Hier die Photos:
1 day ago
Heute morgen habe ich in der Kirche "Il Gesù" die Heilige Messe besucht. Il Gesù ist eine der größten und am besten besuchten Innenstadtpfarren in Rom, daher gibt es dort auch an Wochentagen zwischen 7:00 und 12:00 Uhr jeweils zur vollen Stunde eine Messe. Ich saß in einer der hinteren Reihen und nosterte so brav auf italienisch mit, bis dann plötzlich zur Leseung ganz vorne ein alter, gebückt gehender Herr sich erhob und an das Lesepult schritt. Ich staunte nicht schlecht, als ich Giulio Andreotti erkannte, Mitglied der für 40 Jahre lang allein herrschenden Democrazia Cristiana, 385-facher Innen-, Verteidigungs- und Premierminister Italiens, Senator auf Lebenszeit, skandalumwitterter Mafia-Kumpel, Operazione Gladio-Enthüller und täglicher Messbesucher.
Und wenn nein, wer entscheidet denn, wann die Kleinen alt genug sind zu erkennen, ob das von ihnen auf diesen Plakaten und Mitren propagierte Weltbild das richtige ist?
Aber es gibt Hoffnungszeichen: Zachary Quinto (Heroes-Schurke Sylar) spielt Spock. Wenn der sich in dem Film von seiner etwas verstimmten Seite zeigen darf und auch mal - wie hier im Bild - den vulkanischen Gutenachtgriff anwendet, dann ist er sicherlich die Top-Besetzung.
Erik Bana wird als Nero zu sehen sein, was bestimmt auch kein Fehlgriff ist.
Was die Brücke der Enterprise betrifft, muß man wohl abwarten, ob es überall im Film so Jetsons-mäßig abgeht.




Ich war am Donnerstag bei der Diakonenweihe des Nordamerikanischen Kollegs im Petersdom. Die Weihe fand am Altar der Cathedra Petri statt (den Ihr im Bild seht). Der Bronzethron, um den sich in diesem lebhaften Bernini-Werk alles dreht, ist nur eine Hülle für eine alte Reliquie, den Stuhl des Petrus und seiner ersten Nachfolger. Bischof Callahan hat 25 Diakone geweiht. Es waren noch vier weitere Bischöfe anwesend, darunter auch Erzbischof und Bald-Kardinal Raymond Burke, dessen Werk in St. Louis ja jetzt bald von einem gleichwertigen Nachfolger weitergeführt werden muß, was wahrscheinlich gar nicht so einfach ist. Burke gilt zwar als umstritten, hat aber viel geleistet, was die Berufungen und die Priesterausbildung in St. Louis betrifft. Und "umstritten" ist eigentlich auch das falsche Wort. Wer ihn persönlich kennt, weiß nur Gutes zu berichten. Die negativen Stimmen stammen alle von Leuten, die ihn nur aus der Presse kennen, wo meistens nur über seine konservative Einstellung und sein Festhalten an der kirchlichen Lehre berichtet wird. Da schaukelt man sich dann im Forum des National "Catholic" Reporter gerne mal bis zur gnadenlosen Verdammung des Erzbischofs hoch, weil er Spaziergänge mit Seminaristen unternimmt (wie schlüpfrig), sich an die Buchstaben des Gesetzes hält (wie unpaulinisch) oder die Cappa Magna trägt (wie borgia-esque). Ich mag Erzbischof Burke und als ich ihn im Petersdom erlebte, fand bestätigt, was die Amis aus dem Kolleg mir schon oft sagten: Wenn Du ihn kennenlernst, dann verstehst Du gar nicht, wie irgendjemand irgendetwas Böses über ihn schreiben kann. Stimmt.
Da fliege ich also gestern ganz entspannt mit Gabriel nach Rom zurück, wir nisten uns unter großem Hallo und Wiewars und Wiegehts und Schöndichwiederzusehen bei unseren mexikanischen Freunden ein und dann meldet sich heute morgen gleich nach dem Aufstehen ein Komilitone, der uns mitteilt, daß der auf dem Uni-Kalender angegebene Termin für den Start der Vorlesungen leider irgendwie beim Druck um eine Woche verrutscht sei und wir erst am 13. wieder ans Angelicum müssen.