Friday, July 21, 2006

Ein kurzes "Hallo!"

Seid gegrüßt, alle miteinander!

Nachdem sich nun einen Monat lang auf diesem Blog nichts getan hat, wollt ich mich mal kurz aus Klosterneuburg melden. Ich habe mich natürlich schon längst wieder eingelebt und bin voll in die üblichen Hauspflichten eingebunden. Die Mitbrüder sind alle wohlauf und kommen und gehen aus dem Urlaub und in den Urlaub, so daß die Zahl der Köpfe im Chor irgendwie immer konstant ist, man aber immer andere Gesichter sieht. Ich wollte ja jetzt eigentlich stöhnen und lamentieren, daß es hier in und um Klosterneuburg wahnsinnig heiß ist. Aber ich habe heute morgen in der Zeitung gelesen, daß es bei Euch noch viel wärmer ist. Also nehm ich die Hitze wie'n Kerl und wünsch Euch nur, daß Ihr nicht dehydriert.

Ich war vom 29. Juni bis zum 5. Juli in Schottland. Gerald und Anthony wurden zu Priestern geweiht und beide haben Josef, Max und mich eingelanden, an den Feierlichkeiten teilzunehmen. Es war ein wenig anders, als erwartet, denn obwohl beide für Glasgow geweiht wurden, gab es nicht eine Weihe in der Kathedrale, sondern zwei Weihen, jeweils in der Heimatpfarre. Somit hatten wir also in fünf Tagen zwei Priesterweihen und zwei Primizmessen. Fettes Programm.

Was gibt’s über Schottland zu sagen? Es ist ein sehr anderes aber auch sehr angenehmes Land. Der wohl größte Unterschied zu Deutschland oder Österreich oder Italien ist, daß - speziell in Glasgow - die Protestanten einen gewaltigen Hang zu streckenweise rabiatem Anti-Katholizismus haben. Am ersten Juli hielten die Prots einen traditionellen „Orange“-Marsch durch die Glasgower Innenstadt, bei dem sie jährlich den Katholiken aufs Brot schmmieren, was das Land mal war (nämlich katholisch) und was es heute ist (nämlich das, was es heute ist). Andererseits haben die Katholiken bis zum heutigen Tag an der Stelle in Glasgow, an der einst John Ogilvie hingerichtet wurde, weil er es gewagt hatte, als Jesuit einen Fuß in sein Heimatland zu setzten, noch keine Gedenkplakette angebracht (oder anbringen dürfen). Während der Parade am ersten Juli fuhren wir früh morgens durch die Stadt und für mich sah es erst einmal so aus, als sei dieser Tag für die Protestanten nur eine nette Gelegenheit, ihre Ranger-Trikots zu tragen, um halbzehn schon rotzbesoffen durch die Gegend zu torkeln und „(zensiert) the Pope!“ zu rufen. Während der nachmittäglichen Parade schlichen sich dann tatsächlich vereinzelte Zivilisations-Indizien ein, aber auch dort gab es insgesamt sechzehn gewaltsame Übergriffe und haufenweise glasige Augen und windschiefe Haltungen. Naja, wir fuhren dann zu Gerald’s Primiz und hatten einen sehr schönen Abend.

Landschaftlich ist Schottland wahrscheinlich das interessanteste Land, das ich bisher besucht habe. Die Lochs und die sie umgebenden grünen Hügel und Berge mit vereinzelten Schafstupfern drauf sind so etwas von schluchzschön und malerisch, daß ich gerne ein paar Hektar Land mitgenommen hätte, um sie irgendwo in Franken abzusetzen und somit das wunderbarste Fleckchen Erde zu schaffen.

Anthony und ich standen irgendwann mal beim Mitnehm-Chinesen und warteten auf unsere Bestellung. Auf einer Bank saß ein etwas verlebt dreinschauendes Blondchen mit zwei Kerlen im Blues-Brothers-Look. Die Dame sprach Anthony dann an und die Beiden unterhielten sich für ein paar Minuten. Es klang so, als seien sie alte Bekannte. Aber als ich Anthony dann draußen fragte, wer die Lady war meinte er, er hätte keine Ahnung. „In Schottland quatschen die Leute einander einfach an und tratschen ein wenig rum, wenn sie auf den Bus oder das Essen oder ähnliches warten.“ Das finde ich ziemlich nett.

Wenn man in Glasgow mit Kleriker-Outfit über die Straße geht, dann spuckt die Hälfte der Leute einem vor die Füße und die andere Hälfte legt ihre Jackets in Pfützen, damit man trockenen Fußes über die Straßen kommt. Okay, nicht ganz, aber fast.

Während des Halbfinalspiels zwischen Deutschland und Italien hatte Anthony seine Primizmesse mit einer anschließenden Feier. Wir verließen die Feier, als die offizielle Spielzeit zu Ende war. Im Auto machten wir das Radio an und gaben Gas, um noch den Rest der Verlängerung und das sich abzeichnende Elfmeterschießen sehen zu können. Wir parkten den Wagen kurz vor Ende der Verlängerung und sprinteten vor die Glotzte. Ich kam grad noch rechtzeitig, um die beiden (zugegebenermaßen ziemlich coolen) Tore der Italiener zu sehen. Kacke. Aber klar: Wäre ich ein internationales Team, dem ein Elfmeterschießen gegen Deutschland droht, dann würde ich auch in der Verlängerung noch ganz fix ein Törchen schießen. Naja, immerhin Dritter.

Okay, ich bin weg!

Alles Liebe,
Alipius

Tuesday, June 20, 2006

Tschö!

Ich bin ab morgen früh in der Sommerpause. Daß muß nicht unbedingt bedeuten, daß sich auf "am römsten" für die nächsten drei Monate gar nichts mehr tut. Aber die Beiträge werden sicherlich etwas dünner gesät sein. Voll auf Sendung bin ich dann wieder ab Anfang/Mitte Oktober. Ich wünsche Euch allen eine schöne Zeit, Gottes Segen und vor allem einen Spitzen-Sommer. Bleibt gesund und schaut ab und zu mal rein!

