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Wednesday, March 03, 2010

Heilige des Tages


Heute ist der Tag der Heiligen Kunigunde, Patronin der schwangeren Frauen, der kranken Kinder und auch des Erzbistums Bamberg. Demnach freut sich meine Lieblingsstadt und ich freue mich mit.

Biographisch-legendäre Informationen gibt's im Heiligenlexikon" oder auch bei Wiki.

Ich habe mir mal nur die Rosinen rausgepickt; wer mehr wissen möchte, folge den Links.



Die Heilige Kunigunde an der Seite ihres Heiligen Heinrich II. Gemeinsam stemmen sie den Bamberger Dom, was recht ist, da unter den Beiden das Bistum ja auch gegründet wurde.



Nachdem Heinrich II. 1146, mehr als hundert Jahre nach seinem Tod, heilig gesprochen worden war, soll er es, so die Legende, nicht ertragen haben, dass nicht auch seine Frau verehrt wurde. Der Legende nach war Kunigunde, um in einem Gottesurteil ihre Unschuld bezüglich einer Anschuldigung wegen Ehebruchs zu beweisen, über glühende Pflugscharen gelaufen und unverletzt geblieben. Dies wurde als Zeichen ihrer Keuschheit und Heiligkeit angesehen. Oben seht Ihr die Darstellung des Pflugscharen-Laufs aus dem Bamberger Dom.



Das Grabdenkmal aus Marmor für Heinrich II. und Kunigunde im Bamberger Dom vollendete Tilman Riemenschneider in Jahre 1513. Die Reliquien des Heiligen Kaiserpaares wurden am 2. September desselben Jahres überführt.



Und wer immer schon mal wissen wollte, wie Kaiser Heinrich den Namen seiner Gattin schrieb, der wurde nun auch von seiner Neugierde erlöst.



Zum Schluß nochmals die Statue vom ersten Bild, diesmal vor würdig himmelblau-barockem Hintergrund.

Friday, February 26, 2010

Ihr ahntet es schon...

... aber an einem Barocktag darf ich natürlich weder mein heiß geliebtes Bamberg noch meine bauwütigen Grafen von Schönborn vernachlässigen.

Was Bamberg betrifft, so kann ich momentan natürlich leider nicht mit neuen Bildern prunken; ich kann Euch aber immerhin zwei der bizarrsten Kontexte präsentieren, in welchen ich die Begriffe "Bamberg" und "Barock" bisher vorfand:Beim Bier ist man sich immerhin einig. Ergibt ja auch einen Sinn, schließlich ist Bamberg ja für sein Rauchbier bekannt. Mir fiele als drittes "B" wahrscheinlich eher "Bischöfe" ein, womit wir dann auch schon bei den Grafen von Schönborn wären:



Ich weiß nicht, ob ich Euch dieses Altarbild der Pfarrkirche Zur Heiligsten Dreifaltigkeit in Gaibach schon einmal zeigte. Die Kirche ist ein Spätwerk von Balthasar Neumann und entstand in den Jahren 1743–45; sie ist eine Stiftung des Würzburger Fürstbischofs Friedrich Karl von Schönborn.

Blickfang und Besonderheit in der Kirche ist eben dieses Altarbild von Franz Lippold, auf wlechem man drei Generationen von Schönborn-Herren in Anbetung der Heiligen Dreifaltigkeit sieht.

Knüller: Ich wollte jetzt groß rumsuchen und schauen, wer von den weltlichen Herren eigentlich wer ist (da ich mich im Hause Schönborn nur bei den Kirchenfürsten auskenne - ** schäm **), aber da fand ich zum Glück auf Wikipedia schon alles erklärt. Danke!

Also: Ganz klar, der Kardinal Damian Hugo gehört zwar erst der dritten Generation an, muß aber natürlich in die Mitte. In der ersten Reihe seht ihr knieend von links nach rechts: Friedrich Karl (Fürstbischof von Bamberg und Würzburg, wie gesagt Stifter der Kirche, dritte Generation), Johann Phillip (Kurfürst von Mainz, Fürstbischof von Würzburg und Worms, erste Generation) und Philipp Erwein (Mainzer Oberamtmann, erste Generation). Hinter Philipp Erwein steht sein Sohn Melchior Friedrich (Mainzer Obermarschall und Vizedom von Aschaffenburg) und somit ein Vertreter der zweiten Generation. In der Reihe hinten stehen von links nach rechts: Johann Philipp Franz (Fürstbischof von Würzburg, dritte Generation), daneben schaut der wildeste der Wilden (was die Bauvorhaben betrifft) und somit mein Lieblings-Schönborn, Lothar Franz, etwas skeptisch aus dem Hermelin. Er war Bischof von Bamberg und Erzbischof von Mainz und gehört als Sohn des Philipp Erwein ebenfalls der zweiten Generation an. Die letzten Herren stammen alle aus der dritten Generation: Rechts von Lothar Franz steht Franz Georg (Kurfürst von Trier, Fürstbischof von Worms). In der Bildmitte wie gesagt Kardinal Damian Hugo (Fürstbischof von Speyer und Konstanz), dann Marquard Wilhelm (Dompropst von Bamberg und Eichstätt), Rudolf Franz Erwein (Mainzer Vizedom, mit dem Orden vom Goldenen Vlies dargestellt) und Anselm Franz (ganz rechts hinten, kaiserlicher General).

