Tuesday, April 15, 2008

Der Heilige Vater in den USofA

Aus einen Artikel der L.A-Times (Übersetzung meine):
    Dana M. Perino, Presse-Sekretärin des Weißen Hauses, verteidigte den 'religiösen Touch' der Empfangszeremonien für Papst Benedikt XVI, in deren Verlauf das 'Vater Unser' gesungen wurde: ' Viele Menschen in Amerika und in der Welt sagen dieses Gebet um den Tag zu starten. Also denken wir, daß es vollkommen angebracht ist'.
'Verteidigte' den 'religiösen Touch'? Zwei Möglichkeiten: Entweder gibt es tatsächlich Leute, die so bekloppt sind, sich darüber aufzuregen, daß beim Empfang des Papstes ein bißchen Religion ins Spiel kommt. Oder jetzt schwächeln auch schon in den USA die Christen so sehr, daß sie sich lieber vorab entschuldigen, als daß sie sich später etwas anhören.

Naja, Papa Benedetto hat sicherlich haufenweise Mullbinden und Jod im Gepäck, um die immer noch aus allen Wunden blutende Post-Pädophilie-Kirche Amerikas ein wenig zu verarzten. Hoffentlich gibt er auch abseits des Protokolls einigen der selbstgefälligen Kirchenbonzen mal ordentlich was hinter die Ohren.

Die Protest-Gruppen und die säkularisierten und größtenteils superliberalen Massenmedien in den USA haben die Socken auch schon scharf gemacht, aber sie werden möglicherweise eine kleine Enttäuschung erleben. Von dieser Seite gibt es die gute, alte Forderung nach mehr Cafeteria-Katholizismus (Zeig mir mal, was auf dem Menu steht, ich such mir dann aus, was mir paßt):
    "Hmm... Okay, einmal die Frauenordination mit verheirateten Priestern und einer Portion Gay-Worshipping, aber ohne Eucharistische Anbetung und Gebet für Berufungen. Und das Magisterium bitte auf einem Extra-Teller."
Der Heilige Vater hat allerdings eine Kirche zu heilen, daher wird er wenig Zeit, Lust und Geduld für diejenigen haben, die sie nur noch weiter spalten wollen.

6 comments:

Anonymous said...

Ich würde das nicht überbewerten - Dana Perino hat das nicht verteidigt, sondern nur neutral erläutert, dass die Ankunftszeremonie religiöse und sekuläre Elemente hat. Da hat die L.A. Times mehr hineingelesen als da war.

Hier der Ausschnitt aus dem "Press Briefing" von Perino:

Question: How does the White House balance the different elements for an arrival ceremony? Is it a secular head of state arrival? Is it, in part, religious overtones, with the singing of "The Lord's Prayer"?

MS. PERINO: Well, this is a little bit different, in that the head of state is also the head of the Catholic Church that is visiting the White House. And so I think we've struck the right balance, and that it's perfectly appropriate for the White House to welcome the Pope and have one of the songs performed tomorrow by Kathleen Battle -- who we are very happy to have at the White House -- she'll be singing "The Lord's Prayer." And many people across America and across the world say that prayer in order to provide themselves comfort and confidence in getting their day started. And so we think it's perfectly appropriate.

Der Herr Alipius said...

Danke für die Info!
Ich wollte mit dem Artikel auch eher auf Menasse ansprechen, der sich im letzten Jahr aufgeregt hatte, daß der Papst in Österreich als Staatsoberhaupt empfangen wurde. Hätte man Benedikt XVI jetzt auch noch den Empfang eines religiösen Oberhauptes madig machen wollen, so hätte mich das amüsiert.

Anonymous said...

Da gestehen Sie dem Herrn Menasse eine Aufmerksamkeit zu, die er eigentlich nicht verdient hat.

Dieses intolerante Draufschlagen auf jene, deren Meinung man nicht teilt, durch Personen, die sich selbst als tolerant bezeichnen (und womöglich sogar selbst dafür halten!) ist ja leider ein paradoxes Merkmal solcher Herrschaften wie dem Herrn Menasse.

Anonymous said...

wer ist menasse?

Der Herr Alipius said...

Hier ist ein Wiki-Link zu Robert Menasse:
de.wikipedia.org/wiki/Robert_Menasse

Anonymous said...

Abgesehen davon ist der Papst auch rein völkerrechtlich Staatsoberhaupt im wahrsten Sinne des Wortes.
Ob das nun den Pseudointellektuellen in den Kram passt oder nicht.