Alles Liebe,
Alipius

Monday, June 19, 2006

"Warner Brothers' fette Männer"

Oder auf englisch "Warner Brothers' Fat Men" ist der Titel eines Essays, in dem Dana Gioia sich Gedanken über die Zeit macht, in der übergewichtige Schauspieler mit ihren Pfunden auf eine Art wucherten, die einen glauben machte, daß Fettleibigkeit keine Schwäche sondern eine Leistung ist. Gioia beklagt im allgemeinen, daß - mit der Ausnahme von John Goodman - heutzutage die etwas solider gebauten Darsteller entweder so spielen, als fühlten sie sich in ihren Köpern nicht wohl oder aber als Clowns oder Comic Relief auftreten.

Gioia konzentriert sich im Essay dann exemplarisch auf zwei Schauspieler: Sydney Greenstreet und Eugene Pallette. Greenstreet ist heute bekannter, weil er in zwei der größten Warner-Hits mitspielte: Der Malteser Falke und Casablanca. Bei Eugene Pallette sagt man erstmal "Hä? Nie gehört!". Von wegen: Jeder hat den 1938er Robin Hood mit Errol Flynn gesehen. Und in diesem Film spielt Pallette Friar Tuck. "Ach der!" Genau. Eugene Pallette ist mir unvergeßlich, weil er in einer meiner absoluten Lieblingskomödien in einer seiner Parade-Rollen auftritt: In Mein Mann Godfrey spielt er Alexander Bullock, einen Selfmade-Millionär, der von einer vollkommen durchgeknallten Familie umgeben ist, die auch nicht für eine Sekunde dazu bereit ist, ihm zuzuhören, wenn es nicht um "Wer bringt das witzigste Ding von der Straße mit"-Parties, um Pferde in der Bibliothek oder um Martinis geht. Diesen Typen hat er dermaßen perfektioniert, daß er ihn in diversen Streifen immer wieder verkörperte.

Schwer zu glauben, daß Palette, der einzige schauspielende Globus in der Geschichte, mal als Jockey arbeitete, weil er so leicht war. Aber es stimmt. Er begann seine Leinwandkarriere auch zu Stummfilmzeiten als Leading Man, der eventuell auch am Ende mal die Braut abbekam. Dann kam der erste Weltkrieg (nach welchem Pallette relativ zügig zu Hollywoods Fesselballon numero uno mutierte) und - schlimmer noch: Der Tonfilm! Denn dieser enthüllte, daß Palette die Stimme eines ausgewachsenen Ochsenfrosches besaß. Ich selbst hörte ihn einmal im Original und es ist wahr: Selbst wenn sein erstaunlicher Leib mal im Gewühl verschwindet, ist er dennoch immer auszumachen, da er mindestens eine halbe Oktave tiefer spricht, als der Rest des Ensembles, wie auch Gioia in seinem Essay vermerkt. Das tolle an der Geschichte ist für mich, daß Pallette (und wie er viele andere Schauspieler in dieser Zeit), die Faktoren, die sein Leinwanddasein als junger Liebhaber ruinierten, packte und sie - häufig erst im zweiten oder dritten Anlauf - zu einer bemerkenswerten, wenn nicht unvergeßlichen Persönlichkeit formte. Und all die kugelrunden Millionäre, Mönche, Politiker, Schurken, Detektive, Handlanger usw. stellt Pallette mit solchem Selbstbewußtsein dar, daß man sich, wenn er als Friar Tuck munter bei jedem Gerangel mitmischt oder als Alexander Bullock gleich seinen ganzen Körper als Rumschubs-Waffe einsetzt, gar nicht darüber wundert, sondern es eher als Bestätigung empfindet. Ein ganzer Kerl, trotz Wampe. Wenn Brad Pitt morgen mit 150 Kilogramm Lebendgewicht aufwacht, wird er entweder Alkoholiker oder Selbstmörder (und ganz schnell auch Ex-Ehemann von Angelina Jolie). Dies groteskerweise in einer Zeit, in der der durchschnittliche Filmkonsument mehr wiegt, als je zuvor.

Deswegen schraddele ich auch all dies hier in meien Weblog. Ich möchte gemeinsam mit Gioia Protest einlegen gegen übertriebenen Schlankheitswahn, sowohl bei Männern, als auch bei den Frauen. Niemand soll sich zu Tode fressen, das ist klar. Aber bittebittebitte, liebe übergewichtige Damen und Herren, laßt Euch nicht einreden, Ihr wärt weniger Wert als die Spindeln, die beim Duschen hin und her hüpfen müssen, um naß zu werden. Euer Körper lechzt von Natur aus nach ein paar Extra-Pfunden? Hört auf ihn! Jedesmal, wenn Ihr Euch an den Strand legt, kommt die Flut? Und wenn schon! Überlegt mal, wer diesen übertriebenen Ideal-Körperkult wirklich nötig hat: Diejenigen, die sonst nichts vorzuweisen haben, oder diejenigen, die es ihrem Körper gestatten können, sich ihrer Persönlichkeit anzugleichen. Ein wenig größer als auf der Slimfast-Packung darf es grade in der heutigen, farblosen, alles gleich machenden Zeit gerne sein.

Ich könnte es auch mit Little John sagen: Als Robin Hood mit Friar Tuck bei seinen Leuten aufkreuzt, ist die Skepsis groß, da es ja immerhin ein Mönch ist, dem hier Zugeng zum Räuberlager gestattet wird. Robin Hood erklärt beruhigend: "Keine Angst! Das ist einer von uns!" Daraufhin Little John: "Sieht eher aus wie drei von uns!" Was ist angenehner: Ein Mensch, der einen Körper für zwei hat, oder ein Mensch, der in seinem Inneren zwei Personen mit sich herumschleppt: Eine dicke und eine dünne, die sich ständig in den Haaren liegen?

Eine schöne Geschichte, die traurig macht

Alec Guinness drehte 1954 in Frankreich den "Pater Brown"-Film. Eines Tages ging er nach Einbruch der Dämmerung, gleich nach dem Dreh, in einem Städtchen spazieren und trug währenddessen immer noch die Soutane. Da kam ein kleiner Junge, den er vorher nie gesehen hatte, nahm ihn schweigend bei der Hand und ging mit ihm, bis er - der Knirps - sein Ziel erreicht hatte und in ein Haus lief. Dies war nicht DER Grund, aber einer der Gründe, warum Guinness zwei Jahre später mit siner Frau zum Katholizismus konvertierte. Guinness sagte, daß ihm diese Momente die Augen dafür geöffnet hatten, daß der katholische Glaube etwas Dauerhaftes und Heiliges sei.

