Friday, March 30, 2007

Morgen...

geht's ab nach Österreich!

Meiner treuen und teuren Leserschaft stehen somit 14 qualvolle Tage bevor, in welchen sich auf "am römsten" garnix tun wird. Dafür entschuldige ich mich.

Ich selbst werde die zwei Wochen im Stift Klosterneuburg wie immer nutzen, um so richtig aufzutanken. Eine vertraute Umgebung, ein Wiedersehen mit meinen Mitbrüdern, schöne Liturgie, gemeinsames Chorgebet: All dies wird dazu beitragen, daß ich in das dann hoffentlich endlich frühlingshafte Rom mit der Kraft zurückkehre, die ich benötige, um den Philosophie-Endspurt einigermaßen achtbar zu bestehen.

Mal sehen, ich werde heute vielleicht noch ein bißchen was bloggen. Falls nicht, dann wünsche ich Euch allen an dieser Stelle schon mal eine ergiebige letzte Fastenwoche. Und dann laßt es für unseren Herrn und Erlöser krachen! Ihr wißt nicht so recht, wie? Einfach: Die Tage von Gründonnerstang bis Ostermontag sehen für Euch in diesem Jahr so aus:
    Gründonnerstag: Beichte (und danach sauber bleiben!), abends in die Messe vom Letzten Abendmahl
    Karfreitag: Kreuzweg
    Karsamstag: Osternacht
    Ostersonntag: Messe. Wenn Ihr die Gelegenheit habt, dann geht in eine Kirche, in der es besonders festliche Musik gibt
    Ostermontag: Messe

    Während der Liturgien denkt Ihr nicht daran, was es nachher zu Essen oder in der Glotze gibt, sondern daran, was dort vorne passiert und was es für Euch, für die Euch Nahestehenden, für ganz Europa und letztlich für die ganze Welt zu bedeuten hat. Während der Osteroktav grüßt Ihr Euch auf der Straße nicht mit einem muffigen "Gunmorgn", sondern mit einem vernehmbaren "Christus resurrexit"! Sollte Euch jemand beim Gruße zuvorkommen, antwortet Ihr nicht weniger vernehmbar "Vere resurrexit!"
Naja, Ihr könnt das natürlich auch alles sein lassen, wenn Ihr für eine grundsolide und herrlich reiche Subkultur noch nicht reif seid, oder wenn Ihr Euch für die "Sünden" der Kirche und damit auch für die angebotene Erlösung zu fein seid. Mein Rat aber ist, daß Ihr in diesem Jahr "Ostern" mal anders spielt als der Rest der langweiligen Säkularisierungsopfer, daß Ihr für Christus mal ein wenig Flagge zeigt, daß Ihr unseren Heiligen Vater beim Wort nehmt und Euch nicht vorgaukelt, die Wurzeln der Freiheit, die Ihr heute genießt, lägen irgendwo anders als im Christlich-Jüdischen Menschenbild. Dies alles natürlich nur, wenn Christus Euch auch nur ansatzweise etwas bedeutet (z.B. ungefähr soviel wie Euer Seelenheil).

Für mich jedenfalls wird das Triduum sacrum (auf Liturgie-Deutsch: Die Drei Österlichen Tage vom Leiden, vom Tod und von der Auferstehung des Herrn) wie immer Höhepunkt des Jahres sein. Also probiert's auch mal aus.

Euch allen eine gute Zeit und alles Liebe,
Alipius

5 comments:

Claudia said...

Teurer Alipius, das klingt, als ob Du dem Rest der Welt von vornherein nicht zutraust, genau dies zu tun und zu glauben! Aber - weißt Du, auch außerhalb von Orden und außerhalb von Rom treiben sich gelegentlich Leute herum, die Ostern als Fest der Auferstehung Christi begehen.

Claudia said...

Nachtrag: falls das eben tierisch beleidigt klang, entschuldige bitte.
Ich wünsch Dir eine wundervolle Zeit und gesegnete Ostertage (womit ich nicht sagen will, daß es nach Ostern ein Ende haben soll mit dem Segen).

Alipius said...

Ich habe eigentlich nur die tatenlose Masse adressieren wollen, die Ostern eben nicht als Fest der Auferstehung Christi begeht und bin davon ausgegangen, daß der Rest sich den Schlappen gar nicht erst anzieht, sondern eher in schweigender Zustimmung nickt (so a la "Genau! Ab in die Kirche! Wenigstens zu Ostern!").

Und es klang nicht tierisch beleidigt, eher menschlich verunsichert.

dilettantus in interrete said...

Sach ma, habt ihr in Ösiland keine Karfreitagsliturgie?

Soll ich "Christus factus est" beim Kreuzweg singen?

Alipius said...

Klaro haben wir auch Karfreitagsliturgie. Ist mir peinlicherweise nur beim Schreiben des Beitrags entfallen.

"Christus factus est": Weiß nicht, wir singen's immer nur als Responsorium und beim Tischgebet (und auch nur auf Deutsch), aber warum sollte es nicht einen Platz beim Kreuzweg finden?