Uffza! Ich hoffe, daß ich hier jetzt nichts durcheinandergebracht habe.

Okay, somit neigt sich der Barock-Tag auf am römsten auch schon wieder seinem Ende zu. Wir sehen bzw. lesen uns dann morgen wieder!

Friday, August 14, 2009

Zum Abschluß...

... der Bamberg-Photo-Reihe an meine getreuen Leser ein paar "Dankeschön"-Rosen aus dem Garten der Neuen Residenz:


Die gibt's in tausend Farben: Gelb,...


... knallrot,...


... flieder (find' ich schön, obwohl's ja angeblich eine Oma-Farbe ist)...


... ein ganz hauchzartes Rosa...

... und lecker pink.

Es gab auch noch weiße Rosen und tiefrote, aber die sahen ein wenig jämmerlich trocken aus, also hab ich sie nicht so in meinem Blog bloßstellen wollen und sie daher nicht photographiert.


Euch allen ein schönes Marienfest und ein ebensoschönes Wochenende!

Monday, August 03, 2009

Wie versprochen...

... hier noch ein paar Bilder aus Bamberg!


Hmm... das könnte der Heiige Laurentius sein. Man muß sich in seiner linken Hand einfach nur den Rost vorstellen. Der war bestimmt auch mal da, man sieht ja immerhin noch einen Griff.


Das schöne Böttingerhaus aus einer anderen Perspektive.


Maria und Kind


Maria und Kind und Blumen hinter Gittern


Die Alte Hofhaltung mit zwei von vier Domtürmen dahinter.


Der Heilige Nepomuk darf natürlich nirgendwo fehlen!


Die Heilige Familie mal nicht neben- sondern übereinander


Der Hochaltar in der Oberen Pfarre: Links,...


... mitte,...


... rechts.


Ein Löwenkopf mit menschlichen Zügen oder ein Menschenhaupt mit allzu wüstem Haar?


Es gibt noch mehr Bilder, u.a. eine Rosen-Serie aus dem Rosen-Garten und ein paar Photos von meiner Rückreise, die mich über Pommersfelden (seufz), Ebrach und Würzburg führte. Ich möchte natürlich nicht alles auf einmal posten, also noch ein wenig Geduld...

Zahnarzt-technisch erstmal Entwarnung: Das Loch wird mir erst am 18. September in den Kiefer geschossen, habe ich heute erfahren. Das Ding muß dann nämlich eh drei Monate heilen, bevor dann um Weihnachten herum der falsche Zahn drauf kann.

Tschö und alles Liebe, Alipius!

Wednesday, July 29, 2009

Und noch 'ne Ladung Bilder

Hmmm! Pfefferminz-Eis!


Die Heilige Kunigunde freut sich vor weiß-blauem Himmelszelt


Damit Ihr nicht denkt, in Bamberg gäb's nur Barock...


... zeige ich mal repräsentativ diese beiden schönen Bilder


1803 hieß es für die Fürstbischöfe "Weg mit dem 'Fürst-' und raus aus der Residenz!" - "Ja, aber auf die Straße wollt ihr euren geistlichen Herren doch nicht setzen, oder?" tastete der Bischof sich vor und bekam irgendwann nach Gründung des Erzbistums 1818 dann diesen oberschnieken ehemaligen Domherrenhof als Residenz zugesprochen.


A propos 'Domherrenhöfe': Das hier war auch mal einer (heute ist irgendein Büro des Ordinariats hier untergebracht)...


... und das hier war auch ein Domherrenhof (und ist heute ein Hotel).


Und weil die Bamberger Domherren ja nicht immer nur in ihren Höfen rumhingen, sondern sich auch mal zu Besprechungen treffen mußten, hat Balthasar Neumann ihnen ab 1733 dieses charmante Kapitelhaus direkt an den Dom drangebaut. Heute findet man hier das Diözesanmuseum.


Hier seht Ihr (vlnr): Ein Stück Dom, die Alte Bamberger Hofhaltung (dieses renaissancige Ding) und die Neue Residenz.


