Wednesday, November 15, 2006

Es war einmal...


Die Kathedrale in Lüttich. Sie war dem ersten Bischof dieser Stadt, dem Heiligen Lambertus geweiht.



Hier seht ihr die Kirche in ihrer ganzen Größe (110 x 37 Meter) neben dem bischöflichen Palais, der heute noch so dasteht.


Es kam dann die französische Revolution: Im Jahre 1794 wurde Lüttich besetzt. Die Kathedrale wurde erst einmal gründlich ausgeräumt. Dann beschloßen die Besatzer, daß diese Kirche ein Symbol der Macht des (mittlerweile geflohenen) Fürstbischofs darstellte und folglich zu verschwinden habe. Es wurde eine "Zerstörungskommission" gegründet, die sich qualvoll langsam an die Arbeit machte. Erst einmal wurden die Bleidächer abgedeckt und eingeschmolzen, was zur Folge hatte, daß das, was von der prachtvollen Ausstattung noch übrig war, nun Wind und Wetter ausgesetzt war. 1795 wurde der große Ostturm niedergelegt. 1803 folgten die Westtürme. Alles in allem wütete die Kommission übel genug, daß selbst, nachdem Lüttich 1815 an die Niederlande gefallen war, die Reste der Kathedrale dem Erdboden gleich gemacht wurden, weil an Rettung nicht mehr zu denken war.





Ich versuche, die Gedanken der Franzosen nachzuvollziehen und schaue mir erst einmal die Tatsachen an:
    Im Jahre 1793 wurde in Frankreich der Kult der Vernunft eingeführt.

    Direkt neben der Kathedrale in Lüttich lag der prachtvolle Palast der Fürstbischöfe.

    "Wir reißen die Kirche ein, weil sie ein Symbol der Macht des Bischofs ist!"
Klingelt's?

In Lüttich wurde einfach der Kampf gegen die katholische Religion unter dem Deckmantel der Befreiung der Geknechteten weitergeführt, denn wenn es ein Machtsymbol des Bischofs gab, dann war das doch wohl dessen Palast. Aber klar, so ein schickes Domizil kann man vielleicht als französischer Kommandeur einer endlich vom Obskurantismus und von Fürsten befreiten Stadt mal bewohnen, also Finger weg.

So sieht der Platz übriges heute aus. Irgendwan wurde ein wenig symbolischer Beton draufgeklatscht (Tschuldigung, das Bild ist ein wenig unscharf):

Tuesday, November 14, 2006

Update

Auf cor inquietum gibt's was Neues.

Sorry, daß ich momentan auf "am rönsten" nicht täglich schreibe. Aber das Studium ist in diesem Jahr ein wenig anspruchsvoller.

Friday, November 10, 2006

Die Bibel in gerechter Sprache

Jetzt ist sie also da! Die "Bibel in gerechter Sprache".

Mein Problem ist schlicht der Titel. "Gerechte Sprache"? Das schwingt ein Alleinvertretungsanspruch mit, der nicht leicht zu verdauen ist. Vor allem, wenn ich dann entweder Pressemitteilungen oder Diskussionsbeiträge oder auch Stellungnahmen der Übersetzer selber lese und immer die Begriffe "Inclusive language" und "Political correctness" fallen, also das Projekt sich als ein Anpassungsmarathon an einen Zeitgeist entpuppt, der eigentlich schon aus dem Grab müffelt.

Klar, verschiedene Bibelübersetzungen, die das Aufgreifen des Inhaltes für unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen erleichtern sollen, sind nichts Neues. Aber sie sind eben auch nicht mehr, als Nischenprodukte. Deshalb heißt die Kinderbibel auch Kinderbibel.

Ich glaube, die Übersetzer hätten sich eine Menge Trubel ersparen können, hätten sie das neue Werk einfach "Bibel in geschlechtsneutraler Sprache (jetzt mit noch mehr Hinweisen auf das Jüdisch-Sein Jesu)" genannt.

