen, neugierige bis ernste Fragen und sogar Bitten für das Wohl der Priester.

Andererseits findet man natürlich auch die alte 08/15-Kirchenkritik aus dem WsK-Satzbaukasten nöliger, drohender, über die Realität der Kirche nur unzureichend informierter, aber dafür mit sehr viel eigenen Bedürfnissen ausgestatteter Aufklärer: Die "Machtgier" darf nicht fehlen; die Messen sollen "cooler" werden; "einmischen" soll man sich; "Sei mutig, denke neu!" wird der Christ aufgerufen; "Glaubst Du, Jesus stand auf Hierarchie?" fragt man in Rom nach und rät: "Hör auf Gottes Willen, auf das was in der Bibel steht"; "Liebe" muß selbstverständlich auch ein Thema sein, gipfelnd in der Erkenntnis: "Du darfst uns nicht verbieten, wen wir lieben dürfen und wen nicht!" Ja, auch der unfreiwillige Humor kommt nicht zu kurz, aber "verbieten" klingt natürlich noch autoritärer als "vorschreiben".

Daß manche Teilnehmer an dieser Aktion es sich denkbar einfach machen, erkennt man an Zeilen wie: "Hallo Rom, ist es dir egal, wenn überhaupt kein Mensch dich schätzt und braucht?" oder "Warum könnt ihr nicht in unsrer Sprache beten? Und einfach mal etwas Neues probieren!"

"..., wenn überhaupt kein Mensch dich schätzt und braucht?"

...

"... überhaupt kein Mensch...

...

"Wir wollen Rom jetzt bitte genau SO haben und nicht anders. Weil es aber SO nicht ist, brauchen wir es auch nicht und schätzen es nicht. Weil WIR es nicht brauchen und schätzen - und da wir immerhin der Nabel der Welt sind - braucht und schätzt es auch niemand sonst."


"Warum könnt ihr nicht in unsrer Sprache beten? Und einfach mal etwas Neues probieren!"

Hä? War von denen überhaupt mal einer in letzter Zeit in einer Jugendmesse? Oder wollen die uns hier durch die Blume sagen, daß sie lieber mehr Andacht, Ehrfurcht und gregorianischen Choral hätten? Denn was sonst könnte heute noch für Jugendliche als "etwas Neues" durchgehen? Ich meine, es ist doch nun wirklich bis auf Pole-Dancing- und Wodka-Eyeballing-Messen so ziemlich alles durch.

Hier ist ein verrückter, neuer Gedanke: Wir nehmen mal alle die Heilige Schrift und den Katechismus und die wichtigsten Konzilsdokumente in die Hand. Wir tauchen hinab in die geheimnisvollen Relitäten unseres Glaubens und machen uns mit den daraus sich ergebenden Notwendigkeiten vertraut. Wir erkennen, daß zum Christsein nicht nur die sofortige Erfüllung aller sich aufdrängenden Bedürfnisse und sukzessive das Umschneidern der Kirche in einen Tante-Emma-Laden gehört, sondern auch Geduld, Verzicht, ja, sogar Gehorsam, ja - sogar das Kreuz. Wir vergessen mal für ein Stündchen, mit wem wir gerne zu welcher Musik in welchen Klamotten mit welchen für Brot und Wein einstehenden Substanzen gerne eine Messe simulierten. Stattdessen schauen wir auf Christus, bei welchem immer noch all unsere Wünsche nach Einheit zusammenlaufen. Dann überlegen wir uns, ob wir lieber versuchen wollen, dan Nachweis zu erbringen, daß die Worte "Kirche" und "Fels" unsrem Herrn hinterhältigerweise von den Autoren der Heiligen Schrift in den Mund gelegt wurden, ober ob Er - Herr der Zeit - uns besser kennt als wir uns selbst, und Er uns daher Seinen mystischen Leib unter der Leitung Seines impulsiven, nicht immer hochgradig geschickten, aber ihn liebenden Apostles zurückließ.

Wer fragt, was Jesus wollte, der liest "Weide meine Schafe!". Aber er sucht vergeblich nach "Ach, macht doch, was ihr wollt!"

Also, liebe Dichter, Texter, Denker, Reimer und Sänger: Bittet, fragt, fordert und klagt. Aber vergeßt die Einheit der Kirche nicht. Helft, das Gewand der Braut Christi zu flicken und untersteht Euch, es noch weiter zu zerfetzen!