Was mich an den Mißbrauchs-Skandalen in der Kirche am meisten anwidert (abgesehen davon, daß das schamlose Ausnutzen des Vertrauens eines Minderjährigen ausgerechnet durch einen Priester in der Tat nach Schwefel stinkt), ist die Tatsache, daß aufgrund dieser Geschichten die Lütten heutzutage, sollte ein Priester ihnen die Hand hinhalten, eher "Flossen weg, Pervo!" rufen, als daß sie vertrauensvoll zugreifen. Dies allerdings nicht, weil eine empirische Erhebung zu solcherlei Vorsicht rät (sonst dürften die Kinder sich auch nicht von Lehrern, Ärzten oder Mami's neuem Freund anfassen lassen), sondern weil bei allem Skandalgebrüll - verständlicherweise - die gute Seite zugekleistert wird. Da wird's wohl noch jede Menge Arbeit geben. Ich hoffe, daß es eines Tages dahin kommt, daß die Krankheit sowohl aus den Taten der Priester als auch aus der Phantasie der Menschen getilgt wird. Wichtigster und schwierigster Schritt in diese Richtung: Die Priester müssen - ungeachtet dessen, was die Welt ihnen zuruft - tatsächlich wieder heiligmäßig werden, müssen sich sekündlich vor Augen rufen, wem sie dienen, warum sie es tun und was sie Ihm schulden. Und wenn das nicht funktioniert und es zu verabscheuungswürdigen Taten kommt, dann müssen die halt Bischöfe auch mal dreinschlagen, daß es raucht. Lieber noch weniger Priester, als Kinderschänder.

Erst, wenn man einer Versuchung regelmäßig widersteht, wenn man das Widerstehen zur Gewohnheit macht, dann merkt man, daß die Versuchung nachläßt. Abtötung des Fleisches mag heutzutage nach übertriebener Selbstgeißelung und Mittelalter klingen. Wenn andererseits aber Selbstverwirklichung und 21stes Jahrhundert zerstörte Kinderseelen zurücklassen, dann sollte es doch wenigstens für einen Priester keine Frage sein, welchen Weg er geht.

Nur noch vier!

Ja, es ist vollbracht!

Das erste akademische Jahr liegt hinter mir, somit muß ich nur noch vier weitere überstehen. Heute morgen hatte ich mein letztes Examen (Geschichte der mittelalterlichen Philosphie). Es ist wider Erwarten super-erfolgreich verlaufen, also gehe ich auch noch mit einem Extra-Bonus-Glücksgefühl in die lange Sommerpause. Fazit nach dem ersten Jahr: Der alte Sack Alipius kann auch mit 37 Jahren noch lernen und seinen Schädel mit Informationen füllen.

Witzig: Da ich dreizehn Jahre lang am Computer nicht nur gegrafikt sondern auch geschrieben habe, bin ich ein fies schneller Tipper. Das macht sich besonders bei den Professoren bezahlt, die in den Klassenraum kommen, einmal tief Luft holen und dann 45 Minuten lang wie von der Tarantel gestochen drauflosreden. Da schalte ich dann auf Durchzug, tippe einfach nur, was ich höre und lese das Zeugs dann zu Hause. Wenn ich gleichzeitig tippe und mich auf das Gesagte/Geschriebene konzentriere, läuft es irgendwie nicht so rund. Naja, jedenfalls haben unsere afrikanischen/indischen/sonstwoherigen Schwestern ganz fix geschnallt, daß der Herr Alipius wortgetreue Niederschriften der Vorlesungen auf seinem Laptop anfertigt. Also habe ich nach so manch einer Vorlesung eine Schlange von jungen Damen neben mir stehen, die mir brav lächenld kleine Zettelchen mit e-Mail-Adressen auf den Tisch legen und "Pleaseyournotesplease!" fiepsen. Ich laß mich natürlich nicht lumpen und teile gerne. Und vor zwei Wochen habe ich plötzlich eine von allen Schwestern unterschriebene "Danke"-Karte auf meinem Platz gefunden. Das fand ich mal ziemlich rührend.

Saturday, June 17, 2006

Lebenszeichen

Ein herzliches "Hallo" an alle regelmäßigen und gelegentlichen und zufälligen "am römsten"-Leser!

Ich habe mittlerweile sechs von sieben Examen hinter mir. Am Montag steht noch "Geschichte der mittelalterlichen Philosophie" an. Das wird ein echter Knüller. Der Prof ist ein deutscher Dominikaner, und der Kurs am Angelicum in diesem Semester ist sein erster Lehrer-Job. Er macht seine Sache aber wirklich klasse. Er ist einer von diesen endlos geduldigen Typen, die gerne jede Frage beantworten und nicht eher Ruhe geben, bis jedermann es verstanden hat. Außerdem ist er auch ganz humorvoll. Problem: Wir haben nur einen Semester lang mittelalterliche Geschichte. Das heißt, daß von den Apologeten bis hin zur Spätscholastik mal eben alles in 13 Wochen abgehandelt werden muß. Dementsprechend umfangreich ist das Material, daß ich zu lernen habe. Am Montag ist das Examen und so richtig sattelfest fühle ich mich ehrlich gesagt nicht. Aber jetzt ist Samstag Abend (Nacht) und mir platzt die Birne, also suche ich ein wenig Entspannung und kümmere mich mal wieder ein wenig um meine Leser.

Die letzten Tage verliefen eigentlich immer nach dem gleichen Muster: Lernen und live ein paar Schwalben, Blutgrätschen und Tore angucken. War das mal eine sportliche Geste von Neuville, daß er die Murmel in der 92. Minute noch über die Linie gedrückt hat? Jetzt muß Deutschland nur noch gegen Equador verlieren, dann können sie die Tommys diesmal schon im Achtelfinale beim Elfmeterschießen rauswerfen. Italiens Trainer Lippi ist übrigens sozusagen ein Nachbar. Er wohnt ein paar Minuten vom Kolleg entfernt.


