Sunday, June 13, 2010

Also los, Jungs!

Worauf wartet Ihr noch?
    Der Priester ist nicht einfach ein Amtsträger wie ihn jede Gesellschaft braucht, damit gewisse Funktionen in ihr erfüllt werden können. Er tut vielmehr etwas, das kein Mensch aus sich heraus kann: Er spricht in Christi Namen das Wort der Vergebung für unsere Sünden und ändert so von Gott her den Zustand unseres Lebens. Er spricht über die Gaben von Brot und Wein die Dankesworte Christi, die Wandlungsworte sind – ihn selbst, den Auferstandenen, sein Fleisch und sein Blut gegenwärtig werden lassen und so die Elemente der Welt verändern: die Welt auf Gott hin aufreißen und mit ihm zusammenfügen. So ist Priestertum nicht einfach „Amt“, sondern Sakrament: Gott bedient sich eines armseligen Menschen, um durch ihn für die Menschen da zu sein und zu handeln. Diese Kühnheit Gottes, der sich Menschen anvertraut, Menschen zutraut, für ihn zu handeln und da zu sein, obwohl er unsere Schwächen kennt – die ist das wirklich Große, das sich im Wort Priestertum verbirgt. Daß Gott uns dies zutraut, daß er Menschen so in seinen Dienst ruft und so sich ihnen von innen her verbindet, das wollten wir in diesem Jahr neu bedenken und verstehen. Wir wollten die Freude neu aufleben lassen, daß Gott uns so nahe ist und die Dankbarkeit dafür, daß er sich unserer Schwachheit anvertraut. Daß er uns führt und hält, Tag um Tag. So wollten wir auch jungen Menschen wieder zeigen, daß es diese Berufung, diese Dienstgemeinschaft für Gott und mit Gott gibt – ja, daß Gott auf unser Ja wartet. Mit der Kirche wollten wir wieder darauf hinweisen, daß wir Gott um diese Berufung bitten müssen. Wir bitten um Arbeiter in der Ernte Gottes, und dieser Ruf an Gott ist zugleich ein Anklopfen Gottes ans Herz junger Menschen, die sich zutrauen, was Gott ihnen zutraut.
Gott traut es Euch zu. Der Heilige Vater traut es Euch zu. Jetzt traut es Euch gefälligst auch zu!

Habt keine Angst davor, etwas zu tun, "das kein Mensch aus sich heraus kann". Findet Euch damit ab, daß Ihr nichts besonderes seid, sondern daß Gott in Euch etwas besonderes bewirken will. Dann könnt Ihr auch gelassen auf die Leute reagieren, die der Meinung sind, ein Priester sollte am besten gar nichts sein.

Bevor ich die Sonne genieße...

... noch schnell ein paar Zeilen tiefster Finsternis.

Wie geagt: Ich will einerseits im Fall Mixa die ganze Wahrheit wissen. Andererseits aber auch lieber nicht...

Aaahhhh (** räkel **)

Ich habe bis gestern Nachmittag schon alles studiert und gelernt und ins Hirn gepreßt, was ich eigentlich bis heute Abend erledigen wollte. Das heißt, daß ich mir einen arbeits- und studienfreien Sonntag erbüffelt habe!

Da da Wetter im Moment ROCKT, werde ich mir erstmal ein wenig Auslauf gönnen, mich vielleicht danach mit einer Zeitung irgendwo in der Nähe des Pantheon zu einem gepflegten Sonntags-Gin-Tonic niederlassen und dann mal sehen...

Mittagessen lasse ich heute ausfallen, da ich bei 3000°C im Schatten und 185% Luftfeuchtigkeit eh nur kleine Portiönchen verdrücken kann. Das ist das Schöne in Rom: Wenn man irgendwo vor einer Bar sitzt und einen G'n'T bestellt, dann bekommt man immer gleich noch Oliven, Mini-Pizzas und - je nachdem, wo man hingeht - sogar noch klitzekleine Tramezzini mit Mozzarella und Tomaten und Rucola und allem. Das ist im Grunde wie ein Mittagessen.