[HT an Ulrich, auf dessen Blog ich auf die Aktion aufmerksam gemacht wurde]

Tuesday, May 25, 2010

Lachen mit dem tagesspiegel...

In einem etwas verwirrenden, vermutenden aber natürlich dennoch (oder grade deswegen) hübsch anklagenden Artikel über den Mißbrauch in der Kirche versorgt uns die tagesspiegel heute unter anderem auch mit diesem "Witz:
    Ein anderer radikaler Weg, den man allerdings nicht Jesus in die Schuhe schieben kann, kursierte als Witz vor knapp 50 Jahren auf dem Festival des Heiligen Geistes, das als II. Vatikanisches Konzil Furore machte: Bei einer Fahrt der Hardliner-Kardinäle Ottaviani, Siri und Ruffini über den Albaner See in Castel Gandolfo schlägt das Boot der unbeliebten Reaktionäre um. „Wer wurde gerettet? Die heilige Kirche.“ In der Pointe klingt die Säuberungs-Illusion nach, mit einer Beseitigung ausgewiesener Buhmänner (Bischof Mixa? Kardinal Sodano?) sei die Runderneuerung an Haupt und Gliedern garantiert.
Lachen konnten über so etwas damals wahrscheinlich schon nur jene, die sich auf ihre habitfreie, brevierverleugnende, gebetsarme Priester- und Ordensleute-Zukunft als Streetworker im Namen von Jesus Christ Superstar freuten.

Warum solche Worte als "Witz" durchgehen, mag jene Szene illustrieren, welche Fr. Ralph Wiltgen in seinem Buch The Rhine Flows into the Tiber beschreibt [ÜS meine]:
    Am 30. Oktober, am Tag nach seinem 72. Geburtstag, sprach Kardinal Ottaviani zum Konzil, um gegen die drastischen Änderungen in der Heiligen Messe zu protestieren, die vorgeschlagen worden waren. "Versuchen wir Verwunderung oder gar Skandal im Christlichen Volk zu entfachen, indem wir Änderungen einführen in einem so ehrwürdigen Ritus, der seit so vielen Jahrhunderten gutgeheißen wird und nun so bekannt ist? Der Ritus der Heiigen Messe sollte nicht behandelt werden wie ein Stück Stoff, welches man nach der Laune jeder Generation umschneidern kann." Er sprach wegen seiner teilweisen Blindheit ohne Text und überzog die Zehn-Minuten-Grenze, die zu beachten alle gebeten worden waren. Kardinal Tisserent, Dekan der Konzilspräsidenten, zeigte Kardinal Alfrink, der an diesem Morgen den Vorsitz hatte, seine Uhr. Als Kardinal Ottaviani fünfzehn Minuten gesprochen hatte, läutete Kardinal Alfrink die Warnglocke. Aber der Redner war von seinem Thema so in Anspruch genommen, daß er die Glocke nicht bemerkte oder absichtlich ignorierte. Auf ein Signal von Kardinal Alfrink schaltete ein Techniker ihm das Mikrophon ab. Nachdem er den Umstand durch tippen an das Mikrophon bestätigt hatte, wankte Kardinal Ottaviani gedemütigt zu seinem Sitz zurück. Der mächtigste Kardinal der Kurie war zum Schweigen gebracht worden und die Konzilsväter applaudierten frohlockend.
Der von Ottaviani geleitete, konservative Teil der Kurie war schon mürbe geschossen worden, als die Kardinäle Frings und Liénart in der ersten Sitzungsperiode des Konzils durchsetzten, daß die anwesenden Bischöfe die Mitglieder der Konzilskommissionen selbst ernennen dürfen und die von der Kurie vorgeschlagenen 16 Konzilsväter verworfen werden. Mit dem Ausschalten des Mikrophons wurde symbolisiert, daß nun nicht nur Otaviani, sondern auch seine Mitstreiter, wie z.B. auch die Kardinäle Siri und Ruffini "ausgeredet" hatten.

Wie sieht also nun, nachdem man die schlimmen drei "Bewahrer" nicht ein- sondern ausgebootet hatte, die "gerettete" Kirche aus?

Natürlich macht man es sich zu einfach, wenn man alles auf "Das Konzil" schiebt. Natürlich wurden viele Vorgaben aus Konzilsdokumenten, die heute noch durch ein paar Klicks auf der Vatikan-Webseite einsehbar sind, schlicht ignoriert oder umgedeutet.

