Wednesday, September 03, 2008

Grüße aus...

Hab ich Euch noch gar nicht verraten: Die letzen drei Posts habe ich aus Salzburg geschrieben, wo ich mich seit zwei Tagen aufhalte.

Salzburg ist schön. Besonders die Altstadt links der Salzach hat es mir angetan. Ihr sehr sie hier in zwei verschiedenen Panorama-Überblicken, einmal von Kapuzinerberg aus...


... und einmal vom Mönchberg aus...


... fotografiert.

In dieser Stadthälfte herrscht architektonischer Klerikalismus-Overkill vom allerfeinsten: Kirchen, Klöster, Domherrenhöfe, Bischofsresidenzen, Barock und mittelalterliches Gassengewirr noch und nöcherst. Also jubelt hier meine tiefschwarze Pfaffenseele natürlich himmelhoch. Bonus: Die durch die Bauten vermittelte Stimmung muß sich irgendwie nachhaltig auf die Gemüter der Touristen (aller drei Millionen) niederschlagen. Wie sonst ist es zu erklären, daß, wenn ich - bei gefühlten 56° C Außentemperatur - in Schwarz und mit Kollar und Sonnenbrille um die Ecke spaziert komme, sofort jedes Bermudashort, jede Hawaii-Bluse, jeder Radlerhelm, jede Sandale, jede Baseballkappe, jede Digicam und jeder Stadtplan aus dem Weg springt, als sei ich eine sechsspännige Galakutsche, in welcher der Herr Fürsterzbischof höchstdaselbstpersönlichst zum Autodafé geschaukelt wird. Ich glaube, ich muß mal wieder meinen Pomp-o-matic justieren.

Ja, Salzburg also... Hmm... Was soll ich sagen? Bamberg ist natürlich nach wie vor die Nummer eins. Aber Salzburg ist eine der Städte, die es locker auf Platz zwei schaffen können, wenn mir mal irgendwann vergönnt sein sollte, die ganze Herrlichkeit ohne Touris und den für sie aufgezogenen Klimbim zu erleben.

Alleine schon die Fassade des im Zweiten Weltkrieg leider brutalst und schäbigst zerbombten Domes ist ausgesprochen imposant:



Dann gibt es hier ein ganz drolliges Zusammenspiel von Berg und Bau, wie zum Beispiel diese halbe Kapelle auf dem Friedhof der Erzabtei St. Peter...


... oder diese drei Fenster, die mal einfach so aus der Bergwand lugen:



Ich bin dem Ganzen nicht weiter nachgegangen. Es soll sich um Katakomben oder so etwas handeln. Was auch immer es ist, es wird dort keine vergoldeten Stuckaturen oder feiste Putten geben, daher bin ich dann gleich in die Kirche der Erzabtei gegangen.




Das letzte Bild ist leider ein wenig unscharf, aber ich mußte es einfach posten. Diese beiden ausgelassen feiernden Himmelsbötchen über dem Scholastika-Altar in der Abteikirche gehören ganz klar auf einen der vorderen Plätze meiner "Die wildesten Jubelputten"-Liste

5 comments:

kalliopevorleserin said...

… oder das Raittenau-Mausoleum, das aussieht wie ein hübsches kleines Badehaus! Hinreißend.

Gregor said...

Ach Salzburg! Mein persönlicher Favorit ist ja die Franziskanerkirche: Dieser wunderbare spätgotische Hallenchor, in den man aus dem engen dunklen Langhaus kommt, und darin dann der phantastische Barockschmaus von Fischer von Erlach mit der Pachermadonna, drumherum der Kranz von Renaissancekapellchen - ein Traum!

Alipius said...

Stimmt!

Raphaela said...

Wie lang hält sich die tiefschwarze Pfaffenseele (*formulierungüberauscoolfind*) noch in Sbg auf? Kann sein, daß es mich in den nächsten Tagen auch einmal dorthin verschlägt, in welchem Falle ich gerne wissen würde, ob man dortselbst noch Ausschau nach schwarzgekleidenten, sonnenbebrillten Kollarträgern halten kann. (Übrigens: nachdem ich diesen Sommer sechs Wochen lang in Rom war, mutet es direkt noch ungewohnt an, daß ein solcher Anblick in hiesigen Breiten so selten ist...)

Alipius said...

Sorry, Raphaela!
Bin heute schon wieder nach Kloburg zurückgefahren. Es war nur ein Kurzurlaub. Aber nicht der Einzige: Am Montag fahre ich nochmal für vier Tage weg und zwar nach Bamberg (freu!).

Stimmt, der Anblick ist selten, aber ich erfahre immer öfter, daß die Leute ihn eigentlich sehr schätzen und sich wünschen, mehr Priester und Ordensleute in ihrer Tracht zu sehen.