Daß ich mir heute abend das Spiel ansehen werde, versteht sich von selbst. Aber vorher paßt natürlich auch noch ein wenig Geblogge in den Terminplan. Wir sehen uns also!

Einen schönen Sonntag und bis später!

Schwester Robusta

Saturday, June 12, 2010

Neues von Bischof Mixa

Laßt Euch dies mal auf der Zunge zergehen:
    Der Geistliche reagierte damit auf Recherchen der „Welt am Sonntag“, nach denen höchste Würdenträger der Kirche maßgeblich daran beteiligt waren, dass Mixa zu Unrecht unter Verdacht geriet. „Diese Zusammenhänge kannte ich so noch nicht. Ich bin enttäuscht über das Verhalten der Verantwortlichen in der Kirche für diese Affäre“, sagte Mixa.
Was war das jetzt? Wollte man da in der Diözese und der Bischofskonferenz einfach nur (vor-)schnell jedem Verdacht nachgehen, um angesichts der doch sehr angespannten Lage Klarheit zu haben? Oder steckt in der Tat mehr dahinter? Und will ich es überhaupt so genau wissen?

Langsam fallen die Masken...

Vor drei Wochen nahm ich die Augsburger Pfinsterklärung mal ein wenig unter die Lupe. Das eine positive Statement, welches ich mir im Fazit entlocken konnte, war: "Noch wird in der Pfingsterklärung "erwartet" und nicht gefordert". Ich hätte es natürlich besser wissen müssen (und tat es auch; ich hab nur darauf gewartet, daß die Realität nachzieht).

Jetzt ist es soweit: Kath.net brachte gestern dies: Augsburger Moraltheologe meint: Römische Kurie ist völlig untauglich

Logo: Dieser Moraltheologe namens Klaus Arntz ist "Pfingsterklärer". Er trat im Rahmen einer Veranstaltung des Presseclubs Augsburg auf, zusammen mit Pfarrer und Co-Pfingsterklärer Dekan Helmut Haug.

Und was hatten die Herren so zu bieten? Nach den üblichen Vorwürfen ("vordemokratisches Verhalten") und Befehlen ("...den Worten müssen Taten folgen", "Überhaupt müssten sich sämtliche kirchlichen Mitarbeiter, die an der bisherigen Mixa-Linie mitgewirkt hätten, von ihren bisherigen Praktiken distanzieren. Es müsse eine Umkehrbewegung von ihnen verlangt werden, damit man mit ihnen weiterarbeiten könne.") kommen dann einige schön entlarvende Zeilen:
    Die „Pfingsterklärung“ hätten viele als befreiend empfunden: die „stickige Luft“ sei heraus, man könne wieder atmen [Okay, ich habe ja auch nie behauptet, mit Gemeinplätzen sein kein Eindruck zu schinden]. Jetzt müsse man „das Eisen schmieden, solange es heiß ist“ [ÜS: Schnell noch unsere Nasen in die Kameras hängen, bevor schon wieder kein Hahn mehr nach uns kräht]. In der Kirche, die unter einem evidenten Demokratiemangel leide, müsse man Konsultationsprozesse erzwingen [Denn merke: Nur, wo erzwungen wird, dort ist Demokratie!].

    Auch auf weltkirchlicher Ebene sieht Arntz Reformbedarf: „Die römische Kurie ist für das 21. Jahrhundert völlig untauglich“. Das römische Kriterium für einen Bischofskandidaten, stets Priesterkleidung zu tragen, bezeichnete Arntz als lächerlich [Dieses "Kriterium" entspringt wohl eher der Phantasie eines notorischen Priesterkleidungs-Verweigerers, der sich eine Rechtfertigung zurechtbastelt, welche immerhin bei Seinesgleichen ziehen mag. In der Realität gibt es genügend Bischöfe, die dieses "Kriterium" als ein Hirngespinst entlarven].