Aber war nicht schon der ruppige Umgang der Konzilsväter miteinander ein Zeichen dafür, daß Einheit im strengen Sinne nicht mehr gefragt war, sondern daß man sich nach dem Konzil einfach nur schnell entschließen mußte, zu welcher Seite man gehört: Zu der medienumschwärmten, von Pop-Theologen gutgeheißenen Seite der "progressiven", "weltoffenen", "frische Luft hineinlassenden" Erneuerer, die grenzenlose Rede- (und Aktions-) Freiheit genießen oder zu der belächelten, wenn nicht verachteten Seite der "muffigen", "verkrusteten", "nur auf Sicherung des Status quo schielenden" Bewahrer, denen man einfach den Saft abdreht?

Es ist heute wie damals und es wird immer so sein: Die "Buhmänner", die Sündenböcke, werden identifiziert und der jubelnden Meute zum Fraße vorgeworfen. Die ultra-traditionalisten (bis hinab zu den Sedisvakantisten) machen es ja nicht anders. Ob man das "normal" nennen will und darf... Naja...

Aber unnormal wird es, wenn wirklich nur noch das richtige Team wichtig ist und nicht mehr die katholische Identität, die christliche Botschaft, das geduldige Miteinander und das geziemende Maß an Ehrfurcht zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Sunday, May 23, 2010

LOL-Priests

Ich habe Father X* über Mitbruder Elias kennengelernt. Father X ist schwer orthodox und konservativ. Natürlich hat er einen guten Sinn für Humor und ist überaus gebildet. Er sieht bereits aus, wie das fleischgewordene Portrait eines barocken Bischofs. Mal sehen: Vielleicht landet ja eines Tages tatsächlich eine Mitra auf seinem Haupt.

Gestern war ich zu einer kleinen Dachterrassen-Party in der Casa Santa Maria eingeladen, wo Elias wohnt. Wir saßen so rum, schwatzten, diskutierten (interessante moraltheologische Fragen gab's) und tauschten Anekdötchen aus.

Father X war auch da und erzählte diese Gechschichte: Er wollte während der Heiligen Messe den Kelch leeren und sah plötzlich eine dicke, fette, eklige Fliege im Blut unseres Herren schwimmen.

"Was hättet Ihr getan?" fragte er in die Runde. Es wurden alle Möglichkeiten durchdebattiert, die einerseits minimalen Ekel und andererseits höchtmöglichen Repsekt gegenüber dem Blute garantierten.

"Aber was hast du denn gemacht?" wurde Father X schließlich gefragt.

"Was wohl! Ich nahm den Kelch, ging zum verheirateten Diakon, drückte ihm den Kelch in die Hand und sagte: 'Trink!'"

______________________

* Vorerst soll der gute Father noch anonym bleiben. Er scheint eine nicht uninteressante und sehr vielversprechende Zukunft vor sich zu haben, und da soll so ein am römsten-Beitrag kein Stein auf dem Wege werden.

Saturday, May 22, 2010

Ich stehe zu Petrus!

Momentan kircht es ja wieder einmal von unten, daß einem Hören und Sehen vergeht.

Die Laieninitiative, die Pfingsterklärung, der Ökumenische Kirchentag, die Herren Hasenhüttl und Bittlinger, Margot "Comeback des Jahres" Käßmann und auch die große alte Dame des Aufbegehrens, "Wir sind Kirche", wissen alle ganz genau, woran es vor allem (um nicht zu sagen "einzig") der katholischen Kirche fehlt und wie man das alles wieder hinbiegt.

Zwischen den Zeilen liest man bei den in "heiterer Umsturzlaune" [DIE ZEIT vom 20.5. (No. 21)] Versammelten, welches "rebellische Einverständnis" [ibid] sie zusammenschweißt:
    "Wir pfeifen auf amtskirchliche Vorschriften! Wir denken unabhängig von Rom!" [ibid]
Dies alleine macht schon schauern. Erstens sehe ich hier in der Tat "Unabhängigkeit" von Rom. Ob diese aber tatsächlich Produkt eines genuinen, ehrlichen Denkprozesses ist und nicht eine Reaktion auf den vermeintlich süßeren Flötenklang, wage ich zu bezweifeln. Zweitens enthüllt sich hier eine Vorstellung von "Ökumene" oder auch "Reform", die weniger ein Zusammenführen der getrennten Brüder und Schwestern zum Ziel hat, sondern eher eine weitere Spaltung, ein Sich-Profilieren, ein Sich-Anbiedern, ein Heischen zustimmender Blicke und anerkennenden Raunens, einen Sonnenbrand hervorgerufen von Scheinwerfer-Dauerbestrahlung.

