Sunday, September 13, 2009

Heißt die Frage jetzt...

... "Wie kann es eigentlich zu solch einer Vertierung kommen?" oder "Was sollen wir mit solchen Tieren eigentlich anfangen?"

12 comments:

Mcp said...

Ich wüsste Rat, nur fürchte ich, er ist hoch unwillkommen.

kalliopevorleserin said...

Auch wenn dies einer der nicht so häufigen Fälle ist, in denen ich ganz fürs Einsperren bin: Es sind immer noch Menschen. Das macht es schwieriger - und eine gute Antwort auf Deine zweite Frage habe ich nicht. Ich bringe das mit der Feindesliebe hier nicht fertig.

Alipius said...

Ich habe natürlich etwas provozierend formuliert, um der Ratlosigkeit vorzugreifen, von der ich gestern schon wußte, daß sie sich heute in den Medien breitmachen wird.

Die beste Antwort, die ich bisher auf die Frage fand: Kollektive Zivilcourage. Eben nicht zusehen, wie sich ein Einziger den Gewalttätern stellt, sondern mit der ganzen S-Bahn aufstehen und sagen "Wenn hier Mische, dann wir auch!" Wenn die zerebrale Disposition der Randalinskis sofortigem Verständnis im Wege steht, dann zur Not auch gern mal präventiv einen Fingerknöchelhieb auf den Solarplexus oder einen Groin-Job, damit die Prolls nicht denken, man labert nur rum. Ist für die nämlich immer noch angenehmer, als später eine Mordanklage.

kalliopevorleserin said...

Klar, Mcp. Immer druff, aber feste, dann werden die Bösen gut. Wenn Plato das gesagt hat, muß es stimmen!
Und kinderlose gebildete Frauen, die Du in Deinem Artikel ja als Mitschuldige siehst, sind sowieso Abschaum.
Oder irre ich da?

doc_mouse said...

@Alipius: Genau das ist der Punkt - wenn sich auch nur 2 oder 3 der umstehenden 15(!) Fahrgäste in der von Dir vorgeschlagenen Weise eingeschaltet hätten, wäre es vielleicht nur zu ein paar blauen Flecken gekommen. Schließlich haben solche "Süchtler" gar nicht die Kondi, um im Shaolin-Stil einen ganzen Bahnsteig zu vermöbeln. Habe ich auch selbst schon praktiziert und diese Assis waren so perplex, dass sie von ihrem Opfer gelassen haben. Auf keinen Fall darf der Vorfall nun als Ausrede nach dem Motto dienen "wer hilft, bringt sich in Lebensgefahr",,,

Alipius said...

Jup, ganz genau! Zumal das bei diesen Randale-Teenies auch nicht wirklich Shaolin-Stil ist. Die fuchteln vielleicht rum und machen auf dicke Hose, aber das heißt ja nicht, daß man sie nicht von den Beinen holen kann. 17 und 18 Jahre? Pur-leaze! Ich versteh auch echt nicht, warum da nicht mehr Leute aufgestanden sind.

Leserin said...

Wenn ich auch eigentlich zu dem Lager gehöre, welches die franz. Revolution als Segen und Errungenschaft für die Menschen betrachtet, so muss ich doch feststellen, dass die Literalisierung des Plebs im Fall von Mcp und Konsorten eindeutig von Nachteil ist.

Alipius said...

@ Leserin: Womit sich ein schöner Verdacht (bzw. mittlerweile eigenlich eine beängstigende Tatsache) erhärtet, welchen ich schon seit längerem hege: Diejenigen, die gerne Reformation und Revolution als Vorbild, Legitimation und letzten Rettungsanker im Munde führen, sind in der Regel auch die Ersten, die sich wünschen, es gäbe weniger Freiheit, z.B. in diesem Fall die Freiheit, schriftlich seine Meinung kundzutun. Dies betrifft die "Freiheit eines Christenmenschen", die gerne schnell beschnitten ist, wenn man nur laut genug darauf hinweist, wie "zutiefst unchristlich" alles und jedes -vor allem aber das und der Andere - ist. Es betrifft auch die "Freiheit", die mit "Gleichheit" einhergeht, solange es nur nicht die Gleichheit ist, die einem MCP das gleiche Recht auf Meinung einräumt. Letztlich und schön revolutionär betrifft es auch die Freiheit als Partnerin der "Brüderlichkeit", denn "Plebs" sind natürlich immer die, die nicht unsere Schlagwort-Hymnen mitgrölen.

Und wir betrachten die Revolution natürlich nur deswegen als Errungenschaft und Segen, weil nun endlich wir bestimmen können, wer und was Plebs ist, gelle?

Mir kommt bei solchem Gewäsch immer die Suppe hoch und wenn auch ich die Errungenschaften der Revolution sicherlich nicht unterschätze, schießt mir bei Einwürfen wie dem Ihren immer nur ein Gedanke durch den Kopf: "Kacke! DAFÜR mußte Ludwig XVI sterben?"

Leserin said...

Schlagwort grölende Schlagetots à la Mcp müssen nicht neu definiert werden, sie sind durch die Jahrhunderte immer die selben geblieben, genau so, wie überfressene Herrscherkasten, die mit schöner Regelmässigkeit auftauchen, um dann wieder aus der Geschichte zu verschwinden/verschwunden zu werden.

Alipius said...

"Schlagwort grölende Schlagetots... müssen nicht neu definiert werden, sie sind durch die Jahrhunderte immer die selben geblieben,..."
Guck mal, wer da spricht!

"...genau so, wie überfressene Herrscherkasten, die mit schöner Regelmässigkeit auftauchen, um dann wieder aus der Geschichte zu verschwinden/verschwunden zu werden."
Wobei man hier den Unterschied machen sollte, zwischen den klassischen 'überfressenen Herrscherkasten', die immerhin die Ehrlichkeit besaßen zu sagen: "Entweder so, wie ich es sage, oder den Kerker!" und den doppelzüngigen, sich an der Vanitas zugrunde-völlenden Herrschern der post-aufklärerischen Gesinnungs-Gesellschaft, die einerseits nicht laut genug "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" schreien können und dann (ähnlich ihren Vorgängern, denen die Freiheit, die Gleichheit und die Berüderlichkeit auch nichts mehr bedeutete, wenn es darum ging, denjenigen, die nicht in ihr neues Weltbild paßten, den Kopf abzuschlagen) aus ihren Elfenbeintürmen Bannblitze des Freiheitsentzugs, der Gleichheitsverweigerung und der Brüderlichkeitsaufkündigung schleudern gegen jene, die es ihrer hochherrschaftlichen Meinung dann eben doch nicht wert sind.

Lupambulus Berolinen. said...
This comment has been removed by the author.
Alipius said...

Ich nehme ein Prinzip in Schutz und nehme dabei in Kauf, daß sich schwarze Schafe einschleichen. Deswegen davon zu schwadronieren, wer nun lesen und schreiben darf und wer nicht (vor allem unter Berufung auf die Ideale der französischen Revolution), halte ich für unerhört. McP's Meinung Scheiße zu finden und ihm das (vielleicht gar unter Verzicht auf ad-homs) klarzumachen, ist kein Problem.