    In der Priesterausbildung müssten ganz neue Wege gegangen werden; sie dürfe nicht exklusiv bei Regens, Subregens und Spiritual liegen, sondern müsse unter Mitwirkung von Laien, auch von Frauen, erfolgen. Es gehe auch darum, diese „männerbündnerischen Systeme“ zu irritieren [Oh, hell no! Diese kecke Rebellen-Lingo ("irritieren") reicht ja schon, um mich abwinken zu lassen. Schöner Trick. Denn beinahe hätte ich vergessen, das Vorangehende zu würdigen. Hier zeigt sich ziemlich deutlich, welches Bild von der Kirche dieser Moraltheologe hat. Wer künftige Priester nicht von Regens, Subregens und Spiritual ausbilden lassen will, sondern auch von Laien und Frauen, der versteht einfach nicht, worum es bei diesem Beruf geht. Nein: Der versteht nicht einmal, worum es bei der Kirche geht. Wer im Jahre 2010 immer noch nicht verstanden hat, was es mit dem Reich, welches nicht von dieser Welt ist, auf sich hat, der nimmt den Mund ganz schön voll, wenn er die römische Kurie als untauglich für das 21ste Jahrhundert erklärt].

    Arntz betonte vor allem die Bedeutung der Medien beim Sturz Mixas. Wenn er Bischof von Augsburg wäre, würde er der Süddeutschen Zeitung und ihren Redakteuren die „Ulrichsmedaille“, die Ehrenplakette des Bistums Augsburg, verleihen. Man könne der Presse dankbar sein, denn „wir wären nicht in der Lage gewesen, diesen Druck aufbringen zu können“. [Das spare ich mir mal jeden Kommentar...] Vom Domkapitel erhofft sich Arntz eine Umkehr und Distanzierung; hier gebe es bereits hoffnungsvolle Gespräche [Uäh! Muß ich mir jetzt Sorgen machen, oder beschwindelt Arntz sich hier nur selbst?].
Dekan Haug setzt dann noch einen drauf:
    Er selbst trage keine Priesterkleidung, weil sie für ihn nicht passe, wie er Kirche verstehe [Ich! Ich! Ich!]. Eine Beamtenkleidung schaffe Distanz und gebe vor, dass jemand etwas ist [Wow! Dieser Mann hat in der Weihe den unauslöschlichen Charakter des Sakraments empfangen und muß seine "Identität" daran aufhängen, daß er keine Priesterkleidung trägt? Unglaublich...]; wir sollten aber als Menschen Menschen begegnen [Ja, denn es bringt dem spirituell dürstenden Europa unendlich viele Vorteile, wenn die Wenigen, die noch mit Spaß ihrer Arbeit nachgehen und tatsächlich gerne im Gewerbe sind, ihre Priesterkleidung ablegen. Ich will als Priester Menschen begegnen, denn - ob man es glauben mag oder nicht - auch ein Priester ist ein Mensch, womit die Anforderung des Dekans auch dann erfüllt wird, wenn ich nicht mit Jeans und T-Shirt durch die Gegend gurke]. Auch die leutselige Art Mixas, Seminaristen um sich herum zu scharen, kritisierte Haug [Denn das war ja ein Bischof unter Seminaristen, nicht etwa ein Mensch unter Menschen. Also: Wenn man als Zivilkleidung tragender Priester loszieht, dann ist man Mensch unter Mensch. Wenn man als Bischof einen guten Draht zu seinen Seminaristen pflegt, dann ist man was? Jäger unter Opfern? König unter Schleimern? Herr unter Knechten? Es drängt sich das Gefühl auf, daß Leute wie der Dekan schlicht nicht dazu in der Lage sind zu verkraften, daß irgendwer irgendetwas ist, am wenigsten sie selbst. Solche dünnhäutigen Flimmflämmchen als Priester haben wir in der heutigen Zeit natürlich dringend nötig. Nebenbei: Gab es da nicht diese Geschichten, Mixa sei mit den Seminaristen auch mal in die Sauna gegangen? Da sollte aber ganz fix das Herz bei Dekan Haug höher schlagen, denn noch weniger Priesterkleidung bzw noch mehr "Mensch unter Menschen" geht ja nun kaum]. Es bestehe die Gefahr, Menschen an sich und seine Person zu binden [Klar, und hätte Bischof Mixa sich nicht regelmäßig um seine Seminaristen gekümmert, dann hieße es jetzt, er sei ein kühler, distanzierter Kirchenfürst gewesen]. Den Zuhörerinnen und Zuhörern schlug Haug im Übrigen den „zivilen Ungehorsam“ vor [Schönen Dank auch! Egal, wie viel der Papst tut, um die Chriten enger aneinander zu binden und Türen zu öffnen: Er kann sicher sein, daß irgendwelche mediengeilen Nasen in deutschsprachigen Ländern munter für weitere Spaltungen sorgen werden].
Pfingsterkärung my ass!