Aus der Alten Hofhaltung habe ich zwei Motive. Erstens: Einen Kinderaltar! Aaaargh! Ist das nicht obersüß? Da kann der kleine Ministrant schon mal für später üben. Alles dabei: Kelch, Weihwasserbehälter und -wedel, Weihrauchfaß, Kännchen, Glöckchen undundund...


Das ist eine steile und enge Wendeltreppe, die man früher auch von oben her photographieren konnte. Jetzt haben sie im Museum der Alten Hofhaltung ein wenig umgebaut und plötzlich kann man nur noch von unten knipsen. Dafür sieht man so aber den Engelskopf, der ganz oben an der Decke festgemacht ist.


Als ich heute über die Untere Brücke ging, saß dieser kleine Freund entfernt auf dem steinernen Brückengeländer. Ich blieb mal stehen und piepste ihn so ein wenig an. Da kam er doch tatsächlich so nah heran, daß ich ihn hätte berühren können. Stattdessen kramte ich vorsichtig die Kamera heraus und konnte so den Piepmatz (der mittlerweile auf den Boden gesprungen war und vor mir hin und hertrippelte) ablichten.


Massentourismus einmal anders: Keine Ahnung, was genau die da unten machen, aber es sind viele und sie machen's zusammen ("Flatrate-Canooing" oder sowas?)


Die ganz entzückende, da ganz helle und stets lichtdurchflutete, Orangerie im Rosengarten der Residenz. Heute schlürft hier nicht mehr seine fürstbischöfliche Gnaden die lauwarme Schokolade; dafür drücken Leute aus aller Welt und aus fast jedem sozialen Hintergrund hier mächtig Weizenbier, Kaffee und natürlich Frankenwein weg.


Gotik und Barock Hand in Hand in der Oberen Pfarre. Auch das ist Bamberg.


Eine Pieta in der Vormittagssonne


Huch!

Bamberg, dritter Tag

Heute war's auch schön! Tagesablauf wie gestern, mit frühem Aufstehen, Messe, Frühstück, Spaziergang zum Karmel, Espresso- und Tageszeitungspause, Gang durch die Alte Hofhaltung, Lauf durch die Fußgängerzone (ultra-verkehrsberuhigt, aber leider mit einer Million Konsumtempeln, die sich frech in den Erdgeschossen von schönen alten Häusern eingenistet haben), zweite Espresso-Pause im Rosengarten (mit dem aktuellen Weltrekordhalter im "Frecher-Spatz-Sein", der nicht - wie seine Kollegen - schüchtern am Boden rumtrippelte und wartete, daß der Herr Alipius ein paar Kuchenkrümel runterwirft, sondern mal eben kurz auf den Tisch geflogen kam und auf meinen Teller lugte, so als wollte er sagen "Hmm..., mal gucken, ob da was dabei ist, was mich interessiert". Für diese kühne Aktion gab's als Belohnung natürlich einen extragroßen Brocken vom trockenen Kuchenboden) und noch ein gemächlicher Spaziergang über die vielen Bamberger Brücken. Jetzt sitze ich also wieder auf der Brückenterrasse vor dem Hotel und tippe so ein wenig vor mich hin.

Heute morgen blättere ich in der Süddeutschen herum. Das Streiflicht war ganz lustig, weil es den Promis, die sich öffentlich damit brüsten, einst mit einem Theologiestudium oder gar mit dem Pfarrersdasein geliebäugelt zu haben, indirekt so ein wenig den Vogel zeigte und rückwärts schließend fragte, ob es wohl kleine Dorfpfarrer geben mag, die sich insgeheim sagen "Ach, hätt' ich doch damals die Filmhochschule besucht oder bei Everding vorgesprochen!" Ist natürlich Kokolores, denn der echte Pfarrer trägt sicherlich gerne das Kreuzlein der Nicht-Prominenz und wiegt seine ihm von Gott geschenkte Berufung eher nicht gegen eine von Publikum und Klatschreporten geschenkte Aufmerksamkeit auf. Das war ganz erheiternd.

Leider kam wenige Seiten später der Dämpfer: Mißbrauchsvorwürfe gegen einen Bamberger Domherrn! Die wurden schon 2008 bekannt und liegen so um die 20 Jahre zurück. Im Artikel das Übliche: Zögerliche Kirchenleitung, drängende Anwälte, verunsicherte bis traumatisierte Opfer, Verjährung hüben, Geldforderung drüben etc. Ach, geliebtes Bamberg! Ach, geliebte Kirche! Es bedarf schon der Hand des Menschen, um etwas Vollkommenes, das uns auch noch von Christus hinterlassen wurde, immer und immer wieder in den Morast zu treten. Und der Schmerz wiegt zehnfach, wenn es die Priester Gottes selber sind, die treten. Rotzbande! Haben die ein Glück, daß ich nicht deren Bischof oder gar Papst bin!