Aber wie kommt z.B. ein Herbert Kohlmaier (Laieninitiative) dazu, solche Sätze zu schreiben:
    "Die Männer, die prachtvoll in Rom residieren, begehen Verrat an Jesus. Die Kirche erlag der Versuchung rücksichtsloser Macht und begründet sie wahrheitswidrig: Der einfache Fischer Petrus sei der "erste Papst" gewesen und durch seine "Einsetzung" die Kirche samt Ämtern und Vorrechten zur alleinigen Stellvertretung des Herrn befugt. Widerspruch sei Ungehorsam gegenüber Gott selbst – welch ungeheuerliche Anmaßung!"
Da die schäbige Standeskrieg-Keule ("... die prachtvoll in Rom residieren,...") ebensogut Ausdruck von Neid sein kann, wie ein ernst gemeintes und ernstzunehmendes Statement zur Güterverteilung in unserer Welt, lasse ich sie mal außen vor. Auch den Nachweis, daß sie weniger "Verrat an Jesus" üben ("... daß ale Eins seien: so wie du, Vater, in mir bist un ich in dir bin, daß sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, daß du mich gesandt hast." (Johannes 17;21)) als der Vatikan, bleiben die Leute von der Laieninitiative schuldig.

Wie aber steht es mit der wahrheitswidrigen Begründung des Petrusamtes?

Matthäus 16;18.19: "Ich sage dir: Du bist Petrus; auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreiches geben; was immer du auf Erden binden wirst, das wird auch in den Himmeln gebunden sein, was immer du auf Erden lösen wirst, das wird auch in den Himmeln gelöst sein."

Johannes 21;17: Er fragte ihn noch ein drittes Mal: "Simon, des Johannes Sohn, liebst du mich?" Da wurde Petrus traurig, daß er zum dritten Mal ihn fragte: "Liebst du mich?" Er sprach zu ihm: "Herr, du weißt alles, du weißt auch, daß ich dich liebe." Und Jesus prach zu ihm: "Weide meine Schafe!"

Petrus wird von Christus mit Vollmachten ausgestattet: Er kann binden und lösen. Er wird auch beauftragt: Weide meine Schafe!

Dort, wo Schafe geweidet werden, ist der Weidende üblicherweise ein Hirte. Eine Schafsherde verschwindet nicht einfach über Nacht. Alte Schafe sterben, kleine Lämmer werden geboren. Die Herde besteht. Was geschieht, wenn der Hirte das Alter spürt und den Tod ahnt? Setzt er sich hin und überläßt die Herde dem nächstbesten Interessierten, der vorbeikommt und wahrscheinlich nicht die geringste Ahnung von der Arbeit eines Schäfers hat? Oder zieht er sich zurück, auf daß die Wölfe unter den Schafen ihr Unwesen treiben können? Nein. Er bestellt einen Nachfolger, der die Arbeit weiterführt. Er gibt ihm ein paar Ratschläge, bringt ihm die wichtigsten Dinge bei und schwört ihn darauf ein, immer ein wachsames Auge auf die Herde zu haben, sie sicher zu leiten und Gefahren von ihr fernzuhalten.

Wie sieht nach Meinung von Leuten wie Kohlmaier die ideale frühe Kirche aus? Genau so, wie die Kirche, die sie nun zu schaffen versuchen: Sie hat keinen Hirten, sondern nur Schafe. Unter diesen gibt es einige besonders Kühne, die sich auf die Hinterläufe stellen und mit den Vorderläufen den Hirtenstab zu halten versuchen. Und im Gebüsch hockt bereits das Wolfspack, lacht sich scheckig und bindet sich die Servietten um die Hälse.

"Verrat an Jesus"?

Möglicherweise.