Okay, zum Schluß noch ein paar Bilder vom Leben im Kolleg:



1.) Das ist unsere Kapelle. Zugegeben, die Anordnung der Sitze ist etwas wild, aber ich habe mich schon daran gewöhnt. Rechts außerhalb des Bildes ist der Altar zu finden, also gegenüber vom Ambo, was auch irgendwie extraterrestrisch ist. Naja...



2.) Wenn man bedenkt, daß diese Glasfenster aus dem Jahr 2000 sind, dann sind sie eigentlich gar nicht mal so scheußlich. Ich finde sie sogar richtig prima. Man sollte sie aber in natura sehen, um sie richtig schätzen zu können.



3.) Chris (vorne) und Anthony: "Mama! Hol uns hier raus!"



4.) Körperliche Ertüchtigung auf dem Fußballfeld. Alle toben rum, nur der Herr Alipius drückt sich und tut nichts für die Fitness!?!?!



5.) Von wegen! Habt Ihr eine Ahnung, was so ein Gin-Tonic-Glas wiegt? Das ist eine alte Sonntags-Tradition im Schotten-Kolleg: Aperitiv vor dem Mittagessen. Im Hintergrund seht ihr Didier aus dem Kongo (der übrigens ein ganz anständiges Deutsch spricht) und Paul, das wandelnde James-Bond-Lexikon und der Jüngste in unserer Mitte.

Thursday, June 08, 2006

Bin wieder da!

Ich sitz hier vor meinem Computer und mir kommen die axiomatischen Systeme, die glocenischen Sorites und die propter-quid-Demonstrationen schon aus den Ohren. Richtig geraten: Ich hatte heute mein Logik-Examen. Es ist gut gelaufen, aber auf die definitive Note muß ich noch warten.

Nach dem Examen liefen mir bei der Gregoriana Anthony und Chris, zwei Jungs aus dem Kolleg, über den Weg. Wir waren dann bei Abruzzis zu Mittag essen und haben auch ein wenig Wein und Limoncello getrunken und so. Naja, ich war dann gegen halb vier zu Hause und legte mich für ein Nickerchen hin und hab natürlich prompt vergessen den Wecker zu stellen. Also habe ich mal eben das WM-Eröffnungsspiel verpennt. Und das soll gar nicht mal langweilig gewesen sein, wie mir die Jungs, die es gesehen haben, versicherten. Grnft!


Also bin ich so richtig in der Stimmung um ein wenig zu meckern und Dampf abzulassen. Da trifft es sich natürlich prächtig, daß ich unlängst im Netz auf eine wahre Schatztruhe von photographischen Dokumentationen liturgischer Thermonuklearbomben (traurigerweise größtenteils aus dem deutschsprachigen Raum) gestoßen bin, die ich jetzt mal teilweise hier zum Besten gebe:

Den Anfang macht der allseits beliebte "Liturgische Tanz" bzw. die "Sakropantomime":



Jawoll! Schwing die Peitsche, Baby, und schüttel, was deine Mama dir gegeben hat!



Muß man ein autoritärer, konservativer, intoleranter Sack sein wie ich, um so etwas grauenvoll zu finden, oder gibt's da draußen auch ganz normale BürgerInnnen (wie gefällt Euch meine inklusive Sprache, très chique, non?), denen sich in diesem Moment die Haare sträuben?



Heilige Maria, Mutter Gottes! Bitte: Mach, daß es aufhört!


Auch die Priester lassen sich nicht lumpen:



Rechts: "Sorry! Verschlafen! Keine Zeit gehabt, aus dem Pyjama zu schlüpfen!" Zweiter von rechts: "Ja, ich auch!"



"Hier fliegen gleich die Löcher aus dem Käse..."



Angriff der Killer-Tomaten! Diese neue Spezies überträgt mit dem ersten Biss in die Nase ein euphorisierendes Grins-Hormon, dem sowohl der Zelebrant als auch der Was-auch-immer neben ihm bereits zum Opfer gefallen sind.


Und hier zwei Highlights aus der Abteilung "Wo zwei oder drei in meinen Namen versammelt sind, da ist alles zu entschuldigen":



"Ey, wart mal 'nen Moment! Meine Kippen liegen hier noch irgendwo 'rum."



Ohne Worte (da sie mir fehlen)


Mein persönlicher Favorit:



"Uuuuuuuuuuuuuuuuund..."



"ACTION!"
Ich bekomme immer Bauchweh, wenn ich mir vorstelle, wie beim Brechen dieser Mega-Hostien der Heiland in kleinen Krümeln kreuz und quer durch die Gegend fliegt.


Zum Schluß ein Beispiel für modernen Kirchenbau. Die Kathedrale in Liverpool aus den Sechzigern:



"Forschungsschiff an Heimatplaneten. Sind gelandet. Tarnen uns als moderne Sakralarchitektur. Erwarten weitere Instruktionen."



Okay, genug davon. Ich hab ja noch Glück: Sowohl hier bei den Schotten als auch daheim im Stift bleiben mir solche Spirenzchen erspart.

Ich bin jetzt wieder für ein paar Tage weg, weil ich mich auf zwei Examen vorbereiten muß: Politische Ethik am 14. und Naturphilosophie am 15. Juni.


Alles Liebe,
Alipius

Friday, June 02, 2006

Sarockevolution

Tach!

Dieser kleine Chorherr wird Euch jetzt mal zeigen, wie das Rochett zum Sarockel mutierte. Wie Ihr seht, war am Anfang noch alles im grünen Bereich: Talar (der übrigens bei den Augistiner-Chorherren in ganz grauer Vorzeit weiß war) und darüber ein ganzes Rochett.



Im Laufe der Jahrhunderte wurde dann ein wenig herumgekürzt. Schwupp, weg waren die Ärmel.



Und irgendwann kam es dann zu diesem bizarren Zwischenstadium.



Endlich kam man dann auf diesen Entwurf, der bis heute jedermann in den Bann schlägt.


Jo, das war's dann auch schon für heute.

Alles Liebe,
Alipius

Wednesday, May 31, 2006

Feierliche Eröffnung!



Schaut mal hier nach.

Der gehorsame Bruder...

Okay!