Keine der Schwestern, die mit mir am Angelicum studieren, käme je auf den Gedanken, mir (einem so Gott will künftigen Priester) beim Verlassen oder Betreten eines Raumes den Vortritt zu nehmen. Ob mir das peinlich ist? Nö. Ob mich das mit Stolz erfüllt? Ebensowenig. Ob das den Schwestern einen Abbruch tut? Wenn ich nur nach dem urteile, was ich sehe und höre, nein. Diese Mädels sind lebenslustig, fromm, clever, humorvoll, hilfsbereit, selbständig. Wir leben, arbeiten, miteinandern (wie es vielleicht in einem Infoblatt der Übersetzungswerkstatt der Bibel in gerechter Sprache heißen würde) auf ein großes Ziel hin und sind uns unsers Wertes vor Gott und seiner Liebe zu uns so sehr bewußt, daß er sogar für die Damen trotzdem ein Vater sein kann. Und hier zeigt sich wieder einmal, daß die Botschaft des Christlichen Glaubens, gepaart mit der Tradition der Katholischen Kirche, zumindest in unserer heutigen Zeit einen ziemlichen Vorsprung hat.

Oder, um es mit einem Negativ-Beispiel zu demonstrieren: "Die Gott ist ewig schon weiblicher als Mann glaubt." So "Wort-zum-Sonntag"-Pfarrerin Mechthild Werner, eine der Mitarbeiterinnen an der "Bibel in gerechter Sprache".

Monday, November 06, 2006

Wer traut sich?

Dieses T-Shirt und viele andere nützliche Dinge wie Rucksäcke oder Mützen gibt es auf der Merchandising-Seite der deutssprachigen Seite Catholicism Wow. Unter anderem gibt's auch Tee's für Mädels auf denen dick "Sweet XVI - Long live the Pope!" steht. Oder schwarze Caps, die ganz trocken "Ratzinger" verkünden. Na, Lust zur Avantgarde zu gehören? Dann schaut Euch mal auf der Seite um!

Oh, ich krieg übrigens keine Provision oder so. Ich finde diese Art von bedruckten T-Shirts nur irgendwie interessanter und löblicher als den handelsüblichen Kram, also rühre ich hier ein wenig die Werbetrommel.

Alles Liebe,
Alipius

Wir sind Papst!

Dieses Büchlein nimmt die legendäre Bildschlagzeile wörtlich und zeigt, wies es im Vatikan so zugeht, seit eine ganze Horde kleiner Päpste sich dort wacker an die Arbeit gemacht hat. Das Ganze ist liebenswert und augenzwinkernd gemacht, und Papst Benedikt XVI sah noch in keiner Zeichnung (geschweige denn Karikatur) so drollig aus. Schaut mal rein!

Alles Liebe,
Alipius

Sunday, November 05, 2006

Fundstück der Woche:


Ein Schnappschuß aus dem Museum der just in diesen Tagen fertig renovierten Basilika in Baltimore. Dort wird die komplette Chortracht von Kardinal Sheehan ausgestellt. Hübsch, gelle?

Für Leute, die es gerne ganz genau wissen (Trivia-Fact): Eigentlich werden zur Cappa Magna keine Handschuhe getragen, aber da wir hier in einem Museum sind, drück' ich mal ein Auge zu.

Friday, November 03, 2006

Wednesday, November 01, 2006

Allerheiligen

Einen schönen Feiertag Euch allen!

Heute begeht die Römisch Katholische Kirche das Hochfest Allerheiligen. Dabei wird nicht nur der uns aus dem Kalender und aus ihren Legenden bekannten Heiligen gedacht (also der offiziell heilig gesprochenen) sondern auch und vor allem all jener Heiligen, die nur Gott kennt (also derer, um deren Heiligkeit niemand weiß außer Gott).

Zu Thema "Heilige" und vor allem zur Frage "Wozu gibt's die überhaupt?" habe ich im letzten Jahr schon mal etwas gepostet.