Denn ich kann mir nicht vorstellen, daß unser Herr, der mit Worten nun nicht eben ungeschickt umging, sich wünschte, daß seine Herde aus Tausenden von vermeintlichen Hirten besteht und Millionen von Schafen, die unsicher und verwirrt zwischen diesen hin und her eilen, weil sie nicht wissen, welche der sie beständig lockenden Stimmen eigentlich noch die Inhalte des Herrn transportiert, der einst den ersten Hirten einsetzte.

Ich setzte alles auf Petrus und seine Nachfolger. Wer noch?

Friday, May 21, 2010

Zeit für Satire

Das zum Befehlen statt zum Dienen verkommene absolutistische Papstregime liegt in der Hand eines weltfremden und überforderten Theologen alten Zuschnitts, der die fatale Verfälschung des Christentums seit der Antike verkörpert. Spitzfindige Konstruktionen, Mythen und Legenden sind ihm unumstößliche Wahrheit. Das bewirkt uninspirierte Verengung, Leib- und Frauenfeindlichkeit und Misstrauen gegen alles Neue, vor allem aber Arroganz gegenüber Gottes Volk. Auch böse Angst plagt die kirchliche Obrigkeit: vor einer sich verändernden Welt, selbständig denkenden Menschen, dem Fortschritt und dem längst eingetretenen Autoritätsverlust. Der Vatikan ist ein Bunker der Verteidigung des Althergebrachten statt ein Zentrum der Verkündigung der Frohbotschaft – eine Scheinwelt, die uns und vor allem der Jugend unerträglich fremd ist."

So Herbert "Laieninitiative" Kohlmaier in der Wiener Zeitung. Ich frage mich manchmal, ob diese ganzen Vögel im Keller eine Dartscheibe haben, auf der keine Punkte, sondern Phrasen aufgeschrieben sind. Dann wirft man ein paar Pfeile, schreibt die getroffenen Fragmente auf, kittet sie mit Selbstgerechtigkeit und fertig ist ein echt zukunftsfähiges Manifesto, Du!

Herr Kohlmaier: Ich hätte nicht gedacht, daß es eine solche Grenze gibt, aber ich muß feststellen, daß diese Kirche nicht groß genug für uns beide ist. Schlage vor, Sie und Ihre Jünger packen die Koffer und kommen wieder, wenn sie alle etwas abgebläht sind und wieder hineinpassen. Wir Papst-Sklaven, Dummerle, Weihrauchschnüffler, Choralkräher, Talar-Models, Rosenkranz-Junkies und Eucharistie-Versteher werden in der Zeit versuchen, wirklich etwas zu bewegen. Danke!

Pfingsterklärung - Jung und eins im Geist?

    "Lebendige Gemeinden und Gemeinschaften im Bistum Augsburg zeigen uns: die Kirche ist jung [!] und schön, begeisternd, wetterfest und hoffnungsstark, plural und doch eins im Geist [!]."
Stanislaus hat gestern bereits darauf hingewiesen. Sponsa Agni bittet deswegen heute ums Gebet. Und auch mir wird die Milch sauer, wenn ich den Text der Pfingsterklärung lese.

Ich bin dann auch gleich ganz neugierig geworden und habe mal ein wenig herumgegoogelt. Immerhin haben ja einige Leute den Text dieser Pfingsterklärung unterschrieben. Bei zweien (Pfarrer i. R. Max Stetter, Pfarrer i. R. Richard Steine) war nicht viel Nachforschung nötig, denn das "i.R." läßt einen das Alter ungefähr erahnen.

Von einem Anderen (Klinikpfarrer Dr. Michael Mayr)* heißt es hier:
    "Der dritte Vortragsabend im Rahmen des Ländlichen Seminars der Pfarrei Sankt Leonhard in Inchenhofen stand unter dem Motto: "Ich will, dass es brennt! Das Feuer des II. Vatikanischen Konzils neu entfachen." Pfarrgemeinderatsvorsitzender Hans Schweizer konnte dazu Pfarrer Dr. Michael Mayr begrüßen, der während seines Studiums in Rom die Anfänge dieses bedeutenden Umbruchs in der Kirche hautnah miterleben konnte."

Von wieder einem anderen Pfarrer (Werner Appelt) konnte ich nur ein Photo finden, welches ihn auch nicht eben als den Jüngsten ausweist.

