Tuesday, October 14, 2008

Diakonenweihe und Erkältungsmedizin

Ich war am Donnerstag bei der Diakonenweihe des Nordamerikanischen Kollegs im Petersdom. Die Weihe fand am Altar der Cathedra Petri statt (den Ihr im Bild seht). Der Bronzethron, um den sich in diesem lebhaften Bernini-Werk alles dreht, ist nur eine Hülle für eine alte Reliquie, den Stuhl des Petrus und seiner ersten Nachfolger. Bischof Callahan hat 25 Diakone geweiht. Es waren noch vier weitere Bischöfe anwesend, darunter auch Erzbischof und Bald-Kardinal Raymond Burke, dessen Werk in St. Louis ja jetzt bald von einem gleichwertigen Nachfolger weitergeführt werden muß, was wahrscheinlich gar nicht so einfach ist. Burke gilt zwar als umstritten, hat aber viel geleistet, was die Berufungen und die Priesterausbildung in St. Louis betrifft. Und "umstritten" ist eigentlich auch das falsche Wort. Wer ihn persönlich kennt, weiß nur Gutes zu berichten. Die negativen Stimmen stammen alle von Leuten, die ihn nur aus der Presse kennen, wo meistens nur über seine konservative Einstellung und sein Festhalten an der kirchlichen Lehre berichtet wird. Da schaukelt man sich dann im Forum des National "Catholic" Reporter gerne mal bis zur gnadenlosen Verdammung des Erzbischofs hoch, weil er Spaziergänge mit Seminaristen unternimmt (wie schlüpfrig), sich an die Buchstaben des Gesetzes hält (wie unpaulinisch) oder die Cappa Magna trägt (wie borgia-esque). Ich mag Erzbischof Burke und als ich ihn im Petersdom erlebte, fand bestätigt, was die Amis aus dem Kolleg mir schon oft sagten: Wenn Du ihn kennenlernst, dann verstehst Du gar nicht, wie irgendjemand irgendetwas Böses über ihn schreiben kann. Stimmt.

In der Sakristei habe ich vor der Zeremonie erst einmal heftig geschwitzt (nicht vor Aufregung, sondern vor Hitze) und dann im Dom heftig gefroren, also habe ich jetzt folglich eine Erkältung (geht offenbar grade eh ein Virus in Rom um). So richtig los ging es erst am Samstag. Gestern bin ich dann mal kurz zur Apotheke und habe mir Halsschmerztabletten und den grünen Erkältungssaft für die Nacht besorgt. Und siehe da: Die Medizin in Italien ist offensichtlich ganz auf die zarten und kleinen Italiener und Italienerinnen abgestimmt. Die Halsschmerztabletten gingen bei und nicht mal als TicTac durch und das MediNait ist so runtergewässert, daß es farblich eher grünem Chartreuse gleicht (geschmacklich leider nicht...). Aber egal: Ich bin schon auf dem Weg der Besserung und werde morgen (Mittwoch) an die Uni gehen. Ich hätte als 18-jähriger nie gedacht, daß ich folgenden Satz einmal sage: Ich freue mich aufs Lernen.

3 comments:

kalliopevorleserin said...

Vielleicht versuchst Du es mal mit grünem Chartreuse… in Hustensäften ist ja oft auch Alkohol. Dosieren kannst Du ja sicher nach Eigeneinschätzung. Gute Besserung!

Alipius said...

Danke!

Tja, schön wäre das, wenn wir mittlerweile mal in Rom einen Laden gefunden hätten, der Chartreuse im Angebot hat...

Ich bin sicher, daß es einen gibt, und im Grapevine hört man immer wieder mal Geschichten (in ehrfurchsvollem Ton mit gesenkter Stimme geraunt) von britischen Seminaristen, die einen Laden in Rom kennen, der Chartreuse führt.

Vielleicht gelingt es ja irgendwann einmal...

Anonymous said...

Gute Besserung!

wenn Chartreuse verte nicht hilft - vielleicht können Sie wenigstens Benedictine auftreiben.

Viele Grüße aus Gallien