Tuesday, February 03, 2009

Lang aber lesenswert

Aus der tagespost: Der stellvertretende Vorsitzende der Französischen Bischofskonferenz, Erzbischof Hippolyte Simon, hat am Freitag einen offenen Brief an die Medien gerichtet, in welchem er den Umgang mit Papst Benedikt XVI durchleuchtet. Ich gebe im "Fr. Z"-Stil den Text hier leicht gekürzt im Wortlaut wieder (und zwar so, wie ich ihn vorfand, also kommt mir nicht mit alter/neuer Rechtschreibung). Fette Hervorhebungen und rote Kommentare sind von mir.
    Ich weiß nicht, ob ich wütend oder unglücklich bin: in Wahrheit wahrscheinlich beides. Doch was zuviel ist, ist zuviel, also sage ich: es reicht! Der mediale Aufruhr gegen Papst Benedikt XVI., der vier fundamentalistische Bischöfe und unter ihnen einen erwiesenen Holocaust-Leugner angeblich wieder in die Kirche eingegliedert hätte, stellt keine Kritik dar, sondern Verleumdung ['Verleumdung' ist etwas heftig, aber zum Teil sicher berechtigt] und Desinformation ['Desinformation' mit Sicherheit]. Denn was auch immer man über die Entscheidungen des Papstes denken mag, so muss gesagt, wiederholt und betont werden, dass diese vier Bischöfe nicht wieder eingegliedert worden sind. Bischof Williamson, dessen Äußerungen im schwedischen Fernsehen in der Tat untragbar [versteht sich von selbst] sind, ist also noch nicht in den Schoß der katholischen Kirche zurückgekehrt, und er untersteht immer noch nicht der Autorität des Papstes. Die Nachrichten, die von Wiedereingliederung sprechen, beruhen auf einer schweren Verwechslung zwischen Aufhebung der Exkommunikation und vollständiger Wiedereingliederung.

    Ich zeige mich gerne allen Journalisten und Kommentatoren gegenüber nachsichtig, die guten Glaubens die Aufhebung der Exkommunikation mit der einfachen Wiedereingliederung durcheinander bringen konnten. Die von der Kirche benutzten Kategorien können für die breite Öffentlichkeit missverständlich sein [Momentchen: Alle Welt schreit, weil der Papst bzw. der Vatikan nicht ihrer Pflicht nachgekommen sind, sich vor der Aufhebung genauestens über Williamson zu informieren. Dieselben Regeln sollten für Journalisten gelten, die - ohne sich über die Kategorien und die Terminologie der Kirche zu informieren - sofort lospreschen]. Doch die Wahrheit verpflichtet zu sagen, dass dies nach dem Kirchenrecht absolut nicht dasselbe ist. Wenn man die Ebenen verwechselt, wird man ein Opfer von Simplifizierungen, die nur denen nutzen, die provozieren wollen. Und man macht sich unfreiwillig zu deren Komplizen. Normalerweise ist die Öffentlichkeit im Recht, wenn sie von einem Sportjournalisten verlangt, dass er etwa zwischen einem Eckball und einem Versuch [Begriff aus dem Rugby A.d.Ü.] unterscheiden kann. Warum sollte die Kirche nicht ebenfalls das Recht auf ein „technisches“ Vokabular haben, und warum sollte man solche schweren Ungenauigkeiten nur unter dem Vorwand, dass es sich um Religion handelt, dulden?

    Was bedeutet die Aufhebung der Exkommunikation? Um einen geläufigen Vergleich zu gebrauchen würde ich sagen: als Erzbischof Lefebvre ausgetreten ist, das heißt als er ungehorsam war, weil er trotz der ausdrücklichen Mahnung des Papstes vier Bischöfe geweiht hat, wurde sozusagen automatisch eine Schranke heruntergelassen und eine Ampel auf Rot gestellt, um auszudrücken, dass er ausgetreten war. Das bedeutete, dass er, wenn er eines Tages wieder eintreten wollte, vorher Abbitte leisten müsse. Erzbischof Lefebvre ist tot. Friede seiner Seele! Heute, nach zwanzig Jahren, sagen seine Nachfolger dem Papst: „Wir sind bereit, den Dialog wieder aufzunehmen, aber von Ihrer Seite ist eine symbolische Geste erforderlich. Heben Sie die Schranke hoch und stellen Sie das gelbe Blinklicht an!“