Bei Pfarrer Reinhold Lappat war es schon ein wenig schwieriger. Aber immerhin verrät uns der Quelltext der Seite von welcher dieses Photo stammt im Alt-Text des img-Tags, daß der ältere Herr in der vorderen Reihe Pfarrer Lappat ist. Gegenproben kann man das auf dieser Seite, wo man den Pfarrer in gleicher nichtgeistlicher Kleidung mit gleichem Lächeln sieht.

Über Pfarrer Günther Bäurle war zuerst auch wenig herauszufinden. Doch dann stieß ich auf diese Nachricht, die uns verrät, daß er im vergangenen Jahr sein 40-jähriges Priesterjubiläum feierte.

Zur Siebten im Bunde der Unterzeichnenden... Moment mal! SIEBEN?! Boah! Schrecken die denn vor gar nichts zurück? ... egal: Zur Siebten im Bunde, Gemeindereferentin Sylvia Hindelang, fand ich keine weiteren Informationen. Es fällt aber auf, daß - wenn man nach "Gemeindereferentin Sylvia Hindelang" (mit Gänsefüßchen) googelt - sie sehr oft im Zusammenhang mit Pfarrer Bäurle genannt wird. Die MSM würden daraus wahrscheinlich gleich eine heiße Romanze stricken. Ich denke einfach nur, daß die Beiden ein gut eingespieltes Kirchenvolks-Team sind.

Also: Die Gereatrics for a Changeling Church - Stand up for Vatican II (if you can - otherwise put your stair lift in gear for Vatican II) sind offiziell nun auch in Deutschland organisiert. Und sie haben eine Mission: Noch ist die Spaltung nicht einmal am Horizont zu erkennen. Noch wird in der Pfingsterklärung "erwartet" und nicht gefordert. Immerhin weiß man aber schon einmal mit Erzbischof Schick: ""Wir haben zu viel Institution Kirche und zu wenig Jesus Christus." Bleibt abzuwarten, wie die Pfingstler dagegen vorgehen werden...

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* Ja, Pfarrer Mayr sitzt auf dem Photo im Rollstuhl. Es ist NICHT Absicht dieses Artikels, sich über Behinderte im allgemeinen oder den Herrn Pfarrer als Behinderten im besonderen lustig zu machen.

Thursday, May 20, 2010

"Und wie ist Deiner so als Pantomine...?"

Die Internetseite der österreichischen Laieninitiative glänzt nicht nur mit solchen Behauptungen...
    Die Enquete "Kirchenreform und Menschenrechte" der Reformbewegungen in der Österreichischen Katholischen Kirche am 20. November 2009 in Wien hat den Nachweis der Unhaltbarkeit des römisch-katholischen Kirchenrechts (Codex Juris Canonici 1983) erbracht
... sondern bietet dem interessierten Verbraucher auch gleich einen "Bischofsbeurteilungsbogen" an. Dieser sieht so aus:



Anderswo auf der Seite heißt es:
    Symptome der Krise sind die schwindende Bedeutung für das Leben der Menschen, erhebliche Glaubensverluste in der Gesellschaft und dramatische Einbußen an Mitgliedern und Seelsorgern. Diese Krise ist nicht auf Österreich und Europa beschränkt, tritt aber hier früher und besonders deutlich in Erscheinung.

    In einer pluralistischen Gesellschaft kann sich die Kirche nicht mehr auf herkömmliche Strukturen stützen. Sie ist darauf angewiesen, ihre Akzeptanz durch Glaubwürdigkeit in ihrer Verkündigung und in ihrem Handeln zu sichern. Kirchliche Kritik an der Gesellschaft ist nur berechtigt, wenn sie selbst dem heutigen Wissensstand und den humanen Standards der gegenwärtigen Gesellschaftsordnung Rechnung trägt.
Es könnte ja sein, daß ich irgendwann einmal ganz lange geschlafen habe und den Wechsel nicht mitbekam, aber ich dachte und denke immer noch, daß doch eigentlich Gott Motiv und Objekt unseres Glaubens ist. Auch dachte ich immer, daß der Inhalt der göttlichen Offenbarung, so wie sie vom Lehramt bewahrt und weitergereicht wird, nicht den "Standards der gegenwärtigen Gesellschaftsordnung" unterworfen ist. Schaue ich mir dann die Punkte an, anhand derer die Bischöfe beurteilt werden sollen, dann frage ich mich schon, ob an dem "erheblichen Glaubensverlust" in unserer Gesellschaft ausschließlich die Hierarchie oder der vermeintliche Klerikalismus Schuld sind.

