Saturday, November 24, 2007

Sick-o!

Die Engländerin Toni Vernelli hat vor zehn Jahren ein Kind abgetrieben. Vor acht Jahren - im Alter von 27 - hat sie sich sterilisieren lassen. Der Grund: Sie ist eine Umweltaktivitstin und betrachtet neues Leben nur als ein weiteres Problem, welches der Rettung des Planeten im Leben steht. Ihr wißt schon: Die Kleinen machen sich ordentlich in die Windeln und produzieren somit schädliche Gase. Zitat Toni:
    "Every person who is born uses more food, more water, more land, more fossil fuels, more trees and produces more rubbish, more pollution, more greenhouse gases, and adds to the problem of over-population."
Das ist schön. Hauptsache, die Leute engagieren sich noch für irgendetwas. Oder gegen irgendetwas. Oder was? Egal, wir trampeln das Pflaster platt und genießen Schulter an Schulter die Soidarität mit __________ (bitte passendes Schutzobjekt du jour eintragen). Zwar könnte man dieses heimelige Gefühl auch im Kreise einer Familie bekommen...

Naja, wenn Toni sich dann in zwanzig Jahren wundert, warum denn niemand mit ein paar guten Ideen daherkommt, wie man den Planeten effizienter schützen könnte, wird sie sich vielleicht daran erinnern, daß einer der potenziellen Ideenlieferanten einst in ihr heranwuchs.

Aber okay, laßt und mit dem Kinderkriegen aufhören. Dann wird Mama Erde sich schnell reinigen und zu einem kleinen Paradies heranreifen, welches dann von..., von... tja, von wem eigentlich bewundert werden kann?! Ach, ich alter Spezies-Chauvi! Hab doch glatt die frohlockenden Tiere und Sonett-schreibenden Pflanzen vergessen!

Wer die englische Sprache beherrscht und sich nicht vor einem tieferen Einblick in die Brutal-Logik fanatischer Planeten-Wächter fürchtet, der kann sich die ganze Geschichte im Daily Mail durchlesen.

6 comments:

Charlotte said...

Sollten sich plötzlich alle Männer der Erde dafür entscheiden, katholische Prieser zu werden, stürbe die Menschheit - vorausgesetzt, die Herren nähmen ihren Beruf ernst - aus.

Da dieses Szenario aber ebenso unwahrscheinlich ist wie die Ausmerzung der Menschheit durch ökomotivierte Frauen sollte man die Entscheidung eines jeden Individuums über die eigene Reproduktion einfach akzeptieren.

Aus Überzeugungsgründen die gleiche Entscheidung zu treffen wie ein anderer Mensch (die Nicht-Reproduktion nämlich), dem anderen aber die Überzeugung abzusprechen, wirkt etwas seltsam. Nix für ungut.

Alipius said...

Die Entscheidung war weniger Punkt der Kritik, als die Gruende, die zur Entscheidung fuehrten.

Auf Kinder zu verzichten, weil man in Christus und in seiner Kirche ein Gut gefunden hat, dass fuer diesen Ausfall reich entschaedigt hebt sich meilenweit von diesem narzisstischen, selbsterferentiellen Oeko-Fundamentalismus ab.

Nebenbei ist die Entscheidnug einer Frau, keine Kinder zu wollen, nicht einfach so zu akzeptieren, da es eine Entscheidung ist, die sich gegen die Natur richtet. Nix fuer ungut.

Charlotte said...

Nicht zu "akzeptieren", dass eine Frau keine Kinder will, bedeutet einen Gewaltakt.

Alles in allem klingt das sehr wenig demütig.

Wir sind ALLE Menschen, wir versuchen ALLE unseren Weg und unser Heil zu finden. Alle. Alle sind wir fehlerhaft und suchend und unsicher. Jeder ist von seinen Motiven mehr oder weniger überzeugt. Aber eine solche Hybris macht gallig.
Demut Gott gegenüber ist - bei Gläubigkeit - per Definitionem keine Kunst; aber Demut den Menschen und dem Menschlichen gegenüber schon eher.

Alipius said...

Ach komm schon, was soll denn diese Femo-Lingo? "Gewaltakt"? Nicht-Akzeptanz ist ein subjektives Empfinden, kein Gewaltakt. Wenn in äußere Zeichen gesetzte subjektive Empfindungen, die ein Nicht-Akzeptieren der Taten von anderen ausdrücken, ein Gewaltakt sein sollen, dann müßten wir alle schon längst aus den Augen bluten. Oder ist Nicht-Akzeptanz nur dann Gewalt, wenn sie sich auf fortpflanzungsunwillige bzw. abtreibende Frauen bezieht und NICHT auf, sagen wir mal, polnische Politiker oder italienische Erzbischöfe (inklusive Morddrohung)?

Aufhänger der Geschichte ist für mich, daß ein Mann, der Kinder kriegen kann und vielleicht sogar will, dies nicht tut, weil er sich dazu entscheidet, Priester zu werden und die Konsequenzen zu tragen. Demgegenüber sehe ich eine Frau, die Kinder kriegen kann, sich aber aus "Umweltschutz"-Gründen dazu entscheidet, keine Kinder zu bekommen, bzw. ein bereits in ihr heranwachsende Kind abzutreiben nicht mal ansatzweise auf der gleichen Ebene. Da einfach in die Überzeugungs-Schublade zu greifen, ist mir einfach nicht tief genug.

Es steckt übrigens auch eine gehörige Portion Hybris hinter der Entscheidung, dieses Kind abzutreiben.

Demut gegenüber Gott mag keine Kunst sein, wenn man die Demut gegenüber dem Menschen als erstes Analogat für den Begriff setzt. Sieht man es anders herum, wird die Demut gegenüber Gott höchst kunstvoll und die Demut gegenüber den Menschen ebenso einfach, wie der Mut, ihnen zu ungelegener Zeit Ungelegenes zu sagen. Wobei ich gestehen muß, daß ich hier natürlich von der Demut gegenüber dem Menschen als von Gott geschaffen, gewollt und geliebt rede, nicht von der Demut gegenüber dem Menschen als sich ständig selbst neu- und umdefinierendes Ding. Hier sehe ich auch, daß Hybris ein Problem für Dich ist und akzeptiere das. Aber - glaub mir - ich komme aus diesem Paar Schuhe nicht mehr raus und will es auch nicht. Ich hoffe, ich kann trotzdem irgendwie dein Bruder bleiben, so wie Du - no matter what - immer meine Schwester sein wirst.

Charlotte said...

Sieh es als Don Camillo und Peppona.

Alipius said...

Fair genug