    Der Papst hat also, um dem Dialog nichts in den Weg zu legen, die Schranken hochgehoben und das gelbe Blinklicht angestellt. Die Frage ist nun, ob diejenigen, die um Wiedereintritt bitten, dies auch tun werden. Werden sie alle wiedereintreten? Wann? Unter welchen Bedingungen? Man weiß es nicht. Wie Kardinal Giovanni Battista Re (der Präfekt der Kongregation für die Bischöfe) in seinem offiziellen Dekret sagt: „Es handelt sich darum, die Bedingungen des Dialogs festzulegen.“ Es ist möglich, dass der Papst ihnen nach einer Frist, die wir nicht kennen, ein kanonisches Statut verleihen wird. Doch das ist derzeit noch nicht geschehen. Die Vorbedingung für den Dialog ist erfüllt [nicht mehr, nicht weniger], doch der Dialog hat noch nicht begonnen. Wir können also nicht die Ergebnisse des Dialogs beurteilen, bevor dieser überhaupt stattgefunden hat.

    Nun veröffentlicht also ein schwedischer Fernsehsender am Vorabend des Tages, an dem das Dekret von Kardinal Re publiziert werden soll, die klar den Holocaust leugnenden Äußerungen eines der vier betroffenen Bischöfe, Bischof Williamson. Konnte der Papst, als er grünes Licht für die Unterzeichnung des Dekrets durch den Kardinal gegeben hatte, die Aussagen von Bischof Williamson kennen? Ich glaube, ganz ehrlich gesagt, das verneinen zu können [Hmmm... Vielleicht im Fall des Papstes. Aber hat wirkich niemand der am Prozeß der Aufhebung Beteiligten über Williamson Bescheid gewußt? Schwer zu glauben. Hier war meiner Meinung nach mindestens Schlamperei, wenn nicht gar persönlicher Ehrgeiz im Spiel. Das schmerzt und da muß etwas getan werden]. Und das ist in einem Sinne eher beruhigend: es ist ein Zeichen dafür, dass der Vatikan wirklich nicht die Mittel hat, alle Bischöfe und alle Fernsehkanäle der Welt überwachen zu lassen! [Das ist der Punkt: Ich, als relativ Unbeteiligter, habe von Willi's Extratour in der Tat nichts gewußt. Aber der Vatikan sollte, wenn er sich entschließt die Exkommunikationen aufzuheben, auch ohne weltweites 'Medienüberwachungsnetz' dazu in der Lage sein, zu erkennen, aus welcher Richtung es müffelt]. Hier also darf man keine falsche Interpretation vornehmen: was bedeutet dieses Zusammenfallen der Unterzeichnung eines Dekrets, das für den 21. Januar vorgesehen war und Bischof Williamson folglich bekannt war, und der Ausstrahlung seiner Äußerungen im Fernsehen?

    Jeder sollte sich fragen: wem nützt das Verbrechen? Wem nützt der Skandal, der durch die Äußerung einer solchen Obszönität hervorgerufen wird? Die Antwort scheint mir klar: dem- oder denjenigen, die den durch die Unterzeichnung des Dekrets begonnenen Prozess torpedieren wollen! Nun, wenn man nur ein wenig diese Fragen und die verschiedenen Aussagen von Msgr. Williamson während der letzten Jahre verfolgt, ist es eindeutig, dass er die Versöhnung mit Rom um keinen Preis will! Dieser Bischof – und ich wiederhole nochmals, dass er Rom heute noch in keiner Weise rechtlich unterstellt ist – hat sich schlicht der Methode der Terroristen [wieder: heftig, aber vielleicht ist was dran] bedient: er lässt eine (geistige) Bombe explodieren und hofft, dass der gesamte Prozess der Versöhnung entgleist. Er hält es, wie alle Ultras zu allen Zeiten: er lässt lieber ein Ruinenfeld zurück als sich mit denen zu versöhnen, die er als seine Feinde betrachtet.

