Sunday, January 11, 2009

Interessant

Kardinal Antonio Cañizares Llovera, neuer Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung:
    "Was bedeutet es, die Kommunion in den Mund zu empfangen? Was bedeutet es, vor dem Allerheiligsten Sakrament zu knien? Was bedeutet es, während der Wandlung in der Messe zu knien? Es bedeutet Anbetung, es bedeutet, die wirkliche Gegenwart Jesu Christi in der Eucharistie anzuerkennen. Es bedeutet Respekt und eine Haltung des Glaubens eines Menschen, der sich vor Gott niederwirft, weil er weiß, dass alles von Ihm kommt, und wir fühlen uns sprachlos, bestürzt vor der Herrlichkeit Gottes, seiner Güte und seiner Barmherzigkeit. Deshalb ist es nicht dasselbe, die Hand hinzuhalten und die Kommunion irgendwie zu empfangen, wie es in respektvoller Weise zu tun. Es ist nicht dasselbe, die Kommunion stehend oder kniend zu empfangen, weil all diese Zeichen auf eine tiefe Bedeutung hinweisen. Wohin wir gelangen müssen ist diese tiefe Haltung des Menschen, der sich selbst vor Gott niederwirft, und das ist es, was der Papst will.“
Das Statement ist schon einen Monat alt, aber ich habe es heute zum ersten Mal gelesen (Bei Father Z. in englischer Sprache). Ich war zu faul, selbst zu übersetzen und habe im Internet gesucht. Diese Suche hat mich über zwei Foren geführt, in denen dieses Statement diskutiert wurde. Es gab in beiden Fällen Gegner und Befürworter. Die Gegner sprachen von "Rückschritt". Das verstehe ich nicht ganz.

Können das Einnehmen einer äußeren Haltung des Repsektes und das Niederwerfen vor Gott ein Rückschritt sein?

6 comments:

kalliopevorleserin said...

Warum soll das Aufhalten der Hände - wie ein Bettler - keine Geste der Demut sein?
Warum soll Aufrechtstehen - Orantenhaltung - keine legitime Haltung zur Anbetung sein?
Mir fällt bei dem zitierten Artikel nicht das Wort Rückschritt ein, sondern das Wort Besserwisserei (was ich viel schlimmer finde).

Alipius said...

Beide Gesten sind in der Theorie durchaus legitim. Da aber sowohl der Heilige Vater als auch Kardinal Canizares seit ihrer Priesterweihe 1000 mal soviel schludrig hingehaltene Hände und quasi im lässigen Vorbeischlendern abgegrapschte Hostien miterleben mußten, wie ich in den letzten vier Jahren, kann ich ihren Standpunkt nicht nur verstehen, sondern finde mich auch geneigt, ihn zu unterstützen.

Liturgisch finde ich es auch nicht unpassend beim Kommunionempfang zu knien, knien wir doch auch bei der Wandlung.

kalliopevorleserin said...

Es geht mir ja nicht darum, das Niederknien und den Kommunionempfang auf der Zunge grundsätzlich abzulehnen. Nur möchte ich umgekehrt nicht deshalb, weil es auch lässige und schludrige Kirchgänger gibt, alle, die aufrecht und mit bittend vorgestreckten Händen die Kommunion empfangen, als respektlos bezeichnet sehen.
Im übrigen ist Liturgie mit Ehrfurcht und Liebe, aber nicht mit Starrheit zu behandeln; hätte sich die Liturgie niemals ändern dürfen, wären Orgeln (leierkastenähnliche Vorläufer der Orgel gab's im römischen Zirkus, Begleitmusik zu heidnischem Amüsement) bis heute verboten, und Taufanwärter müßten bis heute im Vorraum bleiben.

Alipius said...

Hmm, ich habe das gar nicht bedacht, daß man es auch so lesen kann, daß alle, die die Kommunion stehend empfangen wollen, als respektlos gelten. Das unterstütze ich natürlich nicht.

In den Punkten Besserwisserei und Starrheit muß ich allerdings kurz ein Widerspruchs-Aneldötchen einwerfen, welches ich von zwei Professoren zu verschienen Anlässen gehört habe: In Holland wurde nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil die Handkommunion probeweise recht großflächig eingeführt, obwohl es der Vatikan nicht erlaubt hatte. In den offiziellen Dokumentan war zu der Zeit von Mundkommunion die Rede. Das niederländische Episkopat hat DREI Mahnbriefe aus Rom einfach ignoriert und der Vatikan hat dann letztlich klein beigegeben. Das klingt für mich von holländischer Seite irgendwie auch besserwisserisch und starr.

Johannes said...

Aufrechtstehen ist nicht identisch mit der Orantenhaltung.
Wer einmal in einer Gemeinde - den meisten - in der die Handkommunion üblich ist, sich vor dem Priester in den Dreck geworfen hat - Kommunionbänke existieren ja nicht mehr - wird wissen, welche Bedeutung die Körperhaltung beim Empfang der Kommunion wirklich hat. Wer sich so verhält ist - die Irritation des Priester zeigt es, wie auch die scheelen Blicke der lieben Mitkatholiken - hoffnunglos vorkonziliar, geistig und geistlich zurückgeblieben, einer, der möglichst schnell nach "drüben" - zu den Lefevbrianern - gehen sollte.
Also kann es doch nicht so belanglos sein?

Stegi said...

Also die Sache mit den Orgeln halte ich für sehr weit hergeholt.

Das muss man von der Liturgie im eigentlichen Sinne abgekapselt sehen, denn die musica sacra hat sich kontinuierlich entwickelt.
Allerdings nicht in bezug zur thematischen Aussage, denn bis zum 2.vatikanischen Konzil wurde das Ordinarium nicht angetastet. "Volksmessen" á la Fr. Schubert sind hier differenziert als frommer Sonderfall zu sehen.

Meines Erachtens gab es bis zum Vaticanum II keienn liturgischen Bruch seit Pius IV.