Friday, September 19, 2008

Pro-Christus

Ich amüsiere mich gerne über die Leute, die es für nötig halten, in Köln einen "Anti-Islamisierungs-Kongreß" einzuberufen. Ebenso amüsiere ich mich über die Menschen, die so tun, als fände die Islamisierung Europas nicht statt.

Die Lösung ist aber natürlich nicht dieser bescheuerte Kongreß. Der bewirkt doch nur, daß ein paar rechte Lautsprecher vor die Flüstertüten treten und Murks erzählen, während auf der anderen Seite die Toleranten und Gewaltfreien endlich mal wieder mit Pflastersteinen werfen dürfen, wenn sie nicht BAP oder Brings bei einem Konzert für weltweites Händchenhalten zujubeln und sich so relevant fühlen, wie Gloria von Thurn und Taxis bei Maischberger.

Europa hat dem Islam nun einmal Tor und Tür geöffnet. Das ist nicht wieder rückgängig zu machen. Da können den Fascho-Babies noch so sehr vor Plärren die Schnuller aus den Mündern fallen. Und daß die internationale Hardcore-Imam-Liga keinen Hehl daraus macht, auf eine baldige Islamisierung Europas zu hoffen, geht ja auch okay. Schließlich will ich auch, daß die ganze Welt und der Mond und der Mars katholisch werden. Gut, ich bete einfach nur dafür und bastele keine Bomben, aber darum geht's jetzt vordergründig erstmal nicht...

Abseits von den Träumereien religiös motivierter Individuen sollte die breite Masse darüber informiert werden, daß der Islam in Europa nicht machtloser wird, wenn man "Anti!" sagt. Und er wird auch nicht abendländischer, wenn man ihm sich mit Dackelblick anbiedert. Denn das Abendland hat dem Islam nichts zu bieten. So etwas wollen die Jungs doch gar nicht. Entwurzelte Partymaschinen und herzinfarktgefährdete Karrieristen, die nach ihren hohlköpfigen Vergnügungs- und Workahol-Marathons mit allem etwas zu tun haben wollen, nur nicht mit den Konsequenzen ihres Handelns, sind für Missions-Moslems keine Partner auf Augenhöhe, sondern gefundenes Fressen.

Daher: Vergeßt "Pro-Köln" und steigt um auf "Pro-Christus". Wer der Moschee- und Minarett-Flut in Europa etwas entgegensetzen will, der greife nicht zu dumpfen Ausgrenzungsparolen und Haßtiraden, sondern der besinne sich darauf, was Europa ist und - vor allem - warum Europa ist. Wenn es mir mißfällt, daß in der Türkei die christlichen Kirchen auch im 21. Jahrhundert immer noch keinen Fuß auf den Boden kriegen, während gleichzeitig in Europa den Moslems Freiheit zur Ausübung ihrer Religion gelassen wird, dann ändert sich für mich - bzw. die christlichen Kirchen in der Türkei - ja nichts, wenn ich die Freiheit der Moslems in Europa beschneide. Aber wenn ich als Europäischer Christ mit festem Glauben und einer auf diesem Glauben begründeten Freude am Leben und auch am Anderen auftrete, dann kann ich ein Beispiel sein, das den Menschen die Begegnung mit einem lebendigen, in persönlichen Begegnungen erfahrbaren Gott, den man nicht in eine neblige Unbekanntheit hinein anbeten muß, schmackhaft macht.

Klar, jetzt heulen natürlich erstmal wieder alle Demokraten und Aufgeklärten und Toleranten und Weltoffenen, daß man ja heutzutage nicht mehr katholisch sein kann und darf, wie Thurn und Taxis und Meisner bei Maischberger offenbar ganz glanzvoll bewiesen haben (Wobei der Duktus des "Spiegel online" Berichtes über dieses Ereignis schon wieder so verkrampft heutig und so schäumend gegen-katholisch war, daß ich die Sendung gar nicht zu sehen brauche, um zu wissen, daß es nur ein Viertel so schlimm war). Aber wenn diese Beiden plötzlich für alle Katholiken stehen, warum stehen dann die bombenbastelnden Islam-Konvertiten oder die in europäischen Moscheen antiwestliche Haßparolen predigenden Imame nicht für alle Moslems? Oder funktioniert da das "In die Schublade stecken und Ettikett draufkleben" plötzlich nicht mehr so gut?