Da das "Heilig sein" bekanntermaßen nicht der Verdienst der Heiligen selbst ist, sondern der Verdienst Gottes, könnte man jetzt natürlich Überlegungen anstellen, warum Gott sich einerseits dazu entscheidet einen Menschen zur Heiligkeit zu führen aber andererseits den Rest der Menschheit nicht daran teilhaben läßt. Tatsächlich ist es aber so, daß er den Rest der Menschheit daran teilhaben läßt. Denn Heilige werden für uns ja nicht erst dadurch aktuell und interessant, daß wir an einem bestimmten Tag im Jahr ihr Gedächtnis begehen, sondern auch und vor allem dadurch, dß wir schon zu ihren Lebzeiten von ihnen, von ihren Taten, von ihren Worten geprägt werden. Ich kenne zum Beispiel einen Mann, von dessen Heiligkeit ich absolut überzeugt bin. Dieser Mann ist aber nur deswegen im Stande, seine Heiligkeit auch auf Andere wirken zu lassen, weil er eben niemals Gefahr laufen wird, um sie zu wissen. Jeder Mensch, der ihn kennenlernt, merkt sofort, daß er, sollte man ihm ins Gesicht sagen, er sei heilig, entweder einen Nervenzusammenbruch erlitte, oder einen des groben Unfugs bezichtigte oder - was das Schrecklichste wäre - vielleicht gar zu einem Höhenflug ansetzte. Aber so, wie er ist und hoffentlich immer sein wird - naiv, unschuldig, gut, selbstlos, tiefgläubig und herzensfromm - wird er für den Rest seines Lebens immer wieder und wieder den Menschen Freude bringen und ihnen ein Beispiel sein. Und selbst, wenn sein Name dann eines Tages nicht laut über den Petersplatz schallen sollte, wird er dennoch beim Herrn seinen Lohn empfangen.

Alles Liebe,
Alipius

Sunday, October 29, 2006

Wieso "Ötsch"?

Einen schönen Sonntag Euch allen!

Links seht Ihr den "Passer domesticus" oder auch "Haussperling". Sind diese punkigen Spatzen nicht einfach das Komischste und Knüffigste, was es gibt?

Im Ruhrgebiet habe ich oft den Ausdruck "Ötsch" gehört, wenn von einem gefiederten Freund die Rede war. Ich finde den Ausdruck irgendwie passend, hatte aber nie eine Ahnung, wo er herstammen könnte. In einem "Ruhrpott-Lexikon" las ich, daß mit diesem Wort im Ruhrgebiet kleine Vögel bezeichnet werden. Eine andere Veröffentlichung unterrrichtete mich darüber, daß in Herne speziell der gemeine Hausspatz so genannt wird. Jetzt sitze ich hier in Italien und stelle plötzlich fest, daß "Vogel" auf italienisch "uccello" heißt. Dann schaue ich auf die Geschichte der Gastarbeiter in Deutschland und sehe, daß in den 50ern und 60ern im Ruhrgebiet jede Menge Italiener unterwegs waren. Könnte es sein, daß diese Südländer nicht nur Pasta, Grappa, Balsamico, Olivenöl etc. importiert (dafür übrigens heißen Dank!), sondern auch unsere Sprache um das ein oder andere Wort bereichert haben?

"Ötsch" = "Uccello", warum nicht? Weiß irgendwer mehr darüber und kann mir sagen, ob ich richtig liege oder total im Nebel herumtapse?

Klärt mich auf!
Alipius

Evangelium des Tages (mk 10,46-52)

Für all diejenigen, die heute "ausnahmsweise" mal "keine Zeit" haben, der Heiligen Messe beizuwohnen:
    Sie kamen nach Jericho. Als er mit seinen Jüngern und einer großen Menschenmenge Jericho wieder verließ, saß an der Straße ein blinder Bettler, Bartimäus, der Sohn des Timäus. Sobald er hörte, daß es Jesus von Nazaret war, rief er laut: Sohn Davids, Jesus, hab Erbarmen mit mir! Viele wurden ärgerlich und befahlen ihm zu schweigen. Er aber schrie noch viel lauter: Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir! Jesus blieb stehen und sagte: Ruft ihn her! Sie riefen den Blinden und sagten zu ihm: Hab nur Mut, steh auf, er ruft dich. Da warf er seinen Mantel weg, sprang auf und lief auf Jesus zu. Und Jesus fragte ihn: Was soll ich dir tun? Der Blinde antwortete: Rabbuni, ich möchte wieder sehen können. Da sagte Jesus zu ihm: Geh! Dein Glaube hat dir geholfen. Im gleichen Augenblick konnte er wieder sehen, und er folgte Jesus auf seinem Weg.
Also, Ihr Lieben: Erst die Augen auf, und dann Christus folgen!