Angeregt von meinem Schwesterherz (Huhu! Grüße! Winkewinke!), werde ich nun mal die Besten Filme aller Zeiten bekanntgeben. Okay, okay, okay: Die meiner Meinung nach echt sehenswerten und coolen Streifen. Ich habe blöderweise in meinem Leben einen Riesenhaufen von Filmen gesehen, also werde ich echte Schwierigkeiten haben, mich zu entscheiden, bzw. grade jetzt an die wichtigen und richtigen Filme zu denken. Aber was soll's. Weil's so viele sind, werde ich die Filme nach Genres aufteilen und über einige Tage oder Wochen verstreut veröffentlichen. Fertig? Also, ab gehts:


Kommödien
Zum Aufwärmen erstmal die Lacher. Da gibts natürlich schon echte Probleme. Aber als Verbeugung vor der indirekten Initiatorin dieser Listen, müssen vier Streifen unbedingt hierher:
"Eins, zwei, drei...": "SCHLEMMER!" Die Tatsache, daß während der Dreharbeiten zu diesem Ost-West/Kapitalismus-Kommunismus-Brüller die Berliner Mauer errichtet wurde, sorgte zusammen mit einigen kleinen Anspielungen auf die braune Vergangenheit Deutschlands dafür, daß der Film im Dezember 1961 beim Start in den bundesdeutschen Kinos einen Reinfall biblischen Ausmaßes erlebte. 1985 gab's dann einen Neustart. Und ich kann nur sagen: Ich hab mich weggeschmissen. Hier haben ein paar ganz wache Filmemacher genau zum richtigen Zeitpunkt erkannt, daß die Realität manchmal einfach zu bitter ist, um ernst abgehandelt zu werden.
Hairspray: Trash-Papst John Waters läßt es in diesem Film vergleichsweise geschmackvoll zugehen. Und er bringt es zudem fertig, mit seiner schreiend komischen Hommage an die Sixties-Danceshows ein gepfeffertes Statement in Richtung Minderheitenselbstbewußtsein abzugeben. Denn während die hübschen, weißen Snobs einfach nur verkrampft und vorurteilsverseucht auftreten, sind die Fetten und die Schwatten mit sich voll im Einklang. So was kann schnell zu einer Parade erhobener Zeigefinger mit viel Toleranzschmalz verkommen, aber Waters liefert es als lupenreine Kommödie ab, die einfach auch ein wenig Nachdenken erlaubt. Und - bitte - Debbie Harry mit Zeitbombe im Biehnenkorb? Ich hab heute noch Seitenstiche.
Das Leben ist ein langer, ruhiger Fluß: "Wo ist dein Bruder?" - "Er sitzt mit seien Freunden in der Garage und schnüffelt Klebstoff." Mehr muß ich, glaub ich, gar nicht mehr sagen. Außer vielleicht, daß "Toc-Toc" einer der coolsten Kindernamen der Filmgeschichte ist.
Verrückt nach Mary: Ich hab in Kinos häufig bei Kommödien den nächsten Satz nicht mitgekriegt, weil die Leute so laut und so lange gelacht habe. Als ich diesen Film zum ersten Mal sah, gingen so ziemlich 70% der Dialoge flöten. Ich weiß, der Humor ist nicht immer stubenrein oder geschmackvoll. Aber wenn ich mich daran erinnere, wie im Mittelgang die Leute auf dem Boden lagen, weil sie einfach nicht mehr Sitzen konnten, oder wie meine Schwester zu meiner Rechten kaum noch Luft bekam, dann fange ich jetzt schon wieder zu kichern an.
Lobende Erwähnungen: Clerks, Dr. Strangelove, Der rosarote Panther (Sellers, versteht sich), Arizona Junior


Kostümschinken
Les Liaisons Dangereuses: Ich werde nie verstehen, warum John Malkovich den Oscar nicht nur nicht bekam, sondern noch nicht einmal nominiert war. Denn er trägt seinen Vicomte de Valmont so grandios, so lässig und so echt durch die Paläste und Gärten des vorrevolutionären Frankreichs, daß man auf der einen Seite sofort versteht, warum die Köppe damals runter mußten und auf der anderen Seite dieser Zeit ewig nachweint. Okay, ein paar Tränen sind wohl auch der Musik, den Interieurs und den Kostümen (hier gab's den Oscar) zuzuschreiben.
Ridicule: Wieder Frankreich, wieder wenige Jahre vor der Revolution. Hier aber geht es mehr um das geschliffene Wort (den Esprit), als um Liebesreigen. Der Film bietet prima Darsteller, schicke Kostüme und eine aufregende Geschichte. Und er schafft es - meiner Meinung nach - eine richtig düstere Vorahnung aufkommen zu lassen. Wenn man den selbstverliebten adligen Wortkünstlern so zusieht und zuhört und dann König Ludwig den Sechzehnten als knüffig-einfältige Kleiderpuppe durch die Gegend stolpern sieht, dann weiß man schnell, wer bei Hofe regiert, bzw. es nicht tut, und man ahnt schon, wie das wohl enden muß.
Amadeus: Okay, mittlerweile hat es jeder geschnallt: Das 18. Jahrhundert hat es mir angetan. Und muß ich zu diesem Augen- und Ohrenschmaus wirklich noch viel sagen?
Ein Mann zu jeder Jahreszeit: Diese filmische Umsetzung von Robert Bolts' Theaterstück über die Auseinandersetzung zwischen Heinrich dem Achten und Thomas More war seinerzeit ein echter Überraschungserfolg, der ganz schwer Oskars eintütete. Es ist aber auch ein starker Film. Kein Augenfutter, keine große Aufregung, sondern ein dialoglastiges Forschen nach Ethik und Moral auf hohem Niveau. Dazu Orson Welles als bester Kardinal Wolsey der Filmgeschichte.
Napoleon: Hier meine ich keineswegs die 2002er TV-Euro-Koproduktions-Schnarchnummer, sondern das dreieinhalbstündige Monster-Stummfilmwunder von Abel Gance aus dem Jahre 1927. Gedreht wurde der Film als Tryptichon, so daß auf drei separaten Leinwänden entweder die Massenszenen als Breitbild laufen konnten, oder die auf der Mittelleinwand sich abspielende Haupthandlung rechts und links mit anderen Bildern untermalt oder komentiert werden konnte. Dieser Film erfordert Sitzfleisch, aber man sollte ihn wirklich einmal gesehen haben.
Lobende Erwähnungen: Der Löwe im Winter (von 1968, nicht das Remake), Der Name der Rose, Krieg und Frieden


Das war's erstmal. Ich weiß, ich habe tausend Filme vergessen, die es ebenfalls verdient hätten, in die Listen aufgenommen zu werden und ich entschuldige mich hier und jetzt vorbehaltlos.