Brennende Vorbilder

Die liebe Elsa hat mir dieses "spirituelle Ping" geschickt:
    Benedikt XVI. ermutigte die anwesenden Priester, ihr Priestertum überzeugend zu leben. "Keiner von uns wäre Priester geworden, wenn er nicht einem Priester begegnet wäre, in dem das Feuer der Liebe Christi brannte." Der Papst riet den Priestern, jungen Menschen zum Beistand zu werden und sie hin zur Erkenntnis der Wertschätzung ihrer Berufung zu begleiten. Junge Menschen müßten erleben dürfen, das ein priesterliche Leben "zum Vorbild für die Gesellschaft" werden kann und es so würdigen lernen dürfen.
Keiner von uns wäre Priester geworden, wenn er nicht einem Priester begegnet wäre, in dem das Feuer der Liebe Christi brannte...

Da hat der Heilige Vater wieder mal recht.

Ich habe ja bereits an mindestens... Momentchen mal... eins, zwei, drei Stellen bereits von jenem Redemptoristen-Pater erzählt, in dem nun wirklich tagaus tagein das Feuer der Liebe Christi wild lodert.

Und - klar - er ist mein Vorbild. Er ist alles, was ich als Priester gerne wäre aber nur mit einer riesigen Extra-Portion Gnade auch werden kann. Das schöne ist, daß daraus kein Neid entsteht, sondern ein Ansporn und der unbedingte Wille, wenn es endlich soweit ist, nicht mehr nur rotzig zu bloggen, sondern in der richtigen Welt für die Menschen da zu sein. Nicht, um sie zu vereinnahmen, sondern um sie weiterzureichen an Christus, so, wie mich einst jener Redemptoristen-Pater weiterreichte.

Ja, ich möchte - grade auch für die jungen Leute - ein Beistand sein; ich möchte ihnen beistehen, wenn sie Christus suchen und ich möchte dabeistehen, wenn sie Christus begegnen, erkennen, lieben lernen.

Schwester Robusta

Friday, June 11, 2010

Die Realität...

In der neuen Ausgabe der ZEIT werden dem 17-jährigen Noam Kohen im Dossier 3 Seiten gewidmet. Warum? Noam ist Jude und wurde in Laucha an der Unstrut (Sachsen-Anhalt) vor fast zwei Monaten brutal von einer tumben Glatze zusammengeschlagen. Der Täter, Alexander P., wurde bereits zweimal wegen Körperverletzung verurteilt. Dazu wurde zweimal wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen gegen ihn ermittelt. Seine Rettung verdankt Noam dem 28-jährigen Mario Träbert, der im Auto vorbeikam, die Szene sah, anhielt, ausstieg und den Täter anschrie, was Noam die nötigen Sekunden verschaffte, sich in den Wagen des Retters zu verkrümeln. Gut gemacht! Schade nur, daß es überhaupt soweit kommen mußte.

Aber wie kam es soweit?

Schauen wir uns mal die Realität an, besonders die Realität des Menschen. Selbstgerechtigkeit, ein weig Hohn in Richtung der Gefallenen oder Geringeren und das Bedürfnis, sich an vermeintlichen Sündenböcken auszutoben, sind so alt wie der Mensch. Diese Phänomene zu instrumentalisieren und dadurch die Massen zu mobilisieren, war nie besonders schwierig. Mit Grausen starren wir heute fassungslos auf die antisemitischen Karikaturen der NS-Zeit. Mit noch größerem Grausen schielen wir auf die Opferzahlen, die infolge dieser Karikaturen und der durch sie legitimierten Praxis zu beklagen waren und sind.

Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder die Karikaturen präsentierten die Realität. Dies wäre damals unbequem gewesen, aber es hätte trotzdem nie und nimmer zu einem Völkermord legitimiert, ja, noch nicht einmal dazu, einen einzigen Juden zu verprügeln oder gar zu töten. Oder aber die Karikaturen waren eine hemmungslos überzogene Anklage in richtung eines nützlichen Sündenbocks, auf welchen sich so ziemlich alles abladen ließ. Dieses Szenario ist das stimmige. Nein, die Juden haben im Laufe ihrer Existenz nicht immer alles richtig gemacht (Sie tun es ja auch noch nicht). Sie haben hier für Murren, dort für Augenverdrehen und grade eben für internationale Entrüstung gesorgt. Je nach Orthodoxie-Grad verbrennen sie auch mal das Neue Testament. Geschenkt.

Es geht nicht darum, was die Juden taten, sondern darum, was man ihnen erfolgreich nicht als Individuen sondern in ihrer Rolle als "Der Jude" anhängen konnte. Und all dies wirkt bis heute fort. Bis heute zeigen die Karikaturen, die Haßtiraden, die Vorurteile ihre Wirkung. Auch heute noch werden in Deutschland Juden auf offener Straße zusammengeschlagen, weil sie Juden sind.

Warum zog Alexander P. los und verdrosch einen jüdischen Jugendlichen? Weil er im Sinne der NS-Karikaturen gehirngewaschen wurde. Weil man die individuellen Fehler einzelner Juden über die Jahrhunderte hinweg einfach als an jedem Ort zu jeder Zeit für jeden jüdischen Menschen gültig erklärte. Und weil man es fertigbrachte, mit kruder Logik den Benachteiligten, den Kleinen, den Gernegroßen, den Komplexbeladenen einzubläuen, daß irgendwer an ihrer mißlichen Lage gefälligst Schuld zu sein hat - nur nicht sie selbst.

Und nun ist die Panik groß. Es gibt in der ZEIT drei Seiten, mit Tathergang, Lebensläufen, deutschlandweiten Statistiken, Hintergründen, Fragen undsoweiter.

Doch diese Panik bezieht sich auf bereits Geschehenes.

Ganz im Sinne des "Wehret den Anfängen" wäre vielleicht auch eine klitzkleine Spalte in einer großen deutschsprachigen Tages- oder Wochenzeitung wünschenswert, welche fragt, inwieweit neuzeitliche Stürmer wie z.B. das NDR-"Satire"-Magazin extra-3 mit seinen perfiden und nicht eben unhetzerischen Darstellungen kirchlicher Würdenträger die tumbe Meute sündenbeladener, gewissensgehemmter Individuen auf ähnliche Art füttert und manipuliert wie seinerzeit die NS-Schmierfinken.

Oh, ja, ich weiß: Katholische Priester haben sich an Kindern vergangen. Doch rechtfertigt dies pauschale Tritte, verallgemeinernde Anklagen und stumpfes Kesseltreiben? Wenn ja, wieso sollte es dann bei den Juden (welche, wie gesagt, auch nicht alle und immer mit weißer Weste daherkamen) anders sein? Aus Gründen der Menschlichkeit und der Fairness, hoffe ich doch mal.

Zurück zur Realität: Noam wird zusammengeschlagen. Deutschlandweit wird auf drei Seiten darüber informiert. Ein fiktiver Kardinal legt in einem Müll-Video von extra-3 einem Ministranten geifernd seine Hand auf die Schulter und erkundigt sich, ob er noch einen jüngeren Bruder habe. Bitte weitergehen, hier gibt es nichts zu sehen.

Jedoch: Das Noam-Szenario ist nur die logische Konsequenz der Sündenbocksuche, der Selbstgerechtheit, des Hohns und des Populismus mit welchem schlichte Gemüter noch schlichtere Bedürftige bedienen. Es ist die logische Konsequenz einer Geistes- und Gewissenshaltung, wie sie auch z.B. bei extra-3 demonstriert wird.