Ihr Lieben, schaut doch nicht ständig darauf, was Andere angeblich falsch machen, nur um Euch selbst aus der Pflicht zu nehmen. Europa ist christlich und es wird nur dann nicht islamisiert werden, wenn man sich daran wieder erinnert (Und nein: Ich rede hier nicht von Kreuzzügen, denn das Gebet ist schließlich bedeutend wirksamer).

7 comments:

Stegi said...

[Zitat].."Ich rede hier nicht von Kreuzzügen, denn das Gebet ist schließlich bedeutend wirksamer)."

Mein Kommentar: Der Islam befindet sich seinerseits auf weltweitem Kreuzzug, die eingesetzten Mittel stehen denen des christlichen Abendlandes im 12. und 13. Jh. in nichts nach.
Raffinierte Burschen...

Tiberius said...

"Es ist doch", eh, "ein und derselbe Gott"

Anonymous said...

Du liegst falsch in deiner Verurteilung der Pro-Kölner als "Faschos". Es sind sehr viele "Pro-Christus-Leute" (auch Rechts-Sünder und Zöllner - das wird nicht abgestritten!) bei Pro-Köln, die sich das nun auch von ihresgleichen (Glaubensbrüdern und sogar Amtskirche) anhören müssen: sehr schade!

Alipius said...

Warum heißt es dann "Anti-Islamisierungs-Kongress" und nicht "Kongress für die Neumissionierung Europas" oder etwas in der Art? Ich will nicht bezweifeln, daß bei "Pro Köln" viele anständige Leute mitmachen, aber der Titel der Veranstaltung wies für meinen Geschmack einfach in die falsche Richtung.

Anonymous said...

Köln hat doch gezeigt: Die Islamisierung unserer Gesellschaft zu kritisieren wird verhindert.
Die angeblich Toleranten und Aufgeklärten dürfen ohne Konsequenzen Gewalt gegen Personen anwenden. Und die mediale Öffentlichkeit steht auf wessen Seite?

Wie gesagt: es sind vielleicht auch Sünder und Zöllner bei Pro-Köln.
Man muß ja nicht in ihre Häuser einkehren, aber sich auf die Seite derer zu stellen, die "das sind Zöllner, da geht man nicht hin" schreien (im bildlichen Sinne wohlgemerkt "schreien" und nicht nur "rufen"!) ist nicht richtig!
Das hast du meiner Meinung nach - vielleicht auch nur unbewußt - mit deinem Text gemacht.

Alipius said...

Ich glaube, ich habe den steinewerfenden Chaoten auch eine recht eindeutige Absage erteilt. Diese Heuchler sind ja noch zehnmal schlimmer als jeder verunsicherte Stammtischhocker, der bei Pro Köln mitmischt. Wenn ich mich gegen die Verwendung des Begriffs "Anti-Islamisierungs-Kongress" ausspreche, heißt das noch lange nicht, daß ich mich auf die Seite der linken Krawallbrüder und -schwestern stelle - und schon gar nicht unbewußt. Du legst den Finger ja selbst in die Wunde unserer "aufgeklärten" westlichen Gesellschaft: Wenn es auch nur ansatzweise von rechts oder aus der konservativen oder gar der katholische Ecke kommt, dann muß man erstmal brüllen und heulen und Steine werfen (Siehe auch die komplett verblödeten Aktionen der Gegendemonstranten während des Schweigemarsches gegen die Abtreibung letzte Woche in Berlin: Null Hirn, aber dafür umso lauter gebrüllt). Dann erspart man sich eine Diskusion und auch die Pflicht, die Dinge mal etwas genauer zu betrachten. Hauptsache Deutungshoheit, Hauptsache Wichtigkeit, Hauptsache Selbstgerechtheit und am besten, wenn alles auch noch in der Zeitung steht oder im Fernsehn gezeigt wird. Schönen Dank, 68er!

Anonymous said...

In Ordnung. Da pflichte ich bei.

Meiner Meinung nach ist in Deutschland aber die Entchristlichungsphase inzwischen schon abgelöst von der schleichenden Islamierung.
Wehret den Anfängen hat man uns mal gelehrt - aber wenn dieses "Wehren" gewaltsam unterdrückt wird, ist was oberfaul!