Thursday, June 08, 2006

Bin wieder da!

Ich sitz hier vor meinem Computer und mir kommen die axiomatischen Systeme, die glocenischen Sorites und die propter-quid-Demonstrationen schon aus den Ohren. Richtig geraten: Ich hatte heute mein Logik-Examen. Es ist gut gelaufen, aber auf die definitive Note muß ich noch warten.

Nach dem Examen liefen mir bei der Gregoriana Anthony und Chris, zwei Jungs aus dem Kolleg, über den Weg. Wir waren dann bei Abruzzis zu Mittag essen und haben auch ein wenig Wein und Limoncello getrunken und so. Naja, ich war dann gegen halb vier zu Hause und legte mich für ein Nickerchen hin und hab natürlich prompt vergessen den Wecker zu stellen. Also habe ich mal eben das WM-Eröffnungsspiel verpennt. Und das soll gar nicht mal langweilig gewesen sein, wie mir die Jungs, die es gesehen haben, versicherten. Grnft!


Also bin ich so richtig in der Stimmung um ein wenig zu meckern und Dampf abzulassen. Da trifft es sich natürlich prächtig, daß ich unlängst im Netz auf eine wahre Schatztruhe von photographischen Dokumentationen liturgischer Thermonuklearbomben (traurigerweise größtenteils aus dem deutschsprachigen Raum) gestoßen bin, die ich jetzt mal teilweise hier zum Besten gebe:

Den Anfang macht der allseits beliebte "Liturgische Tanz" bzw. die "Sakropantomime":



Jawoll! Schwing die Peitsche, Baby, und schüttel, was deine Mama dir gegeben hat!



Muß man ein autoritärer, konservativer, intoleranter Sack sein wie ich, um so etwas grauenvoll zu finden, oder gibt's da draußen auch ganz normale BürgerInnnen (wie gefällt Euch meine inklusive Sprache, très chique, non?), denen sich in diesem Moment die Haare sträuben?



Heilige Maria, Mutter Gottes! Bitte: Mach, daß es aufhört!


Auch die Priester lassen sich nicht lumpen:



Rechts: "Sorry! Verschlafen! Keine Zeit gehabt, aus dem Pyjama zu schlüpfen!" Zweiter von rechts: "Ja, ich auch!"



"Hier fliegen gleich die Löcher aus dem Käse..."



Angriff der Killer-Tomaten! Diese neue Spezies überträgt mit dem ersten Biss in die Nase ein euphorisierendes Grins-Hormon, dem sowohl der Zelebrant als auch der Was-auch-immer neben ihm bereits zum Opfer gefallen sind.


Und hier zwei Highlights aus der Abteilung "Wo zwei oder drei in meinen Namen versammelt sind, da ist alles zu entschuldigen":



"Ey, wart mal 'nen Moment! Meine Kippen liegen hier noch irgendwo 'rum."



Ohne Worte (da sie mir fehlen)


Mein persönlicher Favorit:



"Uuuuuuuuuuuuuuuuund..."



"ACTION!"
Ich bekomme immer Bauchweh, wenn ich mir vorstelle, wie beim Brechen dieser Mega-Hostien der Heiland in kleinen Krümeln kreuz und quer durch die Gegend fliegt.


Zum Schluß ein Beispiel für modernen Kirchenbau. Die Kathedrale in Liverpool aus den Sechzigern:



"Forschungsschiff an Heimatplaneten. Sind gelandet. Tarnen uns als moderne Sakralarchitektur. Erwarten weitere Instruktionen."



Okay, genug davon. Ich hab ja noch Glück: Sowohl hier bei den Schotten als auch daheim im Stift bleiben mir solche Spirenzchen erspart.

Ich bin jetzt wieder für ein paar Tage weg, weil ich mich auf zwei Examen vorbereiten muß: Politische Ethik am 14. und Naturphilosophie am 15. Juni.


Alles Liebe,
Alipius

3 comments:

H. Meinrad said...

Lieber Alipius,

was wuerden nur all diese armen Seelen - wie zum Bleistift ich - tun, gaebe es Dich nicht, der Du es so gut verstehst diese "Dinge" auf die Schippe zu nehmen. Wenn man die Bilder, oder aehnliches in Natura zu sehen bekommt, koennte man(n) sich glatt selbst erschiessen und bekaeme dabei noch milderne Umstaende!!!

Gruessle Herr Meinrad

Anonymous said...

Lieber Alipius,
hab Dank für Deine erfrischenden Kommentare zu diesen Beispielen der weitverbreiteten liturgischen Instinktlosigkeit und spirituellen Verwahrlosung. Mir verschlägt es immer wieder die Sprache! Es ist absolut unsäglich! Es gibt halt sehr viele Clowns und andere Selstdarsteller im Hause des Herrn und nur noch wenige Diener...
Nix: Adoro te devote!
It's showtime!!!!! SPAAAAAAß

Danke!
benedicite@gmx.net

Dr. Matthias O. Will said...

Tja, wenn man sich das so ansieht, dann könnte man fast meinen, man wäre im Kindergarten. Wenn man etwas Neues ausprobieren möchte, dann sollte man sich eben genau überlegen, wie das in die Tradition hineinpasst.