    "Ich liebe diese Listen-Erstell-Anlässe, wenn ich auch weiß, daß wir uns alle schämen sollten, solche Dinge öffentlich zu tun."

    Richard T. Jameson, Herausgeber von Film Comment


Alles Liebe,
Alipius

Geschafft!

Heute war der letzte Vorlesungstag!

Jetzt muß ich mich nur noch durch sechs Examen durchwuseln und dann ist das erste Studienjahr auch schon vorbei. Schnell its's gegangen.

Hach, ich fühle mich wieder wie ein kleiner Bub! Es ist wirklich genauso, wie in der Schule. Okay, ich habe zwar jetzt eine gewisse Reife erlangt, habe geschnallt, daß die Lehrer nicht prinzipiell und essentiell böse sind und daß der Weg zum Erfolg an einer Institution wie Schule oder Uni über den persönlichen Einsatz geht (Erzähl das mal einem Zehn- bis Sechzehnjährigen!). Aber ansonsten ist es wie früher: Je näher der Sommer und die Freien kommen, desto geringer ist meine Bereitschaft/Fähigkeit zu lernen und mich zu konzentrieren.

Die Vögel am Angelicum (besonders die Sperlinge) sind ja so was von abgebrüht: Die kommen während der Vorlesungen durch die im Sommer immer offenstehenden Türen und Fenster in die Klassenzimmer geflogen und schaun mal, ob auf dem Boden irgendwas Aufpickbares rumliegt. Und die fliegen wirklich mit einem Affenzahn auch noch durch den kleinsten Fensterspalt durch, als gäben sie eine Vorführung. Wer weiß, vielleicht tun sie es ja.

Daß wir hier im Schottenkolleg einen Swimmingpool haben, macht sich übrigens in diesen Tagen echt bezahlt.

Alles Liebe,
Alipius

Tuesday, May 30, 2006

Fürchterlich


Diese entzückende Katikatur fand ich auf einer portugiesischen Seite, die sich als links-liberal-laizistische Graswurzelorganisation oder so ähnlich outet. Im Artikel, zu dem die Karikatur gehört, wurde die ahnungslose Öffentlichkeit über die entsetzliche Vergangenheit des Heiligen Vaters informiert, der es doch tatsächlich gewagt hatte, im Alter von 14 Jahren Mitglied der Hitlerjugend zu werden. Titel des Artikels: "Der schlimmste Papst aller Zeiten!"

Mir graust es jetzt schon bei der Vorstellung, daß ein großer Teil meiner künftigen Arbeit darin bestehen wird, Leute wie diesen Karikaturisten aus ihrem Tiefschlaf zu wecken und sie dazu anzuregen, sich mal mit der Realität auseinanderzusetzen.

Aber heute lasse ich einfach mal zwei Bilder sprechen:


Papst Benedikt XVI während seines Polenbesuches in Auschwitz




Gestatten: Der schlimmste Papst aller Zeiten


Meinungsfreiheit schön und gut. Aber wie soll die Meinung frei sein, wenn der Geist in so schweren Ketten liegt, wie bei unserem Schmierfinkchen aus Portugal?

Sunday, May 28, 2006

Schlaflos in Rom

Überall auf der Welt
sagt man vom Mond
er gehe auf und unter.


An meinem Fenster ...

... geht er vorbei.

Saturday, May 27, 2006

Das haben wir natürlich besonders gerne:

Im Stift tagen und dann beim Gottesbezug in der EU-Verfassung rumzicken!


Unser altehrwürdiges Haus wird an diesem Wochenende von den EU-Außenministern heimgesucht. Sicherheitskräfte noch und nöcher, Kabelsalat, Menschenmassen und so weiter und so fort. Was ein Glück, daß ich nicht da bin. Reinhard war so nett, mir ein paar photographische Eindrücke zu mailen. Die teile ich jetzt ganz brav mit Euch:






Ja, so sieht's in den Kaiserzimmern aus. Wie ich unsere Herren kenne, werden sich die Minister sicherlich sehr willkommen fühlen.

Thursday, May 25, 2006

Schwitz!

Salve!

In Rom haben die Temperaturen sowohl am Tage als auch bei Nacht mächtig zugelegt. Ich kann so grade noch damit leben, aber sehr viel heißer darf es wirklich nicht mehr werden. Unsere afrikanischen Schwestern am Angelicum sind - was die Hitze betrifft - ja etwas unempfindlicher. Die sitzen jetzt immer noch in Pulli und Jacke rum und meckern, daß es so kalt ist. Völlig süß.

Und sagt mal, Ihr Lieben daheim: Ist noch irgendwer in Deutschland? Oder sind jetzt endlich ALLE hier in Rom? Ich höre wirklich nur noch meine Muttersprache. Das erleichtert mir die Ausübung meines neuen Hobby's natürlich ungemein. Wenn ich auf eine größere Gruppe zuschlendere und auf einige Entfernung erkennen kann, daß der Sarockel-Schock schon wirkt und mit vorsichtig deutenden Fingern in meine Richtung gerätselt wird, dann mustere ich beim Vorbeigehen mal so die Halsriemen, an denen die Digitalkameras hängen. Wenn dann da sowas draufsteht wie "125 Jahre Raiffeisenbank Buxtehude", dann lasse ich immer ein ganz liebes "Grüß Gott"> fallen. Die "Oh Mist! Sehen wir wirklich so nach deutschen Touristen aus?"-Blicke, die ich dann ernte, sind schon den Eintritt wert.