Und dann ist da noch das Interview mit dem Leiter der bayerischen Auslandsrepräsentanz, John Kottayil, in Bangalore/Indien. Auf die Frage "Eine bayerische Figur, die Sie besonders verehren?" kommt die Antwort: "Der Märchenkönig Ludwig II. baute die schönsten Schlösser Bayerns..."

... * * kurze Riechsalz-Pause * * ...

Hallo?

Bewundern soll und darf und kann man den Märchenkönig ja von mir aus. Aber die schönsten Schlösser Bayerns? Hä? Watt? Wie bitte? Naja, okay, Geschmacksfrage, seh' ich ja ein. Trotzdem: Für den Herrn Alipius kommt nach Schloß Pommersfelden und nach der Würzburger Residenz erst mal gaaaaanz lange garnix. Prost, Schönborns!

Ach ja: Schönborn! Jetzt fiel mir doch heute auf, daß ich in diesem Bamberg-Urläubchen noch eine Premiere feiere: Nämlich ist dieses der erste Bamberg-Aufenthalt, in dessen Verlauf ich nicht eine einzige Darstellung des Lothar Franz von Schönborn sah. Das ist in sofern erstaunlich, als daß er in dieser Gegend eigentlich unvermeidlich ist. Aber da ich die einschlägigen Lokalitäten (Pommersfelden, Neue Residenz oder auch die Kirche in Volkach) dieses Mal vermieden habe, gab's kein Wiedersehen mit dem barocksten aller Prälatenköpfe. Wird er mir sicherlich nachsehen.

Okay, es ist fast 16:00 Uhr. Ich geh jetzt mal auf mein Zimmer zum Nachmittags-Duscher. Dann stapf ich wieder los, dreh meine Abschiedsrunde, schlag mir später beim Spanier um die Ecke ein paar der ober-hervorragenden Tapas rein und dann gibt's vielleicht noch ein paar Bamberg-Photos.

Also erstmal "Tschö!" und bis später...

Tuesday, July 28, 2009

Gute Nacht, Bamberg, ...












... schlaf gut!

Und noch ein paar Bilder...

Auf dem Weg zum Michaelsberg fand ich zum ersten Mal diese interessante Sicht: Am Ende einer Gasse lugt der sogenannte Vierzehnheiligen-Pavillon der neuen Residenz hinter den Häusern hervor.Hinter diesem sieht man dann noch die Türme des Domes.


Heute habe ich den Michaelsberg mal vom Norden her erklommen. Das ist die steile Straße. Ganz hinten sieht man schon die Türme der Michaels-Kirche.


Am Weg liegt diese leicht verslumte Villa Kunterbunt...


... und dieser schöne Brunnen ("Kein Trinkwasser").


Und schon stand der Herr Alipius vor der Michaelskirche. Leider dürfen auf dem Gelände Autos parken, was den Gesamteindruck ein wenig schändet.


Dies ist ein Teil der weitläufigen Klosteranlage, die von den Dientzenhofers ab 1696 barockisiert wurde.


Das schönste Epitaph: Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim, barock wie es barocker kaum geht, kniet friedlich und fromm vor einer Monstranz und faltet seine Hände ganz zaghaft und sanft. Die Detailverliebtheit, die man vor allem am Spitzenhemd aber auch an der Mitra oder an den Schuhschnallen sieht, haut mich immer wieder um. Mehr noch der Fürstbischof, der so gewiß und ruhig auf seinen Herrn schaut.


Die Heilig-Grab-Kapelle war früher die Grabstätte der Mönche. Jetzt sieht man dort eines der symbolstrotzendsten und wildesten Barock-Ensembles, das ich kenne. Unser Herr liegt im Grab und steht am Gründonnerstag zugleich in einer Monstranz in dem Oval, welches man über der Weltkugel sieht, um welche sich eine Schlange rankt. Ganz oben liegt das Lamm auf dem Buch mit sieben Siegeln und darüber schleudert Gottvater Blitze.


Der Heilige Josef mit dem Jesuskind. Darüber zwei Putti. Der Rechte ist so schön hingerissen.


Barock and Roll! So muß eine Kanzel aussehen, dann klappt's auch mit den Predigten!


A portrait of the artist as a young man. Plastik-Kalkleisten sind ja eigentlich nicht so mein Ding. Aber bei so viel Rumlaufen bei solcher Wärme kommen mir kurze Arme schon ganz gelegen.