Die Cafeteria scheint wieder eröffnet zu sein...

Das Mißverständnis

Um nochmal auf gestern zurückzukommen:

Wenn Hanna Arendt sagt: "Keiner hat das Recht zu gehorchen", dann drückt sie damit überspitzt aus, daß niemand die Pflicht hat, zu gehorchen. Sie wollte damit - zumindest habe ich es so verstanden - ausdrücken, daß z.B. im Dritten Reich nicht der Führer Schuld war, nicht das System, nicht irgendein Vorgesetzter, sondern jedes Individuum, welches nicht genügend gedankliche und empathische Kreativität aufbringen konnte, um zu erkennen, was genau er oder sie grade einem anderen Menschen antut und daher später als einzige Rechtfertigung für seine oder ihre Aktionen mit dem Satz daherkam: "Aber ich habe doch nur meine Befehle befolgt!"

Nun ist es aber so, daß z.B. das Militär durchaus so etwas kennt, wie eine Gehorsamspflicht. Hier die Passagen aus dem Soldatengesetzt (§11):
    (1) Der Soldat muss seinen Vorgesetzten gehorchen. Er hat ihre Befehle nach besten Kräften vollständig, gewissenhaft und unverzüglich auszuführen. Ungehorsam liegt nicht vor, wenn ein Befehl nicht befolgt wird, der die Menschenwürde verletzt oder der nicht zu dienstlichen Zwecken erteilt worden ist; die irrige Annahme, es handele sich um einen solchen Befehl, befreit den Soldaten nur dann von der Verantwortung, wenn er den Irrtum nicht vermeiden konnte und ihm nach den ihm bekannten Umständen nicht zuzumuten war, sich mit Rechtsbehelfen gegen den Befehl zu wehren.

    (2) Ein Befehl darf nicht befolgt werden, wenn dadurch eine Straftat begangen würde. Befolgt der Untergebene den Befehl trotzdem, so trifft ihn eine Schuld nur, wenn er erkennt oder wenn es nach den ihm bekannten Umständen offensichtlich ist, dass dadurch eine Straftat begangen wird.
Der Soldat befindet sich, das ist leicht ersichtlich, in der Gehorsamsfalle: Entweder er gehorcht seinem Vorgesetzten ("Ein Soldat muß seinem Vorgesetzten gehorchen.") oder dem Soldatengesetz ("Ein Befehl darf nicht befolgt werden, wenn...").

Jetzt kann man einwenden, daß dann eben niemand Soldat werden sollte. Das ist erstens eh besser für den Frieden und zweitens haben so die Leute eher die Möglichkeit, den Kantschen Mut aufzubringen, sich ihres Verstandes zu bedienen.

Was aber, wenn ein Mann sich nach reiflicher Überlegung und Gebrauch seines Verstandes dazu entschlossen hat, Soldat zu werden, vielleicht sogar eine militärische Karriere einzuschlagen?

Wenn Gotthold Hasenhüttl schreibt...
    "Nicht der Gehorsam, sondern der zivile Ungehorsam kann heilen, denn es ist besser, ein Gesetz zu brechen als ein Herz",
... dann übersieht er die Tatsache, daß nicht wenige Menschen nicht mit Waffengewalt zum Gehorsam gezwungen werden, sondern ihn - grade in unseren Tagen - frohen Herzens geloben.

Er scheint ebenfalls nicht zu bemerken, daß seine Sprache auch Gehorsam fordert. Nicht so auffällig, wie ein direkt ausgesprochener Befehl, aber immerhin unterschwellig jene kleinmütigen Katholiken auffordernd, die stets um ihren Status als "aufgeklärte" Menschen bangen müssen, da die vereinte WsK-, Kirche von unten-, Priester ohne Kirche-, etc-Front immer schneller immer neue Forderungen in die Welt setzt, welche als Lakmustest dafür dienen, ob man noch in sanft-basischer Aufmüpfigkeit herumdümpelt oder schon Hierarchie-kompatibel sauer herumätzt.

Hasenhüttl ignoriert aber vor allem, daß es Menschen gibt, die gleichzeitig gehorsam sein und sich ihres Verstandes bedienen können. Da schimmert für mich eine gehörige Portion Arroganz durch, und gemäß des schönen amerikanischen Sprichwortes "It takes one to know one" darf ich dieses auch mit Recht sagen.