Monday, November 10, 2008

Lavendelfarbene Springerstiefel

Florida, Arizona und Kalifornien haben sich am Dienstag in einer Volksabstimmung für einen Verfassungszusatz entschieden, der Ehen auf Beziehungen zwischen Mann und Frau beschränkt. Das letzte Wort in dieser Sache ist natürlich noch längst nicht gesprochen, denn es stehen schon Klagen gegen die sogenannte "Proposition 8" an.

Im Weblog der Kollege-Republikaner der San Francisco State University fand ich nun dieses Video (welches es eigenartigerweise nicht auf Youtube gibt, also kann ich es nicht hier einbinden, also müßt Ihr den Link klicken und es euch selbst ansehen. Es gibt einen kurzen Werbepuffer vor dem eigentlichen Bericht). Das Video ist ungefähr drei Minuten lang und es muß eigentlich nicht groß kommentiert werden. Nur damit die nicht so Englischsprachigen wissen, worum es geht: Die alte Dame ist eine Befürworterin der Proposition 8, die junge Dame will sie interviewen, der Zoo sind bedrohte, verängstigte, von einem homophoben Mob in die Enge getriebenen Befürworter von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit.

Höhepunkt: Kurz vor Schluß hält einer der Protestierenden ein Plakat vor die Kamera, damit man nicht so genau sieht, wie die Horde das der alten Lady schon aus der Hand gerissene Pappkreuz zertrampelt. Aufschrift des Plakates: "Equality for all!"

Kein noch so gewiefter Satiriker hätte das so hingekriegt.


    "Vielleicht sollte ich langsam in Betracht ziehen, ein gewaltsamer, radikaler Extremist zu werden!"

    "Brennt ihre Scheiß-Kirchen nieder und besteuert die Ruinen!"

    "Ich hoffe, daß die Gegner der Proposition 8 lange Listen und lange Messer haben!"

    "Ich schwöre, heute morgen würde ich Leute mit meinen bloßen Händen umbringen!"

    "Ich hoffe, daß die schwulen Barkeeper in die Drinks dieser Kretins pinkeln!"

    "Kann bitte irgendjemand in Kalifornien zum Mormonentempel gehen und ihn niederbrennen? Bitte! Ernsthaft! Tut es!"

    "Es wird Zeit, daß wir Niederauer
    [Erzbischof von San Francisco] einen Besuch abstatten!"
Dies sind nur einige der Reaktionen, die kurz nach Bekanntwerden des Abstimmungsergebnisses als Kommentare in diversen Weblogs zu lesen waren. Diese Kommentare sind mittlerweile fast alle wieder gelöscht, aber - für diejenigen, die es mir nicht glauben und selbst mal nachschauen wollen - ein Blogger war immerhin so frei, zuzugeben, daß die Kommentare existierten und hat einen Eintrag darüber gepostet.

Für die Liebe! Gegen "Haß-Verbrechen"! Das werden wohl die Schlachtrufe der Gaystapo sein, wenn sie irgendwann mal richtig mobil macht.

2 comments:

Mcp said...

Der Mob ist überall auf der Welt derselbe.

Anonymous said...

Find ich irgendwie auch!

Wenn du dich für diesen Text weiter oben ("ein gebet bitte") so in Sack und Asche wirfst, dann scheint(!) für mich dieser begriffliche Vergleich ("Gaystapo") von Schwulenlobbyismus mit dem Dritten Reich nicht so weit her geholt, wie du glauben machen willst.
Stichwort: Gedankenpolizei.

Außerdem:
In Rom darf man sowas noch sagen - in Deutschland leider nicht mehr! ;-)

Mein Gebet hast du trotzdem.