Der, der von sich sagte, daß er Weg, Wahrheit und Leben ist, ist zugleich auch das Licht der Welt. Er sagt nicht einfach nur "Folgt mir". Er erleuchtet auch noch den Pfad, auf dem wir es tun sollen. Und da kann man doch nicht hartnäckig weiterhin blind auf falschem Boden herumtrotten. Ich meine, wer will schon mit dem Kopf ständig gegen die Sedisvakantismus-Laternen des haßerfüllten Wahns knallen oder bis zur Hüfte im Deschner-Sumpf der Selbstgerechtheit steckenbleiben?

Alles Liebe,
Alipius

Saturday, October 28, 2006

Ich hab mich schlapp gelacht!


Dieses Video mit einer im Matrix-Stil kämpfenden Kuh ist einigermaßen verstörend und schreiend komisch.

Friday, October 27, 2006

Fundstück der Woche:

Aus der US-Variante von "Wer wird Millionär?"

Photos!


Der harte Kern meiner Philosophen-Gang (v.l.): Hans "The Man" Gonzales, Matt "Blend-a-Dent" Carley und Chad "Philosopher-Ninja" Deffler.




Mein linker Fuß (dem nur deswegen die Ehre zuteil wurde, photographiert zu werden, weil ich beim "Blöd mit der Kamera rumstehen" versehentlich den Auslöser gedrückt habe)




Wir sind total ver-Hegelt. Beim Versuch, unsere eigene Negation zu erschaffen und zu konfrontieren, ist es uns leider nur gelungen, Duplikate zu erzeugen, die dann gleich anfingen, blöd mit uns rumzudiskutieren.


Philosophie ist hartes Brot.

Alles Liebe,
Alipius

Die Kirche Sant Agostino in Rom

Diese Kirche befindet sich nördlich der Piazza Navona gleich bei der Casa del Clero, wo ich während meines ersten Romaufenthaltes im Mai 2005 gewohnt habe. Die Kirche wurde im späten 15. Jhdt. erbaut und gilt als eines der ersten römischen Renaissance-Gotteshäuser. Auch damals gab es übrigens schon Recycling: In der Fassade steckt eine gehörige Portion Kolosseum! Außen also Renaissance, innen Spätbarock: Mitte des 18. Jhdts. wurde das Innere der Kirche zeitgemäß umgestaltet.

Künstlerisch hat die Kirche Sansovino, Raffael, Bernini und Caravaggio zu bieten.

Oberbonus: Auf der linken Seite vom Hochaltar liegen in einer Kapelle die Relikte der heiligen Monika von Tagaste (* ca. 332 in Tagaste, † Oktober 387 in Ostia), der Mutter meines verehrten Ordensvaters.

Monday, October 23, 2006

"Religionskritik"

Ja, schade, daß ich mich wieder einmal über Dinge aufregen muß, die Andere gesagt haben.

Alois Payer, geb. 1944, war 1965 noch Theologiestudent und ist heute "lic. phil., M.A, Indologe, Buddhologe und Religionswissenschaftler, unterrichtet(e) als Lehrbeauftragter an Universitäten und Hochschulen Indologie, Buddhologie, Religionswissenschaften, Entwicklungsländerstudien".

Auf seiner zusammen mit Gattin Margarete geführten Homepage bietet er Informationen zu diversen Themen. Ein Bereich nennt sich "Religionskritik" und ist ein unerschöpflicher, zweifellos in mühsamer Arbeit zusammengetragener Fundus mit weniger religionskritischen, als antiklerikalen, antipäpstlichen und antikatholischen Katikaturen, Texten, Gedichten, Schmähschriften aus den letzten fünf Jahrhunderten, die gebetsmühlenartig und auf bigott-selbstgerechte Art und Weise immer wieder die gleichen Verzerrungen, Verunglimpfungen, Einseitigkeiten und Groteskerien durchkauen, mit denen heutzutage zum Beispiel auch ein Karlheiz Deschner noch seine goldene Nase finanziert.