Heute habe ich mit Chase Hasenoehrl bei Abruzzi's zu Mittag gegessen. Chase ist Ami und studiert am North American College (NAC) in Rom. Er hat uns Weihnachten/Neujahr mit noch einem anderen NACker im Stift besucht. Jetzt sehen wir uns hin und wieder mal zum Essen. Chase's Dad war über Ostern in Rom und die Beiden haben sich einen Wagen gemietet, um zwei Wochen durch Süddeutschland zu fahren und sich ein bißchen was anzuschauen. Chase wollte damals ein paar Tips. Da habe ich ihm natürlich gleich mal Bamberg empfohlen (um nicht zu sagen "befohlen"): Er kam dann auch ganz entzückt zurück und berichtete von dem Hotel, in dem sie nicht nur übernachtet, sondern auch vorzüglichst getafelt hatten: St. Nepomuk! Da konnt' ich natürlich nur breit grinsen. (Für diejenigen, die noch nicht unter meiner Franken- (im allgemeinen) und Bamberg- (im besonderen) Begeisterung zu leiden hatten will ich es mal so formulieren: Bamberg ist meine Mutter (im kulturell/historischen Sinne). Und das Hotel St. Nepomuk ist meine Wahlherberge, wenn ich mal in der Stadt bin.) Ach ja: Abruzzi ist ein Restaurant in der Nähe der Gregoriana. Wer mal nach Rom kommt, der sollte sich die Carbonara dort nicht entgehen lassen. Denn so ziemlich alle Leute, die ich kenne (und ich selbst auch) sind der Meinung: Besser geht es einfach nicht.

Es könnte sein, daß ich diesen Blog in den nächsten Wochen ein kleines bißchen vernachlässigen werde. Die Examen stehen an, und das zweite Semester ist gleich mal ein ganzes Stückchen anspruchsvoller als das erste. Daher werde ich meine Nase verstärkt in Bücher und Unterrichtsnotizen stecken müssen, um wenigstens ansatzweise so anständig abzuschneiden wie im Januar. Aber keine Panik: "Rom, Römer, am römsten" wird nicht zur Wüste.

Alles Liebe,
Alipius

Monday, May 22, 2006

Die Welt ist klein (Teil II)

Da guckste!

Ich schlendere heute nichtsahnend über die Via del Babuino der Piazz del Popolo entgegen, als ich auf der anderen Straßenseite ein bekanntes Gesicht erblickte. Ich versuchte noch, den Herrn einzusortieren, da bemerkte ich, daß seine Begleiterin ganz interessiert mein Sarockel musterte (das Ding ist scheinbar nicht zu toppen). Ich schlug aus dem Blickkontakt Kapital und überquerte einfach mal die Straße. Und dann dämmerte es auch schon: Vor mir stand HA Schult, Aktionskünstler aus Köln. Das ist insofern interessant, als daß ich Schult im Vergleich zu anderen Aktionskünstlern irgendwie immer mochte. Sein geflügeltes goldenes Auto zum Beispiel fand ich als Beitrag zum Thema "Fetisch Auto" klasse. Seine Müllmenschen sind vielleicht nicht grade schön, aber die schiere Anzahl ist beeindruckend. Und vor allem fand ich "Hotel Europa" umwerfend. Weiß gar nicht, ob das noch existiert.

Naja, jedenfalls gab's dann eine freundliche Begrüßung, und nachdem die Sarockelfrage geklärt war erfuhr ich dann, daß im Oktober die Müllmenschen nach Rom kommen. Das fand ich schon stark, aber noch stärker war, daß HA Schult mir dann seine Visitenkarte gab und mich zur Vernissage einlud.

Na bitte, geht doch! Soll noch mal einer sagen, Kunst und Kirche können nicht mehr miteinander (Naja, irgendwie können sie ja wirklich nicht mehr so richtig, wenn ich mir die Scheußlichkeiten angucke, die einem heute in manchen Sakralbauten so als "Kunst" untergejubelt werden). Hmm... Hat Schult eigentlich schon mal was für die Kirche gemacht? Das wär mal interessant. Ich meine, der wird es sicherlich schaffen, etwas Anständiges zu kreieren, ohne dabei kübelweise Blut über Paramente zu gießen und Barockkirchen in Schlachthäuser zu verwandeln.

Tschö!

Ausflug nach Siena

Grüß Gott!

Heute gibt's mal wieder ein paar Photos. Am Samstag haben wir mit dem Kolleg einen Tagesausflug nach Siena gemacht. Und ich muß schon sagen: Das ist ein schwer hübsches Städtchen! Vor allem die gigantische Piazza in der Stadtmitte, auf der jedes Jahr der berühmte Palio stattfindet, ist beeindruckend. Und auch der Dom ist sowohl von außen als auch von innen einmalig.

Und jetzt kommen ein paar Photos:


1.) Ich wußte nicht, daß es ein Ziviklamotten-Ausflug war. Aber so kamen dann wenigstens auch die Sieneser mal in den Genuß eines Sarockels.



2.) Und außerdem waren unsere Schwestern dann nicht alleine im Habit unterwegs. Das hier ist Schwester Marie-Angela. Sie stammt aus Kroatien und ist dann über Deutschland nach Italien gelangt. Jetzt kocht sie uns alle kugelrund. Und sie ist keineswegs so schüchtern und furchtsam, wie es hier auf dem Foto scheint. Warum ich so ein blödes Gesicht mache? Wüßt ich auch gern.



3.) Schotten-Power! Von links: Kevin, der neulich zum Diakon geweiht wurde; Liam, der an Heuschnupfen/-husten leidet und sich hier grade mal wieder austobt; Gerard, der schon Priester ist; Ross, über den ich jetzt grad nix Schlaues zu berichten weiß; Paul, das Nesthäkchen; Domenico, der bereits 39 Jahre alt ist und ein Italienisch-Studium hinter sich hat, was natürlich das In-Rom-Studieren nur unwesentlich erleichtert und last but not least Michael, der Zweitjüngste.



4.) Das ist Anthony Gallagher, einer von Schottlands nächsten Priestern und ein richtig feiner Kerl. Er wird am 3. Juli geweiht und er hat uns Kloburger eingeladen, dabeizusein. Dann werde ich zum ersten Mal nach Schottland reisen, worauf ich mich schon ziemlich freue.


Oaky, soweit zu den photographischen Eindrücken aus Siena.

Alles Liebe,
Alipius

Sunday, May 21, 2006

Anschnallen!

Hi!

Ich bin zu faul, in meiner Link-Leiste extra eine Rubrik namens "Psychopathen" zu eröffnen. Deswegen werde ich auch den Theologen einfach nur zu den Satireseiten zählen.