    [Diesen Absatz aufmerksam lesen, das ist ganz heißer Stoff!] Ich sage also von Traurigkeit erfüllt all denen, die – ob mit Genugtuung oder mit Schmerzen – Benedikt XVI. und Bischof Williamson miteinander vermischt haben: Sie haben unbewusst das Spiel eines zynischen Provokateurs gespielt [Hallöchen!]! Und – so wage ich zu sagen – als Prämie haben Sie ihm ein zweites Ziel angeboten, das ihn nur entzücken konnte: auf die schlimmste Weise den Ruf des Papstes zu beschmutzen. Eines Papstes, dem er mehr misstraut als allem anderen, denn er sieht genau, dass dieser Papst die gesamte Argumentation entkräftet, die Erzbischof Lefebvre einstmals aufgestellt hatte. Ich kann auf diesen Punkt hier nicht genauer eingehen. Ich möchte nur auf einen Artikel verweisen, den ich letztes Jahr zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Motu proprio in der Zeitung „Le Monde“ geschrieben habe: „Wenn ich ein wenig überall lese, dass der Papst den Fundamentalisten alles bewilligt und nichts im Gegenzug verlangt, so kann ich dem nicht zustimmen: er bewilligt ihnen alles, was die Form der Riten anbelangt, doch er entkräftet ihre Argumentation von Grund auf. Die gesamte Argumentation von Erzbischof Lefebvre beruhte auf einer angeblich substanziellen Differenz zwischen dem Ritus des heiligen Pius V. und dem Ritus Pauls VI.. Nun erklärt Benedikt XVI., dass es keinen Sinn hat, von zwei Riten zu sprechen. Man könnte allenfalls einen Widerstand gegen das Konzil legitimieren, wenn man ganz ehrlich denken würde, dass ein substanzieller Unterschied zwischen den Riten bestehe. Kann man diesen Widerstand und schließlich sogar ein Schisma aber legitimieren, wenn man lediglich von einem Unterschied in den Formen ausgeht? Für einen Fundamentalisten und zumal für einen Leugner des Holocaust wie Bischof Williamson ist Benedikt XVI. unendlich viel schlimmer, als alle diejenigen, die einen „Bruch“, der durch das Zweite Vatikanische Konzil herbeigeführt wurde, verherrlichen. Denn wenn es einen Bruch gibt, dann wird er durch seinen Gegensatz zum „Neuen“ gestärkt. Doch derjenige, der friedlich aufzeigt, dass das Missale von Paul VI., die Religionsfreiheit und die Ökumene integrierender Bestandteil der authentischen katholischen Tradition sind, der entzieht ihnen jede Rechtfertigung [Bing-o!].

    Ich bin mir wohl bewusst, dass ich meine Argumentation weiter entwickeln müsste. Möge mir jeder verzeihen, wenn ich auf die Internetseiten verweise, wo all das ersichtlich wird. Doch ich wünsche mir vor allem, dass jeder sich vor allzu gut aufgezogenen Provokationen hüten möge. Was diejenigen betrifft, die meinen, ständig wiederholen zu müssen, dass Joseph Ratzinger in der Hitlerjugend gedient hat [gähn...], so mögen sie bitte das Zeugnis lesen, dass er am 6. Juni 2006 in Caen aus Anlass des sechzigsten Jahrestags der Landung der Alliierten in der Normandie abgegeben hat, und sich dann fragen, was sie an seiner Stelle getan hätten... Wenn man ein wenig zu laut mit den heutigen Wölfen heult, dann bringt man nicht unbedingt den Beweis dafür, dass man in der Lage gewesen wäre, sich von der Wölfen der damaligen Zeit abzugrenzen... [Woah!]

    Es bleibt noch ein Punkt, der zweitrangig, aber trotzdem äußerst schwerwiegend ist: man muss sich jedenfalls Fragen zur Kommunikation der römischen Instanzen stellen, wenn es sich um so heikle Themen handelt [Aber hallo!]. Nach der Polemik von Regensburg (die es ebenfalls verdiente, aufmerksam demontiert zu werden... ) hoffe ich – aber ich behalte mir vor, darüber eher intern zu reden –, dass die Verantwortlichen der Kurie ihrer missglückten Kommunikation eine ernsthafte Besprechung widmen ['Hoffe'? Wie wär's mit 'erwarte', wenn nicht 'verlange'?]. Um es kurz zu sagen, habe ich die Dinge folgendermaßen erlebt: Am Mittwoch, dem 21. Januar, wird von den italienischen Fundamentalisten, die zu triumphieren glauben, in der italienischen Zeitung „Il Giornale“ „eine Flucht organisiert“. Sofort wird das Tamtam in den Medien ausgelöst. Doch wir, die Mitglieder der Bischofskonferenzen, wir wissen absolut nichts! Drei Tage lang verbreiten sich ständig mehr Nachrichten – irrige, die die ganze Zeit von Wiedereingliederung reden – wie ein Buschfeuer. Und dann kommt die „Bombe“ von Bischof Williamson... Und erst am Samstagmorgen – drei Tage zu spät! – erhalten wir das offizielle Kommuniqué von Kardinal Re. Wie stellen Sie sich vor, dass wir da die Diskussion wieder auf eine richtige Grundlage stellen können [Klar, kann man vergessen, wenn alle Welt schon in die Tempos schnupft]? Kardinal Ricard hat sich redlich darum bemüht, doch das Feuer war schon ausgebrochen und niemand konnte noch ein vernünftiges Wort hören.