Mit diesem uralten, ewiggestrigen, miefigen Kram will ich mich auch gar nicht lange aufhalten. Zwei Dinge jedoch seien an dieser Stelle zitiert, weil sie ein gewisses Licht auf Payer als Kirchenkritiker werfen, welches man durchaus als exemplarisch bezeichnen darf:

Die Seite "Christlicher Aberglaube" widmet Payer seiner "eigenen klerikalen Vergangenheit". Unter einem Bild, das ihn als Theologie-Studenten zeigt, sieht man eine Illustration mit den erklärenden Worten von Gustav Heinemann: "Wer mit einem Finger auf andere zeigt, zeigt mit drei Fingern auf sich selbst". Payers Statement dazu: "Dies soll mich stets vor Selbstüberheblichkeit bewahren (als ob andere einen überheben könnten), da auch ich Aberglauben und Irrtum, Dunkelmännertum und Pfafferei verfallen war". Alles klar?

So bescheiden und nicht-selbstüberhebend, wie dieses Zitat oder die Aufzählung seiner Titel und Würden ist dann auch folgende Bildüberschrift von Payer anläßlich der Amtseinführung Papst Benedikt XVI: "Amteinführung des Heiligen Vaters (dass er nicht "heilig" ist, sieht man, ob er Vater ist, weiß ich nicht). Grüße aus Tübingen 1968 an den schon damals langweiligen Schwätzer und jetzigen Papa-Ratzi". Genau! Da muß schon ein sich von Katzen inspirieren lassender, seinem Kater Todesanzeigen schreibender Ex-Seminarist her, damit der Welt die Augen über die wahren intellektuellen Qualitäten des Heiligen Vaters geöffnet werden.

Viele, allzuviele sogenannte "Kirchenkritiker" tappen immer wieder in die Falle der Eitelkeit, der Selbstzufriedenheit, der Selbstgerechtheit (Charaktereigenschaften, die sie bei Priestern, Bischöfen und Päpsten immer gerne suchen und auch zu finden glauben).

Es ist mittlerweile seit meiner letzten empirischen Erhebung fast ein Jahr vergangen, und ich sage es nochmals: All die Kirchenkritiker jener Couleur, die ich bis zum heutigen Tage kennenlernte, waren fast ausschließlich sauertöpfische, humorlose, sinnesfeinliche, sich selbst viel zu ernst nehmende Trockenpflaumen. Wenn ich mir hingegen die Ordensfrauen, Ordensmänner, Seminaristen, Priester und auch Bischöfe anschaue, mit denen ich aufgrund meines Romaufenthaltes mittlerweise scharenweise Bekanntschaft schließen konnte, denn sehe ich überwiegend ernsthafte, bescheidene, energiegeladene, freundliche, christliche Individuen, die über sich und mit anderen lachen können und die sich darauf freuen, bald gemeinsam die Botschaft unseres Herrn in die Welt zu tragen. Die Kirche blickt in die Zukunft, die Kirchenkritik stochert in der Vergangenheit.

"Unter den Talaren der Mief von 2000 Jahren". Auf wen sich das nur beziehen mag?

Alles Liebe,
Alipius

Saturday, October 21, 2006

Seliger des Tages

Der Selige Karl von Österreich!

Kaiser Karl war der einzig anständige Mensch, der in diesem Krieg auf einem führenden Posten aufgetaucht ist. Er wünschte ehrlich den Frieden, und deshalb wurde er von der ganzen Welt verachtet. So wurde eine einmalige Gelegenheit verscherzt.“ (Anatol France)

Komisch, daß von seinem Andenken heute in den breiten Kreisen weitgehend nur noch der "Giftgas-Kaiser" übrig ist (dessen Grad der Beteiligung an dem Isonzo-Einsatz ja scheinbar immer noch ziemlich grauzonig ist). Offenkundig hingegen: Sein unstrittiger Willen zum Frieden, die Wiedereinberufung des Reichsrates, die Amnesie für politische Gefangene, die Gründung eines Ministeriums für soziale Fürsorge, seine Rolle als vorbildlicher Christ und Familienvater. All dies finde ich erwähnenswert. Wobei ich natürlich verstehe, daß man heutzutage lieber niemanden als Vorbild hinstellt, der nicht nur den Christen und den Familienvater in einer Person vereint, sondern dies auch noch auf vorbildliche Art und Weise tut.

