Monday, December 08, 2008

Von der unbefleckten Empfängis...

... oder - genauer - dem ""Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria" (heute, 8. Dez.), habe ich ja vor drei Jahren (Boah! Schon so lange her...) mal kurz geschrieben, um gegen die irgendwie doch recht verbreitete Meinung aufzuklären, dies habe etwas mit der Jungefrauengeburt zu tun.

Um das Ganze noch ein wenig breiter zu treten, gibt's heute den entsprechenden Text aus der dogmatischen Bulle Ineffabilis Deus vom Seligen Papst Pius IX, verkündet am 8. Dezember 1854:
    "„Zu Ehren der Heiligen und Ungeteilten Dreifaltigkeit, zu Schmuck und Zierde der jungfräulichen Gottesmutter, zur Erhöhung des katholischen Glaubens und zur Mehrung der christlichen Religion, in der Autorität unseres Herrn Jesus Christus, der seligen Apostel Petrus und Paulus und der Unseren erklären, verkünden und definieren Wir: Die Lehre, dass die seligste Jungfrau Maria im ersten Augenblick ihrer Empfängnis durch ein einzigartiges Gnadenprivileg des allmächtigen Gottes, im Hinblick auf die Verdienste Jesu Christi, des Erretters des Menschengeschlechtes, von jedem Schaden der Erbsünde unversehrt bewahrt wurde, ist von Gott geoffenbart und darum von allen Gläubigen fest und beständig zu glauben."


Das heutige Posting ist ein bisserl spät, weil ich grade erst von einer Lichter-Prozession zur Ehren der Muttergottes von Lourdes zurückgekommen bin. Eine solche Prozession gab es in Rom offenbar zum letzten Mal vor 40 Jahren. Ein leicht traditionalistisch angehauchtes (aber das päpstliche Gütesiegel besitzendes) Institut hat nun - im 150. Jahr der Lourdes-Erscheinungen - einen kleinen Wiederbelebungsversuch gestartet und es lief ganz anständig: Eine halbe Tausendschaft walzte rosenkranzend und hymnend den Corso hinunter, sehr zum Staunen der Passanten, die es aber (kann ich fast gar nicht glauben) ganz augenscheinlich eher gut als lästig fanden, daß da durch die Traglautsprecher die "Ave Marias" knarzten. Die Prozession endete vor der Kirche Santa Matia in Aquiro. Dies ist die erste italienische Kirche, in der ein Bild der Gottesmutter von Lourdes verehrt wurde, also ganz klar Jubiläumskirche in diesem Jahr. Was mich an der Prozession am meisten gefreut hat: Es sind irrsinnig viele junge Familien mitgegangen.

4 comments:

Stegi said...

Wie wird das Dogma eigentlich theologisch untermauert? Wie hat Gott dies geoffenbart??

Der Wunsch als Vater des (verbindlichen) Gedankens?

Alipius said...

Guckst Du hier.

Stegi said...

Beunruhigt mich noch mehr als weniger.

Er spricht zuviel von den "Vätern" . Es war halt schon immer so, dass man das glaubte- also ist es zu glauben.

Ich kann nicht erkennen, wie laut Pius IX. Gott das geoffenbart hätte.

Nicht dass ich das Dogma anzweifle- aber das Denken wird ja wohl noch erlaubt sein...

Alipius said...

Klar ist das Denken erlaubt. Wär ja noch schöner...

Guckst Du auch hier. Ein ganz gutes Essay zur Schriftbegründung der unbefleckten Empfängnis und zu Marias leiblicher Aufnahme in den Himmel.