    Jetzt, wo sich der Wirbel allmählich legt [Oder legen sollte, aber eine gewisse deutsche Wochenzeitschrift will natürlich auch noch ihr Stück vom Kuchen...], müssen wir versuchen, uns wieder in Ruhe zu besinnen. Wie meine Großmutter sagte: Gott kann aus etwas Schlechtem etwas Gutes hervorgehen lassen. [Eines der größten Probleme in der ganzen Debatte: Der Gottes-Aspekt greift nur bei denen, die ohnehin schon zu Wohlwollen in der Lage sind und nur über die Kommunikations-Katastrophe im Vatikan fluchen, ohne gleich den Papst skalpieren zu wollen] Das Schlechte ist, dass Papst Benedikt XVI. wieder einmal von einer Mehrheit der überregionalen Medien durch den Dreck gezogen wurde, ausgenommen – Gott sei Dank – „La Croix“ und einige andere. Viele Katholiken und viele Menschen guten Willens [wie gesagt...] begegnen dem mit Verständnislosigkeit und Leid. Doch das Gute ist, dass die Masken gefallen sind! Wenn der Dialog mit den Bischöfen der Priesterbruderschaft St. Pius X. trotz allem weitergeht – unter dem Vorbehalt natürlich, dass sie durch die nunmehr hoch gehobene Schranke gehen – dann wird man eine Unterscheidung treffen können, denn jetzt wissen alle ein bisschen besser, was die einen und was die anderen denken.

    Zum Abschluss möchte ich mich an die gläubigen Katholiken wenden, die – nicht ohne Grund – das Gefühl haben können, in dieser Geschichte ein wenig verraten, um nicht zu sagen verachtet worden zu sein: denkt über das Gleichnis vom verlorenen Sohn nach und führt es weiter. Wenn der ältere Sohn, der sich zunächst weigert, am Fest teilzunehmen, sagt, dass er doch daran teilnehmen möchte, werdet Ihr ihn dann zurückweisen? Vertraut genug auf Euch selbst und auf den Geist, der die Kirche führt und der auch das Zweite Vatikanische Konzil geführt hat, um zu glauben, dass die reine Anwesenheit dieses älteren Sohns nicht ausreichen wird, um das Fest zu ersticken. Gebt demjenigen, der zuletzt gekommen ist, ein wenig Zeit, um sich an das Licht der Festversammlung zu gewöhnen... [Sehr gut]

    Hippolyte Simon,
    Erzbischof von Clermont
    Stellvertretender Vorsitzender
    der Französischen Bischofskonferenz
Einigen mag der Artikel zu heftig sein, andere mögen sich an der Terroristen-Theorie stoßen. Ich bin aber dankbar dafür, daß Simon erstens dem Papst den Rücken stärken will und zweitens die Piusbruderschaft mit der gebotenen und nötigen Distanz betrachtet. Denn dadurch wird ein Punkt hervorgehoben, den ich für nicht unwichtig halte: Die Einheit der Kirche ist wichtig. Sehr wichtig. Jetzt ist die Decke von der Bruderschaft weggezerrt. Durch mehr Öffentlichkeit entsteht mehr Kontrolle und durch ein gesteigertes Bewußtsein werden vielleicht einige Anhänger der alten Messe richtung Unam Sanctam umgeleitet (weswegen Summorum Pontificium natürlich auch vor der Aufhebung veröffentlicht wurde).

