Saturday, September 05, 2009

Zurück vom Chorherren-Kongress

Da bin ich wieder!

Wir hatten drei prima Tage in Como, Mailand und Pavia. Es waren 140 Chorherren aus ganz Europa da. Das Wetter war höchst sommerlich, das Programm etwas dicht gedrängt aber interessant. Hier einige Bilder:


Wir waren außerhalb von Como untergebracht. Meine Reisegruppe (denn die Klosterneuburger flogen in zwei Abteilungen ein) war schon um 10:30 in Como. Der Kongress begann aber erst um 19:00, also haben wir den Tag in der Stadt verbracht. Bei Como denkt man natürlich gleich an den Comer See.


Insgesamt ist Como ein süßes kleines Städtchen mit viel alter Architetur...


... plötzlich zwischen Häusern auftauchenden grünen Hängen...


... und malerischen langen Straßen.


Einen Dom gibt's auch. So sieht er um 11:00 Uhr aus.


Und so um 17:30, vom gleichen Standort photographiert.


Innen ist der Dom auch hübsch. Aber leider sind...


... außer diesen beiden Bildern alle anderen verwackelt.


Der Dom feierte an diesem Tag Geburtstag, also gab es ein Pontifikalamt mit großer Prozession. Der gute Herr Bischof war so nett, mir zuzulächeln und zu -winken, als ich ihm mit der Kamera drohte.


Am ersten Kongreßtag ging es nach Mailand,...


... wo mich vor allem der traumhafte Dom mit seiner Fassade aus grau-rosa Marmor beeindruckt hat.


Der Detailreichtum der Fassade ist umwerfend,...


... und ich habe hier eigentlich noch sachliches Zeug photographiert.


Der kleine Herr Alipius vor dem gigantischen Domportal.


Eigentlich war in Mailand ein Besuch des Baptisteriums vorgesehen, in welchem der Heilige Augustinus die Taufe empfing. Da wurde aber grade mal schnöde dran herumrenoviert, also war nix. Stattdessen ging's zur Basilika des Heiligen Ambrosius. Dessen Gebeine werden dort aufbewahrt und verehrt. Der Kirchenvater liegt im Sarg flankiert von den Heiligen Gervasius und Protasius, welche er während seiner Amtszeit als Bischof von Mailand auf drängen einer im Traum empfangenen Botschaft unter seiner Kirche begraben fand. Einmal rechts...


... einmal links.


Und dann hatte ich meinen ersten großen "Augustinus!"-Moment: Gleich um die Ecke der Basilika liegt eine kleine Kapelle, von der man sagt, sie sei über genau dem Ort errichtet worden, an welchem unser Heiliger Ordensvater einst das "Tolle, lege" vernahm. Da mußte ich mich natürlich gleich mal ablichten lassen. Wer nun genau der Schrift-Anbieter auf dem Gemälde ist, darüber konnten wir keine Auskunft finden.


Am nächsten Tag ging's nach Pavia. Und da mußte ich dann gleich zweimal hintereinander feste schlucken: Einmal, als ich das Grab des Heiligen Augustinus sah...


... und dann gleich noch einmal, als plötzlich der momentane Bischof von Hippo neben mit stand. Der hat - als Hirte in einem muslimischen Land - ungefähr soviel Schäfchen in seiner Diözese, wie ein Dorfpfarrer in Deutschland. Er hat so ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert, vom tagtäglichen Katholischsein in Algerien, und irgendwie klang es plötzlich nach heißen Tips für die Zukunft (so von wegen "Christsein in einem vom Islam dominierten Gebiet").


Wir waren auch noch in Certosa. Das ist eine ehemalige Wahnsinns-Hammer-Kartause, die trotz wildester Geschichte und Niedergang seit dem Josephinismus und erst recht seit der Franzosenzeit heute immer noch strahlend dasteht. Zwischenzeitlich waren mal die Zisterzienser drinnen, dann die Karmeliten, dann wieder die Kartäuser und jetzt seit 1968 wieder die Zisterzienser.


Kreuzgarten


Kartäuserhäuser


Am letzten Tag waren wir dann auf dem Sacro Monte bei Varese. Dies ist ein Marienwallfahrtsort, zu dem 14 Kapellen hinaufführen. In jeder der Kapellen ist eines der 15 Rosenkranzgesetzte figürlich dargestellt. Klingt kitschig, ist es auch irgendwie, aber andererseits auch wieder nicht. Denn die Arbeiten sind richtig schön lebendig und wild. Es sind übrigens nur 14 Kapellen, weil "... der dich o Jungfrau im Himmel gekrönt hat" natürlich in der Wallfahrtskirche zu sehen ist. Von der Kirche habe ich leider keine Bilder, weil wieder alles zu dunkel oder zu verwackelt war. Dafür gibt's dieses malerische Gassenensemble,...

... diese Nebelstimmung...


... und diesen Gruselmoment: Der Diener Gottes Paul VI als überlebensgroße Geisterbahnfigur. Echt jetzt: What were they thinking (um den AVGN zu zitieren)?


Gut, jetz ist erstmal wieder Schicht für'n paar Tage.

Ciao,
Alipius

7 comments:

curioustraveller said...

... da packt einem ja mitten im Arbeitstag die Lust, auf der Stelle den Koffer zu packen und nach Italien zu entschwinden. Sehr schöne Bilder!

kalliopevorleserin said...

In der Tat wunderbare Bilder. Bis auf das letzte... Ist dies das Werk eines wenig reflektierenden Kirchenkritikers? Oder einfach nur ungekonnt? Ich kann Dein Grausen nachvollziehen.

G.F. said...

also der Künstler hatte eindeutig Probleme mit Paul VI tippe auf H.V.-Gegner....

stegi said...

@G.F.

im Gegenteil- das Kunstwerk entspricht ganz und gar Pauls des VI. Geschmack.
Er hat die Moderne so sehr geliebt, dass er im Appartamento Borgia eine Ausstellung zeitgemäßer "religiöser" Kunst initiierte. Wer es noch nie gesehen hat, sollte das mal tun. Bitte nach Möglichkeit erst nachher speisen.

Besonders bitter: eine allenfalls mittelmäßige Karikatur(!!) des Velaquez-Portraits von Innozenz X.

Die Geister, die ich rief...

David said...

Danke für die wunderbaren Bilder! Entschuldige die blöde Frage, aber was genau hat es mit der "Krawatte" auf sich, die du da trägst?! Könntest ja vielleicht darüber bloggen…

Alipius said...

Guckst Du hier!

David said...

Ah, dankeschön!