Tuesday, July 28, 2009

Und noch ein paar Bilder...

Auf dem Weg zum Michaelsberg fand ich zum ersten Mal diese interessante Sicht: Am Ende einer Gasse lugt der sogenannte Vierzehnheiligen-Pavillon der neuen Residenz hinter den Häusern hervor.Hinter diesem sieht man dann noch die Türme des Domes.


Heute habe ich den Michaelsberg mal vom Norden her erklommen. Das ist die steile Straße. Ganz hinten sieht man schon die Türme der Michaels-Kirche.


Am Weg liegt diese leicht verslumte Villa Kunterbunt...


... und dieser schöne Brunnen ("Kein Trinkwasser").


Und schon stand der Herr Alipius vor der Michaelskirche. Leider dürfen auf dem Gelände Autos parken, was den Gesamteindruck ein wenig schändet.


Dies ist ein Teil der weitläufigen Klosteranlage, die von den Dientzenhofers ab 1696 barockisiert wurde.


Das schönste Epitaph: Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim, barock wie es barocker kaum geht, kniet friedlich und fromm vor einer Monstranz und faltet seine Hände ganz zaghaft und sanft. Die Detailverliebtheit, die man vor allem am Spitzenhemd aber auch an der Mitra oder an den Schuhschnallen sieht, haut mich immer wieder um. Mehr noch der Fürstbischof, der so gewiß und ruhig auf seinen Herrn schaut.


Die Heilig-Grab-Kapelle war früher die Grabstätte der Mönche. Jetzt sieht man dort eines der symbolstrotzendsten und wildesten Barock-Ensembles, das ich kenne. Unser Herr liegt im Grab und steht am Gründonnerstag zugleich in einer Monstranz in dem Oval, welches man über der Weltkugel sieht, um welche sich eine Schlange rankt. Ganz oben liegt das Lamm auf dem Buch mit sieben Siegeln und darüber schleudert Gottvater Blitze.


Der Heilige Josef mit dem Jesuskind. Darüber zwei Putti. Der Rechte ist so schön hingerissen.


Barock and Roll! So muß eine Kanzel aussehen, dann klappt's auch mit den Predigten!


A portrait of the artist as a young man. Plastik-Kalkleisten sind ja eigentlich nicht so mein Ding. Aber bei so viel Rumlaufen bei solcher Wärme kommen mir kurze Arme schon ganz gelegen.

8 comments:

Olifant said...

Kalkleiste = Tipp-Ex-Kragen ?

dilettantus in interrete said...

Herr Alipius läuft ja gerne mal in Zivil rum - pää - wie Weltklerus!

Stegi said...

Ich wäre froh, wenn die Kleriker wenigstens alle noch ein Kollar tragen würden. Hab vor kurzem eine Messe mit einem Militärpfarrer mittlerer Generation gespielt- der Mann kam in Jeans und T-Shirt an, völlig abgerissen, fast war es ihm offenbar peinlich, Priester und noch dazu katholischer, zu sein. Keine Einzelerscheinung bei den Rest-68ern, das erlaube ich mir in aller Demut nach 20 Jahren Organistentätigkeit empirisch zu proklamieren.
Dabei dachte ich immer, es existieren einschlägige Vorschriften bzgl. der Kleidung!?

Ach ja- besagter Militärgeistlicher beklagte sich die ganze Predigt über permanent über den Zölibat. Selbst meiner Frau war das Gejammere dann zu viel.
Aufhänger: "Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei..."

Ok- vom Thema abgeschweift.
Seien wir froh, dass es zunehmend junge Kleriker vom Schlag eines Alipius gibt, die sich nicht ihrer Berufung schämen.

Talar oder Kollar- was soll´s- die Intention ist entscheidend. Ich finde das Kollar übrigens ausgesprochen dekorativ, das Sarockel mutet mir dagegen etwas grotesk an- das kannte ich vor der Ära Alipii auch gar nicht.

Olifant said...

Das Sarockel ist auch Ordenskleidung, oder?

Alipius said...

Ja, Kalkleiste ist Tipp-Ex und Sarockel ist Ordenstracht aber: NICHT GROTESK! Gelbe Karte! Beim nächsten Mal Exommunikation! ;-D

Stegi said...

Don´t panic, Alipi... Dank Deiner Bemühungen kommt es mir ja mittlerweile überhaupt nicht mehr grotesk vor...
:-))

Gregor said...

Aaaaaaaaahhhhhhh, Bamberg! Wie Du weißt, bin ich ja nun auch bekehrt. Vielen Dank für die schönen Bilder.

A propos Michaelsberg: Es liegt mir natürlich völlig fern, Dir als weltweit führendem Bamberg-Kundler noch was Neues sagen zu wollen, aber für den extrem unwahrscheinlichen Fall, daß Du das doch nicht kennen solltest (und falls ich es nicht schon erwähnt habe, mein Gedächtnis wird auch nicht besser...): Am Fuß des Michaelsberges ist die bezauberndste kleine Schnapsbrennerei, mit einem ganz reizenden alten Herrn mit dicker Hornbrille. Die machen einen Quittenbrand, daß man jeden anderen Schaps sofort wegkippen möchte. Schon, wenn die Flasche geöffnet wird, riecht der ganze Raum ganz unwiderstehlich nach Quitten. Mein Seminaristenfreund muß mir nun jedes Mal eine Flasche mitbringen...

Alipius said...

Nein, von dem Quittenbrenner wußte ich noch nicht! Danke für die Info! Wollte Dir eh anbieten, daß Du auf NLM einen Hinweis schalten kannst, falls Du für Eure Seite neue Bamberg-Junkies gewinnen konntest. Klar, die Texte sind nicht international-englisch, aber vielleicht interessiert sich ja jemand für die Bilder.
Den Quittenbrand werde ich beim nächsten Besuch mal testen!