Heilige des Tages

Die heilige Ursula!

Alles zur Legende, zum Brauchtum, zur Kunst usw. findet sich auf dieser Seite. Unter anderem wird auch ein wenig Licht auf die "11.000" Jungfrauen geworfen, die angeblich mit der Heiligen Ursula von den Hunnen ermordet worden sind.

Oh, die Heilige Ursula ist übrigens Stadtpatronin von Köln. Schöne Grüße in die Domstadt!

Thursday, October 19, 2006

Intellektuelles Eigentum?

Aus den britischen Nachrichten vom Februar dieses Jahres (Übersetzung meine):
    Zwei Diät-Anbieter stecken in einem Schwergewichtskampf, nachdem einer der beiden behauptete, daß Wort "Sünde" sei sein Eigentum. Slimming World, ein Schlankmacher-Club, der das Wort "Sünde" benutzte, um eingeschränkte oder verbotene Speisen zu kennzeichnen, änderte die Buchstabierung kürzlich von "sin" in "syn" (synergies). Trotzdem hat das Unternehmen einen Einspruch eingereicht, in dem festgestellt wird, daß die neue Company Sin & Slim kein gültiges Warenzeichen habe. Das achtzehn-seitige Schreiben beansprucht das Wort "Sin" für Slimming World. Ein Sprecher für Sin & Slim sagte, daß Unternehmen sei darauf vorbereitet, sich wenn nötig vor Gericht zu verteidigen: "Wir haben das starke Empfinden, daß wir Standpunkt gegen einen Anbiter beziehen müssen, der eindeutig versucht, den Markt zu monopolisieren. Wir sind allerdings auch verwundert, warum Slimming World Eigentum an dem biblischen Wort Sünde beansprucht." Das Unternehmen Slimming World erklärte, daß das Wort "Sünde" sein Markenzeichen sei und von ihm seit 35 benutzt wird: "Es ist ein Prinzip des Warenzeichen-Gesetzes, daß eine Company das Recht hat, ihr intellektuelles Eigentum zu schützen."
Das Lachen bleibt mir ein wenig im Hals stecken, wenn ich mir überlege, welches Konzept von "Sünde" in den Köpfen dieser Leute herumspukt. Gier, Ignoranz und Abzocke können davon ja kaum umfaßt werden.

Ich muß grade an eine Predigt denken, in der der Priester sich mit gespieltem Scherz darüber beklagte, daß es heutzutage nur noch zwei Artern der Sünde gibt: Diätsünden und Verkehrssünden.

Das mit dem "intellektuellen Eigentum" muß mir aber nochmal jemand erklären. Tippe ich jetzt mit dem Finger auf irgendein Wort im Lexikon, benutze es für ein Weilchen im Zusammenhang mit meiner Ware und dann gehört es mir?

Staunend,
Euer Alipius

Als ich heute morgen aus dem Fenster sah...

... da fiel mir bei diesem Anblick erstmal die Zahnbürste aus der Hand:



Wenn ich so etwas sehe, dann bin ich ganz froh darüber, daß die Neokreationisten und ihre Lehre vom "Intelligent Design" momentan auf etwas dünnem Eis stehen. Denn wer will sich schon stundenlang im Klassenzimmer rumöden, um danach von aufgeklärten Naturwissenschaftlern angehöhnt zu werden, wenn ein Blick gen Himmel genügt, um zu wissen: Wir haben einen Gott, und dem macht keiner irgendetwas nach.

Laßt die Kleinen lieber in der Heiligen Schrift und im Katechismus lesen. Bringt ihnen das Kreuzzeichen, das "Vater unser", das "Ave Maria" und das Glaubensbekenntnis bei. Nehmt sie mit in die Heilige Messe und erklärt ihnen, was dort passiert. Daß wir unsere Erde einem Schöpfer und nicht irgendwelchen Atomen oder Strings oder sonstwas zu verdanken haben, merkt doch eh jeder, der seine fünf Sinne besitzt.

Alles Liebe,
Alipius

Wednesday, October 18, 2006

Oha!

Also, ich denke mal, wenn man diese Seite erreicht, dann ist man wirklich ganz schön in der Welt rumgekommen.