Die Jungs vom Theologen (ein ehemaliger evangelischer Pfarrer, einige ehemalige katholische Pfarrer und ein ehemaliger katholischer Religionslehrer) haben es schon so richtig verstanden. Von "Jesus und die ersten Christen waren Vegetarier"über "Die Kirchen wiegeln den Staat auf, Glaubensgemeinschaften zu bekämpfen, die ihnen ein Dorn im Auge sind" und "Reinkarnation - Urwissen der Menschheit und urchristlicher Glaube" bis hin zum unsterblichen Klassiker "Der Theologe zeigt den Verrat der Kirchen an der Botschaft von Jesus auf und gibt Hinweise, wie jemand den christlichen Weg zu Gott finden kann." ist einfach jeder Brüller dabei, der einem einen langweiligen, verregneten Nachmittag versüßt.

Besonders pikant: Dieter Potzl, Herausgeber des Theologen lieferte am 25. April letzten Jahres bei einer Podiumsdiskussion einen Redebeitrag (Titel: "Reigerung und Volk: Spart euch die Kirche") ab. Veranstalter der Podiumsdiskussion war die Initiative "Ein Mahnmal für die Millionen Opfer der Kirche", die von der Sekte "Universelles Leben" gedankenkontrolliert und gehirngewaschen wird.

Zu schön.

Friday, May 19, 2006

Schau an, schau an!

Die Abzocker entwickeln sich offenbar weiter:

Ihr erinnert Euch vielleicht dunkel daran, daß ich Ende März eine dieser Schwindel-eMails gepostet und ein wenig analysiert habe.

Heute fand ich dann wieder so ein Teil in meiner Mail. Absender war diesmal nicht der Herr Jones Iloba, sondern der Doktor John Bakele (zumindest laut Absender-Information). In freudiger Erwartung weiterer dadaistischer Sprachexperimente und dekonstruktivistischer Satzbauten klickte ich das Teil dann auch gleich mal an. Jedoch: Die Jungs haben mittlerweile dazugelernt. Das Deutsch war vergleichsweise verständlich. Der Schmunzelfaktor war dennoch hoch, da die Mail gleich mal mit
    Sehr geehrter
beginnt, ohne daß dem ein Titel oder ein Name folgt. Ich will nicht kleinlich sein, aber sollte es nicht - wenn man schon auf Anonymität Wert legt - "geehrte(r)" heißen, damit sich auch die Ladies erstens angesprochen und zweitens nicht von der patriarchalischen Dampfwalze an den Rand der Gesellschaft gedrückt fühlen?

Naja, jedenfalls stellt sich der in der Absenderleiste noch "Dr. John Bakele" heißende Herr dann vor:
    Ich bin Dr. John Radebe...
Ich stelle mir die Gauner grad so vor, wie sie in ihrem Kämmerlein sitzen und eMails texten.
    "Hey, Cheech! Auf welchen Absendernamen läuft nochmal das eMail-Konto für die Südafrika-Nummer?"

    "Ähhh... Hab ich vergessen, Chong. Doktor und John und dann irgendwas Sechsbuchstabiges, das nach Afrika klingt."
Dann folgt der übliche Kram:
    ...und ich bin der Leiter des Research Department Committee in der Standard Bank in Südafrika. Zur Zeit halte ich mich in den Niederlanden zu einer Fortbildung auf.

    Ich kontaktiere Sie bezüglich des Transfers einer sehr großen Summe Geldes vom Konto eines Verstorbenen. Ich weiß, daß eine Transaktion dieser Größenordnung zunächst bei jedem Besorgnis erregen wird und versichere ich Ihnen, daß sich um alles gekümmert wird. Aufgrund der Dringlichkeit der Angelegenheit habe ich mich entschlossen, Sie zu kontaktieren.
Blah blah blah. Aber, wie gesagt: Sprachlich eindeutig hochwertiger als die "Das ist auf Grund seiner lage, als das sein total VERTRAULICH und Geheimnisvoll."-Nummer vom März. Es geht dann mit der schon bekannten "Reicher Kerl verunglückt bei Flugzeugabsturz und hinterläßt keine Erben, also seien Sie doch bitte so nett und springen ein, damit das schöne Geld nicht in die falschen Händ gerät"-Geschichte weiter.

Zum Schluß wird's dann noch mal lustig:
    Wir bitten Sie, unseren Vorschlag anzunehmen und versichern Ihnen, daß alles absolut risikofrei für Sie ablaufen wird. Wir werden Sie mit 25% an der Transaktion beteiligen, den restlichen Betrag werden meine Kollegen und ich für.
Kein Scherz. Der Satz hört wirklich hier auf. Da läuft die Phantasie natürlich Amok.
    ... flotte Bienen, Koks und Blattgold-Pizza aus dem Fenster werfen.
drängt sich zum Beispiel auf.

Ach ja: Natürlich werde ich eindringlich darum gebeten, die Angelegenheit vertraulich zu behandeln. Sorry Jungs, aber wenn Ihr soviel Unterhaltungspotential besitzt, dann muß ich die Leutchen einfach daran teilhaben lassen.

Bis zur nächsten Spaß-Mail!

Gute Neuigkeiten!

Hallo zusammen!


Gestern wurden in Klosterneuburg Josef, Clemens und Elias zur ewigen Profess zugelassen. Das bedeutet, daß nun erstmals US-Amerikaner im Stiftskapitel von Klosterneuburg sitzen werden, und zwar gleich drei. Mich persönlich freut's ungemein, nicht nur, weil ich die Drei sehr schätze, sondern auch, weil jetzt irgendwie die Weichen so richtig in Richtung Zukunft gestellt sind. Es ist gut zu wissen, daß ich in einem Haus lebe, wo die Nationalität keine große Rolle spielt, solange die Leut anständig katholisch sind! Josef kam gestern spät am Abend ziemlich schachmatt aus Klosterneuburg zurück. Wir haben natürlich trotzdem noch ein Fäßchen aufgemacht und auf ihn und die Anderen angestoßen.

Außerdem wurden beide Novizen - Meinrad und Albert - zur einfachen Profess zugelassen.

Und wir werden auch in diesem Jahr wieder kräftig Zuwachs zu verzeichnen haben.

Also, Ihr Lieben: Ihr seht, daß Eure Gebete Früchte tragen. Vielen Dank dafür und laßt ja nicht locker!


Alles Liebe,
Alipius