Unterm Strich: Ganz schlampige Vatikan-Nummer, was die Kommunikation betrifft. Allerdings war die Aufarbeitung auch nicht von schlechten Eltern: Die Medien sind nicht selten über das Ziel hinausgeschossen. Viele, zu viele, versuchten den Eindruck zu erwecken, daß Williamson nicht als FSSPX-ler (Essenz), der den Holocaust leugnet (Akzidenz), rehabilitiert wurde, sondern schlicht als Holocaust-Leugner. Andere zoomten auf die Mittelalter-Sehnsucht des Papstes ein. So heißt es z.B. in einem herrlich schrulligen Artikel des tagesspiegel: Die erzkonservativen/ultrakonservativen (wahlweise, 4 mal in 20 Zeilen) Traditionalisten "…fordern die weltweite Rückkehr zum lateinischen Ritus des 16. Jahrhunderts…", der allerdings bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts gefeiert wurde. Zudem: Wenn das eine Meßlatte für Erz und Ultra ist, wie steht's denn dann um die Katholiken, die eine Rückkehr zur "Urkirche" (was auch immer das sein soll) fordern? Dann war da vom "Sündenfall des Papstes" die Rede, unheimlich viel "Beschämung" und "Bestürzung" war im Spiel uswusf. In den Internet-Tagebüchern ging's ebenfalls heiß her. Da mußten natürlich von liberaler Seite schnellstmöglich alle denkbaren negativen Assoziationen her, damit das Bild vom islamophoben, schwulenhassenden, mysogynen, antisemitischen Modernitätsfeind Benedikt XVI sich auch gut einbrennt, während es von rechts tönte, daß man künftig wohl schon für einen in Hörweite einer Synagoge gelassenen Furz in den Knast kommt. Ja, schön, kriegt Euch wieder ein. Vernunftgesteuerte Auseinandersetzung mit dem Thema online gibt's aber auch, unter anderem bei Scipio (klar) und (in englischer Sprache) bei Fr. Z. (wobei der auch schon ein- oder zweimal die Keule auspackt, z.B. wenn er Boffs Stellungnahme kommentiert).

3 comments:

feline said...

Ehlich gesagt wird mir beim Lesen des Artikels schwindelig.
Ich kann da nur runterbrechen auf: Wer menschenverachtende Reden schwingt, kann den Glauben an Gott nicht ernst nehmen.
Vieleicht zu einfach.
Die ganze Diskussion ist schrecklich und ich frage mich ob man dem ganzen soviel Aufmerksamkeit zukommen lassen darf, auf die Gefahr hin,dass die ganze Sache noch populäter wird.

kalliopevorleserin said...

Dank für die Vorstellung dieses Artikels; ich gestehe, ich gehöre zu denen, die sich nicht ausreichend informiert haben. (Immerhin hab ich aber auch nichts publiziert zum Thema!) Das heißt, ich hatte eher das Gefühl, Benedikt ist überrumpelt worden und hat sich weniger klug als gewohnt verhalten. Jetzt sehe ich die Überrumpelung immer noch, aber von einer anderen Seite, nämlich einer informationsunlustigen Presse.
Gerade habe ich mir angetan, Williamsons Äußerungen zur Shoa auf Youtube zu hören und zu sehen, und meine Empfindungen dazu lassen sich nicht salonfähig ausdrücken.
Besonders interessant finde ich, daß W. seine "historical evidence" ausschließlich von einem modernen Hersteller amerikanischer Gaskammern hat. Nebenbei auch interessant ist, daß er (wie man gegen Ende des Videos sieht und durch den Raumton schon vorher ahnen konnte) beständig den Blickkontakt mit dem Interviewer vermeidet.
W. zeigt nicht das geringste Gefühl für Menschen, die - gleich auf welche Weise - schuldlos umgebracht wurden. Mir scheint das nicht bloß unchristlich, sondern krankhaft.

Alipius said...

Ja, der Kerl hat eindeutig ein Problem. Ich habe mich auch wirklich tagelang hin- und hergewunden, weil ich Holocaust-Leugnung als solche schon irrwitzig finde, aus dem Mund eines Mannes aber, der von sich in Anspruch nimmt, meinen katholischen Glauben auf eine wie auch immer geratene Art zu vertreten, finde ich es fast schon wieder Komödien-reif.

Wie die Weichen momentan stehen ist eine Entschuldigung für die Aussagen selbst von Willi nicht zu erwarten. Aber er hat dem Papst in seinem Entschuldigungsschreiben (welches sich nur auf den ausgelösten Wirbel bezog) immerhin sich selbst als Opfer angeboten, sprich: Im Ernstfall ist wohl eine Versetzung in den Laienstand drin. Ich will dem Papst in diesen Tagen nicht zu viel Weitsicht zusprechen (nicht, weil ich glaube, daß er sie nicht hat, sondern, weil die Stimmung momentan nicht dazu rät): Aber unter diesem Aspekt (Laienstand) war die Aufhebung der Exkommunikation natürlich nicht doof.