Thursday, December 11, 2008

Comic-Onomatopoesie

Okay, dieses Blog hat wahrscheinlich nur zwei bis drei Leser, die das, was nun folgt, wirklich zu schätzen wissen. Aber es muß einfach einmal gesagt werden, also bitte (** ta-dah **):

Die zehn schönsten Comic-Soundeffekte und ihre korrekte Buchstabierweise

Platz 10: *twoing*
    Beginnen wir mit einem eigentlich fast harmlosen Standard-Sound. Er steht für verschiedene Dinge, wie z.B. Trampolin-Sprung, Gummiband-Schuß oder auch für Sprungfedern, die als Schuhe verwendet werden. Anzufinden in diversen Warner-Bros Comics und Filmen.

Platz 9: *galosh*
    Dieser hübsche Klang ist dem Comic 'Cerebus' entnommen. Es beginnt als irrwitzig abgedrehtes 'Conan der Barbar für Intellektuelle', dreht dann aber nach der Hälfte seiner 300 Ausgaben immer mehr in Richtung der Privatphilosophie des Autors Dave Sim ab und verliert sich letztlich in überkandideltem Elitarismus. Schade. *galosh* jedoch ist Gold: Titelheld Cerebus, ein Erdschwein, beobachtet einen alten Gutsbesitzer, der sich ein Paar seltsamer Überschuhe anzieht und fragt, was das denn sei. "Es ist eine Galosche", kommt die Antwort. "Blöder Name", findet Cerebus. Im nächsten Bild sieht man die beiden durch ein Schneefeld gehen, und natürlich steigt von den Schuhen des Alten unaufhörlich ein kleines "galosh galosh galosh..." auf.

Platz 8: *slammo*
    Eine Emphase des Klassikers *slam*, die andeutet, daß hier eben mit besonderem Nachdruck geslammt wird. So geschehen in X-Men #171, als eine nichtsahnende Carol Danvers als Binary das Xavier Mansion besucht und dort auf eine damals erst von der "Brotherhood of Evil Mutants" weggelaufene und noch nicht von den X-Men akzeptierte Rogue trifft. Da Rogue einst Carol Danvers, als sie noch "Ms. Marvel" war, bei einem Kampf fast umgebracht und ihre 'Superpower' permanent absorbiert hat, haben die zwei Ladies natürlich noch ein Wörtchen zu wechseln. Die Szene ist sehr hübsch: Der Leser weiß bereits, daß Rogue im Mansion ist, um die X-Men um Hilfe zu bitten. Dann landet Binary draußen auf dem Rasen und man sieht sie hineingehen. Man denkt sich schon so "uh-oh!" und tatsächlich: Im nächsten Bild sieht man Rogue halb bewußtlos durch das Dach des Mansions BIS IN DEN ORBIT fliegen, begleitet eben von jenem schönen *slammo*

Platz 7: *voip*
    Und noch einmal die X-Men. *voip* ist einer der Sound-Effekte, die benutzt werden, um das Abfeuern eines Laserstrahls durch Dazzler zu untermalen. Sehr schön ausgedacht.

Platz 6: *smerl*
    Auch die Deutschen können es, ganz besonders Brösel, der Werner-Erfinder. *smerl* ist das Geräusch, daß ein mit ungeheurer Wucht geschossener und mit großem Drall durch die Luft fliegender Fußball macht. Ist doch klar, oder?

Platz 5: *önv*
    Nochmal Brösel und Werner. Der Kerl ist einfach gut. Was ist *önv*, werdet Ihr Euch fragen? Eindeutig: Das Geräusch, das entsteht, wenn ein Diaprojektor ein Bild auf die Leinwand wirft.

Platz 4: *snikt*
    Das Ausfahren von Wolverines Adamantium-Klauen darf in dieser Liste natürlich nicht felhen.

Platz 3: *whack-eth*
    Besonders schön: Prügeln auf Alt-Englisch. Stellt Euch einfach Bruder Tuck vor, der einem ungebetenen Schnüffler des Sheriffs von Nottingham eine mit der Keule überzieht. He whacketh, thou fallest!

Platz 2: *shlork-faglork*
    Ganz großes Kino: In MAD's Don Martin-Strips wird mit diesem herrlichen Klang wahlweise das Waten durch knietiefen Schlamm oder das Einschlagen diverser Sahnetorten in ihr Ziel angedeutet.

Platz 1: *runterschalt*
    Ja, ganz recht, Werner steht sogar auf Platz eins. Das Einbiegen eines Sportwagens in eine riskante Kurve mit *runterschalt* zu untermalen ist ein Geniestreich, der so offensichtlich ist und doch so überraschend. Glückwunsch. Brösel!

Okay, genug herumgealbert. Ich ziehe mich jetzt zur Vesper zurück. Ihr macht Euch gefälligst einen schönen Abend! Ciao!

7 comments:

Raphaela said...

OK, ich glaube, jetzt bin ich offiziell urlaubsreif. Beim Runter- und Wiederraufscrollen durch diesen Eintrag blieb mein Auge an der "nichtsahnenden Carol Danvers" unter *slammo* hängen und mein derzeit unter Terminstreß und Überstunden stöhnendes Hirn trennt das Adjektiv, wohl noch unter dem Eindruck der shlork-faglorkenden Torten weiter unten, doch glatt als "nicht-sahnend".

*augenverdreh*

Hätte wohl doch das Bloglesen für die Dauer des Advents aussetzen sollen, wie's scheint... :)

Alipius said...

"nicht-sahnend"?

Ka-reisch! Da könnte man glatt eine neue Marvel-Superheldin draus machen: Cream-Girl!

"Cream-Girl, Hilfe! Auf meinem Apfelstrudel ist keine Schlagsahne! Bitte..."

"Nein! Du bist eh schon zu fett. Heute wird nicht gesahnt!"

Anonymous said...

da kann ich nur sagen:
... nicht meine Welt ...

G.

Stegi said...

o tempora , o mores.

Anonymous said...

Ein Geräusch fehlt, finde ich:
Garfield hat einen leeren Fressnapf und läßt ihn durch einen gekonnten Pfotenschlag rotieren. Das Geräusch des sich "beruhigenden" Napfes wurde wie folgt wiedergegeben:
wuggeldi wuggeldi weng weng weng weng

Acolythus

Alipius said...

Nicht schlecht, Acolythus!

Elsa said...

Spla-woosh? Lebst du noch? Hat man dich evakuiert? Hast du trockene Füße? Regnet es irgendwo rein?
Geht es dir gut?
*hab grad die Bilder aus Roma gesehen, mamma mia ...*