Noam wurde zusammengeschlagen, weil vor fast sieben Jahrzehnten eine Gesellschaft den Augenblick verpaßte, in welchem sie geschlossen hätte rufen müssen: "Es reicht!" Dies ist eine simple und lehrreiche Einsicht.

Werden sich heute, in Zeiten, in denen wir alle über die Folgen mangelnder Zivilcourage bestens informiert sind, genügend Leute mit Einfluß und Stimme finden, die bereit sind, dieses "Es reicht!" immer und überall auszurufen, wo die Umstände es erfordern?

Oder wird die Realität des gefallenen Geschöpfes siegen und nicht zulassen, daß der Stammtisch sich ohne Sündenbock-Phantasien und Selbstgerechtigkeits-Betthupferl zum Schlafe niederlegen muß?

Das andere Hochfest...

Das Hochfest des heiligsten Herzens Jesu bekommt in diesem Jahr schwere Konkurrenz: Heute beginnt die 19. Fußball-Weltmeisterschaft der Männer oder auch der FIFA World Cup™ oder die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™.

Fußball-Hasser muß ich enttäuschen: Ich werde sicherlich den ein oder anderen Satz zum Ereignis auf diesem Blog loswerden. Und ich bin ja auch nicht der Einzige.

Josef Bordat hat bereits einen schönen, knappen Text zum Zusammenhang von Fußball und Religion gepostet. Sein augenzwinkerndes Fazit hat er sich bei Horst "Hotte" Hrubesch geliehen: "Wenn wir alle schlagen, können wir es schaffen." Die inhärente Plausibilität dieses Szenarios ist nicht von der Hand zu weisen.

Weiterhin hoffe ich (und mit mir möglicherweise ein nicht geringer Teil der Blogoezese), daß auch dieses Mal Elsa in gewohnter Weise am Ball bleibt.

Ansonsten gibt's natürlich 3 Milliarden Internetseiten, die in diesen Tagen nur Eines kennen: Das Leder!

Die fußballverrückten Engländer haben gleich mal die Zeit vom 11. Juni bis zum 11. Juli zum Man Month erklärt.

Auch bei 11 Freunde, dem Magazin für Fußball-Kultur, dreht sich natürlich Vieles um die WM.

Daß auch kicker mitmischt, versteht sich von selbst.

Also, es stehen 31 runde Tage ins Haus!

Hochfestes des Heiligsten Herzens Jesu


Aus seiner geöffneten Seite strömen Blut und Wasser, aus seinem durchbohrten Herzen entspringen die Sakramente der Kirche. Das Herz des Erlösers steht offen für alle, damit sie freudig schöpfen aus den Quellen des Heiles.

Schwester Robusta

Thursday, June 10, 2010

Bereits vor drei Tagen...

... schrieb Marcus (der mit dem C) auf St. Irenäus diesen lesenswerten Kommentar zum Kommentar (eines ARD-Hörfunkbeitrags).

Ich hab's erst heute entdeckt. Ist mir wohl in der hektischen Studienphase durch die Lappen gegangen. Jedenfalls: Wer ihn nicht gelesen hat, dem sei dieser Kommentar empfohlen!

Mehr Neuigkeiten zum Fall Padovese...

... gibt es hier und hier.

Besonders heftig (wenn es so stimmt, wie dort geschildert) ist der erste (englische) Artikel, in welchem der geneigte Leser nebenher auch noch lernt, daß in Marokko jüngst 7.300 muslimische Doktoren erklärten, Christliche Nächstenliebe sollte als religiöser Terrorismus betrachtet werden...

** schluck... **

** hick... **

** flaschewiederabstell **

** nochmalgenauhinschau **


Ne, das steht das wirklich.

Ich habe so ein inneres Islam-o-Meter und das steht momentan mit viel gutem Willen bestenfalls auf "Vernunftgesteuerte, aufmerksame und hellwache Islamkritik in Europa ist wie Penicillin bei Mandelentzündung".

Spätbarock, -baröcker, am -baröcksten!

