Thursday, March 15, 2007

Sacramentum caritatis

Dies ist der Titel des neuen Nachsynodalen Apostolischen Schreibens von Papst Benedikt XVI. Es beschäftigt sich mit der Heiligen Eucharistie, bindet aber viele andere Themen mit ein.

Dieses Dokument ist für jedermann eine ausgezeichnete Gelegenheit, sich mit seinem Glauben und seiner Kirche etwas vertrauter zu machen. Die Sprache ist verständlich, der Stil einigermaßen schnörkelfrei. Das Schreiben ist hilfreich für ein besseres Verständnis der Eucharistie und mag den Einen oder Anderen anregen, eine vertiefte Ehrfurcht vor dem Allerheiligsten Altarsakrament zu entwickeln.

Als Teaser hier ein paar Zeilen aus Sacramentum caritatis:
    Eucharistie - Kausalprinzip der Kirche

    14. Durch das eucharistische Sakrament nimmt Jesus die Gläubigen in seine »Stunde« hinein; auf diese Weise zeigt er uns die Bindung, die er zwischen sich und uns, zwischen seiner Person und der Kirche beabsichtigte. Tatsächlich hat Christus selbst im Kreuzesopfer die Kirche gezeugt als seine Braut und seinen Leib. Die Kirchenväter haben ausgiebig meditiert über die Beziehung zwischen dem Ursprung Evas aus der Seite des schlafenden Adam (vgl. Gen 2,21-23) und dem der neuen Eva, der Kirche, aus der geöffneten Seite Christi, der im Schlaf des Todes versunken war: Aus der durchbohrten Seite - erzählt Johannes - floß Blut und Wasser heraus (vgl. Joh 19,34), ein Symbol der Sakramente. (30) Ein kontemplativer Blick »auf den ... den sie durchbohrt haben« (Joh 19,37) bringt uns zum Nachdenken über die kausale Verbindung zwischen dem Opfer Christi, der Eucharistie und der Kirche. In der Tat: »Die Kirche lebt von der Eucharistie«. (31) Da in ihr das erlösende Opfer Christi gegenwärtig wird, muß man vor allem erkennen, daß sich »ein ursächlicher Einfluß der Eucharistie ... an den direkten Ursprüngen der Kirche« zeigt. (32) Die Eucharistie ist Christus, der sich uns schenkt und uns so fortwährend als seinen Leib aufbaut. Darum ist in der eindrucksvollen Wechselwirkung von Eucharistie, welche die Kirche aufbaut, und der Kirche selbst, welche die Eucharistie realisiert, (33) die Erstursache jene, die in der ersten Formulierung ausgedrückt ist: Die Kirche kann das Mysterium des in der Eucharistie gegenwärtigen Christus eben deshalb feiern und anbeten, weil zuerst Christus selbst sich ihr im Kreuzesopfer geschenkt hat. Die Möglichkeit der Kirche, die Eucharistie zu »verwirklichen«, ist ganz und gar verwurzelt in der Selbsthingabe Christi an sie. Auch hier entdecken wir einen überzeugenden Aspekt der Formulierung des Johannes: »Er hat uns zuerst geliebt« (vgl. 1 Joh 4,19). So bekennen auch wir in jeder Feier den Vorrang der Gabe Christi. Der kausale Einfluß der Eucharistie auf den Ursprung der Kirche verdeutlicht schließlich das nicht nur chronologische, sondern auch ontologische Zuvorkommen seiner Liebe, mit der er uns »zuerst geliebt« hat. Er ist in Ewigkeit derjenige, welcher uns zuerst liebt.
Und das nicht zu knapp.

Fast müßig, hier erneut einen Aufruf zu sofortiger Taufe bzw. umgehenden Wiedereintritt an den Mann zu bringen. Ich mach's trotzdem, damit die "Christus ja, Kirche nein"-Fraktion später nicht sagen kann: "Ooooch! Haben wir gar nicht gewußt!"


Alles Liebe,
Alipius

1 comment:

Claudia said...

Mir ist diese Opfertheologie nicht so recht einleuchtend, und schon überhaupt nicht die Analogie Adam/Eva - Jesus/Kirche. Was für mich vor allem anderen zählt, ist die Liebe - Jesus hat alles, was er getan hat, aus Liebe getan. Grund genug, ihm nachzufolgen.
Kirche ist, daran sollte die "Christus ja, Kirche nein"-Fraktion öfter mal denken, die Gemeinschaft der Gläubigen. Diese Gemeinschaft lebt wesentlich durch die gemeinsame Eucharistiefeier, durch das Sakrament der Vergebung und natürlich durch die anderen Sakramente ebenso.
Ohne Liebe kann man nicht leben.