Gregor hat auf New Liturgical Movement eine ganze Reihe toller Bilder von seinem Besuch der Abtei Zweifalten gepostet. Ich tease Euch natürlich mit einem Putto, aber es gibt noch viel mehr zu sehen, also nix wie hin!

Mal wieder Zeit für ein Rätsel!

Boah! Schon so viele? Ging das schnell!



Wer erkennt, was dieses Bild darstellt (bzw, wer die Rolle erkennt, die der Herr links verkörpert und wer dazu den Herrn rechts einfach nur beim Namen nennt) und sich das Label des Postings anschaut, welches nicht "Rätsel" ist, der könnte schnell herausfinden, worum es hier geht.

Na ja...

Ich bin ja immer gerne bereit zu glauben, daß die etwas dünnhäutigeren Anhänger der Religion des Friedens (und sei es nur des inneren, persönlichen Friedens...), bei jedem kleinen Dreck sich heulend in westliche Botschaften werfen oder US-Flaggen zerfetzen oder Papst-Abbilder verbrennen.

Wo genau allerdings auf diesem Bild auch nur ansatzweise der Heilige Vater zu erkennen sein soll, daß ist mir nicht so ganz klar:


Einige englischsprachigen Medien machen momentan einen ziemichen Trubel um die Verbrennng einer Papst-Puppe während einer Demonstration in Mazar-e-Sharif, Afghanistan. Auf dem Bild oben soll diese Puppe abgebildet sein...

Was klar ist, das ist die grobe Richtung, in die es nach Meinung der über 1.000 Teilnehmer dieser Demonstration gehen soll: "Death to America! Long Live Islam!"

So weit, so originell, möchte man sagen.

Doch woher rührt die Entflammung?

Offenbar konvertieren Muslime zum Christentum [ÜS meine]:
    "Wir wollen, daß all jene, die von Islam konvertierten, bestraft werden. Wir wolle auch, daß Die Islamische Republik Afghanistan alle Kirchen, die hier errichtet wurden und alle Organisationen, die das Christentum verbfeiten, verbietet", sagte ein Demonstrant, Zabiullah Khan.
Verantwortlich für die Hinwendung zum Christentum sollen sogenannte ausländische NGOs (Non-Governmental Organisations) sein. Dabei handelt es sich in der Regel um christliche Hilfsorganisationen.

Bereits in der vergangenen Woche stießen Demonstranten Todesdrohungen gegen Ausländer aus, da diese versuchten, Muslime zur Umkehr zu bewegen.

Was auch immer in Afghanistan geschieht, und wie auch immer man dazu stehen möchte: Sollte es gelingen, diese Leute von der Taiban zu befreien, so ist noch nicht viel gewonnen. Von dem größeren Unterdrücker, dem Islam, wird man sie nur unter bedeutend höherem Blutzoll befreien können. Denn die Christen kommen mit Buch und Wort und Hilfe. Die protestierenden muslimischen Studenten hingegen kommen mit Todendrohungen, Stöcken und Fackeln.

Für TV- und Film-Freaks...

... dürfte dies ein gefundenes Fressen sein: Eine Uni, an der die Profs und die Angestellten berühmte TV- und Film-Charakter sind.


Ich kann mich gar nicht entscheiden, welche Zuteilung mir am besten gefällt. Ganz oben mit dabei sind auf jeden Fall Eric Cartman, Mulder und Scully, Hans Gruber, James Bond und Han Solo.

Spezial-Schande: Wer weniger als 50% der Abgebildeten identifizieren kann, der wurde entweder nach 1970 geboren oder ist trashkulturell extrem herausgefordert!

[HT: Unreality]

Ganz im Sinne des aktuellen Robusta-Strips...

... mache ich jetzt auch erstmal Hitzefrei!

Das Hammer-Examen ist aus dem Weg, das nächste steht erst am Montag an und ich habe ein wenig Kohldampf. Daher werde ich jetzt mal rüberschlendern zum Il Buco und ein kleines Nudelgericht bestellen (mehr geht bei der Hitze eh nicht, vielleicht noch ein Gelato danach). Dann gibt's einen Verdauungsspaziergang und dann wird später auch noch gebloggt.

Wir sehen uns!

Schwester Robusta